(3/3) #Medien #Verkehrssicherheit #RealZero

Das hat Folgen:
Wenn Risiken wie Einzelfälle wirken, fehlt der Druck für grundlegende Veränderungen.

Dabei sind viele Gefahrenstellen seit Langem bekannt und ließen sich entschärfen.
Unfälle sind oft kein Zufall, sondern Ergebnis von Planung, Regelsetzung und Prioritäten.

Wer Verkehrssicherheit verbessern will, muss genau dort ansetzen – systematisch und dauerhaft.

(2/3) #Medien #Verkehrssicherheit #RealZero

Studien zur Unfallberichterstattung zeigen:
Kollisionen werden meist als „Unfälle“ erzählt – ohne Einordnung in ein größeres System.

Die Dissertation von Marlene Sattler zeigt:
Der Fokus liegt auf dem Ereignis, nicht auf Ursachen wie Infrastruktur, Regeln und Prioritäten.

Verantwortung wird häufig individualisiert, strukturelle Risiken bleiben unsichtbar – obwohl sie bekannt sind.

#Medien #Verkehrssicherheit #RealZero (1/3)

Jahr für Jahr hohe Unfallzahlen – und trotzdem bleibt vieles beim Alten. 🤔

Ein Grund liegt auch darin, wie darüber berichtet wird:
Kollisionen erscheinen oft als einzelne Ereignisse statt als Teil eines Systems.

So entsteht der Eindruck von Zufall oder Pech, obwohl sich Muster wiederholen.
Bekannte Risiken geraten in den Hintergrund – ❓und damit auch die Frage, warum sie nicht konsequent angegangen werden.

https://depositonce.tu-berlin.de/items/0336eeca-3d9a-4086-839f-c4ce8ebc9849

Es geht um Leben und Tod

In dieser Arbeit wird der mediale Diskurs über tödliche Kollisionen mit Radfahrer*innen in Berlin im Zeitraum von 2016 bis 2021 untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche diskursiven Muster sich in der sprachlichen Darstellung dieser Ereignisse finden lassen und wie durch diese Diskurse gesellschaftliche und politische Verantwortlichkeiten (nicht) verhandelt werden. Die theoretische Grundlage bildet die Diskurstheorie nach Hajer (1995), ergänzt um Konzepte der Institutionalisierungsarbeit von Lawrence und Suddaby (2006). Für die empirische Analyse wurden Artikel aus fünf Berliner Tageszeitungen, Polizeimeldungen sowie Pressemitteilungen eines Vereins (Changing Cities) untersucht. Rekonstruiert wird, wie Diskurskoalitionen durch spezifische sprachliche Routinen und Praktiken reproduziert werden und welche diskursiven Verschiebungen sich im Untersuchungszeitraum abzeichnen. Den zeitlichen Hintergrund beschreibt hierbei die Entstehung des deutschlandweit ersten Mobilitätsgesetzes, welches aus einem besonderen zivilgesellschaftlichen Engagement heraus entstand. Es können zwei relevante Diskurskoalitionen beschrieben werden. Die Diskurskoalition Schicksal rahmt tödliche Kollisionen als tragische, schicksalhafte Einzelereignisse. In entsprechenden medialen und institutionellen Praktiken – insbesondere in Polizeimeldungen – werden Kollisionen vereinzelt dargestellt, ohne strukturelle Ursachen (wie mangelhafte Infrastruktur oder politische Versäumnisse) zu thematisieren. Alle Beteiligten erscheinen als Betroffene; Verantwortlichkeiten werden nicht benannt. Die Diskurskoalition Verantwortlichkeit hingegen stellt tödliche Kollisionen als vermeidbare Konsequenzen struktureller Mängel dar. Politische Akteur*innen und planerische Entscheidungen werden explizit adressiert. Eine zentrale Rolle spielen hier zivilgesellschaftliche Pressemitteilungen und Mahnwachen, die unmittelbar nach Kollisionen veröffentlicht bzw. organisiert werden. Diese Praktiken bringen neue Argumentationsstrategien in den Diskurs ein – etwa durch die Humanisierung der Getöteten, durch das Sichtbarmachen institutioneller Verantwortlichkeiten sowie durch das Einfordern konkreter Maßnahmen zur Verkehrssicherheit. Es wird aufgezeigt, wie über Sprache und Kommunikationspraktiken gesellschaftliche Verantwortlichkeiten verteilt, verschleiert oder eingefordert werden, mit dem Ziel, hier eine Veränderung herbeizuführen, die nicht länger weniger als die Einhaltung der Vision Zero (keine Schwerverletzten oder Getöteten) akzeptiert. Damit leistet die Dissertation einen Beitrag zur Diskursforschung im Kontext von Mobilität, Stadtpolitik und Verkehrssicherheit.

