Wann ist da eigentlich in der Raumzeit etwas zusammen gebrochen, dass sich so verwahrloste Alkoholiker wie Kubicki sich öffentlich trauen, so etwas zu sagen? Also ernsthaft. Kann jemand den Moment in der Zeitgeschichte benennen, als sich Arschlöcher für das Arschlochsein nicht mehr öffentlich schämen mussten? Oder war das schon immer so und ich war nur naiv?
@wackJackle Ich denke, das hängt zusammen mit der Pluralisierung der Publikationswege. Als Springer, die Lokalzeitung und der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch ein Oligopol bildeten, wurde man eben nicht mehr gefragt, wenn man etwas entgegen den guten Sitten sagte.
@Kraemer_HB Mag sein, aber es geht mir auch um Kubicki selbst. Guido Westerwelle hat auch für die Interessen der reichsten 5% gekämpfst, aber ihm wäre so eine verbale Entgleisung, ja so eine verfickte Unverschämtheit nicht über die Lippen gekommen, glaube ich.

@wackJackle
Westerwelle war mit seiner "spätrömischen Dekadenz" auch nicht viel besser

@Kraemer_HB

@wortezimmer @Kraemer_HB Immer noch FDP Politiker gewesen, aber das war nicht so eine Grenzüberschreitung, finde ich.
@wackJackle @wortezimmer In Deutschland braucht man traditionell ein feines Gespür für Politikeräußerungen, die sozialen Gruppen eine Position zwischen "anerkannte Mitglieder der Gesellschaft" und "ab ins Vernichtungslager" zuweisen. So handeln wir schließlich aus, wer wo steht, auf wem man rumtrampeln darf, und auf wen der mörderische Mob gehetzt wird.