@sarahlehmann Wieso "sollten"? Das gibt es schon, z.B.
1. Wissenschaft: Im einfachsten Fall muss Geld für eigene Stelle als Drittmittel eingeworben werden, in härteren Fällen zusätzliche Personal- & Sachmittel gefordert, sonst kein Vertrag bzw. Verlängerung. #ichBinHannah
2. Geförderte Beschäftigung: Die Arbeit wird nicht vom Arbeitgeber bezahlt (stattdessen Geld vom Staat) und Arbeitgeber erhält Geld vom Staat dafür, dass er sich um die Tätigen "kümmert". "Wieviel Geld bringen Sie mit?"
Habe da sogar noch VBL Beiträge abdrücken müssen die mir dann später gestohlen wurden als ich den Laden zwangsläufig (WissZeitGes) verlassen musste #ichBinHannah

Obleuterunde vorbei. Da geht es um den Verlauf des Ausschusses und z.B. die Öffentlichkeit, wo wir ja grundsätzlich nichtöffentlich sind, aber Wissenschaftsjournalist*innen und #ichbinHannah einen Brief geschrieben haben, um das zu fordern. Bleibt aber nicht öffentlich 🙃

#eineWocheBundestag

Schluss mit "Up or Out"

Wäre das System, in dem ich arbeite, anders - z.B. ohne Schleudersitz #ichbinhannah - wäre die Situation sicher weniger dauerstressig. Würde das etwas an der Qualität meiner Arbeit ändern? Leiden würde sie sicher nicht, ich mache die Arbeit ja eh aus Überzeugung.
Wer heute mitliest, findet auf der Timeline viel Frustration mit dem Drittmittelgame. Dabei haben wir noch nicht mal drüber geredet, was zeitlich befristete Projektstellen für wissenschaftl. Kontinuität und vor allem für die Mitarbeiter:innen bedeuten … #ichbinhannah

RE: https://bsky.app/profile/did:plc:l4lyvq6o3i5p3o373fvq2ebw/post/3lurxgw4bpc2x

https://www.taz.de/!6096210

Hierzu muss man wohl was sagen. Irgendwie kommt es in der Presse immer so rüber, als würden Professor*innen eigentlich immer totale Monster sein, deren Tun und Trachten darauf ausgerichtet ist, wehrlose Doktorand*innen auszubeuten und dann nach kurzer Zeit rauszufeuern.

Politiker*innen denken sich dann immer schöne Dinge aus.

Das erste solche Ding ist das Zeitarbeitsbefristungsgesetz. Das ist jetzt so, dass man eine Qualifikationsphase von sechs Jahren hat. In dieser Zeit muss man promovieren. Danach kann es eine zweite Qualifikationsphase geben, in der man sich habilitieren soll.

Danach muss man eine feste Stelle bekommen, oder man fliegt raus. Der nette Effekt ist: Man fliegt raus. Das liegt daran, dass es nur beschränkt viele feste Stellen gibt. Wenn eine Person mit 30 auf eine feste Stelle kommt, ist diese Stelle für 37 Jahre besetzt. #IchBinHannah hat sich damals darüber aufgeregt, dass das Bildungsministerium von System verstopfen geredet hat. Das war vom Bildungsministerium etwas unsensibel, aber der Punkt bleibt, dass die Stelle weg ist. Pro Professur gibt es eine oder zwei solche Mitarbeiterstellen. Man kann sich also ausrechnen, was das insgesamt bedeutet.

Lustiger Nebeneffekt ist auch: Wenn Prof in Rente geht, sind seine Mitarbeiter*innen unter Umständen noch 30 Jahre da. Eine Neubesetzung würde unter Umständen gern an anderen Dingen forschen. Entweder wird die Uni dadurch unattraktiv, weil sie nur besetzte Stellen hat oder es wird für die Uni teurer, weil sie Parallelstrukturen finanzieren muss.

Ein Spezialproblem stellen die Geisteswissenschaften dar, denn es gibt außerhalb der Universitäten praktisch keine Forschung, in die man wechseln könnte. D.h. wenn die Stellen alle besetzt sind, bleiben nur Drittmittelprojekte. Die Antragsberechtigten haben aber auch nur begrenzt Zeit.

Ideen, PostDoc-Phasen auf vier Jahre zu begrenzen sind also nicht mit den Geisteswissenschaften kompatibel. Ideen, zwangsweise nur feste Stellen zu vergeben, sind nicht mit den jetzt schon zu geringen Budgets kompatibel, die ja nun auch noch gekürzt werden sollen.

Übrigens: Meine Mitarbeiter haben inzwischen feste Stellen. Alle bei uns würden ihre Mitarbeiter*innen gern auf feste Stellen setzten. Das ist aus diversen Gründen nicht ohne weiteres möglich.

Gute Ergebnisse werden nur erzielt, wenn es Mitarbeiter*innen gut geht. Letztendlich braucht man dafür Geld.

#Bildung

Befristung von Postdocs: Karlsruhe kippt Garantien für Wissenschaftler

Das Bundesverfassungsgericht erklärt das Berliner Hochschulgesetz für verfassungswidrig. Das Land Berlin habe keine Gesetzgebungskompetenz.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH
Stress: Von einem universitären Dauerzustand.

Meine Perspektive ist eine externe: Ich schaue von außen auf die Universität. Gelegentlich überschreite ich die institutionelle Schwelle der Universität, wenn ich im Rahmen eines Lehrauftrags unter…

Rotsinn

Triff mich, wie ich nach einem 9h-Arbeitstag mit kurzer Entspannungspause im Garten noch bis kurz vor 22h einen Forschungsbericht überarbeite.

Weil der Projektträger mit dem kompletten Rückruf der Mittel droht.
Weil dem Projektträger 6 Monate nach Abgabe des Berichtes noch mal inhaltliche Fragen eingefallen sind und ich die Fristen verpasst habe.
Weil ich seit eineinhalb Jahren nicht mehr an der Uni Bonn beschäftigt bin und sich niemand am Institut um eine Übergabe oder Nachbereitung des Projektes gekümmert hat.
Weil unsere AG dort rausgeekelt wurde, obwohl (oder weil?) uns die Forschungsgelder hinterher geworfen wurden.

Science was my first love, but the system is so messed up.
#IchBinHannah

Bundestagswahl 2025: Meine Erststimme für Isabel Mackensen-Geis, meine Zweitstimme für die SPD !

Wie vor schon vor drei, ja auch schon vor sieben Jahren habe ich mit meiner Erststimme Isabel Mackensen-Geis gewählt. Diesmal habe ich mich nicht aus beruflichen Gründen für Briefwahl entschieden. …

paysages