Der amerikanische Außenminister hält eine rassistisch-kolonialistische Rede und der deutsche Außenminister und der deutsche Verteigungsminister applaudieren stehend.

Tief durchatmen. Und an die Menschen in Minneapolis denken. Sie sind unsere Vorbilder.
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Wir haben heute ein geradezu episches Versagen deutscher Medien erlebt. Der einzige Journalist, der eine angemessene Analyse der Rede des US-amerikanischen Außenministers auf der MSC geliefert hat, war Stephan Detjen vom DLF. Er nannte das Kind beim Namen: Ethnonationalismus. Und er schildert die gespenstische Szene, wie sich alle im Saal erheben. Zum Fürchten.
https://www.deutschlandfunk.de/msc-reden-rubio-wan-yi-und-von-der-leyen-100.html
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Münchner Sicherheitskonferenz - Reden von Rubio, Wan Yi und von der Leyen

Deutschlandfunk

Der US-Außenminister beschwor die gemeinsame Kultur und Geschichte von Europäern und US-Amerikanern. Er nannte berühmte europäische Kunstwerke und sprach von den gemeinsamen Wurzeln. Diese Vergangenheit wolle er wieder groß machen mit Verbündeten, die nicht von Scham und Schuld gefesselt seien.

Er will unsichtbar machen, was eine Ausstellung in Amsterdam über den Zusammenhang von Kultur, Scham und Schuld heraus gearbeitet hat: https://www.rijksmuseum.nl/en/stories/exhibitions/slavery

#DecolonizeArt #DecolonizeJournalism
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Slavery - Rijksmuseum

All Stories from the Slavery exhibition

Rijksmuseum.nl

Dass ein großer Teil von Politik und Journalismus diese Kontexte nicht kennt oder sie leugnet, führt uns zurück in schuldhafte Verstrickungen. Der große Pädagoge Paulo Freire hat beschrieben, wie Unterdrücker sich selbst entmenschlichen, wenn sie unterdrücken. Dekolonialismus ist Befreiung zum Menschwerden auch und gerade für uns.

Ich feiere nochmal Stephan Detjen: https://www.deutschlandfunk.de/nach-der-sicherheitskonferenz-hoffnung-auf-bessere-transatlantische-beziehungen-100.html

Ich feiere Christian Mölling: https://www.deutschlandfunk.de/sicherheitsexperte-christian-moelling-zur-europaeischen-verteidigungspolitik-100.html
"Was wollen wir hier eigentlich verteidigen?"
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Beziehung zur USA - Eine Einordnung der Münchner Sicherheitskonferenz

Deutschlandfunk
La Bouche du Roi. Ein Kunstwerk von Romuald Hazoumè thematisiert den Transport versklavter Menschen in engen Schiffen und den Zusammenhang mit globalisiertem Handel.
Ein Video zeigt die Installation von 2021
https://www.rijksmuseum.nl/en/stories/exhibitions/slavery/story/video-la-bouche-du-roi
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#Kulturtipp #DecolonizeArt
La Bouche Du Roi

Rijksmuseum.nl
@LThiry Danke dir für deine Gedanken!
@LThiry
Wie sonst zuverlässig nur die Kölner scheint diesmal das ganze Land komplett vernebelt zu sein, sobald jemand den Dom erwähnt.

@footils
Zum nationalistisch-preußischen Kontext der Fertigstellung des Doms ließe ich auch noch einiges sagen.

Mer losse em trotzdem in Kölle 🥳 🤡

@LThiry

Standing Ovations für einen MAGA-Politiker - nicht nur die Medien haben versagt...

@qwertzalotl @LThiry

Statt "Ethno-" hätte er auch "völkisch" sagen können. Aber da hätten zu viele Hörys verstanden.

@distincteclare
Hat er heute übrigens nachgeholt.

@qwertzalotl

@qwertzalotl @LThiry Faschisten-Politiker müsste es heißen. Und das da dann deutsche Faschisten applaudieren, war zu erwarten. 🤷‍♀️🤷‍♀️
@LThiry
Ja, danke. Ich hab's gestern nur am Rande verfolgen können, aber es hat gereicht, um mich zu gruseln.🫣
@LThiry Sehr merkwürdig, wenn beim US Minister auch im Unterton immer mitschwingt der allseits bekannte Satz : „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ (rechtsradikales Geschwurbel um Unsagbares , unsägliches auszusprechen)
Denn darum hatte sein Vorgänger JD Vance dieselben Aussagen viel selbstbewusster vorgetragen . Um nicht den Verdacht zu erwecken, er müsse sich für etwas auf der #MSC rechtfertigen 🫣😡
@enigma
Ich habe da keine Zurückhaltung wahrgenommen. Eher scheint es mir, dass die Anwesenden und fast alle Journalist*innen diese Sprache nicht dechiffrieren können oder wollen. Das schockiert mich mehr als die Rede selbst.
@LThiry
wenn ich auf den o.g Satz , der nur innerlich - d.h unausgesprochen wahrnehmbar war, Bezug nehme, hab ich gar nichts von Zurückhaltung geschrieben. Oder hast du bei diesem Satz eines Ultra-Rechten jemals Zurückhaltung erkannt ?. Nein, dieser Satz soll ja sagen : Ich darf das aussprechen, was andere nur denken und es nicht wagen.
@enigma
Nichts, worüber wir streiten müssten.
@LThiry @enigma The purpose of a system... Normalisierungsmaschine. Dem entziehst du dich ohne Reflexion und spontan im sozialen Anpassungsdruck halt noch mal schwerer.

@jakob @LThiry @enigma "Ohne Reflexion und Anpassungsdruck" womit wir dann bei unseren "Konversativen" währen.

