Ich folge seit vielen Jahren einer Bloggerin, die leider nur noch selten schreibt. Heute flatterte nach ewig langer Zeit mal wieder ein Newsletter von ihr in mein Postfach.

Ich mag ihren Schreibstil und ihren Humor und ihre klugen Gedanken. Sie hat einen Abgesang auf das Internet geschrieben und ich finde, ihr solltet das auch lesen:

#internet #bloggen #netzwelt

https://nieselpriem.com/2026/03/25/radikaler-ruckschnitt/

Radikaler Rückschnitt

Frühjahr, Zeit, die Büsche und Bäume zurückzuschneiden. Aber nein, darum geht es nicht. Wir haben März zwanzig sechsundzwanzig und ich sag euch: Nach dreißig Jahren Internet ist dieses Experiment g…

Nieselpriem

In meinem Buch »Der gefrorene Urknall« von 2019 steht genau das! Soll ich es erfreulich oder erschreckend finden, dass sich meine Vorhersagen eine nach der anderen bewahrheiten?

Sag’ Du es mir!

https://www.tagesschau.de/ausland/antimaterie-transport-lkw-100.html

#MoíraZyklus #HardScienceFiction #SciFi #Bücher #Lesen #Bloggen #Buchstodon #Schreibstodon

Weltpremiere am CERN - Erfolgreicher Antimaterie-Transport per Lkw

Am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf ist es erstmals gelungen, Antimaterie auf der Straße zu transportieren. Die Testfahrt könnte der erste Schritt sein, um eines der größten Rätsel der Teilchenphysik zu lösen.

tagesschau.de

Ich nehme wieder am Bloggerschnack teil. Das Thema lautet diesmal: KI und Bloggen. Wie ich darüber denke? Das erfahrt ihr heute auf meinem Blog.

https://anjaliebt.de/bloggerschnack-maerz-2026-ki-und-das-bloggen/

#bloggen

Anjaliebt | Bloggerschnack März 2026: KI und das Bloggen

Beim Bloggerschnack schreiben verschiedene Blogger über ein bestimmtes Thema und tragen zur Vernetzung bei.

Anjaliebt

Dank einem 30 Jahre alten Scanner, ein wenig OCR-Software und meiner geliebten Schreibmaschine, kann ich jetzt auch völlig ohne Strom bloggen - oder zumindest schon mal schreiben. 😄

https://mariustimmer.de/post/bloggenmitderschreibmaschine/

#Bloggen #Schreibmaschine

Bloggen mit der Schreibmaschine

Ich tippe meine Blog-Beiträge nun auf der Schreibmaschine.

Timmers Blog

KI grast Blogs und Newsseiten ab, liefert Antworten ohne Credits und entzieht unabhängigen Seiten Reichweite, Leser und Spenden – bis die Quellen versiegen. 👇

https://www.kuketz-blog.de/kommentar-ki-frisst-ihre-eigene-grundlage-auf/

#KI #Datenschutz #Bloggen #OpenWeb

Kommentar: KI frisst ihre eigene Grundlage auf

KI grast Blogs und Newsseiten ab, liefert Antworten ohne Credits und entzieht unabhängigen Seiten Reichweite, Leser und Spenden – bis die Quellen versiegen.

KI-Modelle grasen Blogs wie den Kuketz-Blog ab, verwerten die Inhalte – und geben keine Credits. Nutzer fragen zunehmend direkt die KI, statt den Blog zu besuchen. Weniger Besucher, weniger Spenden, irgendwann kein Blog mehr. Am Ende stirbt genau das, wovon KI lebt: die Quelle.

Haltet ihr unabhängigen Blogs trotz KI weiter die Stange?

