#Dummdeutsch

Immer öfter komme ich bei Schlagzeilen ins Grübeln. Wieso kehren immer mehr junge Menschen zum Glauben ZURÜCK? Gab es eine Phase in ihrem Leben, in dem sie schon einmal geglaubt haben, sich dann vom Glauben abgewendet haben, um dann wieder zu ihm ZURÜCKzukehren?

Oder will die Autorin ausdrücken, dass endlich wieder mehr an Gott geglaubt wird?

Meine Forderung: Können Journalist*innen bitte wieder zu korrektem Deutsch zurückkehren? Oder ...

🌀 https://www.derstandard.at/story/3000000296773/immer-mehr-junge-im-westen-entdecken-den-glauben-fluechtiger-trend-oder-grosses-comeback

Immer mehr Junge im Westen entdecken den Glauben: Flüchtiger Trend oder großes Comeback?

Gebets-Apps, gläubige Influencer auf Social Media, späte Taufen: Ausgerechnet im aufgeklärten Westen finden immer mehr, vor allem junge, Menschen zum Glauben zurück

DER STANDARD

@Troetifant ›Technologieoffene Lösungen‹ ist Neusprech für ›haben wir immer schon so gemacht‹.

— Aus dem neuen #Blödmaschinen-#Dummdeutsch-Lexikon.

@ingo

Satirische Sprachkritik: Ein Rückblick auf Dummdeutsch (1)

Damals, in den 1980ern, regte man sich noch über Wörter wie ‚Feeling‘ oder ‚Betroffenheit‘ auf. Es war nicht nur ein literarisches Stilmittel. Es war ein Lebensgefühl. Damals ahnte noch niemand, dass die Sprachkritiker wohl heute beim Anblick von Gendersternen* endgültig kapituliert hätten.

Willkommen im postmodernen Zirkus des Lebens. Die Animateure der Egalitätsvision (danke, Gertrud Höhler) lassen uns zwischen Beziehungsarbeit1 und Erdpolitik2 jonglieren. Hier treffen Doppelverdiener3 auf Doppelrentnerinnen4. Währenddessen suchen die Kids aus dem Dimension Kind5 auf der Playstation nach dem Feeling6. Wir Autonomen erarbeiten uns dieses Gefühl in der FitnessOase7 – mit Verwöhnaroma8 versteht sich.

Das Projekt „Leben 4.0“

Wir befinden uns mitten in einer Risikogesellschaft9, wie Ulrich Beck so treffend analysiert hat. Die Sachzwänge10 sind groß. Partnerarbeit11 trifft auf Trauerarbeit12. Die Sensiblen unter uns jonglieren mit Problemzonen13. Gleichzeitig versuchen sie, postmaterielle Werte14 in der Erlebnisgastronomie15 zu entdecken. Wer nicht mithält, wird Opfer der Hausfrauisierung16 oder, schlimmer noch, der Verdrängungsarbeit17.

Liebe in Zeiten der Streitkultur

Romantik ist tot? Keineswegs! Dank Eheseminaren18 und Ehehygiene (Danke, Beate Uhse19!) kriegt selbst die härteste Beziehungskiste20 einen neuen Anstrich. Notfalls hilft ein Besuch im Romantikhotel21. Zwischen Phantasie und Symbolsuche22 trifft die Traumfrau auf den Zweitvater23. Oder sie trifft auf Mannesanwartschaft24. Alles ist möglich in einer Welt, wo selbst die Liebe strömungsübergreifend25 ist.

Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das, was gesagt wird, nicht das Gemeinte. Wenn das, was gesagt wird, nicht das Gemeinte ist, dann sind auch die Taten nicht in Ordnung. Sind die Taten nicht in Ordnung, so verderben die Sitten. Verderben die Sitten, so wird die Justiz überfordert. Wird die Justiz überfordert, so weiß das Volk nicht, wohin es sich wenden soll. Deshalb achte man darauf, daß die Worte stimmen. Das ist das Wichtigste von allem. Konfuzius

Kids, Kultur und die große Betroffenheitsprosa

Unsere Kids sind die Zukunft, und wir? Wir sind die Animateure der Kreativität. Mit Rebirthing26 und Trauerarbeit27 versuchen wir, die Wut und Trauer der Welt in ein authentisches Szenario zu gießen. Dabei hilft die Suhrkamp-Kultur28 ebenso wie eine großzügige Portion Erlebnisquark29.

