Legal – Illegal – Scheißegal …

Opportunismus und die Herrschaft des Rechts

„Außenpolitik wird nicht überzeugender dadurch, dass wir Völkerrechtsbrüche nicht so nennen“ (Frank-Walter Steinmeier zum Iran-Krieg der USA und Israels)

Die Rede des Bundespräsidenten auf der 75-Jahr-Feier des Auswärtigen Amtes am 24. März 2026 fiel deutlich aus. Der Überfall der USA und Israels sei nach seinem „Dafürhalten völkerrechtswidrig“. Es gebe wenig Zweifel daran, dass die Begründung mit einem unmittelbar bevorstehenden Angriff auf die USA nicht trage. Der Krieg sei ein „politisch verhängnisvoller Fehler“ und „ein wirklich vermeidbarer, unnötiger Krieg, wenn sein Ziel denn war, den Iran auf dem Weg zur Atombombe zu stoppen“.

Frank Steinmeiers klare Haltung war eine Ohrfeige für die Bundesregierung. Eine im Iran-Krieg eher leise grüne Oppositionsfraktion konnte sich mitgemeint fühlen.

„Komplex“

Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU, versicherte dagegen ernsthaft, dass die Prüfung der rechtlichen Einordnung dieses Krieges durch die zuständige Bundesregierung auch drei Wochen nach Beginn der Bombardements noch nicht abgeschlossen sei. Für die CDU ist die Lage wie zuvor schon bei Trumps Überfall auf Venezuela „komplex“.

Weniger „komplex“ argumentierte Israels Botschafter Ron Prosor in der FAZ. Er machte sich gar nicht erst die Mühe, den Völkerrechtsbruch zu leugnen. „Wir müssen aufhören, in alten Schablonen zu denken. Klugheit bedeutet heute, den Mut zu haben, das Richtige zu tun, statt nur das Richtige zu wollen.“

Das Völkerrecht als „alte Schablone“. Bei den Spontis hieß das kurz und knapp Legal-Illegal-Scheißegal. Im Kern gab Prosor der Kritik Steinmeiers so recht.

Schon zum Beginn der Kampfhandlungen hatten die US-Dienste bestritten, dass ein Angriff des Iran unmittelbar bevorstehe. Damit war die Voraussetzung des Artikels 51 der UN Charta zur Durchbrechung des Gewaltverbots des nicht gegeben. Wie beim Irak-Krieg 2022 handelt es sich um einen vom internationalen Recht nicht gedeckten Präemptivschlag. Vom Griff nach der Atombombe war der Iran, so die IAEO, noch Jahre entfernt. Steinmeier verwies zu Recht darauf, dass es unter dem Atomabkommen von 2015 eine höhere Sicherheit gegen eine iranische Bombe gehabt habe als heute. Doch das JCPOA wurde 2018 von Trump gekündigt.

ius ad bellum

Die Lage im Nahen Osten ist kompliziert. Die Völkerrechtswidrigkeit des US-israelischen Angriffskrieges gegen Iran hingegen ist evident. Das sieht eine Mehrheit der Staaten so, in Europa etwa Spanien. Wenn in Deutschland das Offensichtliche nicht ausgesprochen werden soll, stellt sich die Frage nach dem Warum. Die Völkerrechtswidrigkeit des Iran-Krieges ist keine akademische Frage. Sie hat handfeste politische Konsequenzen.

Verstößt der US-israelische Angriff gegen das Völkerrecht, hat der Iran nach Artikel 51 das Recht auf Selbstverteidigung – solange der Sicherheitsrat nicht eigene Maßnahmen ergreift, diesen Angriff abzuwenden. Davon ist nicht auszugehen, denn die angreifenden USA haben im Sicherheitsrat Vetorecht. Wenn sie den Krieg beenden wollten, müsste sie den Angriff nur einstellen.

Die Feststellung, dass der Iran als angegriffener Staat das Recht auf Selbstverteidigung hat, ist unbequem und bitter. Denn das Recht auf Selbstverteidigung wird durch ein brutales, terroristisches Regime wahrgenommen. Dennoch hat der souveräne Iran das ius ad bellum. Wie die von rassistischen und rechtsextremen Kräften abhängige Regierung von Netanjahu nach dem Terroranschlag vom 7. Oktober das Recht und die Pflicht hatte, die Gefahr durch die Hamas zu beenden.

