Wann ist da eigentlich in der Raumzeit etwas zusammen gebrochen, dass sich so verwahrloste Alkoholiker wie Kubicki sich öffentlich trauen, so etwas zu sagen? Also ernsthaft. Kann jemand den Moment in der Zeitgeschichte benennen, als sich Arschlöcher für das Arschlochsein nicht mehr öffentlich schämen mussten? Oder war das schon immer so und ich war nur naiv?
@wackJackle Ich denke, das hängt zusammen mit der Pluralisierung der Publikationswege. Als Springer, die Lokalzeitung und der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch ein Oligopol bildeten, wurde man eben nicht mehr gefragt, wenn man etwas entgegen den guten Sitten sagte.
@Kraemer_HB Mag sein, aber es geht mir auch um Kubicki selbst. Guido Westerwelle hat auch für die Interessen der reichsten 5% gekämpfst, aber ihm wäre so eine verbale Entgleisung, ja so eine verfickte Unverschämtheit nicht über die Lippen gekommen, glaube ich.
@wackJackle Als es das Oligopol gab, musste dann aber auch die ganze Öffentlichkeit auf die rhetorischen Fehlgriffe eines Parteichefs reagieren. Und sowas löste nur ein Parteichef aus, nicht ein abgehalfterter Ex-MdB. (Die Ex-MdB haben seinerzeit weit schlimmere Altnazi-Parolen von sich gegeben, worüber dann aber tunlichst kein großes Fass aufgemacht wurde, schon wegen der Staatsräson.)
https://taz.de/Westerwelles-Kampf-gegen-Hartz-IV/!5147519/
Westerwelles Kampf gegen Hartz-IV: "Spätrömische Dekadenz"

Nach den Äußerungen des FDP-Parteichefs hagelt es Kritik, aber auch Unterstützung. Der SPDler Ralf Stegner twitterte, Westerwelle sei "der Jörg Haider der deutschen Politik".

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@Kraemer_HB Ah, verstehe Deinen Punkt. Da wird heutzutage deutlich mehr durch den Fleischwolf des Diskurses geworfen. Da wurde früher sicherliche einiges dem Publikum erst gar nicht zum Fraß vorgeworfen. Stimmt.