Die Kirche erhebt den Anspruch, dass ihre Lehre wahr ist, denn sie ist von Christus gestiftet, der sich selbst als Wahrheit bezeichnet. Ein Wahrheitsanspruch wird heute oft als ethisch gefährlich und intolerant betrachtet. Doch Toleranz kann erst dort beginnen, wo man etwas nicht teilt, nicht versteht, aber dennoch die andere Meinung duldet. Toleranz ist nicht Verständnis, Akzeptanz. Sie muss auch nicht den tolerierten Sachverhalt jenen Wert beimessen, um ihn zu erhalten oder gar selbst anzunehmen.

Das Christentum bezog als erste Toleranz auch auf Personen, woraus sich die Tugend der Geduld gegenüber abweichenden Verhalten entwickelte. Heute wird Toleranz oft so verstanden, dass der andere alles zu tolerieren hat, was einen selbst betrifft, oder sich anzupassen hat. Die Tugend der Geduld zielt jedoch zuerst auf das eigene Verhalten dem anderen gegenüber.
#fedikirche #katholischekirche #toleranz #wahrheit #philosophie #christentum #katholisch #geduld #tugend

Morning zusammen in die #Welt

Heute ist u.a. der "Sei bescheiden #Tag"
Das ist eine #Tugend die immer weniger kennen.....

Passt auf euch auf und seid #achtsam

Auge um Auge....
und die Welt wird blind.

Braucht es wirklich einen Grund um jemandem zu helfen?

#nachdenken #nächstenliebe #tugend #zukunft #gedanken #miteinander #fediverse

Dass es mit der Anständigkeit stetig bergab geht, ist wahrscheinlich kein Wunder. Der Fisch stinkt vom Kopf. Eine Statistik überrascht und erschreckt dennoch: Bei zwanzig Prozent der Autounfälle in Bayern begehen die Verursacher:innen Fahrerflucht. Und wir reden hier nicht nur von Blechschäden, so wurden 132 Schwerverletzte zurückgelassen.

#Auto #Verkehr #Tugend #Unfall #Statistik

"Dann, wenn das Licht der Tugend von der Finsternis der Laster verdunkelt wird, dann erfahren wir, was wir an der Alltäglichkeit von Tugenden haben."

https://rotsinn.wordpress.com/2025/12/12/uber-die-alltaglichkeit-der-tugenden/

#tugend #ethik #philosophie #alltag

Über die Alltäglichkeit der Tugenden.

Wenn das Wort ‚Tugend‘ fällt, dann denken viele unwillkürlich an große Helden, die in Ausnahmesituationen sich als mutig erwiesen haben, an große Heilige, die sich ein Leben lang in Dem…

Rotsinn

Über die Alltäglichkeit der Tugenden.

Wenn das Wort ‚Tugend‘ fällt, dann denken viele unwillkürlich an große Helden, die in Ausnahmesituationen sich als mutig erwiesen haben, an große Heilige, die sich ein Leben lang in Demut geübt haben, an legendäre Menschen, die stets salomonisch weise entscheiden.

‚Tugend‘, das Wort klingt so antiquiert und verschroben, dass der Tugend immer wieder das Totenlied gesungen wird. Der Begriff sei nicht hoch angesehen, meinte Otfried Höffe unlängst (Höffe 2023: Die hohe Kunst des Verzichts, München: Beck, 57). Umso außeralltäglicher klingt es, wenn man von der Tugend im Allgemeinen und von einzelnen Tugenden im Besonderen spricht. Die Tugend gehört in die Sonntagsrede, aber nicht in den Alltag.

Dabei würde ich behaupten, dass Tugenden regelrechte Alltagsphänomene sind. Ja, Tugenden müssen Alltagsphänomene sein, wenn wir uns eine Gesellschaft wünschen, in der es mehr oder minder gerecht zugeht, in der wir mehr oder minder aufeinander Rücksicht nehmen, die der Menschenwürde verpflichtet ist. Die Philosophin Philippa Foot würde sogar sagen, dass wir die Tugenden brauchen, um als Menschen und als Menschheit zu überleben.

Ich denke an eine Lehrerin, die versucht alle ihre Schülerinnen und Schüler gerecht zu behandeln. Ich denke an den Beamten im Justizvollzug, der auch die schwierigen Gefangenen mit Respekt behandelt. Ich denke an die Kundin in einem Kleidergeschäft, die trotz der Hektik des Alltags der noch unerfahrenen Auszubildenden, die sie bedient, mit Geduld begegnet.

