Nur geschätzt!

50 Prozent des Contents auf Mastodon sind Posts, die erbost auf irgendeine Paywall hinweisen.

Die gleichen Leute werden aber vermutlich selbst doch gern für ihre Arbeit bezahlt.

Und sie haben einen Adblocker. Oder drei. Und Noscript, Privacy Badger und sonst noch alles Mögliche. Und suchen sich nach dem Motzen dann einen archive.xx-Link. Aber erst wird gemotzt!

Das sind also Leute, die Journalismus nur als ehrenamtliches Hobby akzeptieren können. Oder?

@chrisstoecker Okay, ich schnappe mir mal diesen Fehdehandschuh, mir geht nämlich genau dieses Narrativ gehörig auf den Senkel.

Vorweg: ich bin das Feindbild. Ich habe NoScript, und PrivacyBadger, und Cookielöscher - was du willst. Ohne diese Dinge ist das Netz heute nicht nur nicht mehr benutzbar, ich lasse schon aus Sicherheitsgründen nicht jedes x-beliebige Skript bei mir laufen.

Ich will, dass Journalisten bezahlt werden. Nota bene: Journalisten. Menschen, die aus Agenturmeldungen billiges Clickbait drechseln, sind keine, und das unterstütze ich auch nicht.

Ich kann aber Journalismus in den meisten Medien nicht bezahlen. Ich kann nur Medien bezahlen, die - aus welchem Grund auch immer - im 21. Jh im Web immer noch nur Abomodelle anbieten. Bei SPON soll ich 20 Ocken im Monat bezahlen, für den einen Artikel, der zwischen Clickbait und Produkttests noch übrig ist. Den würde ich ja jederzeit per Micropayment bezahlen, ich kann aber nicht.
(1/x)

@chrisstoecker Es gibt da diese (falsche) Denke in den Managementetagen von Verlagen, dass der Kunde ein Medium abonniert, damit einen kontinuierlichen Einnahmestrom garantiert, und von dem, was nach Abzug des Plangewinns noch übrig ist, kann man gerade so viel Content produzieren, dass die Leserschaft nicht reihenweise die Abos kündigt.

Es war schon immer so, dass Medien Ausgaben produzieren, und die Qualität der Inhalte über Zirkulation und damit die Einnahmen entscheidet. Wenn ich mir für einen spannenden Artikel eine Tagesausgabe SPON für 2€ kaufen kann - be my guest, mache ich. Aber jeden Monat 20€ investieren, um dann darauf zu hoffen, dass ich statt Journalismus nicht wieder Jan Fleischhauer oder Sibylle Berg vorgesetzt bekomme - nö. (2/x)

@chrisstoecker Und damit bin ich bei den Daten. Da wundert mich die vertretene These ja schon ernsthaft. Als Journalist sollte man eine kritische Haltung gegenüber den ganzen Datenkraken haben, die auf diesen Webseiten lauern. Die kognitive Dissonanz zu der Beschwerde über Leser, die sich dagegen wappnen, müsste beim Schreiben eigentlich weh tun. Nein? Hmm.

Und zum Schluss noch ein kleines Gegenbeispiel, dass die Datenschnorchelei nicht alternativlos ist. Ich habe die @blaetter abonniert. Zur Hälfte des SPON-Abos bekomme ich monatlich 100 Seiten Journalismus pur, Print und Web, in einer Qualität von der SPON nicht mal mehr träumt. Keine Tracker, kein Clickbait, keine Produkttest, und wichtige Artikel immer gerne auch vor der Paywall. Es geht also, selbst mit Abomodell. Bei Auflage 13.500.

Gut gebrüllt, Löwe, aber die Moralpredigt verfängt gerade nur sehr bedingt. (3/3)

@papageier

@chrisstoecker

Ich bin genauso - habe aber seit Gründung von Krautreporter dort ein Abo. Da gibt es kein clickbait, keine Agenturmeldungen. Nur im Schnitt 1 Artikel am Tag. Der aber fundiert recherchiert, einordnend und auf kritik in den Kommentaren wird auch (falls nötig) zügig eingegangen und der Artikel angepasst.
Für Qualität wird auch bezahlt - aber fast alles, was sich Journalismus nennt ist nicht qualitativ.

@papageier @chrisstoecker Man kann ja vor allem nicht alle Medien abonieren, von denen einen einzelne Artikel interessieren.

@papageier @chrisstoecker +9001%

Ich finde diesen #Abozwang absolute shice & "#ValueRemoving" weil es darauf abzielt #digital unbequemer als #Print zu machen, und das kann es nicht sein.

  • Entweder ist digital genauso bequem und nicht teurer (eher billiger) als Print oder ich verweiger' mich dem!

Und dann bitte nen #PDF der Print-Ausgabe oder besser gleich nen #ePub - hauptsache ohne #DRM weil Papierausgabe hat auch kein DRM!