Mal ganz grundsätzlich: In meinen Augen ist es ein Problem der Tech-Branche, wenn Unternehmen (inkl Twitter) irre Arbeitsstunden von ihren Mitarbeiter*innen verlangen

So werden zB Menschen ausgeschlossen, die Betreuungspflichten haben, aber wichtige Perspektiven in solchen Teams einbringen. Wir reden seit Jahren darüber, dass die Tech-Branche mehr Diversität braucht - aber so etwas erschwert Diversität

Siehe https://www.nytimes.com/2022/11/16/technology/elon-musk-twitter-employee-deadline.html

Elon Musk Gives Twitter Employees a Deadline to Stay or Leave

Mr. Musk said that workers would need to answer through an online form by late Thursday and that those who stayed would be “working long hours at high intensity.”

@brodnig Zum einen das, ergänzend ist eine exzessive Überlastung aus der Gesundheitsperspektive auch wirklich keine nachhaltige Strategie. Von Arbeitqualität mal ganz zu schweigen. Menschen haben Leistungsgrenzen, die lassen sich nicht einfach wegignorieren.
@LeaRichter absolut! Das ist ein Irrglaube, dass extrem lange Arbeitszeiten eine kluge Strategie sind - darunter leidet das Personal und irgendwann auch die Qualität. Aber es passt zu einer Bro-Culture, bei der speziell junge Männer ohne Betreuungspflichten Karriere machen können
@brodnig in USA läuft das System noch brutal-ungebremster als in Ö und D
@brodnig Warum sollte das ein spezifisches Problem der Tech-Branche sein?

@brodnig software development ist ein Job mit einem hohen Anteil an kreativer Tätigkeit. Das kann man nicht (erfolgreich) als Akkordarbeit aufziehen.

Irgendwann baut man - wegen Erschöpfung - nur noch Fehler, die man dann in der folgenden Woche wieder mühsam finden uns korrigieren muss.

@brodnig bin zwar nicht in der tech branche, aber ich erhielt als alleinerzieherin oft die absage von für mich interessanten jobs, weil ich nicht flexibel genug sein kann.
@greter @brodnig Hm, hat mit der Tech-Branche nicht viel zu tun (und da arbeite ich schon länger). Ist m. E. eher ein Problem von Persönlichkeiten wie Elon Musk. Im Kopf derartiger "Branchen-Größen" fängt's halt meistens an ...
@brodnig
Nun, bei Tesla und Co arbeiten sicher keine "normale Angestellten". Wer dort hin geht, kennt das Spiel: Arbeiten bis zum Umfallen (inkl. Büroübernachtungen) und dem zerbrechen der Familie. Ein Programmierer bei Google verdient als Einstiegsgehalt 250.000,-. Gute Leute gehen für 2-4 Jahre dorthin und haben dann eine tolle Referenz und viele Anekdoten zu erzählen. Auf Europäische oder gewerkschaftliche Regeln und Erkenntnisse pfeiffen dort alle.
@brodnig Ich bin ja eine naive Alte, ich denke, dass eine Grundsicherung für alle viele Probleme lösen könnte. Kenne niemanden,der nicht mit Freude an etwas arbeitet, das ihn interesssiert und dad er kann
@brodnig Stimme voll zu, allerdings ist es eine sehr technische bzw. kalkulatorische Entscheidung. Ist es so, dass uns Technik bzw. unternehmensorientiertes Denken von Menschlichkeit, und eben einhergehend, Diversität und Emphathie generell entfernt. Wir sind eben Menschen, wir arbeiten nicht wie eine KI unter vorgegebenen Prozessen. Wir machen Fehler, sind mal schlecht drauf, manche sind lieber bei der Kaffeemaschine als auf der Workstation.
@brodnig Hört sich also das Menschsein generell immer mehr im Zuge technischer Möglichkeiten auf? Oder anders wo liegt die Grenze zwischen einem produktiven, hart arbeitenden Menschen und der maschinellen Perfektion die immer mehr als Maßstab genommen wird?

@brodnig Abgesehen davon macht es auch wirtschaftlich keinen Sinn.

Du kannst die Arbeitszeit von Softwareentwickler*in nicht beliebig erhöhen: ab einer bestimmten Wochenarbeitszeit wird ihr Beitrag zum Projekt _negativ_, weil sie aufgrund ihrer Überlastung mehr Fehler einbauen.