Jetzt können Sie sagen: Aber das ist doch alles eine Selbstverständlichkeit! Das ist doch nicht gleich tugendhaft! Dann sage ich: Genau das nenne ich die Alltäglichkeit der Tugend. Denn all diese Situationen kann man sich auch anders vorstellen. Alle können tugendhaft sein, und viele sind es auch. Christoph Halbig formulierte einmal: „Nichts im Begriff der Tugend verlangt, dass sie nur von einer kleinen Minderheit verwirklichkeit werden könnte“ (Halbig 2013: Der Begriff der Tugend und die Grenzen der Tugendethik, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 106).

Spannend wird es freilich, wenn die alltägliche Tugend Konkurrenz bekommt vom alltäglichen Laster. Wenn es zur Tagesordnung wird, dass viele Menschen geizig sind; wenn es üblich wird, dass die Starken die Schwachen treten; wenn es schick wird, über die eigene Grausamkeit zu prahlen. Dann, wenn das Licht der Tugend von der Finsternis der Laster verdunkelt wird, dann erfahren wir, was wir an der Alltäglichkeit von Tugenden haben bzw. hatten. Erst dann wird die Ausübung von Tugenden zu einem heroischen Statement gegen die neue Ubiquität der Laster. Dann zeigt sich auch, ob die Menschen die bislang ausgeübte Tugendhaftigkeit weiterhin pflegen und sich als tugendhaft im engeren Sinne des Worte erweisen.

Bis dieser Zeitpunkt erreicht ist spüren wir kaum, wie unser Alltag davon geprägt ist, dass viele Menschen einander mit Tugendhaftigkeit begegnen. Auch wenn die meisten dieser Menschen ihre Tugendhaftigkeit – die sie so nicht nennen würden – ganz selbstverständlich finden.

#alltag #ethik #tugend

Philippa Foot und die Natur des Guten.

Das Buch, das mich im zu Ende gehenden Jahr 2024 am meisten beeindruckte, war Philippa Foots „Die Natur des Guten“ (Frankfurt: Suhrkamp, 2014; im Original: „Natural Goodness, Oxfo…

Rotsinn
Lasst doch alle Demut fahren!

Nein, so hat es Eva Ladipo sicherlich nicht gemeint. Doch wer den Text der FAZ-Autorin zu schnell zur Kenntnis genommen hat, der könnte solch eine Botschaft daraus abgeleitet haben. Am 3. Dezember …

Rotsinn

In einer Woche spreche ich im Institut für Parlamentarismusforschung über mein Buchprojekt zur #Demut als einer parlamentarischen #Tugend

Ich bin gespannt und freue mich.

https://www.iparl.de/unsere-arbeit/forschung/forschungskolloquium/

#parlament #politik #politikwissenschaft

Forschungskolloquium - IParl

Unsere Kolloquiums-Treffen sind in erster Linie als Ideenaustausch konzipiert und dienen der Besprechung und Diskussion laufender und abgeschlossener Forschungsvorhaben zu Themen des Parlamentarismus und „verwandter“ Gebiete wie der Parteien- oder Wahlforschung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Parlamentarismusfreunde sind herzlich eingeladen, ihre Forschungsvorhaben oder -ergebnisse, wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten oder Projektideen mit Praxisbezug vorzustellen und mit uns zu diskutieren. […]

IParl

„Wer mit Ungerechtigkeit Gerechtigkeit anstrebt, dessen Gerechtigkeit bleibt ungerecht“

Als ich das las, dachte ich mir: China war schon mal weiter als heute. In tausenden von Jahren gerät halt manches in Vergessenheit, besonders aber in den letzten 75.

„Wer mit Ungerechtigkeit Gerechtigkeit anstrebt, dessen Gerechtigkeit bleibt ungerecht; wer mit Unglaubwürdigem Glaubwürdigkeit anstrebt, dessen Glaubwürdigkeit bleibt unglaubwürdig. Der Kluge handelt nur, wenn es dafür einen Anlass gibt; der Vergeistigte, wenn er daran glaubt. Der Kluge übertrifft den Vergeistigten nicht – das ist schon lange so; der Dumme beschränkt sich darauf, was er bei anderen sieht“

Zhuangzi
Chinesischer Philosoph, 369-286 BC

Zhuangzi, einer der einflussreichsten Denker des Daoismus, stellte vor allem die Konfuzianer mit scharfsinnigem Spott bloß. Er lehnte die konfuzianische Ideologie und deren Tugendlehre ab, die seiner Meinung nach auf Autorität und Gehorsam gegenüber dieser basierte.

Interessanterweise weist der autoritäre Ansatz, den die Kommunistische Partei Chinas unter Präsident Xi Jinping verfolgt, gewisse Parallelen zu den Lehren des Konfuzius auf, insbesondere in Bezug auf die Betonung von Hierarchie und Gehorsam.

Zhuangzi tickte anders. Sein berühmtester Spruch lautet:

„無為而無不為“
(Wu wei er wu bu wei)

Auf Deutsch wird das oft als „Tue das Nichts-Tun, und nichts bleibt ungetan“ wiedergegeben.

