Wenn es nach der Rüstungslobby ginge, sollen Kriegstüchtigkeit und Resilienz „ganzheitlich” gedacht werden, als eine rundum kriegstüchtige, sprich resiliente Gesellschaft mit einer kriegstüchtigen, sprich resilienten Bevölkerung. So werden die beiden Diskurse zum ideologischen Paar, mit dem auch die Umrüstung des zivilen Sektors legitimiert werden kann. So stößt der Ruf nach Resilienz auch beim Zivilschutz auf Resonanz. Neben dem materiellen Aufbau von ziviler Kriegstüchtigkeits-Infrastruktur müssen auch die Bürger:innen für individuelle Resilienz im Notfall sorgen: Was ist zu tun, wenn es plötzlich keinen Strom oder kein Wasser gibt? Sind Vorräte angelegt? Mit dem Durchspielen von Szenarien soll die Bevölkerung nicht nur praktisch zu Selbsthilfe und Überlebenspraxen „ertüchtigt“ werden. Sie soll sich auch mental auf den Ernstfall vorbereiten. Angefangen wird schon bei den Kleinen: Während Resilienz in den meisten Schulen noch unter psychischer Gesundheitsprävention geführt wird, ist an einer Saarbrücker Schule Zivilschutz als neues Schulfach verankert worden – inklusive des Erlernens individueller Resilienzstrategien.

