Mögt ihr mir was mitgeben? Ich lese hier viel von Menschen mit #adhs und Personen, #neurodivergent sind. Das bereichert meine Gedanken sehr, vielen Dank, dass ihr Erfahrungen etc teilt. Jetzt steh ich jeden Werktag in der #kita und beobachte mich und die Kinder. Und hab euch im Hinterkopf in manchen Situationen. Jetzt kommt die Frage: Was kann ich für diese Kinder tun? Wie können wir sinnvoll gemeinsam den Alltag gestalten, dass wir alle davon profitieren?
(Gerne boosten, hab wenig Reichweite)
Was hat/hätte euch geholfen? Was habt ihr euch gewünscht?

Insgesamt schon Mal danke, ich glaube so viel gebooste hatte ich noch nie  

Ich danke für die Aufmerksamkeit und alle Antworten!

Wow so viel Input, Danke danke! 😍 Ich nehme schon Mal viel mit. Ganz klar klingt durch, dass Schule und Kita und Bildung nicht für alle gleich sein kann! Ein Glück bewegt sich da in den Einrichtungen was! Ein Glück verändert sich das Bild vom Kind über die Zeit!
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Einiges von dem, was ihr sagt ist für mich Alltag, anderes werde ich versuchen, wieder anderes wird allerdings aktuell kaum umzusetzen sein.
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Nochmal zur Klärung vielleicht: Ich hab keine Ahnung, ob da Kinder dabei sind, die in das Spektrum von Autismus oder ADHS/ADS gehören, ist mir eigentlich auch Wurst fürs Konkrete.
Ganz viel von dem, was ihr schreibt tut ganz vielen Kindern gut, man sieht wieder Vielfalt und Inklusion ist für alle von Vorteil!
Und ich muss an einen Prof von der Uni denken: Wir wollen ihnen was lehren, aber vielleicht ist es schon gut nicht zu viel zu verhindern. ,☺️
@frauloeffel Mehr gut geschultes und williges Personal. Bedeutet wesentlich mehr Geld und auch Anerkennung, der Leistungen, die mit Inklusion verbunden sind.
@villon das! ☝️Mehr von uns ist besser für euch!

@frauloeffel

Aus meiner eigenen Erfahrung als Kind: Neurodivergenten Kindern wenn möglich unbedingt auch Auszeiten gewähren vom Gemeinsam - dann lernen auch die neurotypischen Kinder Awareness, wie wichtig das für "die anderen" ist, und dass es nichts mit Eigenbrötlertum oder Isolation zu tun hat, sondern es einfach ein essentielles Bedürfnis ist. #actuallyautistic

@frauloeffel Was gut ankommt sind eigene Bereiche, Auszeit von der Gruppe, aus der Situation heraus nehmen, versuchen sprachlich zu begleiten, um den Kindern die Worte zu geben, die sie selbst nicht finden. Dazu braucht es aber Raum, Zeit und Personal, um es zu ermöglichen.
@Frau_von_Bodensee Das wäre ohnehin die Begleitung, die alle Kinder haben sollen dürften wenn Personal etc... Und naja Hach..
@frauloeffel ich fand Lehrer*innen am tollsten, die mich in Ruhe gelassen haben. Gemeinsamer Alltag mit Neurotypischen sollte nicht gestaltet, sondern vermieden werden, wenn es sich einrichten lässt. 🤓👍
@danimo guter Gedanke, das kann ich nicht leisten. Nicht vergessen: Ich Frage für die Kita, da ist ein gewisses Maß an gemeinsamem Alltag nicht anzuwenden, um es Mal vorsichtig auszudrücken. Immerhin ist mein Zeitplan dadurch flexibler
Kinder mit AD(H)S im Kindergarten – die wichtigsten Fragen und Antworten

Dieser Blogbeitrag gibt einen Überblick über ADHS bei Kindergartenkindern und beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema.

@uweb vielen Dank, Guck ich mir an. Ich werde mich definitiv da fachlich fortbilden. Trotzdem interessiert es mich immer, was Leute sagen, die es betroffen hat. Ich kann mich dann vielleicht ein bisschen besser in die kleinen Köpfe reindenken.
@uweb lustig bei dem Link gleich noch Werbung zum Thema Burnout dabei 
@uweb zB "erwische" ich mich häufig dabei Blickkontakt zu fordern, um Aufmerksamkeit herzustellen. Ich werde Mal bewusst versuchen das zu vermeiden und sehen was sich ergibt. Das ist für mich durch individuelle Schilderungen viel deutlicher hängen geblieben, als ein kurzer Satz im Fachtext.
@frauloeffel
Ja, Bücher sind gut. Aber Erfahrungen sind besser. Erfahrungen die man nutzen kann ohne sie selbst machen zu müssen sind noch besser. Am besten sind Erfahrungen von Profis - zumindest sollten sie das sein.

