Ich denke, es ist produktiv, mit Blick auf politische Vereine (Parteien) zwei Funktionslogiken zu unterscheiden: Parteien sind

(1) Rekrutierungs- und Selektionsvereine (#RSV) und
(2) Informationsbeschaffungs- und -verarbeitungsvereine (#IVV).

Die Energiequelle der RSV ist Knappheit und Konkurrenz um Ämter und Mandate. Die Energiequelle der IAV ist das Interaktionserleben. Aus Problemen dieses Setups ergibt sich logisch die Dominanz der RSV und die beobachtbare Unterentwicklung der IVV 1/x

Die #IVV organisieren politische Arbeit entlang der informationswirtschaftlichen Wertkette #IWP. Siehe ausführlich https://plinubius.de/politik-als-arbeitsprozess-teil-1-mein-platz-in-der-wertkette/#__RefHeading___Toc11_2498182645 2/x
Politik als Arbeitsprozess. Teil 1: Mein Platz in der Wertkette | Plinubius

Der #IVV ist der meines Erachtens entscheidende Teil, der demokratietheoretisch die im Grundgesetz in Artikel 21 (1) formulierte Idee begründet, dass Parteien an der politischen Willensbildung mitwirken. Nämlich nicht als #RSV, sondern durch Organisation der Deliberation im IVV, die die im RSV rekrutierten Personen überhaupt erst befähigen und kontrollieren kann. 3/x
Meine anlässlich der Landtagswahl am 22.03.2026 in Rheinland-Pfalz an mir selbst beobachtete Politikferne (siehe https://chaos.social/@plinubius/116174829164433623) hat einfach damit zu tun, dass ich mich für den #RSV nicht interessiere, während es einen #IVV, an dem ich teilnehmen könnte, meiner Erfahrung nach so nicht gibt oder zumindest das, was man dafür halten könnte, nicht nur meine Beteiligung daran unwahrscheinlich macht. Abstrakt formuliert: Die #IVV haben massive Struktur- und Qualitätsprobleme. 5/x
@plinubius schwierig. Ich musste ganz schön scrollen um in etwa zu verstehen was du meinst. Alleine die Unterscheidung zwischen rekrutieren Personen (RSV geschieht von oben herab; in meiner Partei geht die Willensbildung und Wahl von unten nach oben) und der politischer Willensbildung der Basis (IVV?) schert alle Parteien über einen Kamm. Die Statuten von Parteien sind unterschiedlich. Diskusionsforen finden eher vor Ort statt oder online. Aber nur wenige sind Parteimitglieder
@DoroBZ Ich schere alle über einen Kamm, nämlich den eines Wertkettenmodells politischer Arbeit. Es stellt sich dann die Frage, wer in welcher Form horizontal und vertikal integriert. Das kann in einer einzigen Organisation integriert stattfinden oder auch nicht. Deshalb bevorzuge ich auch den Begriff "politischer Verein", denn viele, die eher #IVV sind, bevorzugen es, sich nicht am Wettbewerb der #RSV zu beteiligen. Indes mit der Folge auf Philosophenkönige zu hoffen, die "zuhören"
@plinubius bei dem Wertkettenmodell (und falls es so gelten sollte bzw. so wie ich es verstehen) bleibe ich lieber zuhause und besauf mich alleine. Weder wählen, noch das andere Gedöns ist dann den Aufwand wert. Philosopenkönige brauch niemand (auch keinen Königinnen, falls die angedacht sind). Allerdings ist es tatsächlich ein Wagnis sich wählen zu lassen. Auch nur für den örtliche Vorstand oder untere Ebene bei Gewerkschaften. Man bekennt sich und wird "für alles verantwortlich" sein.
@DoroBZ Vorweg geschickt: Ich arbeite im weitesten Sinne zu Handbuch-Literatur für politisches organisieren. Allerdings noch in einem frühen Stadium. Auf Deinen Toot von vorhin antworte ich noch. Das Wertkettenmodell ist ein Analyserahmen, um politische Öffentlichkeitsarbeit bspw. von Lobbyagenturen und die Arbeit von Kollektivakteuren (z.B. Parteien) und auch "Presse" usw. miteinander hinsichtlich In- und Output und Prozess vergleichen und in Beziehung setzen zu können. 1/x
@DoroBZ Zu dem Modell gehört dann zwingend noch das Politikzyklusmodell der Politikfeldanalyse.
Die von mir entworfenen Begriffe sind ein Versuch, die in der Politikwissenschaft üblichen Begriffe etwas nahbarer zu machen. Wenn Du etwas durchschlagendes in einem Themenfeld wie bspw. Wohnungsbau / Wohnungswirtschaft tun willst, brauchst Du / braucht man einen Plan und Infrastruktur. An solchen Grundlagen arbeite ich. Auch beruflich. 2/x
@DoroBZ Du formulierst genau das, wo ich noch hin will und was schon in meinen Notizen steht: "Weder wählen, noch das andere Gedöns ist [..] den Aufwand wert." Deliberation funktioniert vielleichter eher unter Pseudonym. Erst die Wahrnehmung des passiven Wahlrechts macht es nötig, sich mit seinem Klarnamen auszusetzen, ist aber ein gefährlicher Zustand. Ich schreibe dazu noch, siehe aber jetzt schon "Deliberation unter der Bedingung der Verschleierung von Identität" https://plinubius.de/ueberlegungen-zur-moeglichkeit-und-unmoeglichkeit-des-gebrauchs-von-klarnamen-in-der-politischen-oeffentlichkeit-des-fediverse/#__RefHeading___Toc160_976130954 bzw.
Überlegungen zur Möglichkeit und Unmöglichkeit des Gebrauchs von Klarnamen in der politischen Öffentlichkeit des Fediverse. | Plinubius