Was bei der Debatte über Besteuerung von Unternehmenserben oft zu kurz kommt: Öffentliche Infrastruktur ist das Fundament, auf dem erfolgreiche Unternehmen überhaupt erst entstehen konnten. Straßen, Sicherheit, Bildung, Rechtsstaat - ohne das alles gäbe es diesen Reichtum nicht. Oft wird das in politischen Debatten nicht explizit benannt. Vielleicht, weil es zu offensichtlich ist für einige.
Trotzdem sollten wir es immer wieder klar sagen. Gerade marktradikale Akteure setzen gerne auf die Erzählung vom „sinnlosen Staat“ vs. „effiziente Unternehmen“, um gegen Steuern zu wettern. Ein Extrembeispiel für solche Narrative sind libertäre TechBros aus dem Silicon Valley. Dabei wäre die ganze IT-Branche undenkbar ohne Vorarbeit aus der öffentlich finanzierten Forschung & massive staatliche Förderung. Dieses wichtige „Detail“ wird gerne weggelassen, weil es nicht zur Ideologie passt.
@kattascha Ohne öffentliche Verwaltung und starke Institutionen, welche das Recht durchsetzen können, fehlt die notwendige Rechtssicherheit für unternehmerisches Handeln. Die entsteht nicht automatisch, indem man den Turbokapitalismus einführt (siehe UDSSR). Bürokratieabbau wird gerade von gewissen Marktradikalen oft als Institutionsabbau uminterpretiert - dann landet man eben in Staaten wie Afghanistan, die DR Kongo oder ähnlichen, wo es eben auch nur das Recht des Stärkeren gibt.
@kattascha ALLE Details, die nicht zur Ideologie passen werden IMMER weggelassen!
@kattascha dem entgegen stellen könnte man ja mal die ganzen gescheiterten projekte von libertären städten. Wird seit mehreren jahrzentrn regelmäßig versucht und alle scheitern u.a. weil niemand für sowas wie abwasserrohre zahlen will...
@kattascha
...die Leonardos, Mozarts und Curies sind wieder vom mehr oder weniger schlechten Geschmack von Mäzenen abhängig.
@kattascha ich finde das insbesondere interessant unter den Aspekt, dass von der Effizienz große Unternehmen wie Siemens, BASF, VWAG, Mercedes etc nicht von einer Verwaltung zu unterscheiden sind wenn man sich deren Prozesse so anschaut.

@kattascha

... und wenns mal nicht läuft (recht häufig wegen eigener Fehler) wird (ohne Scham). nach dem Staat gerufen...
Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.

@TheRiver2010 @kattascha das der Staat das eigene Unternehmen mal gerettet hat, wird dann aber gern vergessen, wenn es wieder läuft; frag Elon-ich-lasse-mir-den-A....-retten-&-mache-dann-auf-Doge
@kattascha ich weiß gar nicht, warum immer so nach den USA geschielt wird. Nur weil es in Deutschland nicht ganz so öffentlich passiert, ist es hier doch nicht anders

@kattascha die meisten IT dinge sind auf der "kostenlosen" Software ausgelegt.

würde Linux und Opensource plötzlich verschwinden. unser IT-System würde zusammen brechen.

das was mich am meisten wurmt ist, das alles in der "freizeit" passiert. es sollten Techfirmen die Milliarden verdienen dazu verpflichtet werden Opensource entwickler einzustellen und die dann ohne jegliche kontrolle ihr Opensource ding machen lassen

@kattascha Es gibt so einige Dinge, die die 'reine' Marktwirtschaft nicht kann. Hierzu gehören langfristig vorausschauende Investitionen in Infrastruktur, denn die scheinen nicht als schnelle Gewinne in den Bilanzen der Marktteilnehmer auf.

Die Kosten für solche Investitionen soll doch bitte lieber jemand anderes tragen.

@Katharina Nocun
Vielleicht, weil es zu offensichtlich ist für einige.
Möglicherweise auch, weil funktionierende Infrastruktur ein westliches Privileg ist?
Katharina Nocun (@[email protected])

6.73K Posts, 1.13K Following, 36.4K Followers · Hatte Eintrag in der Inpol-Fall Datei Cybercrime. Autorin. Podcasterin. Dect: 9098

chaos.social
@kattascha Das Gleiche nehme ich bei der Diskussion um die Schuldenbremse wahr. Da wird auch nur darüber gesprochen, dass der Staat mehr Schulden machen will und nicht darüber, was er denn damit machen will. Bei Unternehmen würde man nie darüber sprechen, welche Schulden die machen, sondern wie hoch die Investitionen sind. Oder man würde über die Art der Investitionen sprechen, aber nicht darüber, woher das Geld kommt.