@frauloeffel
Kindern, die in Überforderung wegen dem Lärm kommen, eine Möglichkeit zum Runterkommen bieten. Das hätte meiner Tochter sehr geholfen.

AD(H) S Kinder nicht ständig wegen ihrer Verhaltensweisen kritisieren (Stimming, schnelles, ungefilteres Sprechen, Vergesslichkeit), sondern Möglichkeiten zum Dekompensieren bieten.

Das alles hätte bei mir die starken Depressionen, die ich heute habe, sicher zumindest abgemildert.

@v_d_richards wow, an Ruhezonen können wir noch arbeiten! Und ich Versuche ganz arg meinen Blick zu weiten, und zu sehen, was die Kinder leisten, was sie können, was die Stärken sind.

@frauloeffel
die Offenheit ist schon mal sehr viel wert.👍👍

In einer eng getakteten Gesellschaft wie der heutigen, ist im Nachhinein Vergesslichkeit und Zeitblindheit ein Riesenproblem ab Schule.
im Kindergarten kann die emotionale Dysregulation bei ADS ein Problem sein, die nur stärker wird, bei ständiger Reizüberflutung.

8-tung. Mädchen zeigen häufiger die ADS (ohne H) Variante und Desozialisieren, statt "Wibbeln".
Sie und ihr Leiden werden oft übersehen

@frauloeffel Ehrlich gesagt glaube ich rückblickend, dass es mir oft sehr geholfen hätte, wenn man mich einfach nur in Ruhe und allein gelassen hätte. Auch für jemanden, der nicht mit #ADHS oder #ASD lebt, sondern »einfach nur so« völlig traumatisiert ist, kann ein erzwungenes Interagieren sehr anstrengend sein, und die Möglichkeiten zur Abwehr und Erkennung der Motivation Anderer sind nicht so gut entwickelt.

Na ja, was soll ich sagen: Stattdessen gab es bei mir Prügel und Kinderfolter…

@goebelmasse schade, dass du sowas erleben musstest
@frauloeffel Aus eigener Erfahrung: Geduld mit den Kindern haben, auch wenn sie für manche Dinge länger brauchen. Sie trotzdem eigene Erfahrungen machen & Dinge selber machen lassen, auch wenn's nicht gleich klappt, immer wieder üben & die anderen Kinder um Geduld bitten. Strategien gegen Vergesslichkeit/Schusseligkeit üben z.B. Rituale, Eselsbrücken. Loben, wenn Dinge gut laufen. Begleiten statt strafen bei Wutausbrüchen. Strategien gegen Wutausbrüche üben z.B. Auspowern bei Sport/Bewegung.
@Pearl22 Welche Strategien können das sein? Also gegen die Vergesslichkeit bzw "schusselig sein"..
@frauloeffel Hm, ich hab die Problematik ja erst als Erwachsene verstanden, kann nur vermuten, was mir als Kind geholfen hätte, aber vermutlich sowas wie Merksprüche, Automatismen, Dinge, die man schnell vergisst mit Hilfe von Liedern oder Reimen verinnerlichen oder einfach bei regelmäßig wiederkehrenden Situationen immer wieder erinnert werden (Hast du deine Jacke? Musst du noch mal aufs Klo? Hast du schon die Zähne geputzt?) Oder Dinge, die man einpackt regelmäßig aufsagen oder laut zählen...
@Pearl22 haha, ich sage mir mittlerweile auch laut vor, dass ich abschließe damit ich später nicht nochmal nachgucken muss.
@Pearl22 Wir gucken uns oft alle nochmal gegenseitig an (ja auch mich) ob die Schuhe richtig sind, die Jacke zu etc...

@frauloeffel Mir hätte Hilfe, zu verstehen, dass andere anders ticken, sehr geholfen, anstatt wegen meines (Kommunikations-) Verhaltens verteufelt & hart runterreguliert zu werden.

Also dass in erster Linie überhaupt wahrgenommen wird, dass auf Kindesseite Begeisterung oder Überstimulierung stattfindet & dann halt im Kontext erläutert wird, dass sie nicht per se zu laut oder zu schnell (oder jede andere Art von "zu") ist, sondern ggf. andere nicht mitkommen oder überfordert sind.

@serotonic Ah! Viel erklären also... Aber wenn ich dem Kind gar nicht hinterher komm, weil so schnell?

@frauloeffel Nicht unbedingt viel erklären, eher "einfach" sagen, dass Du [oder jemand anders] und [aus den und den Gründen] nicht hinterherkommst, und ob ihr vielleicht einen kurzen Moment zusammen atmen (oder ähnliches) könnt.

Die meisten ADHSler haben große Probleme mit der Selbstregulation und können ihr inneres Erleben oft nur verbal (und in Wasserfallform ^^) verarbeiten.

