Das Vermögen der Superreichen nimmt im Schnitt jährlich um 6 % zu. Logischer Steuersatz auf solche Vermögen - im Artikel geht es um solche die größer als 100 Mio $ oder € sind - wäre demnach mMn >6 %. Denn das Ziel muss sein, dass diese Vermögen schrumpfen und nicht lediglich weniger stark steigen, denn exponentielles Wachstum wäre es dann ja immer noch.
Was ja auch sinnvoll ist. Was wahrscheinlich vorher passieren müsste:
- Komplettes Verbot von Parteispenden von mehr als 1000 Euro im Jahr mit Strafandrohung bei Umgehung.
- Verbot privat finanzierter Medien und stattdessen ein Finanzierungsmodell, das nicht superreichen Einzelpersonen ermöglicht, die Themen nach Gutdünken zu setzen.
So ist es ein Kampf gegen Windmühlen.
@teilenswert @gabriel_zucman @marcuwekling Wie bemisst man Vermögen? Der Staat tut sich ja schon beim Zugewinn von ETF schwer.
Ein Firmenanteil an Tesla ist ja erst etwas wert, wenn man ihn verkauft (so gesehen ist sogar Elon Musk ein armer Schlucker).
Besser: Erben ordentlich versteuern, Steuertricks wie Privatstiftungen verbieten, und Erbe auf X Millionen Euro deckeln. Alles darüber hinaus geht an den Staat.
@teilenswert Ja. Ich denke, wenn jemand eine gute Idee hat und sie vermarkten kann, soll er daran ordentlich verdienen. Von mir aus versteuert den Zugewinn ordentlich und schließt Schlupflöcher.
Ich will mit dem Konzept des Erbes an sich brechen - wenn man keine Dynastie aufbauen kann, wenn vom Reichtum nichts bleibt, dann hoffe ich, dass das auch den Fokus der Reichen verändert.
Man kann aktuell mit halbwegs geschickt strukturiertem Aktiendepot ungemanaged NACH aktuellen Steuern auf Aktiengewinnen in Deutschland etwa 4% Dividende und Kursgewinn erzielen.
Bei 2% Steuern würde also ein Vermögen von 100 Millionen je Jahr nur noch um 2% wachsen. Bei einer aktuellen Inflation von ca 1,7%, wächst die Kaufkraft also nur noch um maximal circa 0,3%, was bei 100 Millionen läppische 300.000 Kaufkraftzuwachs pro Jahr wäre.
Das wäre schon hart.
@Ann_Effes wie Zucman berichtet, werden die Steuern ja mit allen möglichen Tricks umgangen, sein Beispiel im Interview ist Bezos. Doch auch in Deutschland ist das Vermögen der Milliardäre in Deutschland allein im Jahr 2025 um ein knappes Drittel gewachsen. Das ist von steuerlicher Ungleichbehandlung bis Machtkonzentration schwerlich zu rechtfertigen.
Alls bekannt und richtig.
Nur zur Sicherheit: Meine Anmerkung, dass das "hart" sei war ironisch gemeint, klar oder?
@teilenswert @gabriel_zucman Da sind erstaunlicherweise auch einige aus dieser Gruppe dafür:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/reiche-steuer-oxfam-100.html
@teilenswert @gabriel_zucman Ja, diese einfache Frage habe ich auch:
Warum zahlen Grundbesitzer wie ich, mit einem selbst genutzten Haus, jedes Jahr Grundsteuer, während Besitzer von Vermögen dieses steuerfrei haben?
Und warum dürfen Vermieter diese Steuer auf ihre Mieter umlegen und damit dieser Abgabe ausweichen – zudem auf Kosten von in der Regel finanziell schlechter Gestellten?
@teilenswert das ist eh etwas, das für mich überhaupt keinen Sinn ergibt. Je größer ein Besitz, desto strikter müsste der Staat auf Gleichbehandlung achten.
Wenn ein Erbfall eintritt, müsste der Anspruch des Steuerbetrages *immer* an den Staat/Land/Gemeinde gehen, ggf. mit einer Rückkaufklausel für die Erben, wobei es für die öffentliche Hand ein Vorhaltepflicht von 10 Jahren und danach einem freien Verkaufsrecht von je 10% pro Jahr unterliegt.
Bei Immobilien sollte grundsätzlich die jeweilige Kommune, in der sie gelegen ist, den Erb-Anteil bekommen.