Doch wie in Gaza suspendiert das Recht zum Krieg nicht das Recht im Krieg. Das ius in bello verbietet Angriffe auf zivile Infrastruktur, auf Schulen und Hospitäler, auf Kraftwerke in der Ukraine, wie auch auf Gasfelder, ob im Iran oder in Qatar.

Bündnis der Mittelmächte

Die Kriege in der Ukraine wie im Iran können sofort beendet werden. Putin und Trump müssen ihren völkerrechtswidrigen Angriff stoppen. Doch was in der Ukraine gilt, trifft auch im Iran zu. Weder Putin noch Trump werden wegen des Verstoßes gegen internationales Recht ihre Kriege beenden. Erst wenn die politischen und ökonomischen Konsequenzen die Fortsetzung dieser Kriege nicht mehr lohnend erscheinen lassen, werden sie umkehren.

Hierzu kann internationaler Druck beitragen. Internationaler Druck aber baut sich nicht auf, wenn der Eindruck entsteht, Deutschland sei in der Ukraine klar auf der Seite des Völkerrechts. In Iran wie in Venezuela aber sei der Angriff der USA zu „komplex“. Bündnispartner gegen Putin wird Deutschland nicht finden und halten, wenn der Eindruck entsteht, im Falle der USA gelte ein anderes Völkerrecht. Treffend kritisierte Friedrich Merz Trumps „Massive Eskalation mit offenem Ausgang“ im Iran, drückte sich aber bei der FAZ um eine völkerrechtliche Bewertung.

Putin und Trump betreiben einen gewaltsamen, fossil getriebenen Imperialismus. Trumps und Putins Recht des Stärkeren will Europa die Herrschaft des Rechts entgegensetzen. Die Herrschaft des Rechts soll getragen werden von einem breiten Bündnis von Mittelmächten. So forderte es Kanadas Premierminister Mark Carney auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026. Ein Bündnis der Mittelmächte aber wird nicht auf Opportunismus gegründet. Legal-Illegal-Scheißegal untergraben die Herrschaft des Rechts. Doppelte Standards blockieren breite internationale Koalitionen.

Steinmeier hat recht: „Außenpolitik wird nicht überzeugender dadurch, dass wir Völkerrechtsbrüche nicht so nennen.“

Dieser Beitrag ist eine Übernahme von der Homepage des Autors, mit seiner freundlichen Genehmigung. Einige Links wurden nachträglich eingefügt.

Legal – Illegal – Scheißegal … – Beueler-Extradienst

An inconvenient truth. Under #JCPOA #Iran was given access to the money that it owned by selling its own oil, but was sitting frozen in Western banks. IT WAS NOT #US MONEY THAT WAS HANDED OVER TO #IRAN. #US did not earn that money.

Yes #Iran used that money to arm its proxies and carry out mayhem. BUT IT WAS #IRAN'S MONEY. NOT #US MONEY.

The #SecDef has to STOP LYING AND spreading fake facts.

#IranWar #ForeverWar #ForeverWars #EndlessWar #EndlessWars #NeedlessWar #NeedlessWars #MAGA

America and Israel share an enemy — not a strategy

As fighting spreads across the Gulf, the war is often portrayed as a unified campaign against Iran. It is not. The reality, as is often the case in the

IwPost

⬆️ @thejapantimes

Very good explanation of why the #IranWar is NOT about #TrumpEpstein Files. Even though the #Epstein case might have had a role to play, the trajectory for war was actually set as early as #Trump's first term with his scrapping of the #JCPOA, and possibly even earlier.

>> The final decision to go to war [in #Iran] appeared to be sudden only because the #US, #Israel and #Gulf countries' strategic trajectories had been converging for nearly a decade.

https://www.japantimes.co.jp/commentary/2026/03/09/world/a-long-road-to-war/?utm_medium=social&utm_source=mastodon

The long road to war between the U.S., Israel and Iran

Domestic political explanations for the Trump administration's decision to go to war with Iran risk obscuring deeper causes.

