Weil ich oft zum Verhältnis von #Union und #Grüns gefragte werde, möchte ich (als progressive Grüne) mal versuchen zu femsplainen :

Durch die Brille des Rechts-Links-Spektrums/progressive versus konservativ ist nicht viel Gemeinsames zu sehen.

Aber die Überschneidungen zwischen „wir sind Bewahrer dessen, was uns hinterlassen wurde“ und „wir sind Treuhänder:innen dessen, was unsern Kindern bleiben soll“ ist nicht so klein, wie viele denken.

@AwetTesfaiesus Ich glaube, das ist sehr viel von den Menschen in den Parteien abhängig. Mit Menschen wie Merz, Spahn, Reiche, Dobrind, Warken auf Seiten der CDU ist kein Staat zu machen. Keine Chance. Während man aber mit Menschen wie z.B. @BlumeEvolution sicherlich gut zusammenarbeiten kann als Politiker der Grünen.
Und genauso wird es auf Seiten der Grünen Politiker geben, mit denen ein Zusammenarbeiten extrem schwer bis unmöglich ist.
Die Kunst ist alles unter einen Hut zu bekommen.
@AlienJay @BlumeEvolution ich kenne … sagen wir: mehr als nur eine Hand voll von uns, die sich während der Ampel mehr als nur gelegentlich gefragt haben, wie es wohl mit Laschet als Kanzler geworden wäre

@AwetTesfaiesus

Ja, sehr interessanter Gedanke.

Gerade wenn man weiß, dass Laschet in NRW mit einer Regierung mit einer Stimme Mehrheit völlig geräuschlos regiert hat und alle Strömungen der eigenen Partei mit am Kabinettstisch hatte.

Haben Sie einen Tipp, wie man "Gräben" überbrücken kann zwischen Opposition und Regierung? Muss die Hand ausstrecken immer von der "Mehrheitsgruppe" kommen?

@AlienJay @BlumeEvolution

@agileranwalt @AlienJay @BlumeEvolution na vielleicht noch eines: die Union ist keine progressive Partei aber sie erkennt zweierlei an:
1. dass sich die Welt um sie herum trotzdem weiterentwickelt und
2. dass Burke ihnen ins Stammbuch geschrieben hat, dass auch ein konservativer Staat einer sein muss, der als likable (oder lovable, gerade nicht sicher?) erkannt werden muss (sonst machen die Leute irgendwann Revolution)

@AwetTesfaiesus @AlienJay @BlumeEvolution

Wir kommen etwas vom Thema ab, aber vielleicht erhellend für den Leserkreis.

Ich verstehe den Gebrauch von konservativ und progressiv als Gegensatzpaar bis heute nicht. Ich habe überhaupt keine Schwierigkeiten mir beides gleichzeitig vorzustellen. Nur durch Fortschritt lassen sich Werte bewahren. Genauso wie mit die Beschreibung der CDU als konservative Partei fast immer eine Fremdzuschreibung ist.

Etwas älter, aber immernoch lesenswert: https://blog.petertauber.de/?p=4036

Die Qual der Wahl. Wen wählen Konservative?

Lange war die Antwort klar: Wen denn sonst außer eine der beiden Unionsparteien? Inzwischen stimmt das nicht mehr zwingend. Man trifft bisweilen auf (vermeintliche) Konservative, die von sich behau…

SCHWARZER PETER

@agileranwalt @AlienJay @BlumeEvolution

Das empfinde ich aber (no offense intended) als hart an der Rabulistik.

Dass "wir sind bereit für die bessere Welt alles zu ändern" (Progressiv) und "aber bitte nichts ändern" (konservativ) ein gewisser Zielkonflikt besteht, leuchtet mir intuitiv ein.

@AwetTesfaiesus @agileranwalt @AlienJay

Verstehe mich übrigens als dialogisch-moderat & bin auch nie einer konservativen Partei beigetreten - sondern einer christdemokratischen Partei.