@frauloeffel Ich habe z. B. erst mit über 40 verstanden, dass ich meinen Emotionen immer ganz unmittelbar ausgeliefert war – während alle anderen um mich herum aber gleichzeitig von mir erwarteten, nach Ihren Regeln zu spielen. (Und dementsprechend natürlich auch ihre Bedürfnisse zu bedienen.)

@frauloeffel Uns hätte in der Kitazeit weniger "gut gemeint" und mehr Fachlichkeit geholfen. Also Literatur lesen, Beratungsstellen und (wenn gewünscht) Therapeut*innen der Kinder kontaktieren und mit einbeziehen. Gezielte Fortbildungen besuchen.

An unserem Kind wurde da viel herumgedoktert, weil man unserer Wahrnehmung nicht glaubte. Hinterher war die Verwunderung groß, weil er ja "nicht so autistisch wirkte".

@frauloeffel (Kind hat Autismus und ADHS.)
@ilikebrains voll gut, dass ihr da für euer Kind eingestanden seid!
@frauloeffel Mir wurde zugetragen, dass eine Ruhe-Ecke, die vom Rest des Raumes abgeschirmt und visuell möglichst ruhig ist (also gedeckte Farben, eher dunkel), von einem breiten Spektrum an Kindern als sehr hilfreich empfunden wird. Weiche Kissen und (gewichtete) Decken, gern auch Ohrenschützer anbieten, einen Korb mit Fidget-Toys, und halt die grundlegende Regel etablieren, dass jedes Kind jederzeit aussteigen kann, ohne erklären zu müssen, und dass die Ruhe-Ecke heilig ist.
@frauloeffel Über Neurodiversität zu sprechen, hilft auch schon viel.
Und ich hätte ein leichteres Leben gehabt, wenn ich den Begriff 'introvertiert' gehabt hätte (anstatt Außenseiter sein zu müssen).
ND kann auch von Trauma herrühren, also sich da weiterzubilden... Ich hätte es als Kind begrüßt, wenn man auf mich zugegangen wäre, anstatt mir für mein auffälliges Verhalten die Schuld zu geben und allein zu lassen.
@frauloeffel Also, introvertiert ist ein großes Wort für die Kita, aber das Konzept kann man Kindern erklären, genau wie andere Aspekte der Neurodiversität
@tine_schreibt Insgesamt ist es aber glücklicherweise schon viel üblicher jegliche Vielfalt als solche wahrzunehmen und nicht alle gleich machen zu wollen!

@tine_schreibt
Hat jemand zum Thema ADHS bzw. ADS schon das Buch "Unruhe im Kopf" von Gabor Maté empfohlen?

Für mich ein Augenöffner. Der Autor ist Arzt und selbst betroffen.
@frauloeffel

@frauloeffel
Stichwort 'trauma-informed care'. Ich weiß nicht, in wie weit das schon im deutschen Sprachraum angekommen ist, aber auf Englisch gibt es viel Material dazu.
@frauloeffel Alle versuchen, so zu nehmen, wie sie sind. Alle als „auch richtig“ wertschätzen, nicht vergleichen … (weder innerlich noch verbal), nicht bewerten … 🙏🏼
@frauloeffel Akzeptieren, wenn sie manches nicht essen wollen. Bei Wutausbrüchen/Streitereien: Darauf Verzichten, Dinge sofort klären zu wollen. Zulässige Methoden etablieren, Wut rauszulassen (z.B. ein Stapel Zeitungspapier, den man zerfetzen darf).
@lilo Essen muss hier keiner was! Da sind wir schon lange drüber weg, ein Glück. Kosten darf man, manchmal auch von einem extra Teller! (Kosteteller, man darf hygienisch mit der eigenen Gabel pieksen)
@frauloeffel Das ist super, wie es bei euch gehandhabt wird, gerade mit Extrateller (manchmal ist allein schon die Präsenz eines Probierhappens auf dem eigenen Teller ein Problem). In der Kita hier auf dem Dorf war es tatsächlich eine Frage der Gruppe in der ein Kind landet, ob dort galt "es muss alles gegessen werden". Meine Kinder hatten Glück und waren in der anderen...
@lilo sowas ist absolut aus der Zeit gefallen! Selbst kosten kann man den Kindern nicht aufzwingen, es gibt aber halt auch andere Strategien, auf die man kommt, wenn "dann gibt es keinen Nachtisch" nicht mehr erlaubt ist. Aufessen muss auch heute hoffentlich keiner mehr. Über die Zeit lernen sie, sich einzuschätzen. Mein Lieblingssatz beim Nachholen ist: "und jetzt erstmal essen" bevor sie den Teller vollknallen. Lieber dreimal eine Kelle nachholen!