#KI #AI #Datenschutz #KuketzBlog #Bloggen #DigitaleSelbstbestimmung

Ja
94.9%
Nein
1.3%
Wird sich zeigen
3.7%
Poll ended at .
17 Jahre Bloggen. Angefangen auf Posterous, heute auf WordPress. Dazwischen: Twitter-Hypes, E-Mail-Tod-Erklärungen und viele Irrtümer. Was bleibt, ist nicht Reichweite, sondern ein öffentliches Denkprotokoll. Schreiben zwingt zur Klarheit – und zur Demut, wenn man alte Texte wieder liest.
#Bloggen #Digitalisierung #Reflexion https://stefanpfeiffer.blog/2026/03/22/17-jahre-bloggen/

(Mindestens) 17 Jahre Bloggen – was hat es gebracht?

Heute Morgen habe ich per Zufall im Blog nachgeschaut. Hier auf WordPress.com ist mein erster Blogartikel am 22. März 2009 erschienen. Na ja, „erschienen“ stimmt nicht ganz – erschienen ist er eigentlich vorher, auf Posterous. Ich habe ihn damals nach WordPress importiert. Posterous wurde eingestellt und einige Texte sind wohl im Nirvana des Netzes verschwunden. Das Netz vergisst doch. Manchmal.

Eine Zwischenbilanz mit Augenzwinkern – und einem Blick auf die große Blogosphären-Midlife-Crisis

Also genau siebzehn Jahre dieser Blog hier. Nein, ich werde mich nicht die Debatte einmischen, ob Bloggen tot ist. Die Debatte ist gefühlt so alt wie das Bloggen selbst – ungefähr alle drei Jahre fragt irgendjemand, ob das Medium noch lebt, und ungefähr alle drei Jahre antworten Bloggerinnen und Blogger darauf mit langen Blogposts. Über die Schärfe, die in die aktuelle Debatte hinein gekommen ist, kann ich nur den Kopf schütteln. Bloggen als Hobby weißer Männer über 50, die ihre Meinungen für wichtiger halten, als sie sind – während jüngere, diversere Stimmen auf anderen Kanälen längst interessantere Dinge sagen. Mein Gott, lasst uns doch einfach, wenn es uns Spaß macht.

Ich hab mir mal einige Artikel von „damals“ angesehen, die noch online sind. Zum Beispiel dieser hier vom 22. März 2009: „‚Gezwitschere‘ – Kann man das ernst nehmen?“ Meine erste Auseinandersetzung mit Twitter. Ich saß damals auf einem IBM-Sofa auf der Web 2.0 Expo in Berlin, neben mir ein junger Typ, der Videos drehte, und er fragte mich: „Du bist neu auf Twitter? Stimmt’s?“ Ja, ich musste mich outen. Wenn ich mir heute anschauen, was aus Twitter und dem Web 2.0 geworden ist …

In dieser Zeit erschien auch mein Artikel über Apple als valide Unternehmensplattform – oder doch noch Avantgarde-Spielzeug? Und einer über E-Mail-Management und Compliance, ein Thema, das mich sehr lange beruflich beschäftigte. Ich habe über die Dokumentensuche im digitalen Müllhaufen ebenso geschrieben wie über die digitalen Störenfriede, die mich immer wieder unterbrechen.

Vom Schreiberling zum Blogger

Warum habe ich überhaupt mit dem Bloggen angefangen? Die Leidenschaft fürs Schreiben war schon immer da. In der Schülerzeitung. Dann in der Lokalredaktion der Wetzlarer Neuen Zeitung. Später für Computerzeitschriften wie die PC Praxis. Bei FileNet – meinem damaligen Arbeitgeber – habe ich ein Unternehmensmagazin herausgegeben.

Das Blog war also kein Neubeginn, sondern eine Fortsetzung meiner Leidenschaft fürs Schreiben mit anderen Mitteln – ohne Redakteur, ohne Drucktermin, ohne jemanden, der den Text noch einmal gegenliest. Was natürlich auch bedeutete: ohne jemanden, der einen aufhält. Ich glaube, dass mich damals mein Kollege Thorsten inspiriert hat, ein eigenes Blog aufzumachen.