Auch ich bin nicht bereit, still hinzunehmen, dass große Teile von #CDU & #CSU insbesondere in der „Berliner Blase“ in die #Rechtsmimesis und fossilen Konzern-Lobbyismus abgedriftet sind. Und ich will weiterhin tun, was ich kann, damit die #Union ihre inhaltliche Mitte wiederfindet. #Politikwissenschaft #Christdemokratie #konservativ #progressiv #moderat https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.volker-kauder-die-cdu-war-nie-eine-konservative-partei.4169a402-a6ce-4d95-b2ab-5140ee2a6ffa.html

Volker Kauder - „Die CDU war nie eine konservative Partei“

Im Gespräch mit unserer Zeitung warnt der langjährige Unionsfraktionschef im Bundestag, Volker Kauder, seine Partei vor einer Abkehr von den christdemokratischen Wurzeln.

Stuttgarter Zeitung

@BlumeEvolution
Guten Morgen, Sie haben es als "Engführung" der CDU bezeichnet. Im Podcast Blume und Ince mit Frau Wüllner ging es ua um interne Diskussionen, die nicht mehr stattfinden.
Da ich einige aus der CDU kenne, kann ich sagen, dass sie vermutlich manches kritisch sehen, aber lieber schweigen. Kurz nachdem Friedrich Merz zum PV gewählt wurde, schrieb mir jemand, die CDU Mitgl. müssten sich geschlossen hinter ihn stellen.

@AwetTesfaiesus @agileranwalt @AlienJay

@Sabine1963

Ja, mir fiel es nach Jahrzehnten aktiver #CDU - Mitgliedschaft auch nicht leicht, erstmals einem Bundesvorsitzenden zu widersprechen.

In der Union gab es von #Adenauer bis #Merkel immer ein Zusammenführen der verschiedenen Flügel, nun erstmals eine rechtslibertäre Engführung.

Und #Merz brach damit nicht nur sein Wort im Bundestag, auch #CSU und #FDP gingen mit. Dazu nicht mehr zu Schweigen war für mich eine #Gewissensfrage.

Ich halte als Christ & Demokrat die weltweite #Rechtsmimesis für falsch & hoffe, dass das #C wiederentdeckt wird. Sonst wird auch die #Union ihren Charakter als integrative #Volkspartei verlieren.

@AwetTesfaiesus @agileranwalt @AlienJay

https://www.herder.de/hk/hefte/archiv/2025/10-2025/medien-und-mimesis-journalismus-in-zeiten-digitaler-aufmerksamkeitsoekonomie/

Medien und Mimesis. Journalismus in Zeiten digitaler Aufmerksamkeitsökonomie

Das Geschäft um die effekthascherischste Schlagzeile boomt, dabei nutzen Polarisierungen letzten Endes niemandem. Zudem können Medien durch die Art ihrer Berichterstattung gerade im Bereich von Gewalt und Terror Nachahmungstäter auf den Plan rufen. Doch auch die Konsumenten medialer Kanäle tragen eine Verantwortung.

@BlumeEvolution
Interessant - in einem anderen Sinne finde ich (ob mir @AwetTesfaiesus da zustimmen kann?), dass die #Gruenen durchaus eine "konservative" Partei sind. Es geht zuvörderst um den Erhalt des Planeten, der Natur oder christl. ausgedrückt "der Schöpfung", gleichzeitig um Werte wie Nächstenliebe, Respekt, Menschenrechte, Gerechtigkeit. Weil dies aber aus dem Status quo her Veränderung bedeutet, gibt es auch "linke" Aspekte in der grünen Agenda.
@Sabine1963 @agileranwalt @AlienJay

@agrinova @BlumeEvolution @Sabine1963 @agileranwalt @AlienJay

Gerechtigkeit taugt nicht zur Einordnung. Respekt und Nächstenliebe mE auch nicht.