Fazit: Zwischen Anpassungsnotwendigkeit und Selbstverwirklichung

Am Ende bleibt uns nichts anderes übrig, als uns einzulassen. Ob auf Beziehungsprobleme30, die Multikulturelle Szene31 oder die nächste Wohnumfeldverbesserung32. Der Animateur in uns weiß: Jede Krise ist ein Motivationsschub33, jede Midlife-Crisis34 ein Schritt zur Sinnstiftung35.

Erklärung:
Dieser Blogtext ist eine freie Interpretation einiger Begriffe aus dem Buch Dummdeutsch von Eckhard HenscheidDummdeutsch nannten sich in den 1980er-Jahren zwei Wörtersammlungen, die bissige Sprachkritik betrieben. Ziel der beiden Bände war es, die „schleichende Verhunzung“ der Sprache offenzulegen. Sie wollten das „verbale Imponiergewurstel“ und das „Verschleierungsdeutsch“ in Politik und anderen Bereichen aufdecken.

Die deutsche Sprache der vorangegangenen Jahre habe sich laut Henscheid dadurch ausgezeichnet. Sie generierte markant „dumme“, also überflüssige, unlogische oder verschleiernde Wörter und Floskeln. Dies geschah durch Neuverwendung oder Neuprägung. Die Autoren des satirischen Magazins Titanic kommentierten viele modischen Worte und Wendungen. Diese kamen in den 1970ern und 1980ern auf.

Besonders Henscheid wandte sich gegen einen Jargon. Dieser Jargon war im Feuilleton, in der Werbung, in der „Psychoszene“ verbreitet. Er verbreitete sich auch in Massenmedien und bei damaligen Intellektuellen. Dazu zählten Begriffe wie BetroffenheitWut und TrauerSelbstverwirklichung oder Feeling.

Angesichts der aktuellen Sprachdebatten, insbesondere über das Gendern, wirkt Henscheids Kritik heute fast schon prophetisch. Während damals das „verbale Imponiergewurstel“ in Wirtschaft und Medien im Fokus stand, wird heute heiß diskutiert.

Es wird überlegt, ob durch sprachliche Anpassungen wie das Gendern die Ausdrucksfähigkeit leidet oder gewinnt. Vielleicht wäre Henscheid heute ein scharfer Kritiker des Gendersterns. Vielleicht hätte er ihn mit einem Augenzwinkern in die nächste Auflage von Dummdeutsch aufgenommen.

Hier geht es weiter zu Teil2: https://willischewski.de/2025/01/20/satirische-sprachkritik-ein-ruckblick-auf-dummdeutsch-2/