Also schrieb ich nun auf meiner eigenen Plattform über Technologie, über digitale Transformation, über die Frage, warum deutsche Unternehmen so tun, als wäre das Internet ein vorübergehender Trend. Über Social Media, als es noch hieß, es würde die Welt demokratisieren. Spoiler: Es hat die Welt verändert, aber nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Von DigitalNaiv zum Namens.Blog

Das Blog hieß zuerst „DigitalNaiv“. Fand ich witzig, weil ich mich damals à la Raumschiff Enterprise in die neuen Welten des Web 2.0 begeben habe. Mit einer gewissen Naivität. Einfach mal eintauchen. Nicht im Sinne von Ahnungslosigkeit, sondern im Sinne von ausprobieren, kennenlernen und bewerten.

Irgendwann – ich glaube im Oktober 2018 – habe ich dann DigitalNaiv.com in stefanpfeiffer.blog umbenannt. Die Idee dahinter: persönlicher werden, klarer machen, dass hier ein Mensch schreibt und keine Marke. Aber „DigitalNaiv“ hatte einen Charakter, den kein Name ersetzt, der einfach aus Vor- und Nachname besteht. Heute würde ich das wahrscheinlich nicht mehr tun. Aber wer so lange Jahre bloggt, hat immer wieder Jahre Entscheidungen getroffen, die man später anders sieht. Das gehört dazu.

Corporate Blogging: Zwischen Haltung und Unternehmenslinie

Was ich in dieser Phase auch war: ein Corporate Blogger. Ich habe für die IBM gebloggt – offiziell, mit eigenem IBM-Blog, mit Twitter-Handle Stefan63atIBM, damit von Anfang an klar war, wo ich arbeite. Das war damals eine echte Debatte: Wie weit darf ein Corporate Blogger gehen? Was ist noch persönliche Meinung, was schon Unternehmenssprechertum?

Ich habe damals 2009, kurz vor der re:publica, einen Artikel darüber geschrieben, der den herrlichen Titel trug: „Einfach mal Fresse halten?„. Es ging um die Frage, wann man als Mitarbeiter eines Konzerns besser schweigt – und wann man trotzdem schreibt. Die IBM hatte damals immerhin schon Social Computing Guidelines. Das war fortschrittlich. Und es war nötig, denn die Versuchung, als Corporate Blogger auf dünnem Eis zu tanzen, war real.

Corporate Blogger. Das klingt heute so zeitgemäß wie ein Faxgerät im Homeoffice. Das Konzept ist nicht gestorben, es hat sich nur aufgelöst – in Content Marketing, in Employee Advocacy, in unselige LinkedIn-Posts mit Hashtags, die der Social-Media-Manager vorher freigegeben hat. Der authentische Mitarbeiterblog, der Firma und Person gleichzeitig repräsentiert ist unterdessen eine Illusion. Ich habe sie trotzdem eine Weile gepflegt. Und ich bereue es nicht – auch wenn die damaligen IBM-Blogs längst offline sind und das Internet diesen Teil meiner Geschichte vielleicht gnädig vergessen hat. Da war schon viel Werbung und Promotion für unsere damaligen Produkte dabei.

Was ich dabei gelernt habe – über Technologie und mich

Siebzehn Jahre Bloggen sind eine erstaunlich gute Dokumentation eigener Irrtümer. Immerhin habe ich nur Second Life nur für die Zukunft gehalten. Doch habe ich Twitter mal als Bereicherung für den demokratischen Diskurs bezeichnet – und mich später dabei ertappt, wie ich auf Elon Musks Plattform nur noch Empörung und Werbung für Selbstbräuner vorfand. Ich habe über „das Ende der E-Mail“ geschrieben. Die E-Mail lebt. Sie ist unsterblich. Sie wird uns alle überleben.

Das Gute daran: Wer über 17 Jahre lang öffentlich schreibt, wird bescheiden. Nicht weil man weniger Meinungen hat, sondern weil man weiß, wie schnell Meinungen veralten. Heute tippe ich mit etwas mehr Vorsicht. Nicht weniger Überzeugung – aber mehr Bewusstsein dafür, dass ich in fünf Jahren vielleicht wieder in alten Posts wühle und den Kopf schüttle.