@kattascha "Vielleicht, weil es zu offensichtlich ist für einige."

böse Zungen würden behaupten weil es ihnen schlicht egal ist, wenn juckt schon der gemeine Pöbel? Menschen wie Merz haben ja ihren Privatjet die brauchen keine öffentliche Infrastruktur. <.<

@kattascha
Wir sind soweit, dass #Unternehmen sich ihre zufahrtsstrasse und sonstige #Infrastruktur ab Hauptstraße selber zum Werk hin bauen. Weil es die #Kommunen nicht finanzieren können. Deutschland geht Stück für Stück in #Privatbesitz über, neuer Feudalbesitz zum alten...

#Privatisierung #staat #Konzerne #Feudalismus #neoFeudalismus #oligarchie

@kattascha

"Öffentliche Infrastruktur", also Gemeinschaftseigentum welches garnicht schnell genug privatisiert werden konnte, ist das Fundament was wir uns zurückholen müssen, für die Organisation echter / NICHT regierter Demokratie, dann klappt das Zusammenleben auch OHNE Steuern zahlen, usw.!

@kattascha
Als gestern Merz zitiert wurde, in einer Wirtschaftskrise dürfen die Unternehmen nicht belastet werden, fragte ich mich, warum ausgerechnet in der größten Wirtschafts- und Transformationskrise der Nachkriegszeit der Staat nicht über ausreichen Mittel verfügen sollte.
@kattascha gilt ebenfalls für Bodenpreise und Bodenrecht, das deshalb dringend reformiert werden muss. Der Wert kommt fast ausschließlich durch öffentliche Infrastruktur, dadurch werden Mieten und Kaufpreise getrieben.
@kattascha Ich glaube nicht, dass es zu offensichtlich ist, sondern, dass es einfach als gegeben angesehen wird. Das ist einfach da, ohne was für tun zu müssen. Wie im Hotel Mama sich die Wäsche von allein wäscht oder der Kühlschrank immer voll ist. Die Transferleistung, dass es dafür halt Geld braucht und das irgendwo her kommen muss, kommt wohl mangels Interesse, Gedankenanstoßes oder schlicht geistiger Kapazität bei vielen nicht zu Stande
@kattascha
Ich glaub ja eher, es wird als normal/üblich angenommen. Wenn man was immer hat, schätzt man es selten wert.
@kattascha Der Blinkist-Gründer Sebastian Klein verweist außerdem darauf, dass bei der Diskussion gegen die #Erbschaftssteuer oft mit Falschbehauptungen gearbeitet wird, Leider werden diese von vielen Medien/ Journalisten nicht geprüft und eingeordnet. https://www.ardmediathek.de/video/morgenmagazin/diskussion-um-erbschaftssteuer/ard/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNDcxYTZjNjQtNzdiZC00MDIxLTgzMGItMTZlNTRiYWE2ZTQ0 #ARD #Journalismus
Morgenmagazin: Diskussion um Erbschaftssteuer - hier anschauen

Große Vermögen wechseln den Besitzer meist innerhalb der Familie und bleiben dabei oft kaum besteuert. Das hat die Debatte um die Erbschaftsteuer neu angeheizt. Auch Unternehmer Sebastian Klein fordert höhere Steuern auf Erbschaften. Er selbst hat sein Vermögen von mehreren Millionen an gemeinnützige Unternehmen abgegeben.

@kattascha

"Die Wirtschaft" = "Die Infrastruktur" 🤷

@kattascha Mariana Mazzucato hat da sogar ein Buch drüber geschrieben: "The Enterpreneurial State".

Liebe Apple-Jünger, Ihr müsst ganz tapfer sein ;)

https://marianamazzucato.com/books/the-entrepreneurial-state/

The Entrepreneurial State

Economics - Innovation - Inclusive Growth - Public Purpose | Mariana Mazzucato

@kattascha

Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Viele heute erfolg/reiche Unternehmen/Adelige/Überreiche haben Menschen in KZs ermordet, deren Güter und Land geraubt oder sie als Zwangsarbeiter*innen zu Tode schuften lassen.
An der Infrastruktur klebt Blut und Ausbeutung. Dieses braune Erbe tut alles um von seiner skrupelosen Gier abzulenken und die Weichen wieder in Richtung Faschismus zu stellen, um seinen Besitzstand zu wahren/mehren.

@kattascha

Da hauptsächlich Täter*innen und Mitläufer*innen überlebten, fällt auch das braune mediale Rauschen auf fruchtbaren Boden. Sie haben gelernt, die meisten kommen ungeschoren davon.