Der Spruch beschreibt das daoistische Konzept des Wu Wei (無為), was wörtlich „Nicht-Handeln“ bedeutet, aber nicht passives Nichtstun meint.

Stattdessen geht es um ein natürliches, müheloses Handeln im Einklang mit dem Fluss des Lebens und dem Dao (dem „Weg“).

Siehe auch: Deutschlandfunk

Lese dazu wie das „Nichts-Tun“ 2300 Jahre später von jungen Leuten neu erfunden wird.

 

#China #Freiheit #Gerechtigkeit #Nichtstun #Tugend #Zhuangzi

„Selbstbeherrschung ist die Grundlage einer Zivilisation, Kulturen gibts auch ohne“

Menschen in Deutschland haben zunehmend Probleme mit mangelnder Affektkontrolle. Gewalttaten nehmen zu, Schul- und Ausbildungsabbrüche erreichen Höchstwerte, lese ich bei welt.de.

Frustrationstoleranz, Selbstbeherrschung, die Fähigkeit, Wut, Gier und andere Triebe zu dämpfen, zurückzuhalten und in Energie für planvolles Handeln umzuleiten, sind die Grundlagen einer Zivilisation. „Kulturen“ gibt’s auch ohne all das. Kehrt sich der Zivilisationsprozess in Deutschland gerade um? (Matthias Heine, welt.de)

Auch in anderen Kulturen hält man scheinbar nicht so viel von Selbstbeherrschung. Da werden dann „Tage des Zorns“ gefeiert. Bei uns gründet man neue Parteien des Zorns und verkauft es als Lösung. Ob das was bringt?

Dabei schätzten schon die alten Griechen die Selbstbeherrschung, Enkrateia

Für Xenofon ist die Enkrateia keine besondere Tugend, sondern „die Grundlage aller Tugenden“. (Wikipedia)

Enkrateia, Mäßigung wird dann auch im Neuen Testament als Tugend erwähnt (Apg 24,25, Gal 5,23 und 2 Petr 1,6).

Einfluss auf andere durch wer du bist 

Jedes mal wenn ich die Frage gestellt habe: Wie kriege ich die anderen dazu, dieses oder jenes zu tun, erhielt ich die Antwort: Lebe es ihnen vor! Jedes mal. Sehr bald habe ich dann was anderes gefragt.

Ich habe einmal gelesen, dass über 50% unseres Einflusses auf andere auf unser persönliches Sein zurückgeht. Mit Selbstbeherrschung gehts da los.

Führungskräfte, die ihre eigenen Emotionen, Impulse und Reaktionen nicht im Griff haben, neigen dazu, auf Herausforderungen impulsiv oder reaktiv zu reagieren. Das kann zu Vertrauensverlust, Unsicherheit und Konflikten führen.

Selbstkontrolle bedeutet, sich selbst bewusst zu sein, Emotionen zu regulieren und auch in stressigen Situationen den Überblick zu behalten. Führungskräfte, die diese Tugend beherrschen, können Menschen inspirieren und motivieren, weil sie als stabil und verlässlich wahrgenommen werden. Sie strahlen Klarheit aus, nehmen sich die Zeit, um durchdachte Entscheidungen zu treffen, und können anderen ein Vorbild sein.

Ohne diese Fähigkeit fällt es schwer, Empathie, Geduld und eine konstruktive Haltung zu bewahren – alles Elemente, die eine effektive und respektvolle Zusammenarbeit fördern.

Wenn ich mir Politiker ansehe, schaue ich genau auf diese Dinge.

Japan hat’s drauf

Übrigens: Die Japaner machen es uns vor. Japan ist eine der kooperativsten und friedlichsten Zivilisationen dieses Planeten. Werte wie Höflichkeit, Respekt und Gemeinschaftsorientierung sind tief in der Kultur verwurzelt. Dabei spielen Traditionen und soziale Normen eine große Rolle, die auf Rücksichtnahme und sozialem Zusammenhalt basieren. Auch die geringe Kriminalitätsrate und der starke Fokus auf Bildung und soziale Verantwortung fallen auf.

Ein wesentlicher Faktor ist zudem die japanische Arbeitsmoral und der Respekt gegenüber anderen, was sich im Alltag und bei der Zusammenarbeit zeigt. Das Bedürfnis, Konflikte zu vermeiden und Harmonie zu bewahren, ist ein weiteres kulturelles Merkmal.

Natürlich gibt es da auch Herausforderungen (sagen mir Deutsche, die in Japan leben) und Kritikpunkte, aber insgesamt hat Japan einen beeindruckenden Weg gefunden, eine kooperative und friedliche Gesellschaft zu werden.

#Deutschland #Japan #Selbstbeherrschung #Tugend #Zivilisation