Wann ist da eigentlich in der Raumzeit etwas zusammen gebrochen, dass sich so verwahrloste Alkoholiker wie Kubicki sich öffentlich trauen, so etwas zu sagen? Also ernsthaft. Kann jemand den Moment in der Zeitgeschichte benennen, als sich Arschlöcher für das Arschlochsein nicht mehr öffentlich schämen mussten? Oder war das schon immer so und ich war nur naiv?
'überflüssige Menschen in diesem Land' das trauen die sich einfach wieder zu sagen.
@wackJackle Es gibt doch diese Demenz-Heime mit Haltestellen, an denen nie ein Bus hält. Kann man nicht mal sowas als Fernsehstudio für Kubicki und die Schwarzer einrichten?

@ghoermann @wackJackle

Genau. Einfach Lanz und Precht dazu hocken und es passt. 👍

@wackJackle Meiner Erfahrung nach wurde so etwas schon immer laut gesagt, nur stand es nie in der Zeitung. Und schon gar nicht als große Überschrift. Und verantwortliche Menschen taten insgesamt noch verantwortungsvolle Dinge. Diese Schutzschicht wurde durch Social Media verbrannt.
@croissant2 Ja, gute Beschreibung. Da ist halt nochmal richtig was zerbrochen in den letzten 10 Jahren oder so.
@wackJackle @croissant2 Die BILD gibt's schon lange und da wurde wohl doch schon länger übel gehetzt und gelogen, sogar ohne www. Also alles nichts Neues, leider.
@wackJackle ich hatte zwar schonmal den spruch "ich kann kubicki und kubischek nie auseinanderhalten" brachte ich ja schon häufiger, aber muß der knilch mich so sehr bestätigen?!
@Odradek Es ist schon traurig oder? Klar, läuft nicht gut für die FDP gerade, aber dann die Angel an den ganz rechten Rand im See auswerfen, ist deren Strategie? Für 'Liberale', die sie eigentlich sein wollen. Das ist schon sehr demaskierend.
@wackJackle ja, das ist die zweite gemeinheit: agententheorie/dimitroff ist und bleibt mist, aber müssen die so offensichtlich die verflechtungen von kapialistischer ideologie und faschistimus demonstrieren?!
@Odradek Dass sie sich es trauen so zu sagen, macht mich sprachlos. Das hätte sich der Kubicki vor 10-15 Jahren noch selbst verboten, es auszusprechen, auch wenn er es möglicherweise gedacht hat. Es macht mir schon große Angst, wie an dem Beispiel eine allgemeine Verwahrlosung zu beobachten ist..
@wackJackle auch wieder: was geht?! es ist, als befinden wir uns in einer zeitraffersequenz für irgendeine richtig schlechte apokalypsen-story
@wackJackle @[email protected]
*Die Liberalen* (als Claim und als politische Ausrichtung) hat die Lindner-Partei schon zum Bundestagswahlkampf 2017 hinter sich gelassen.
@wackJackle Ich denke, das hängt zusammen mit der Pluralisierung der Publikationswege. Als Springer, die Lokalzeitung und der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch ein Oligopol bildeten, wurde man eben nicht mehr gefragt, wenn man etwas entgegen den guten Sitten sagte.
@Kraemer_HB Mag sein, aber es geht mir auch um Kubicki selbst. Guido Westerwelle hat auch für die Interessen der reichsten 5% gekämpfst, aber ihm wäre so eine verbale Entgleisung, ja so eine verfickte Unverschämtheit nicht über die Lippen gekommen, glaube ich.

@wackJackle
Westerwelle war mit seiner "spätrömischen Dekadenz" auch nicht viel besser

@Kraemer_HB

@wortezimmer @Kraemer_HB Immer noch FDP Politiker gewesen, aber das war nicht so eine Grenzüberschreitung, finde ich.
@wackJackle @wortezimmer In Deutschland braucht man traditionell ein feines Gespür für Politikeräußerungen, die sozialen Gruppen eine Position zwischen "anerkannte Mitglieder der Gesellschaft" und "ab ins Vernichtungslager" zuweisen. So handeln wir schließlich aus, wer wo steht, auf wem man rumtrampeln darf, und auf wen der mörderische Mob gehetzt wird.
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@wortezimmer @wackJackle Im Vergleich zu Kubicki hatte das ja geradezu Stil.
Man nehme zum Beispiel:
„Statt der Kohle sollten wir Kinder fördern.“
Das ist doch sogar mit Wortwitz, Charme und Umweltbewusstsein formuliert, im Vergleich zu seinerzeit kursierenden Hassparolen wie "Kinder statt Inder".
Jemanden, den ich rhetorisch eher in der Kubicki-Liga ansiedeln würde, wäre Möllemann. Aber was der genau gesagt hat, will ich gar nicht mehr wissen.
@wortezimmer @wackJackle Immerhin hat er damit ein Stück Unsterblichkeit erlangt.
@wackJackle Als es das Oligopol gab, musste dann aber auch die ganze Öffentlichkeit auf die rhetorischen Fehlgriffe eines Parteichefs reagieren. Und sowas löste nur ein Parteichef aus, nicht ein abgehalfterter Ex-MdB. (Die Ex-MdB haben seinerzeit weit schlimmere Altnazi-Parolen von sich gegeben, worüber dann aber tunlichst kein großes Fass aufgemacht wurde, schon wegen der Staatsräson.)
https://taz.de/Westerwelles-Kampf-gegen-Hartz-IV/!5147519/
Westerwelles Kampf gegen Hartz-IV: "Spätrömische Dekadenz"

Nach den Äußerungen des FDP-Parteichefs hagelt es Kritik, aber auch Unterstützung. Der SPDler Ralf Stegner twitterte, Westerwelle sei "der Jörg Haider der deutschen Politik".

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@Kraemer_HB Ah, verstehe Deinen Punkt. Da wird heutzutage deutlich mehr durch den Fleischwolf des Diskurses geworfen. Da wurde früher sicherliche einiges dem Publikum erst gar nicht zum Fraß vorgeworfen. Stimmt.
@wackJackle
Hypothese:
Um 2014~2015 herum.
Trump 1 (Wahlkampf, Bannon, https://en.wikipedia.org/wiki/Flood_the_zone ), Brexit-Kampagnen, Krim-Annexion und Beginn des russischen #HybridWar gegen die westlichen Demokratien. Siehe auch z.B. https://en.wikipedia.org/wiki/Firehose_of_falsehood
Flood the zone - Wikipedia

@musevg Ja, 2015 könnte passen. Ab dann waren alle auch terminal online und Social Media haben angefangen, die Debattenräume zu sein, hinter denen die alten Massenmedien hinterher hecheln.
@wackJackle Ich glaube, das war immer schon da, genauso wie es schon immer eine rechte Mehrheit in diesem Land gab. An den Stammtischen in diesem furchtbaren Land wurden schon inmer abscheuliche Dinge gesagt.
Aber es war zumindest im medialen Diskurs tabuisiert (ich will _öffentlicher Raum_ sagen, aber Stammtische sind ja auch öffentlich).
Das hat auch den Deckel auf die NPD gehalten und den Rest hat die CDU aufgesaugt.
Aber der Deckel ist irgendwann weggeflogen.