Platzt das RatsbĂŒndnis aus GrĂŒnen, CDU und Volt und wann? â die CDU dementiert
Report-K
Das Stadtwappen der Stadt Köln auf dem Spanischen Bau des Rathauses Köln.
Köln | Es ist die zweite Wahlperiode in der Schwarz-GrĂŒn, beziehungsweise GrĂŒn-Schwarz die Kölner Kommunalpolitik bestimmt. Es gibt eine Aussage des Kölner CDU-Kreisvorsitzenden Karl Alexander Mandl, die aufhorchen lĂ€sst und die zu heftigen kommunalpolitischen Reaktionen fĂŒhrt. Derweil dementiert die Kölner CDU. Was ist da los?
Mandl-Zitat sorgt fĂŒr Aufruhr
Dieses Mandl-Zitat wird medial verbreitet: âIch möchte das RatsbĂŒndnis gerne zeitnah beenden, die Gemeinsamkeiten sind mittlerweile abgearbeitet. Aufbruch und Erneuerung fĂŒr Köln gehen nicht mit dieser grĂŒnen Partei.â Das sitzt und passt zum bundespolitischen Sound von Markus Söder. Ist damit das Experiment GrĂŒn-Schwarz, respektive Schwarz-GrĂŒn vor Ende der zweiten gemeinsamen Wahlperiode beendet?
Die schwarz-grĂŒn, grĂŒn-schwarze kölsche Romanze
Erinnert sei kurz daran wie alles anfing. Viele Wahlperioden bestimmte Rot-GrĂŒn-Rot die Kölner Kommunalpolitik, selbst unter dem CDU-OberbĂŒrgermeister Fritz Schramma. Dann folgte SPD-Mann JĂŒrgen Roters fĂŒr eine Wahlperiode. Die kommunalpolitische Rot-GrĂŒne-Romanze erkaltete zusehends und die GrĂŒnen orientierten sich in Richtung CDU. Henriette Reker wurde gemeinsame OB-Kandidatin von GrĂŒnen, CDU und FDP. MĂ€chtige politische Akteure wirkten im Hintergrund, wie Anne LĂŒttkes fĂŒr die GrĂŒnen, Fritz Schramma fĂŒr die Union und Gerhart Baum fĂŒr die FDP. Bei der folgenden Kommunal- und OB-Wahl setzten CDU und GrĂŒne erneut auf Reker und ihr im Rat bestehendes BĂŒndnis. Reker gewann erneut. Allerdings kehrten sich die MachtverhĂ€ltnisse um. Nicht mehr die CDU war Platzhirsch, sondern die GrĂŒnen. Die konnten vor lauter Kraft kaum mehr laufen, schmiedeten mit der CDU das GestaltungsbĂŒndnis und holten die kommunalpolitischen Neulinge Volt dazu.
Innerhalb der CDU folgte allerdings die Entmachtung von Bernd Petelkau. Der blieb zwar Fraktionsvorsitzender im Kölner Rat und knĂŒpfte dort fĂŒr die CDU die Strippen in die Verwaltung und ein feinstes Gespinst an VerĂ€stelungen in den kommunalpolitischen Machtapparat der Stadt Köln, aber konnte die Parteibasis nur noch einmal ĂŒberzeugen und blieb Kreisvorsitzender der CDU. Mandl allerdings ĂŒbernahm den Kreisvorsitz und mit ihm weht in der CDU-Partei ein anderer und frischer Wind gegenĂŒber den GrĂŒnen. Mandl positioniert die CDU konservativer und er will OberbĂŒrgermeister von Köln werden.
Der Aufruhr der BĂŒndnispartner
Die Aussage von Mandl sorgte fĂŒr helle Aufregung bei Volt und den GrĂŒnen. So sprach die grĂŒne Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Köln von verantwortungslosen Aussagen Mandls, da es noch keinen offiziellen Beschluss zum Ende des RatsbĂŒndnisses gebe. Martin stellt fest, dass es auch keine entsprechenden Signale aus der Ratsfraktion der CDU gegeben habe. Sie stellte an die CDU die Erwartung, dass das RatsbĂŒndnis gemeinsam die Haushaltsverhandlungen zu Ende fĂŒhre und so Verantwortung fĂŒr die Stadt ĂŒbernehme.
Bei Volt spricht man von einem unanstÀndigen Verhalten und unterstellt Mandl egoistisches Verhalten im Sinne seiner OB-Kandidatur.