Die Reichweite: bescheiden, aber real

Die Zahl meiner Leserinnen und Leser ist bescheiden. Heutige Influencer auf TikTok oder Instagram würden darüber lachen. Ist aber nicht der Punkt. Die richtige Frage ist nicht: „Wie viele Menschen lesen das?“ Sondern: „Wer liest das – und was passiert danach?“

Und das ist ok. Ein Kommentar, der eine Debatte losgetreten hat. Eine E-Mail von jemandem, der sagt: „Das habe ich meinem Chef geschickt.“ Ein Gespräch auf einer Konferenz, das mit den Worten beginnt: „Ich lese deinen Blog, und…“ Mein Blog, vielleicht Bloggen generell ist kein Massenmedium.

Was sich verändert hat – und was gleich geblieben ist

Die Werkzeuge haben sich verändert. Blogger, WordPress, dann WordPress.com, Mastodon als Verlängerung. Die Art, wie ich Artikel teile, hat sich fünfmal gewandelt. Facebook war mal wichtig. Dann nicht mehr. Jetzt wieder, um meinen Freundes- und Bekanntenkreis zu erreichen. LinkedIn wurde als wichtig dargestellt – und nervt mich unterdessen nur noch.

Was gleich geblieben ist: der Impuls, sich zu etwas zu äußeren, auch Informationen, Artikel zu teilen, zu kuratieren. Und der Prozess des Schreibens selbst. Der Moment, in dem ich einen Gedanken aufschreibe und er sich dann weiter heraus kristallisiert. Wer schreibt, denkt anders. Wer öffentlich schreibt, denkt noch einmal anders, weil irgendwo immer jemand mitliest, der einen beim Widerspruch ertappen könnte.

Künstliche Intelligenz hat die Angelegenheit inzwischen einfacher und gleichzeitig komplizierter gemacht. Ich nutze KI-Tools beim Schreiben. Für Recherche, für Titelbilder, manchmal als Sparringspartner für Argumente. Und gleichzeitig frage ich mich: Was ist noch meine Stimme? Wo endet der Assistent und fange ich an? Diese Frage habe ich noch nicht abschließend beantwortet. Was aber Bloggen in einer KI-Welt auf jeden Fall leisten kann: Reflexion, die nicht delegierbar ist.

Alte weiße Männer und ihre Blogs – ein Problem?

Ja, viele der aktiven Langzeit-Blogger in der deutschsprachigen Blogosphäre sind: männlich, weiß, über 50, beruflich etabliert. Ich erfülle drei von vier Kriterien ohne Mühe. Das ist kein Zufall und kein Anlass zur Selbstbeglückwünschung. Ein Trost: Es gibt Claudia und andere Bloggerinnen, die es immer wert sind gelesen zu werden. Aber auch sie sind in aller Regel Ü50. Vielleicht sind wir Bloggerinnen und Blogger ja eine aussterbende Rasse. Oder anders: Vielleicht publizieren die Jungen halt anders.

Ich blogge nicht, weil ich denke, dass meine Perspektive die wichtigste ist. Ich blogge, weil ich denke, dass öffentliches Schreiben – mit echtem Namen, mit nachvollziehbarer Haltung, mit der Bereitschaft, widersprochen zu werden – in einer Zeit algorithmisch optimierter Empörungsschleifen etwas wert ist. Unabhängig davon, wer es tut.

Hat es sich gelohnt?

Ja. Aber nicht aus den Gründen, die ich 2009 erwartet hätte. Nicht wegen der Reichweite. Nicht wegen des Einflusses. Nicht wegen der Karriere. Sondern wegen des Denkens. Wegen der Menschen, die ich dadurch kennengelernt habe. Ich freue mich auf die Beiträge von Claudia, Horst, Henning, Christian, Heinrich, Helmut, Thomas, Gunnar, Lars, Herrn Tommi und vielen anderen Bloggerinnen und Bloggern. Vor allem freue ich mich auf Austausch. Und es gibt mir Hoffnung, dass es noch vernünftige, demokratische Stimmen gibt. Es gibt das Gefühl, in einer Welt voller Lärm trotzdem eine eigene Stimme zu haben – auch wenn die niemand außer zwanzig interessierte Leserinnen und Leser hört.

