Dann habe ich verstanden: Man weiß hier sehr viel über jüdischen Tod. Und fast nichts über jüdisches Leben.
"wo wir doch alle bis zum Erbrechen in der Schule die Schoa durchgenommen haben."
Haben wir das? Meistens wurd das Thema doch nur angekratzt und dann auch nur in der Form das alle Deutschen entweder im Widerstand waren oder angeblich von nichts gewusst hätten aber wirklich Aufklärung? Fehlanzeige o.0
stimmt so nicht. wenn du aus einem anderen kulturkreis nach deutschland oder österreich ziehst, erlernst du quasi nebenbei, wie weihnachten und ostern funktioniert. (tv, kinderbücher, etc) ich kenne einige ausländische familien.
über jüdische feierlichkeiten erfährt man nichts.
Diese Art von Bildung fand an meinem Gymnasium nur begrenzt statt, und auch nur weil wir einen jüdischen Schulleiter hatten, der sich dafür außerhalb des Unterrichts eingesetzt hat. Der reguläre Geschichts-Unterricht hat den zweiten Weltkrieg natürlich behandelt, aber über den jüdischen Tod wurde im nur im Allgemeinen gesprochen und über das jüdische Leben gar nicht.
Deutschland hat die Verbrechen, welche es begangen hat nie vollumfänglich aufgearbeitet, was man auch daran gut sehen kann, dass die ganzen Alt-Nazi Familien und ihre Nazi-Firmen immer noch munter ihre Geschäfte hier treiben. Aber zumindest haben die Deutschen ein gewisses Schuldgefühl entwickelt, was heute dazu führt, dass viele deutsche Bürger:innen nicht sofort auf den antisemitischen Trip aufspringen, welcher große Teile der Welt erfasst hat.
Aber auch hier im Lande streuen Hassmedien wie TikTok und Xitter ihren ungefilterten Rassismus und Antisemitismus, vor allem unter der Jugend im Falle des chinesischen Propagandakanals. Ein Verbot dieser Medien wäre durchaus angebracht, weil sie ohnehin nix Wertvolles zur Gesellschaft beitragen.
Sicher, dass das in der Schule "bis zum Erbrechen" durchgenommen wurde?
Ich nicht so...
@afelia
Ich hatte in der Grundschule einen jüdischen Freund in der selben Klasse. Wir hatten uns am Nachmittag gelegentlich natürlich gegenseitig besucht. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass seine Familie deutlich anders gelebt hätte wie andere vergleichbare Familien bei uns im Ort - jedenfalls nicht so dass es mir als Kind aufgefallen wäre.
Leider haben uns dann verschiedene Schullaufbahnen voneinander getrennt.
mein großvater kommt aus einer jüdischen familie. die sind alle zum katholizismus konvertiert, aus gründen. ich habe zwar immer gewusst, dass er aus einer jüdischen familie kommt, es wurden jüdische witze erzählt, aber über jüdische feste und den jüdischen glauben habe ich von ihm nichts gelernt.
genauso auch bei einigen bekannten von mir, die aus jüdischen familien kommen.
alle haben wir als kinder weihnachten gefeiert, wie hannukka gefeiert wird, wissen wir nicht.
Über jüdisches Leben wird in den Schulen genau so wenig bzw viel gelehrt wie über islamisches, buddhistisches oder christliches. Einfach mal die Lehrpläne des Ethik Unterrichts durchstöbern. Die allgemeine Schule sollte auch ein Ort sein, an dem Religion keine Rolle spielt. Klar, mal ein zwei Stunden drüber reden, dass man grob weiß wer woran glaubt aber dann ist auch gut. Wer mag, kann sich ja selbständig tiefer informieren.
In der Schule ist der 2. Weltkrieg und der Holocaust nur in 2 Doppelstunden behandelt worden. Ich habe in der Berufsschule in Religion (der Lehrer hat damals gefragt was wir in Religion machen wollen) mehr darüber erfahren, wie in der Schulzeit. Und nach Ende der Schule habe ich sehr viele Bücher darüber gelesen. Deshalb ist mir unbegreiflich wie jemand Faschisten unterstützen kann.
Aber ich gebe zu auch ich weiß nichts über jüdisches Leben. Ich hatte auch nie Kontakt zu Juden in D.
Was? Wir haben die Schoa durchgenommen?
Ich erinnere mich so: Wir haben mit unserem überzeugten preussischen Lehrer des Theodor-Heuß-Gymnasiums Dinslaken sehr lange über die Kaiserzeit gesprochen.
Alles danach kam dann binnen 4 Wochen vor.
Arnd und die anderen, die wussten, wer in Hünxe die damals achtjährige Zeinab Saado verbrannte – die haben gefehlt.
Dann war das Schuljahr zuende.
@afelia mal eine theologische Perspektive auf das Judentum ✡️
@afelia @HansLWernitz Wir hatten es in Ethik.
Aber wenn viele in der Schule nicht mal den 2 WK in Geschichte hatten, wundert mich auch nix mehr...
"wo wir doch alle bis zum Erbrechen in der Schule die Schoa durchgenommen haben.
Dann habe ich verstanden: Man weiß hier sehr viel über jüdischen Tod. Und fast nichts über jüdisches Leben"
Also in den 70er/80er Jahren haben wir rein gar nichts über das Judentum in der Schule gehört!! Geschweige denn die Schoa.
Wir sind maximal bis zum 1. Weltkrieg gekommen (falls überhaupt).
Holocaust kam bei uns nicht vor.
Dafür Französische Revolution 2-3 mal 🙄