#Verkehrssicherheit

656.000 Unfälle in NRW dürfen keine Normalität sein. #RealZero ist kein Wunschtraum, sondern schrittweise machbar. Mit Tempolimits von 30/80/120 und einer fehlerverzeihenden Wege- und Straßengestaltung lassen sich die Opferzahlen deutlich vermindern. Verkehrssicherheit ist eine Entscheidung, kein Zufall.

https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/verkehrsunfallbilanz-nrw-2025-100.html

Verkehrsunfallbilanz 2025: Zahl der Toten nur leicht gesunken

Der Verkehr in NRW bleibt gefährlich: Die Zahl der Toten sank nur leicht auf 479. Unfälle mit E-Scootern nahmen deutlich zu.

WDR

#Verkehrssicherheit #RealZero

„Helsinki hat gerade ein ganzes Jahr ohne einen einzigen Verkehrstoten erlebt.
… Statistiken zeigen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzungen in der Stadt zwischen 2003 und 2023 von 727 auf nur noch 14 gesunken ist.“

Und der Weg dorthin - eine datenbasierte Optimierung der Stadt- und Straßengestaltung und flexibel angepasste Tempolimits.

https://www.politico.eu/article/helsinki-no-traffic-death-roads-eu-accident-finland-driving-transport/

Helsinki just went a full year without a single traffic death

The capital city is Finnish’ed with car-related fatalities.

POLITICO

Andrew Forrest says real zero is already the “winning business case” in three key fossil fuel guzzling industries
https://reneweconomy.com.au/andrew-forrest-says-real-zero-is-already-the-winning-business-case-in-three-key-fossil-fuel-guzzling-industries

Forget Net Zero, go for Real Zero. Net Zero always was a lie to prolong the fossil fuel industry, trick regular people into thinking it was their "personal responsibility" to solve the carbon emissions disaster on behalf of big polluters, and give permission to big business to keep polluting.

#AusPol #AndrewForrest #NetZero #RealZero #ClimateChange #Carbon

Andrew Forrest says real zero is already the “winning business case” in three key fossil fuel guzzling industries

Andrew Forrest says “game-changing” tipping point in renewables means “real zero” is the winning business case for even heavy fossil fuel guzzling industries.

Renew Economy
Nationals are so out of touch they don’t realise we’ve moved on from #NetZero to #RealZero - real emissions cuts that reduce risk of rural wildfires, floods & crop failures, at same time as opening new industry opportunities for their electors.
#Insiders
Emissions reduction must turn on #RealZero not creative accounting, tech fantasies and misreading of the natural world's capacities - human activities have already stretched these to breaking point
https://www.theguardian.com/world/2025/jun/10/new-zealand-government-sued-over-dangerously-inadequate-emissions-reduction-plan-ntwnfb?CMP=Share_AndroidApp_Other
New Zealand government sued over ‘dangerously inadequate’ emissions reduction plan

Exclusive: In the first legal challenge to the plan, top climate lawyers claim the government relies too heavily on forestry and failed to consult the public

The Guardian

#RealZero ist möglich:

„Vor allem berufstätige Autofahrer sind genervt vom Tempolimit in #Bologna. Doch die erste Bilanz ist beeindruckend: Starben im Jahr vor der Einführung noch sechs Fußgänger, gab es mit den neuen Regeln keinen einzigen Toten.“

🥰 #Tempo30 wirkt❗️

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/bologna-tempo-30-100.html

Bolognas Erfolg mit Tempo 30 im Straßenverkehr

Vor allem berufstätige Autofahrer sind genervt vom Tempolimit in Bologna. Doch die erste Bilanz ist beeindruckend: Starben im Jahr vor der Einführung noch sechs Fußgänger, gab es mit den neuen Regeln keinen einzigen Toten.

tagesschau.de