Ist Klaus Stöhr für den Sachverständigenausschuss gegen die COVID-19-Pandemie tragbar?

DMZ – POLITIK ¦ MM ¦ Anton Aeberhard ¦ KOMMENTAR Der Tiermediziner Klaus Stöhr ist seit 2022 Mitglied des vom deutschen Bundestag und der Bundesregierung berufenen Sachverständigenausschusses gegen die COVID-19-Pandemie. Bekanntermassen, weil der Charité-Virologe Christian Drosten den Sachverständigenrat im April 2022 verlassen hatte, da er die Zusammensetzung und Ausstattung für nicht ausreichend hielt, um die Pandemiesituation ausreichend wissenschaftlich bewerten zu können. Für den renommierten Virologen rückte also ausgerechnet Klaus Stöhr nach – dessen Einschätzungen sich in den letzten Jahren bereits häufig stark von denen Drostens unterschieden haben und ausnahmslos falsch waren. Er kritisiert nicht nur Drosten scharf, sondern auch Lauterbach und das RKI. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält von Stöhr nicht viel In einer ARD-Dokumentation im März 2022 (Verfügbar bis 28.03.2023) hatte Lauterbach noch gesagt, dass in der Wissenschaft niemand auf die Idee käme, Stöhr als Top-Virologen zu bezeichnen; er sei nicht mit Christian Drosten zu vergleichen. Nicht zuletzt vielleicht auch deshalb, gilt Stöhr als scharfer Kritiker von Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Er warf ihm unter anderem 2022 "Panikmache" vor, als dieser vor einer "Sommerwelle" gewarnt und Maßnahmen angekündigt hatte. Stöhr lag erneut falsch. Die Ablehnung gegenüber Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist sehr ausgeprägt, ebenso wie Kritik am Virologen Christian Drosten. Weitere Expertinnen und Experten sind ein beliebtes Ziel von Häme. Wir wollten von Karl Lauterbach wissen, wie er solche Angriffe von Stöhr sieht. Er liess uns ausrichten, dass wir uns „hierfür an die Pressestelle des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)“ wenden sollen. Dieses wiederum teilt uns mit, dass das BMG keine Einzeläußerungen aus dem wissenschaftlichen Raum kommentiere. „Der Sachverständigenausschuss hat Ende Juni seinen Evaluationsbericht vorgelegt. Hierzu hat sich Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach ausführlich geäußert. https://www.youtube.com/watch?v=J20zkI8OBS0“

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