Nur nicht denken, nur nicht auffallen. (Es gibt Ausnahmen.)

@LThiry Sei wie August Landmesser, NICHT wie Wadephul & Pistorius. 🤘
@sventetzlaff könnte aber auch Gustav Wegert gewesen sein,
der 1936 bei Blohm und Voss in Hamburg als
Schlosser beschäftigt war.
@LThiry ich hatte die DLF Berichterstattung und extreme Irritation von Detjen als erstes gehört. Ich hab erst viel später begriffen, dass andere Medien über dasselbe Ereignis geschrieben haben. Ich hab deren Berichterstattung nicht mit der vom DLF zusammenbekommen.
Das ist echt schrecklich.
@LThiry
Vielen Dank für das Aufmerksam machen ... wirklich wichtig. Ich bin schockiert, dass unsere Politiker das nicht durchschauen.

@LThiry
Guter Fund. Wie üblich hat sich die Junge Welt schon vorher sehr gut zu dieser Konferenz aber eben nicht zu dieser Rede positioniert.

https://www.jungewelt.de/artikel/517425.sicherheitskonferenz-r%C3%BCstung-%C3%BCber-alles.html

Insgesamt wirklich erschreckend was da vor sich geht. Es gab einige Demonstrationen in verschiedenen Bundesländern gegen die Konferenz.

Sicherheitskonferenz: Rüstung über alles

Friedrich Merz (CDU) eröffnete am Freitag die Münchener Sicherheitskonferenz. Er legte als Konzept gegen die drei Großmächte USA, Russland und China ein »Programm der Freiheit« vor. Es ist ein Programm des Militarismus.

junge Welt
Rubio-Rede in München: Von wegen Erleichterung – das ist eine versteckte Kampfansage

Marco Rubio wurde in München gefeiert. Doch seine Rede war keine transatlantische Versöhnung – sondern eine ideologische Neudefinition des Westens.

t-online

@LThiry
Unter Anderem die USA haben sich nach dem 2.WK bemüht, uns ein demokratisches Verständnis und eine Verfassung zu geben, die einen erneuten Faschismus verhindert. Jetzt verweigern deutsche Politiker nicht nur die Verantwortung, die USA ihrerseits genau daran zu erinnern. Sie schließen sich auch klatschend den faschistischen Strömungen dort an und eifern ihnen nach.

Das was uns vereint ist das gemeinsame Versagen in diesem Punkt, über Grenzen und Generationen hinweg. 😔

@LThiry Du hast #Phoenix offensichtlich nicht verfolgt. 🤷
@papageier
Stimmt. Und? Wer hat da wie kommentiert?

@LThiry Prof. Stefan Bierling, Uni Regensburg. Er hat die Rede direkt in Anschluss kommentiert, und zwar spot-on. Wofür er den Applaus bekommen hat, was er tatsächlich gesagt hat und was er explizit nicht gesagt hat. Und was das mit den Anwesenden in Raum politisch bedeutet.

Unter anderem hat er sofort sehr klar gemacht, dass das zwar eine Einladung war, aber nur wenn Europa Trump auf seinem autokratischen, nationalistischen Weg folgt.

@papageier
Danke, mal sehen, ob das in der Mediathek ist.

@LThiry Immerhin, ein paar erfreuliche Ausnahmen vom lauten Schweigen gab es doch noch:

Bastian Brauns nennt die Rede bei t.online eine von „rechtsnationalistischen und identitätspolitischen Codes“ durchsetzte „ideologische Kampfansage“;

in der @tazgetroete wird Rubio als „knallharter Ideologe der Neuen Rechten“ entlarvt, der Gefolgschaft meint, wenn er Partnerschaft sagt;

Gustav Seibt attestiert dem Minister in der Süddeutschen „das Geschichtsbild von Mel Gibson“.

@LThiry der Artikel von Bastian Brauns bei t-online ordnet die Worte und Aussagen von Marco Rubio deutlich und präzise ein: Das war „… keine Versöhnungsrede, sondern eine elegant verpackte, ideologische Kampfansage.

Es waren rechtsnationalistische und identitätspolitische Codes, die sich durch die gesamte Rede des Außenministers zogen.

Es sind Worte, die zum Modell eines "Europas der Vaterländer" passen, wie es die europäischen Rechtsaußenparteien propagieren … Die Trump-Regierung macht mit ihnen gemeinsame Sache.“

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_101129660/rubios-rede-in-muenchen-die-nationalistische-neuordnung-des-westens.html

Insbesondere vor dem Hintergrund der neuen „US-Sicherheitsstrategie“ wird auch die Haltung in Rubios Rede sehr deutlich: Nur wer unsere Weltanschauung und Ziele teilt ist weiterhin unser Partner … wenn nicht, werden wir schon dafür sorgen, dass die „richtigen“ die Macht in europäischen Nationalstaaten übernehmen.

Und wenn ich mir die Beifall-klatschenden „erleichterten“ Reaktionen der meisten deutschen Politiker und Medien so anschaue wird Rubio wohl Recht behalten:
Die regelbasierte demokratische freiheitliche Welt von „Yesterday is over“ - willkommen im Faschismus von vorgestern, aber mit den technologischen Mitteln der Zukunft.

Rubio-Rede in München: Von wegen Erleichterung – das ist eine versteckte Kampfansage

Marco Rubio wurde in München gefeiert. Doch seine Rede war keine transatlantische Versöhnung – sondern eine ideologische Neudefinition des Westens.

t-online
@LThiry 🖖 Warum immer diese Fremdwörter? "Ethnonationalismus" ist das neue VÖLKISCH. 🤘