Ok, also seh ich das jetzt richtig? InfraGO hat mal wieder Baustellenchaos, die Politik fragt ob wenigstens Dreifach statt Doppel möglich wäre, InfraGO gibt eine nicht wirklich präzise und sehr vereinfachte Antwort dass sie keine Kapazitäten haben die Fahrpläne für die geänderte Zuglänge neu zu erstellen. Die Antwort gibt die Politik an die Presse, die sie ohne Einordnung verbreitet, und daraus wird jetzt haha lol DB InfraGo weiß nicht wie lang ihre Bahnsteige sind und ist zu blöd ein Maßband zu benutzen  
SO wird das nix, die absolut offensichtlichen und indiskutablen Probleme zu lösen. Aber gut, eine DB die öffentlich leugnet dass es systematische Probleme mit der Fristeinhaltung bei Baufahrplänen gibt, hats vermutlich nicht besser verdient.

Jetzt machen wir uns doch mal 5 Minuten Arbeit und überprüfen, ob DB InfraGO wirklich zu blöd ist, um herauszufinden, wie lang ihre Bahnsteige sind. Ob InfraGO überhaupt vermessen müsste.

Der ehemalige StuS-Teil, der die Bahnsteige unterhält, der weiß zum Beispiel Bahnsteiglängen. Hier geht es nur um bauliche Längen des tatsächlichen Bahnsteigs, die Nutzlänge kann davon zB wegen eines Signalstandortes, der die Ausschöpfung der gesamten baulichen Bahnsteiglänge begrenzt, abweichen. Darauf weist InfraGO sogar sehr klar hin. Weiß InfraGO also die *nutzbare* Bahnsteiglänge? Schauen wir also ins Infrastrukturregister und oh Wunder, JA NATÜRLICH WISSEN SIE DIE!

Das hat jetzt FÜNF MINUTEN gedauert, und wir wissen: Nein, die InfraGO weiß wie lang ihre Gleislängen sind, nein, die InfraGO ist nicht zu blöd Bahnsteige zu vermessen. Hier wurde unsauber von allen beteiligten kommuniziert, und am Ende kommt ein Märchen dabei raus, das viel zu schön ist um es noch hinterfragen zu wollen.

@deluisa Blöde Frage aber, wie darf man das verstehen, dass Gleis 5 210m mit 96cm und 0m mit 38cm hat?
@deluisa Alwin Meschede @luftbremskopf hat bei bluesky unlängst den Vorschlag gemacht, InfraGo zuzusperren, wenn es dort kein Personal für einfachste Arbeiten wie das Vermessen einer Bahnsteiglänge gibt.
@deluisa Ich kann aber auch gut nachvollziehen, dass man bei "wir haben kein Personal, um die Bahnsteiglängen zu prüfen" an "Wir wissen nicht, wie lang die Bahnsteige sind" und nicht an "Wir haben nicht genug Personal, um bekannte Bahnsteig- und Zuglängen zu vergleichen" denkt. So viele Personen braucht letzteres ja eigentlich nicht.
@moritzkraehe Es ließe sich halt sehr schnell widerlegen. Ich gehe auch eher davon aus dass gemeint ist "wir haben kein Personal um irgendwelche Fahrpläne neu zu erstellen" (ich traue InfraGO auch zu sowas einfach kategorisch abzulehnen), und das die Erklärung ans Ministerium ist warum man einen neuen Fahrplan braucht. Stille Post über 3 Ecken.
@deluisa Einerseits schon, andererseits müsste man dann halt erklären, woran es tatsächlich scheitert, und vielleicht wäre das ähnlich peinlich.
@moritzkraehe Eben - und deswegen regt es mich ja so auf. Dass in dem Artikel InfraGO original behauptet das läge nur an Stuttgart 21 und "die Verbindungsbahn-Sperrungen planen wir ja rechtzeitig" sind eigentlich die viel absurderen und angreifbareren Aussagen. Stattdessen springen jetzt aber alle lieber einer Geschichte hinterher, die so wunderbar in das "die da oben sind alle zu blöd"-Schema passt dass es völlig egal ist wie haltbar sie überhaupt ist - und warum genau InfraGO das ablehnt, werden wir nie erfahren.
@moritzkraehe @deluisa Die EVUs wissen sehr genau, wie lang die Bahnsteige sind und was sie fahren könnten. Das ist für die Lok- und Zugpersonale festgehalten.
MEn müssten sich nur EIU, EVU und Aufgabenträger zusammensetzen und ein Konzept vereinbaren. Die ersten beiden haben aber keine Planungskapazität für sowas wegen der ganzen Baustellen.
@deluisa Was lernen wir daraus? Bei Trassenanmeldungen ab sofort nicht mehr die geplante sondern immer die maximal denkbare Zuglänge angeben. Wir wollen unsere liebe InfraGO ja nicht überlasten.