Was jetzt?

Weitermachen. Neue Formate probieren. Was sonst? Ja, es gibt berechtigte Fragen darüber, wer bloggt, warum, und ob das irgendwen außer dem Autor selbst interessiert. Ja, TikTok, Instagram, Substack und LinkedIn-Posts erreichen vermutlich mehr Menschen mit weniger Aufwand.

Die Plattformen werden sich weiter verändern. KI wird das Schreiben, Kuratieren und Publizieren weiter umkrempeln. Irgendwann wird wieder jemand fragen, ob Blogs noch zeitgemäß sind – und ich werde, wie seit zwanzig Jahren, die Frage mit einem Blogpost beantworten. In dem ich erkläre, warum die Frage falsch gestellt ist. Und dann den nächsten Post veröffentlichen.

Dieser Blog ist meine Heimat

Dieser Blog ist meine Heimat. Er gehört mir. Nicht Elon Musk, der X in eine Empörungsmaschine mit Bezahlschranke verwandelt hat. Nicht Mark Zuckerberg, der den Algorithmus nach Gusto dreht und Reichweite verteilt wie ein Feudalherr Ländereien. Wenn LinkedIn morgen entscheidet, dass meine Art zu schreiben nicht mehr in den Feed passt, oder Bluesky sich wieder irgendwie neu erfindet – der Blog steht noch. Meine Texte, meine Themen, meine Stimme. Das ist in einer Welt, in der wir fast alles nur noch mieten, mehr wert als es klingt. Gerade in diesen Zeiten, wo wir angesichts der Radikalisierung und der Autokraten Flagge zeigen müssen.


* Dieser Artikel ist Teil einer losen Reihe über digitales Publizieren, Bloggen und das Internet, das wir mal haben wollten. Feedback, Widerspruch und alte Anekdoten gerne in die Kommentare.*

#17Jahre #Blog #Bloggen #Blogosphere #Journalismus #SocialMedia #Twitter #WordPress

Siebzehn Jahre Bloggen sind mehr als ein digitales Tagebuch: Sie zeigen, wie sich Denken verändert, Irrtümer gemacht werden, auch Haltung sichtbar wird. In einer Welt flüchtiger Plattformen wird das eigene Blog zur stabilen digitalen Heimat und zum Ort des Austauschs. #Bloggen #17Jahre

http://stefanpfeiffer.blog/2026/03/22/17-jahre-bloggen/

(Mindestens) 17 Jahre Bloggen – was hat es gebracht?

Siebzehn Jahre Bloggen sind mehr als ein digitales Tagebuch: Sie zeigen, wie sich Denken verändert, Irrtümer gemacht werden, auch Haltung sichtbar wird. In einer Welt flüchtiger Plattformen wird da…

StefanPfeiffer.Blog

Der KI-Vampir auf der Arbeit – der KI-Roboter auf dem Tennisplatz

Für Euch kuratiert: Schon wieder bin ich auf einige Artikel rund um KI gestoßen, die ich für erwähnenswert und kommentierenswert halte. Da geht es um den neuen Kollegen im Büro, der wie ein Vampir unsere Hirn aussaugt. Warum eigentlich den Kollegen und nicht die Kollegin? Judith Peters schwärmt davon, wie genial die KI Claude von Anthropic fürs Bloggen ist. André Mensch vom französischen Anbieter Mistral war im Interview mit dem Deutschlandfunk. Und schließlich spielt die KI jetzt auch Tennis, wahrscheinlich sogar deutlich besser als ich. Das trifft ins Herz.

  • Der Vampir: Wenn KI unser Hirn einfriert
  • Bloggen: Wenn den ach so perfekten Texten die Kanten fehlen
  • Mistral: Warum wir eine europäische Alternative brauchen
  • Humanoide Roboter: Wenn der Tennispartner plötzlich ein Algorithmus ist
  • Der Vampir: Wenn KI unser Hirn einfriert

    Sowohl Marcus Schuler in der FAZ wie auch Jens Polomski in seinem KI-Newsletter widmen sich einem Thema, das uns alle stresst oder stressen könnte, denn … der neue Kollege im Büro ist ein Vampir. Er arbeitet schneller als alle anderen, braucht keinen Schlaf und produziert unermüdlich neue Texte, Bilder und neuen Code. Doch wie bei Vampiren üblich, hat auch dieser einen Preis: Er ernährt sich von menschlicher Energie.

