Vernunft

Wo ist sie hin?

Collien Fernandes kennt sich aus mit den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie. Sie hat ein strategisches Bündnis mit dem hierzulande marktführenden Yellowpress-Blatt geschlossen, der Grossteil der Branche dackelt hinterher. Und ihr Ex-Gatte und “Tatort”-Kommissar Christian Ulmen steht zwischenzeitlich auf einer Popularitätsstufe mit Donald Trump und Wladimir Putin. Advantage Fernandes. Ihr Vorgehen will ich hier nicht kritisieren – das ist 100% legitim und betrifft eine wichtige gesellschaftliche Angelegenheit. Was mich nervöser macht, ist die Reaktion dessen, was einst professionelle demokratische Politik war.

Wie Sie hier bei den Kolleg*inn*en von netzpolitik lesen können, ist das Thema “digitale Gewalt” viele Jahre alt, und bringt es dort, wo es immer und jederzeit kostenfrei öffentlich nachgelesen werden kann (bei uns übrigens auch), auf über 50 Trefferseiten. Dä.

Und wenn der Spiegel kommandiert, steht die Bundesregierung stramm?

Oje, oje, was sagt uns das über die Medienkompetenz derer, die wir in einer weitgehend demokratischen Wahl zu Gesetzgeber*inne*n bestimmt haben?

Es sind die Gleichen, die über Krieg und Frieden entscheiden. Läuft diese Entscheidung nach dem gleichen Muster ab? Es erscheint mir so. Denn Medien leben in der Medienökonomie vom Spektakel. Gibt es ein Spektakel, das mehr Aufmerksamkeit erzeugt, als Krieg? Ich fürchte: nein.

Meine persönliche Stimmung wurde heute nach dem Aufwachen von Moshe Zuckermann/overton leider voll getroffen:

Krise der Emanzipation – Wir leben in einer Zeit, in der unzurechnungsfähige Bullshiter ungestört unser Leben bestimmen dürfen.”

Schöne Scheisse. Johannes Varwick rettete mich aus dem Depressionsloch:

Michael Hesse (Interview)/FR: Politikwissenschaftler Varwick über Militarisierung und Diplomatie – ‘Die Lage ist gefährlicher als in den 1970er Jahren’ – Politikwissenschaftler Johannes Varwick über eine gefährliche Militarisierung der internationalen Politik, weshalb Europa im Ukrainekrieg umdenken sollte und warum langfristige Stabilität nur durch Diplomatie und Rüstungskontrolle entstehen kann.”

Die Popup-Werbung der Ippen-Gruppe erzeugt in mir Gewaltfantasien. Lassen Sie sich nicht abschrecken. Varwick bekämpft sie.

Vernunft – Beueler-Extradienst

Handys & Apps als Killer

Die entsprechende Recherche von netzpolitik.org und dem Bayrischen Rundfunk hatte ich als Leser schon vor längerer Zeit wahrgenommen. Maximilian Zierer, Florian Heinhold und Rebecca Ciesielski haben es im Auftrag vom Bayrischen Rundfunk, der Deutschen Welle und Arte nun auch filmisch eindrucksvoll umgesetzt:

Gefährliche Apps – Im Netz der Datenhändler – Apps sammeln detaillierte Standortdaten. Die Informationen landen in einem weltweiten Netzwerk aus Datenhändlern und Werbefirmen. Sie verraten Wohnorte und Arbeitsplätze – bis hin zu Bordellbesuchen oder Klinikaufenthalten. Die Dokumentation zeigt, wie leicht Nutzer ins Visier von Stalkern, Kriminellen oder Geheimdiensten geraten können.” Verfügbar bis 14.7.

Ich schliesse daraus, dass es instinktiv eine grandios gute Idee von mir war (und ist), dass mein Smartphone in der Regel zuhause auf dem Sofa liegt, wenn ich meine Wohnung verlasse. Und ich fast durchgehend auf das Laden von Apps verzichte, weil die alle spionieren (wollen). Daten sind halt zu wertvoll. Und, wie der Film eindrucksvoll zeigt, unter Umständen tödlich.

Einen Schutz oder auch nur das amtseidlich geschworene “Abwenden von Schaden” von uns ist von der gegenwärtigen Datenschutzpolitik unserer Regierungen und Parteien nicht zu erwarten. Sie betreiben das Gegenteil. Auch das unterschlägt diese gute Filmarbeit nicht. Dafür werden unsere Publikationspartner von netzpolitik.org hier mal angemessen präsentiert. Danke.

