Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern! (Mt 28,19)
Christi Himmelfahrt
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 28, 16–20
In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Tagesimpuls
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern! (Mt 28,19)
Bevor Jesus in den Himmel fährt, gibt er ihnen einen letzten Auftrag: wir sollen alle Völker zu Jüngern Jesu machen. Die Völker sollen also christlich geprägt sein. Wir kennen abschreckende Beispiele von der Idee des Gottesstaats, aber die Tatsache, dass eine Idee missbraucht wird, bedeutet nicht, dass die Idee an sich falsch wäre. Die Grundidee oder der Grundauftrag Jesu ist, dass nicht nur Individuen christlich leben und handeln, sondern dass auch Gemeinschaften vom Geist Christi geprägt werden, z.B. Familien, aber sogar ganze Völker.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!
Es ist gut, wenn Eltern ihre Kinder christlich erziehen und versuchen, sie zu Jüngern Jesu zu machen. Es ist gut, wenn wir katholische Kindergärten und Schulen oder christliche Bruderschaften haben. Es ist auch gut, wenn sich in einem Volk oder einem Staat der christliche Glaube widerspiegelt, z.B. in einer Sozialgesetzgebung, die für alle gut ist, oder im Feiern der christlichen Feiertage, an denen arbeitsfrei ist.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!
Traditionell regt sich, wenn man so etwas sagt, immer der Protest, dass man Menschen nicht zwingen darf. Eltern sollen warten, bis die Kinder groß sind, im katholischen Kindergarten soll man weltlich sein, weil es viele Religionen gibt, und ein Staat soll weltlich sein, weil es viele Religionen und Weltanschauungen gibt. Wer so protestiert, macht aber einen Denkfehler. Der Anspruch, „weltlich“ zu sein, ist genauso eine Vorentscheidung wie der Wunsch, christlich zu sein. Wieso dürfen diejenigen, die das Weltliche befürworten, die Meinungen aller diktieren?
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!
Als zweiter Protest wird die Kolonialisierung angeführt, dass Christen andere Völker mit Gewalt christlich gemacht haben. Dieser Protest ist berechtigt. Wir Christen dürfen alles nur mit Überzeugung machen, nie mit Gewalt. Jesus sagt, dass er gekommen ist, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen. Genau das sollen wir auch tun. Unser Christentum hat eine große Überzeugungskraft, die reicht vollkommen aus. Wir Christen dürfen uns in unserer Demokratie dafür einsetzen, dass christliche Werte in der Gesellschaft gefördert und erhalten werden.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!
Eine letzte Frage, die ich ansprechen möchte, ist die Frage, wie wir Jünger sein sollen. Manche hatte Jesus aufgefordert, alles zu verlassen. Andere hat Jesus in die Familie zurückgeschickt. Offensichtlich gibt es da viele Wege. Nicht jeder muss ein Ehrenamt in der Gemeinde haben. Manche leben ihr Christsein mitten im Beruf, andere in der Familie. Aber es gibt auch die, die sich im Raum der Kirche besonders engagieren, damit die Kirche ein Ort ist, wo sich alle eingeladen und willkommen fühlen.
Gebet:
Jesus, du sagst uns, dass wir alle zu Jüngern machen sollen. Bitte hilf uns, dass wir unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern mit großer Überzeugungskraft in die Gesellschaft hineinwirken. Wir beten heute auch für unsere Familien, dass wir sie zu einem christlichen Leben überzeugen können.
Pastor Roland Bohnen
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