https://edoc.hu-berlin.de/items/fbc4dff3-8a4f-4a6d-9253-d5fead212adc
Der neue FID Gender (vgl. z.B. https://www.mvbz.fu-berlin.de/news/fid_gender_studies.html) wird sich übrigens auch mit #GenderStudies in der #RVK beschäftigen.
Gender Studies in der Regensburger Verbundklassifikation (RVK)
Bibliothekarische Klassifikationen sind Wissensordnungen, sie ordnen das in ihnen gesammelte und bewahrte Wissen in einer bestimmten Weise, etwa indem sie es verschiedenen akademischen Disziplinen zuordnen. Dadurch machen sie Forschungsliteratur auffindbar und sichtbar, allerdings produzieren sie durch ihre spezifischen Ordnungsprinzipien immer auch Unsichtbarkeiten und erschweren den Zugang zu manchen Ressourcen. Die Geschlechterforschung forcierte seit ihrer Entstehung die kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Wissensordnungen. Die vorliegende Studie unternimmt eine historische Rekonstruktion eines spezifischen Versuchs der Überarbeitung einer bibliothekarischen Klassifikation aus Sicht der Gender Studies. Von 1997 bis 2000 wurde an der Humboldt-Universität Berlin an einer Überarbeitung der Regensburger Verbundklassifikation (RVK) gearbeitet, um die Bestände der interdisziplinären Geschlechterforschung sichtbar und auffindbar zu machen. Dieses Projekt, das am Zentrum für interdisziplinäre Frauenforschung (ZiF) in Kooperation mit der Universitätsbibliothek durchgeführt wurde, hatte zum Ziel, neue und angepasste Systemstellen in allen Fachsystematiken der RVK einzuführen und geschlechtergerechte Sprache in Notationsbezeichnungen und Registereinträgen umzusetzen. Mittels Aktenrecherche und Expert*innen-Interviews werden Ziele, Vorgehensweisen, Hintergründe und (Miss-) Erfolge des Projekts dokumentiert und in den historischen Kontext der Gender Studies an der HU Berlin eingebettet. Zudem erfolgt eine Einordnung in die Geschichte wissenschaftlicher Klassifikationen im deutschen Sprachraum sowie in den deutsch- und englischsprachigen Forschungsstand zu feministischen und queeren Perspektiven auf Sacherschließung.