    Ihr ahnt, um was es geht: Generative KI. Früher verbrachten Entwickler Stunden damit, ein Problem zu durchdenken und eine Lösung zu bauen. Heute spuckt die KI in Minuten Vorschläge aus – und der Mensch wird zum Gutachter am Fließband. Prompt schreiben, Output lesen, beurteilen, korrigieren, neu prompten – eine Endlosschleife aus Prüfen, Bewerten und Entscheiden. Das stresst. Nicht nur Entwickler.

    Ich merke das auch selbst, beispielsweise wenn ich durch ChatGPT die Titelbilder für meine Blogbeiträge erstellen lasse. Oft finde ich kein Ende, weil das aus meiner Sicht noch immer nicht „perfekt“ ist. Also noch eine Iteration und noch eine Iteration. Dem Thema widmet sich Jens im Newsletter und stellt Regeln auf, wie man „Brain Fry“, mentaler Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und Entscheidungsüberlastung vermeiden kann.

    Er zitiert eine Studie von BCG und der University of California in Riverside, die ein interessantes Paradox zeigt: Wird KI gezielt für Routineaufgaben eingesetzt, sinkt das Burnout-Risiko um etwa 15 %. Gleichzeitig berichten rund 14 % der Nutzer von besagtem „Brain Fry“. Der Auslöser ist dabei meist nicht die KI selbst, sondern ihre Nutzung: ständiger Wechsel zwischen Tools, permanentes Prüfen von KI-Ergebnissen und der Druck, mit dem unerschöpflichen Output der Maschinen Schritt zu halten. Die KI kennt keine Pausen. Der Mensch braucht sie. Der Vampir wird nicht müde. Der Mensch schon. Wir müssen uns und der KI Grenzen setzen.

    Übrigens haben laut Search Engine Journal Marketer den höchsten „AI brain fry“ aller Berufe. Ein Pokal🏆, den wir eigentlich nicht haben wollen.

    Bloggen: Wenn den ach so perfekten Texten die Kanten fehlen

    Gerade enthusiastisch ist der Artikel von Judith Peters über den Einsatz von KI – konkret Claude – als Schreib- und Denkassistent für Blogger und Bloggerinnen. Sie beschreibt „10 geniale Wege“, wie wir KI nutzen können und sollten, von der Themenfindung bis zum Texten, SEO und GEO optimieren und Social-Media-Teaser formulieren.

    Viele der Dinge, die sie beschreibt, habe ich auch „gepromptet“ – in ChatGPT und in Perplexity. Und die entsprechenden Spaces oder GPTs sind in der Tat sehr nützlich, aber „genial“? Ich habe sie bewusst „Redaktionsassistenten“ getauft. KI ist ein Werkzeug, kein Zaubertrick. Der Unterschied entsteht nicht durch „geniale Wege“, sondern durch den eigenen Anspruch an Texte. Persönlichkeit, Brüche, eigene Sprache – all das lässt sich nicht wirklich automatisieren und braucht zumindest Nacharbeit.

    Vielleicht wird in einer Welt voller glattgebügelter KI-Texte der unperfekte, eigenwillige Ton plötzlich zum Differenzierungsmerkmal? Wer komplett auf KI setzt, verliert am Ende an Wiedererkennbarkeit. Die Zukunft des Bloggens und Schreibens generell gehört nicht den besten Prompts, sondern denjenigen, die KI bewusst nutzen und sie gleichzeitig begrenzen – und sich den letzten, entscheidenden Schritt selbst vorbehalten.