The Japan Times
An die Bundesregierung. Tag 10 des Iran-Kriegs

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin über das besorgt, was in den letzten Tagen zum Krieg gegen den Iran zu lesen und zu hören war und darf Sie vor diesem Hintergrund bitten, doch sehr schnell fü…

Prof. Dr. Hajo Funke

‘Operation Epic Fury’ – Anatomy Of A War Of Aggression

https://friendica.world/display/84b6ef2b-9569-aa23-06c3-1df741462196

‘Operation Epic Fury’ – Anatomy Of A War Of Aggression

Media Lens (...) In the Guardian, Julian Borger described this latest war as ‘an unprovoked attempt at regime change in collaboration with Israel, with no...

‘Operation Epic Fury’ – Anatomy Of A War Of Aggression (Media Lens)

In the Guardian, Julian Borger described this latest war as ‘an unprovoked attempt at regime change in collaboration with Israel, with no legal foundation, launched in the midst of diplomatic efforts to avert conflict, and with minimal consultation with Congress or the American public’.

https://www.medialens.org/2026/operation-epic-fury-anatomy-of-a-war-of-aggression/

#iran #us #united_states #trump #israel #netanyahu #nuclear_arms #iaea #jcpoa #media #news #journalism #journalist

'Operation Epic Fury' – Anatomy Of A War Of Aggression

.voxi-embed-container { margin-bottom: 1rem; }Commenting last week on the build-up of US military forces targe

Media Lens

Dans son message sur la situation en Iran, Macron est très timide dans sa condamnation des agresseurs. Il déclare que "nous ne pouvons pas approuver" leurs opérations militaires conduites en dehors du droit international et appelle également Israël à respecter l'intégrité du territoire libanais afin d'éviter une escalade.

Mais la responsabilité première, comme il dit, est rejetée sur l'Iran et ses programmes militaires. Alors que le pays a signé en 2015 un accord multilatéral de non-prolifération nucléaire (JCPoA, ou accord de Vienne) avec les membres du Conseil de sécurité afin de permettre la levée des sanctions. Trump en est sorti trois ans plus tard et les a rétablies, c'est pourquoi l'Iran a relancé l'enrichissement d'uranium.

Macron prétend aussi que les discussions actuelles ne progressaient plus. Le médiateur omanais chargé de négocier un accord entre Washington et Téhéran n'est pas de cet avis. C'est Trump qui a quitté la table, préférant une solution militaire.

🔗 Full Transcript: Omani Foreign Minister Badr Albusaidi tells "Face the Nation" a US-Iran deal is "within our reach" (27 fév.) https://www.cbsnews.com/news/full-transcript-omani-foreign-minister-badr-albusaidi

🔗 Adresse aux Français sur la situation en Iran et au Moyen-Orient https://www.elysee.fr/emmanuel-macron/2026/03/03/adresse-aux-francais-sur-la-situation-en-iran-et-au-moyen-orient

#Iran #Trump #Diplomatie #NucléaireIranien #JCPoA

Full Transcript: Omani Foreign Minister Badr Albusaidi tells "Face the Nation" a U.S.-Iran deal is "within our reach"

He also said, "I don't think any alternative to diplomacy is going to solve this problem."

#JCPOA and #Iran enriched uranium.
There was an agreement that seemed to be working, but U.S. withdrew from the agreement in 2028, and Iran withdrew in 2025. China, France, Germany, Russia, UK, and EU have not withdrawn.
https://en.wikipedia.org/wiki/Joint_Comprehensive_Plan_of_Action

As Security Council Stalls, There Are Other Ways to Stop US-Israeli War on Iran

Universal jurisdiction also lets other nations prosecute US and Israeli leaders for targeting civilians -- a war crime.

https://murica.website/2026/03/as-security-council-stalls-there-are-other-ways-to-stop-us-israeli-war-on-iran/

As Security Council Stalls, There Are Other Ways to Stop US-Israeli War on Iran – The USA Potato