Ich bin heute aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten 🥳
Das Fediverse hat dabei eine nicht unwesentliche Rolle gespielt:
Zum einen bin ich hier immer wieder Meldungen begegnet, die aus meiner Sicht zeigen, dass es in der katholischen Kirche in Deutschland einen signifikanten queerfeindlichen Mainstream gibt. Ich will nicht Mitglied eines Vereins sein, in dem eine signifikante Gruppe denkt, dass ich falsch lebe oder bin. (Dass es auch Offenheit für Queerness und queere Gläubige gibt, weiß ich.)
Zum anderen ist mir die Website https://www.kirchenaustritt.de in die Timeline gespült worden – hier kann jede*r in 🇩🇪🇦🇹🇨🇭 bequem nachsehen, bei welcher Institution der Austritt erklärt werden kann. Ich dachte: Wenn mir das Schicksal diese Seite präsentiert, mache ich einen Termin. Schaut dort auch mal rein, wenn ihr das Thema vor euch hergeschoben habt.
Ich bin durch Taufe im Säuglingsalter Mitglied der Kirche geworden – eine absurde Praxis, wie ich finde. Lasst Kinder selbst entscheiden, wenn sie das Alter erreicht haben. Glauben kann man auch vermitteln, ohne eine Mitgliedschaft aufzuzwingen, die einen Verwaltungsakt erfordert, um sie zu beenden. Aus dem Fußballverein auszutreten, wäre einfacher gewesen.
Für mich hat die Kirche nie eine positive Rolle gespielt. Die wenigen Berührungspunkte haben mich indifferent zurückgelassen oder abgestoßen. So wie es Leute gibt, die keine romantischen oder sexuellen Gefühle haben, habe ich keine religiösen Gefühle. Ich glaube nicht, dass es einen Gott oder höhere Mächte gibt (wofür ich natürlich keinen Beweis habe, aber offensichtlich ist es auch okay, ohne jeglichen Beweis an das Gegenteil zu glauben).
Insofern frage ich mich eigentlich nur, warum es so lange gedauert hat, bis ich den Club verlassen habe. Aber gut, die übliche Prokrastination – mit Dank an das Fediverse, das mir den nötigen Schubs gegeben hat.
#Kirchenaustritt #Disaffiliation #LeavingTheChurchRatherEasy