Handys & Apps als Killer – Beueler-Extradienst

Enquête sur la mafia des data brokers.

Arte a publié hier un 52 minutes qui dévoile une partie des Data Broker Files, enquête internationale menée par un collectif de médias, dont Le Monde, Bayerischer Rundfunk et Netzpolitik.org.

Elle dévoile les coulisses d'un juteux business des données personnelles, qui échappe encore et toujours à toute régulation, et qui met en danger toutes nos sociétés et nos démocraties.

À voir absolument.

https://youtu.be/Xvycdwmyeek?is=MFUk8WhrwpWdZe2y

#lemondefr #lemonde #bayerischer_rundfunk #netzpolitikorg #netzpolitik_org #databrokerfiles #artetv #arte_tv

Espionnés par nos apps | Documentaire | ARTE

YouTube
#netzpolitikorg #socialmediaban #karinprien
Weil komplexe Herausforderungen nicht mit einfachen Antworten gelöst werden können, ist eine ordentliche Analyse essentiell. Darum empfehle ich die Analyse von
https://netzpolitik.org/2026/social-media-verbot-so-schwach-argumentiert-die-familienministerin/
Social-Media-Verbot: So schwach argumentiert die Familienministerin

In einer Rede vor dem Bundestag spricht sich CDU-Familienministerin Karin Prien für Alterskontrollen und ein Social-Media-Verbot bis 14 Jahre aus. Dabei ist ihre Argumentation widersprüchlich und irreführend. Die Analyse.

netzpolitik.org

#Stellenausschreibung: #netzpolitikorg sucht eine:n #ITSystemAdministratorin

https://netzpolitik.org/stellenausschreibung-netzpolitik-org-sucht-einen-it-system-administratorin/

> Wer wir sind #netzpolitik.org ist ein journalistisches Medium mit Haltung, das für Grund- und #Freiheitsrechte im digitalen Zeitalter eintritt. Wir sind #nichtneutral, sondern machen deutlich, aus welcher Perspektive wir berichten. Wir thematisieren Fragestellungen rund um das #Internet sowie gesellschaftliche und #politischeFragen mit #technischemBezug. Für unsere #Arbeit wurden wir mehrfach ausgezeichnet und haben […]

Stellenausschreibung: netzpolitik.org sucht eine:n IT-System-Administrator:in

Wer wir sind netzpolitik.org ist ein journalistisches Medium mit Haltung, das für Grund- und Freiheitsrechte im digitalen Zeitalter eintritt. Wir sind nicht neutral, sondern machen deutlich, aus welcher Perspektive wir berichten. Wir thematisieren Fragestellungen rund um das Internet sowie gesellschaftliche und politische Fragen mit technischem Bezug. Für unsere Arbeit wurden wir mehrfach ausgezeichnet und haben […]

netzpolitik.org

Wer noch ein Konto bei #Facebook oder #Instagram hat, kann bei einer Sammelklage auf Schadensersatz gegen #Meta teilnehmen!

Dass Meta eine #Datenschleuder ist, ist zwar nichts Neues, aber nun hat das Oberlandesgericht #Dresden ein wegweisendes Urteil gesprochen.

Dabei ging es darum, dass Meta über „Business Tools“ die Aktivitäten seiner Nutzer*innen auf Drittwebsites aufzeichnet.

Dagegen haben vier Personen jetzt vor dem Oberlandesgericht Dresden geklagt und eine Entschädigung in Höhe von je 1.500 Euro zugesprochen bekommen. Außerdem wird es eine Sammelklage geben.

Mehr erfahrt ihr hier bei @netzpolitik_feed:

https://netzpolitik.org/2026/1500-euro-wegen-illegaler-ueberwachung-wer-einen-instagram-oder-facebook-account-hat-kann-schadenersatz-kassieren/

#netzpolitik #netzpolitikorg

1500 Euro wegen illegaler Überwachung: Wer einen Instagram- oder Facebook-Account hat, kann Schadenersatz kassieren

Meta, der Anbieter von Instagram und Facebook, schneidet über

netzpolitik.org

Neuland Talk mit Markus Beckedahl - re:publica, Netzpolitik & digitale Souveränität

https://pallenberg.video/w/1FT1kFQeKWFgbe9VzLaxuf

Neuland Talk mit Markus Beckedahl - re:publica, Netzpolitik & digitale Souveränität

PeerTube

Nach dem Motto "Gutes tun und drüber tröten" haben wir unsere jährlichen Spenden unter die Menschen und Organisationen gebracht 😁

Diese Jahr traf es #UNFlüchtlingshilfswerk #unicef #aerzteohnegrenzen #wwf mit zwei Projekten, #worldbicyclerelief #gff #fragdenstaat #denkangebot #netzpolitikorg #lnp #minkorrekt sowie einige lokale Vereine (Tafeln, Kindertafeln, Frauenhaus, Tierheim).