Im Übrigen vertauscht die These Ziel (telos) und "Reflex" (in Kauf genommene Effekte). Um die Welt so zu gestalten, dass sie gerecht und fair ist und die Grundlagen menschlicher Existenz erhalten bleiben, bedarf es vieler Maßnahmen, darunter auch der Bewahrung.

Ebenso ist Konservativismus manchmal auch Progressiv (z.B. bei Kapitalismus-Kritik)

@AwetTesfaiesus
Interessante Gedanken. Ob du aber den ersten Satz erläutern könntest? Ich meinte damit, dass (soziale) Gerechtigkeit eher zur Agenda "linker" Parteien gehört. Im Übrigen glaube ich nicht, dass die SPD verschwindet oder überflüssig wird.
@BlumeEvolution @Sabine1963 @agileranwalt @AlienJay

@agrinova @BlumeEvolution @Sabine1963 @agileranwalt @AlienJay

Die drei Dinge sind ambivalente Konzepte, die - je nach Zustand der Gesellschaft - progressiv oder konservativ funktionieren.

Im Übrigen denke ich: die SPD ist schon weg. Leider ist die Person, die das den Mitgliedern mitteilen sollte, bereits freigestellt gewesen.

"Überflüssig" (im Sinne von hat eine gesellschaftlich wichtige Funktion) wäre sie lange gewesen. Sie ist halt leider zu oft nicht zum Dienst erschienen.

@AwetTesfaiesus @BlumeEvolution @Sabine1963 @agileranwalt @AlienJay Tja, schade.
Wobei wir die SPD noch in zweierlei Hinsicht brauchen. Erstens, um mit allen demokratischen Parteien zusammen der #noAfd den Mittelfinger zu zeigen. Zweitens für mögliche künftige Koalitionen, etwa mit den Farben Grün-rot-magenta.
@AwetTesfaiesus Das ist BW. Bundesweit bei 14 bis 16 % bei Umfragen. @BlumeEvolution @Sabine1963 @agileranwalt @AlienJay

@agrinova @BlumeEvolution @Sabine1963 @agileranwalt @AlienJay

Wo ist sie denn in Bayern? In NRW? In den neuen Ländern?

Die SPD steht progressiver Politik im Moment eindeutig im Weg.

In der Groko und unter dem aktuellen Management gibt es mE auch keine realistische Chance auf eine Reorganisation.

@AwetTesfaiesus
Da hast du recht. Das (schwierige bis nicht mehr vorhandene) Verhältnis der SPD zu progressiver Politik entspricht zurzeit etwa dem der CDU zu "christlicher", im positiven Sinne "mittiger" (im Sinne von @BlumeEvolution ) Politik, und das war ja der Ausgangspunkt unserer Diskussion. @Sabine1963 @agileranwalt @AlienJay

@agrinova @BlumeEvolution @Sabine1963 @agileranwalt @AlienJay

Hierneben gilt: du kannst ebenso "konservativ" sein und grün (zumindest bei einigen Geschmacksrichtungen), wie du Marxist:in sein kannst und grün.

Der Grundwerte-Katalog der Grünen (und die Milieuklammer) mach relativ anschlussfähig.

@AwetTesfaiesus
Die Grünen waren meiner Erinnerung nach entweder "Realos" oder "Fundis". Als meine Tochter vor ein paar Jahren Mitglied bei den Grünen wurde, konnte sie damit nur wenig anfangen. Da hat sich im Laufe der Jahre etwas verändert. Sie war in der GJ aktiv, wurde von denen bei der Kommunalwahl in Bayern unterstützt und (trotzdem?) mit einem tollen Ergebnis erstmals in den Stadtrat gewählt.

@agrinova @BlumeEvolution @Sabine1963 @agileranwalt @AlienJay

Wo sich m.E. Grüne und Unionisten oft ähnlich sind, ist beim Habitus (im Sinne von Bourdieu). Der ist sicherlich nicht identisch, aber oft in gewisser Weise für einander 'vertraut'.