Quelle / Weiterführende Informationen

Beitragsbild (Symbol): typisch deutsch, 1980er Jahre

  • Eckhard Henscheid, Carl Lierow, Elsemarie Maletzke, Chlodwig Poth (Illustrationen): Dummdeutsch. Ein satirisch-polemisches Wörterbuch. Fischer TB 7583, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-27583-0.
  • Carl Lierow, Elsemarie Maletzke, Chlodwig Poth (Illustrationen): Dummdeutsch zwo. Ein satirisch-polemisches Wörterbuch. Fischer TB 7572, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-596-27572-5.
  • Eckhard Henscheid: Dummdeutsch. Ein Wörterbuch, erheblich erweiterte Neuausgabe, Reclam, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-15-008865-4.
  • Celle Heute – https://www.celleheute.de/post/jugendarbeit-ist-beziehungsarbeit ↩︎
  • Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH – Buch Erdpolitik https://wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/238 ↩︎
  • MAZ – https://www.maz-online.de/brandenburg/politische-doppelverdiener-darum-wollen-brandenburgs-minister-von-spd-und-bsw-abgeordnete-bleiben-L7MI4VW53RAELIWH25GBBHLOXQ.html ↩︎
  • taz – https://taz.de/!1874636/ ↩︎
  • Die religiöse Dimension im Kind: Forderungen für religiöse Bildungsprozesse heute auf der Basis von phänomenologischen Beobachtungen bei … Rene Börrnert, Henning Daßler u. Jochen Hinz  ↩︎
  • Lokal Klick – https://lokalklick.eu/2025/01/19/karnevals-feeling-beim-malteser-wohlfuehlmorgen/ ↩︎
  • Fitness Oase Rendsburg – https://www.fitness-oase-rendsburg.de ↩︎
  • Horizont – https://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/-Jacobs-lockt-Kunden-mit-verbessertem-Verwoehnaroma-95415 ↩︎
  • Deutschlandfunk Kultur – https://www.deutschlandfunkkultur.de/ulrich-becks-risikogesellschaft-kassandra-und-die-100.html ↩︎
  • Main-Echo „Aus Sachzwängen und Ideen … Zukunft gestalten“ – https://www.main-echo.de/region/kreis-miltenberg/robin-haseler-bei-neujahrsempfang-aus-sachzwaengen-und-ideen-weilbachs-zukunft-gestalten-art-8427143#google_vignette ↩︎
  • Herole – https://www.herole.de/blog/sozialform-partnerarbeit/ ↩︎
  • Rheinpfalz – https://www.rheinpfalz.de/lokal/rhein-pfalz-kreis_artikel,-bestatter-eric-wrede-fokussiert-eine-intensive-trauerarbeit-_arid,5732805.html ↩︎
  • Elle – https://www.elle.de/problemzonen-ursachen ↩︎
  • Thalia – https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1005898897 ↩︎
  • Eat the World Flensburg – https://www.eat-the-world.com/erlebnisgastronomie/flensburg/ ↩︎
  • Querelles – https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/187/195 ↩︎
  • TAZ – https://taz.de/!1737932/ ↩︎
  • WELT via YouTube – https://www.youtube.com/watch?v=lQ_C3fBdZbE&themeRefresh=1 ↩︎
  • Hier im Blog – https://schleswig-holstein-pur.de/2024/10/24/beate-uhse-von-der-pilotin-zur-sexshop-konigin/ ↩︎
  • OZ Online – https://www.oz-online.de/artikel/1457787/Silvia-aus-Emden-ist-genervt-von-ihrer-Schwiegermutter ↩︎
  • Kieler Kaufmann – https://www.kieler-kaufmann.de ↩︎
  • Buch „Symbolsuche: Die Ost-Berliner Zentrumsplanung zwischen Repräsentation und Agitation“ von Peter Müller ↩︎
  • TAZ – https://taz.de/Kolumne-Down/!5252452/ ↩︎
  • Uni Trier – https://www.uni-trier.de/fileadmin/fb5/inst/IRP/03_Events/02_Bitburger_Gespraeche/1980/Doc/9_Kaltenbach_Helmut__Abgrenzung_Sozialversicherung-Privatversicherung.pdf ↩︎
  • Deutsches Ärzteblatt – https://www.aerzteblatt.de/archiv/188539/Mitgefuehl-in-der-Psychotherapie-Stoerungsuebergreifende-Haltung ↩︎
  • Focus – https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/alternativmedizin/jop-jetzt-schiebt-s-reporter-testet-psychedelisches-atmen-und-endet-in-schwarzem-loch_id_259610207.html ↩︎
  • siehe 11. ↩︎
  • NZZ – https://www.nzz.ch/feuilleton/suhrkamp-schreibt-das-denken-klein-wie-ein-buchstabe-das-vertrauen-in-eine-institution-erschuettern-kann-ld.1590690 ↩︎
  • YouTube – https://odysee.com/Belantis-Erlebnisquark/fa763e4ff7f9d3555d0cdaa59b350bce521168b8 ↩︎
  • SPIEGEL – https://www.spiegel.de/partnerschaft/reisen-zu-zweit-paartherapeutin-sarah-willeke-ueber-beziehungsprobleme-im-urlaub-a-2b4958e0-bd62-4115-bf8f-e407ed48a419 ↩︎
  • WELT – https://www.welt.de/sonderthemen/reiseland-dubai/article241601131/Multikulturelle-Gastro-Szene-in-Dubai.html ↩︎
  • Pflege.de – https://www.pflege.de/pflegekasse-pflegefinanzierung/pflegeleistungen/wohnraumanpassung/ ↩︎
  • SPIEGEL – https://www.spiegel.de/kultur/max-strohe-ueber-the-bear-wir-koeche-kriegen-beim-gucken-einen-extremen-motivationsschub-a-a60e3278-b37f-404f-b807-e6b7c37183b1 ↩︎
  • Frankfurter Rundschau – https://www.fr.de/meinung/kolumnen/lederjacken-reichen-nicht-mehr-93516740.html ↩︎
  • TAZ – https://taz.de/Buchbranche-in-der-Krise/!6039542/ ↩︎
  • Die Meinung zählt!

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