Fühlt euch animiert 😘

#spenden #gutestun

Seit wann sind denn so viele Trolle mit durchsichtigen Motiven in den Kommentaren bei #Netzpolitik_org unterwegs? Das riecht alles meilenweit nach Putin-Trollfabriken. Würde mir sehr eine Ausblend-Funktion für Kommentare oder Kommentierende wünschen. Kommentar-Voting wäre sicher auch einen Versuch wert.

@netzpolitik_feed

#NetzpolitikOrg

Nüchtern

Es geht auch vernünftig. Aber versuchen Sie das mal in paranoiden Gesellschaftssystemen durchzusetzen.

Daniel Angus/IPG-Journal: Keine Panik – Australiens Social-Media-Verbot beruhigt besorgte Eltern. Europa sollte statt Symbolpolitik echte Lösungen suchen.” Hat der Professor für digitale Kommunikation an der Fakultät für Kommunikationswissenschaften der Queensland University of Technology und Direktor des Forschungszentrums für digitale Medien der QUT keine Kinder? Wie kommt er sonst auf die Idee, Vertrauen in Kinder und Jugendliche zu setzen? Die haben doch nur noch das Eine im Kopf …

In Australien ist der Gute wohl nicht ganz auf Ballhöhe. Er schreibt “Europa steht an einem Scheideweg. Es kann eine Führungsrolle im Bereich der digitalen Rechte übernehmen.” Haha, davon haben hier viele geträumt. Vor längerer Zeit. Die EU-Führung ist jederzeit bereit, sich vor dem Trump-Regime auf den Rücken zu legen und in den Hals beissen zu lassen. Ganz wie er. In Australien haben sie das übersehen. Die rechten Oligarchen machen sich die Fakten, wie sie sie haben wollen. Davon lassen Sie sich durch EU-Gesetze nicht abbringen, und durch US-Bundesstaaten schon gar nicht.

Werden die Fakten diesen halsstarrigen Mächtigen folgen? Möglich ist das. Aber beeinflussbar. Und keineswegs sicher. Geschichtliche Fakten und gesellschaftliche Zustände fliessen und mäandern. Oder, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Worten:

Imke Stock (Interview)/heise: Technikfolgenabschätzung trifft KI-Romantik – KI zwischen Illusion und Erkenntnis: Ein Gespräch über Bewusstsein, Emotion und das neue Verhältnis von Mensch und Maschine. Generative KI-Sprachmodelle verändern unsere Welt in rasantem Tempo – und mit ihr unseren Blick auf Bewusstsein, Emotion und Beziehung. Doch wo verläuft die Grenze zwischen echter Empfindung und perfekter Simulation?”

Und nun spekulieren wir mal, was das für und in unserem Zwergstaat bedeutet. Lesen Sie dazu, was der in der Regel faktenkundige Kollege Falk Steiner/heise herausgefunden hat, und fantasieren Sie sich dazu in Ihrem Kopf die passenden Filmbilder (bei mir sind es ungefähr diese):

Problembär-Dressur: ‘Der Russe war es’ reicht nicht – Die Bundesregierung macht Russland für Fälle von Desinformation und Cyberangriffen verantwortlich. Die Zuordnung dauerte teils sehr lange.”

Sie können es in ihrer Fantasie auch mal mit der britischen Sicherheitsfilosofie versuchen. Die habe ich mir immer bedeutend professioneller vorgestellt. Sicher auch ein Vorurteil.

Meine steile These

Was bei Steiners Text vor meinen Augen abläuft, das würden die Kolleg*inn*en von netzpolitik sicher fachkundiger, schneller und schätzungsweise für höchstens ein Zehntel des Aufwandes erledigen können. Oder auch die Kinder und Enkel*innen der zahlreichen beteiligten Beamt*inn*en und Agent*inn*en. Zweifellos würden die eine Taschengeldaufbesserung verlangen. Legitim und billig.

Nüchtern – Beueler-Extradienst