CDU Ratsfraktion trifft sich zur Sitzung
Nach der Sitzung lieĂen Mandl und Petelkau ein gemeinsames schriftliches Statement ĂŒber die FraktionsgeschĂ€ftsstelle der CDU-Ratsfraktion verteilen. In diesem heiĂt es: âDie CDU-Ratsfraktion setzt weiterhin auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit ihren BĂŒndnispartnern und wird sich unverĂ€ndert der Verantwortung fĂŒr unsere Stadt stellen. Dies insbesondere in Anbetracht der Herausforderungen, die sich aus dem Haushaltsentwurf der Verwaltung ergeben. Die Debatte ĂŒber mögliche BĂŒndnisse nach der Kommunalwahl werden wir innerhalb der Gremien der Partei und Fraktion sachgerecht und verantwortungsvoll fĂŒhren. Vor allem werden wir die nĂ€chsten Monate nutzen, um unser CDU-Profil weiter zu schĂ€rfen und das Wahlprogramm zur Kommunalwahl zu erarbeiten. Mit Blick auf das RatsbĂŒndnis aus CDU, GrĂŒnen und Volt besteht seitens der CDU-Ratsfraktion in Ăbereinstimmung mit dem Parteivorsitzenden kein Handlungsbedarf.â Allerdings zeigt das Statement auch wie sich die CDU selbst reflektiert, als die bestimmende Kraft, obwohl die GrĂŒnen die stĂ€rkste kommunalpolitische Kraft sind und daher richtigerweise immer zuerst genannt werden.
Bei den politischen Gegnern
FDP Köln: GrĂŒne und CDU stehen vor Scherbenhaufen
Lorenz Deutsch, FDP-Kreisvorsitzender, sagte zu dem medial kursierenden Mandl-Zitat: âDer Vorsitzende der Kölner CDU scheint zu der Erkenntnis gekommen zu sein, dass das grĂŒn-schwarze RatsbĂŒndnis keine politische Grundlage mehr hat. Diese Erkenntnis kommt reichlich spĂ€t. Beobachter der Kölner Politik konnten diesen Eindruck schon lange gewinnen. Ich stelle mir die Frage, welche Konsequenzen dies fĂŒr die konkrete Arbeit im Kölner Stadtrat hat. Zieht nun auch der Vorsitzende der Fraktion Bernd Petelkau endlich Konsequenzen fĂŒr eine neue Weichenstellung der Kölner Politik? Ein Weiter so darf es nicht geben! Die Kölnerinnen und Kölner haben zurecht den Anspruch, endlich Klarheit zu bekommen.â
Volker Görzel, FDP-Fraktionsvorsitzender, ergĂ€nzt: âOffensichtlich war das Aufteilen hochdotierter Posten fĂŒr CDU und GrĂŒne kein Problem, aber wenn es an die Arbeit fĂŒr die Stadt geht, um einen zukunftsfĂ€higen Haushalt aufzustellen und Verantwortung fĂŒr unsere Stadt zu ĂŒbernehmen, ĂŒberlegt die CDU nun politische Fahnenflucht zu begehen. GrĂŒne und CDU stehen vor einem Scherbenhaufen. Die Kölner VerbĂ€nde und sozialen Einrichtungen brauchen Klarheit statt politische Spielchen. Wie stellt die CDU sich nun die Verabschiedung eines Haushalts vor? Ich erwarte, dass die CDU-Fraktion hier schnell Klarheit schafft. Die kommenden Wochen dĂŒrfen keine HĂ€ngepartie werden. FĂŒr uns ist klar: Die FDP steht als SteigbĂŒgelhalter fĂŒr Experimente beim Haushalt nicht zur VerfĂŒgung. Offensichtlich ist die GrĂŒne Fraktion nicht in der Lage eine Koalition zu fĂŒhren.â
Die SPD-Fraktion
Christian Joisten, SPD-Fraktionsvorsitzender: âNach acht Jahren RatsbĂŒndnis aus CDU und GrĂŒnen funktioniert Köln nicht mehr. Jetzt wirft CDU-Chef Mandl hin und stiehlt sich aus der Verantwortung. Der CDU fehlt es an der notwendigen Ernsthaftigkeit, um in schwierigen Zeiten ohne genehmigten Haushalt seriöse Lösungen fĂŒr die Kölnerinnen und Kölner zu erarbeiten und umzusetzen. Die Kurzschluss-Reaktion von CDU-Chef Mandl sorgt fĂŒr weitere Verunsicherung und Orientierungslosigkeit. Denn nun ist völlig unklar, wie Köln ohne Mehrheit im Stadtrat regiert werden kann.â
Und jetzt?
Wie die politischen Gegner schon darstellten geht es in den kommenden Wochen und Monaten, um die Verabschiedung des Kölner Haushaltes. Ein politischer Prozess, der vor allem aufgrund der desaströsen Haushaltslage der Stadt Köln nicht ohne lautstarke Proteste von statten gehen wird. Und die politische Debatte um den Haushalt fĂ€llt nicht nur in die 5. Jahreszeit, sondern jetzt mitten in den Wahlkampf der Bundestagswahl. Immer wieder ist gerade von der Union und hier insbesondere der CSU eine scharfe Abgrenzung zu den GrĂŒnen zu hören.
Es dĂŒrften spannende Wochen in der Kölner Kommunalpolitik werden und die Frage ist, wie viel Porzellan liegt auf dem Rathausboden und können GrĂŒne, CDU und Volt dies wieder kitten?
Hinweis der Redaktion: Die Statements von FDP und SPD wurden vor der ErklÀrung der CDU veröffentlicht.
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