    Mistral: Warum wir eine europäische Alternative brauchen

    Im Deutschlandfunk bin ich auf einen Artikel über und ein Interview mit dem Mistral-Mitgründer Arthur Mensch gestoßen. Mistral scheint der einzig verbliebene halbwegs ernsthafte Wettbewerber zu den großen US-amerikanischen KI-Anbietern zu sein. Seit geraumer Zeit verfolge ich, was rund um das Unternehmen passiert, und nutze auch regelmäßig Le Chat, das ChatGPT des französischen Herstellers. Le Chat ist so etwas wie das Schaufenster: ein Beweis, dass europäische KI nicht nur im Backend existiert.

    Mensch macht im Interview sehr deutlich, dass der eigentliche Hebel von KI nicht im Consumer-Spielzeug liegt, sondern in Unternehmen. Mistral positioniert sich bewusst nicht als ChatGPT-Klon, sondern als Anbieter von KI für den produktiven Einsatz: Systeme, die tief in Unternehmensdaten, Prozesse und Tools integriert sind, eine europäische Gegenmacht zu US-Techgiganten wie Google oder OpenAI. Das Rezept: Open-Source-Modelle, die Unternehmen selbst hosten und anpassen können – ohne Daten an US-Clouds zu verlieren.

    Europa, so Mensch, muss aufhören, sich als technologischen Zwerg zu sehen, und stattdessen öffentliche Nachfrage schaffen – also gezielt in europäische KI investieren, statt US-Lösungen zu kaufen. Wenn nur zwei oder drei KI-Anbieter bestimmen, welche Inhalte Nutzer:innen erhalten, wird KI zum Werkzeug politischer Einflussnahme – besonders in Wahlkampfzeiten.

    Seine Forderung ist klar: Europäische Verwaltungen und Unternehmen sollten gezielt in Anbieter wie Mistral investieren, um ein eigenes Ökosystem aufzubauen. Meine Forderung und Meinung: Mistral selbst muss Le Chat stärker in den Markt bringen, um auch Endanwendern bekannter zu werden. Ja, das fordert natürlich Investitionen. Schon länger haben Lars und ich Mistral und Le Chat auf unserer Themenliste bei #9vor9. Ich denke, es wird jetzt wirklich Zeit, das Unternehmen und seine Angebote einmal vorzustellen.

    Humanoide Roboter: Wenn der Tennispartner plötzlich ein Algorithmus ist

    Und schließlich zu meinem letzten Thema der Woche: Fünf Stunden Amateurtennis, ein paar wackelige Vorhandschläge und ein Haufen unkoordinierter Seitwärtsbewegungen – und schon steht der Roboter am Netz und spielt Ballwechsel wie ein Hobbyspieler nach dem dritten Bier. Chinesische Forscher haben bewiesen, dass ein humanoider Roboter mit den Bewegungsdaten von fünf Freizeit-Tenniscracks mehr anfangen kann als so mancher Mensch mit jahrelangem Training.

    Die Forscher haben nicht nur bewiesen, dass der Unitree G1 Roboter Tennis spielen kann, sondern dass er es mit unseren Fehlern lernt. Er bewegt sich halbwegs natürlich und hat eine 96-prozentige Erfolgsquote bei Vorhandschlägen. Was bedeutet das für uns Tennisspieler? Wenn selbst ein Roboter mit fünf Stunden Amateur-Tennis mehr erreicht als so manche teure Trainerstunde, wird dann bald der lokale Tennislehrer durch einen Algorithmus ersetzt? Von der Ballmaschine zum humanoiden Tennis-Roboter, der uns trainiert?

    Wenn beim nächsten Mal mein Ball mal wieder im Netz landet, habe ich zumindest einen Trost. Irgendwo lernt gerade ein Roboter aus genau diesem Fehlschlag. Und in der Zwischenzeit werde ich die Trainerstunden und Matches mit meinen Tennispartnerinnen und -partnern beim TCB in Bessungen weiter in meiner ganzen Unperfektion genießen – ganz besonders das Après-Tennis. In diesem Spiel, Satz und Sieg. Hier geht es zum Artikel von Marcus Schwarze in der FAZ (leider hinter der Bezahlschranke).

    #Bloggen #BrainFry #Europa #KI #Prompten #Roboter #Tennis