Design Thinking Werkstatt zu selbstbestimmter Mediennutzung Jugendlicher

Bei der diesjährigen Netzwerktagung Medienkompetenz in Sachsen-Anhalt habe ich gestern am Nachmittag eine zweistündige Design Thinking Werkstatt mit rund 40 Teilnehmenden gestaltet. Unsere Ausgangsfrage lautete: Wie können Erwachsene Heranwachsende bei der Entwicklung hin zu einer selbstbestimmten Mediennutzung begleiten? Das passte sehr gut zum Oberthema ‚Übergänge‘ der Tagung insgesamt, da wir somit vor allem den Übergang von kindlicher Mediennutzung hin zu einer eigenständigeren Mediennutzung in der Pubertät in den Blick nahmen.

Unsere Perspektive war vor allem die Mikroebene (was nicht bedeutet, dass andere Ebenen nicht ganz genauso auch wichtig sind, aber das war eben nicht der Fokus des Workshops).

Die Teilnehmenden hatten sehr unterschiedliche Hintergründe: Jugendliche, Lehrkräfte, Eltern, Menschen aus außerschulischen Initiativen, Medienpädagog*innen, Schulsozialarbeit … Solch eine Vielfalt an Perspektiven ist eine ausgezeichnete Grundlage für Design Thinking Prozesse. Den gemeinsamen Prozess habe ich dann auch als sehr gewinnbringend und gelungen erlebt.

Im folgenden teile ich unser Vorgehen und die von den Beteiligten erarbeiteten Ergebnisse – sowohl zur Dokumentation für die Teilnehmenden, als auch gerne zu Weiterdenken und Weiternutzen für andere Interessierte.

Unser Vorgehen

Zwei Stunden ermöglichen ganz sicher keinen umfassenden Design Thinking Prozess, aber sind doch ausreichend, um gemeinsam in einen intensiven Austausch und in eine gemeinsame Entwicklung von Ideen zu kommen.

So sind wir dabei vorgegangen:

Der Raum war mit Tischinseln bestuhlt. Intuitiv kamen die Teilnehmenden oft in kleinen und oft eher honmogenen Grüppchen an und setzten sich dann gemeinsam an einen Tisch. Der erste Schritt war deshalb eine kunterbunte Durchmischung. Wir erreichten das durch ein Gewusel im Raum mit gegenseitiger Vorstellung. Am Ende des Gewusels war dann die Aufgabe, sich zu den Menschen an einen Tisch zu setzen, die möglichst andere Perspektiven zu einem selbst mitbrachten.

Kunterbunte Gruppen nach erfolgreicher ‚Durchmischung‘

Auf den Tischen lagen dann rote, grüne und blaue Karten. Alle nahmen sich dann eine Karte und notierten darauf:

  • auf eine rote Karte, etwas was einem bei der Mediennutzung von Jugendlichen Sorgen bereitet oder was man negativ sieht.
  • auf eine grüne Karte, was man spannend und positiv sieht.
  • und auf eine blaue Karte, eine Frage/ Herausforderung, die man bei dem Thema sieht.

Mit den Karten in der Hand startete das zweite Gewusel im Raum: Man fand sich in Paaren zusammen, stellte sich jeweils vor, was auf der Karte steht und was der eigene Bezug dazu ist und tauschte dann Karten, um sich ins nächste Gespräch zu geben. Auf diese Weise kamen alle mit ganz vielen Gedanken und Einblicken an ihre jeweiligen Tische zurück.

Auf den Tischen hatten alle dann ein Flipchartpapier, Stifte, Kleber und einen Briefumschlag mit Begriffen, die ein KI-Sprachmodell mir zu dem sinngemäßem Prompt generiert hatte, welche 30 positiven und negativen Begriffe häufig genannt werden, wenn es um Mediennutzung von Jugendlichen geht. Das hier war die Liste, die ich in Vorbereitung ausgeschnitten und in die Briefumschläge gesteckt hatte:

BegriffeHerunterladen

Die Aufgabe der Kleingruppen war es nun, mit diesen Begriffen oder auch nur einzelnen davon sowohl mit allen weiteren Begriffen, die der Gruppe wichtig waren, eine Mindmap zum Thema ‚Mediennutzung von Jugendlichen‘ aufzuzeichnen und zu kleben. Diese Methode mag ich immer wieder sehr gerne, weil sie Impulse einbringt, zugleich auch viel Offenheit ermöglicht und zu intensivem Austausch führt.

Beispiel einer entstehenden Mindmap auf einem der Tische

Nun sollte es in der Werkstatt ja nicht einfach nur um Mediennutzung Jugendlicher gehen, sondern vor allem um die Gestaltung der Beziehung zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Wir starteten mit den Jugendlichen. Alle erhielten dazu eine Persona-Vorlage und überlegten sich, welche Art Jugendliche sie gerne in den weiteren Prozess einbringen wollten. An den Tischen konnte dazu geredet werden, so dass möglichst unterschiedliche Personas entwickelt wurden.

Persona-VorlageHerunterladen

Auf die Rückseite der Persona-Vorlage hatte ich dann eine Erwachsenen-Rolle geklebt, die – in Anlehnung an einen Kopfstand – überspitzt dargestellt war. Es gab in diesem Sinne:

  • die gleichgültig Wegschauende
  • die überängstlich Besorgte
  • die ahnungslos Überforderte
  • die besserwisserisch Bevormundende
Vier potentielle Kopfstand-Rollen von Erwachsenen

Während in all diesen Rollen sicherlich viele verständliche und zum Teil vielleicht auch wünschenswerte Eigenschaften stecken, ist es die Überspitzung, die in den Kopfstand bringt: So sollte Begleitung nicht aussehen! Im Design Thinking lässt sich solch ein Kopfstand nutzen, um danach umso besser entwickeln zu können, was denn sinnvolle Schritte wären.

Alle vier Rollen waren an allen Tischen vertreten. Um sich in die jeweilige Rolle hineinzufinden, traf man sich erst in Kleingruppen mit den jeweils gleichen Rollen in einer dazu definierten Ecke des Raumes. Alle stellten sich in einen Kreis auf und sppielten gemeinsam „Ja, genau!“. Dieses Spiel funktioniert so, dass eine Person startet und bewusst überspitzt etwas sagt, was sie zur Begleitung Jugendlicher bei der Mediennutzung wichtig findet. Über die Äußerung wird nicht diskutiert, sondern die nächste Person schließt an mit: „Ja, genau! Und … „. Ich mag das sehr gerne, weil Teilnehmende schnell merken, dass man hier ruhig erst einmal alles sagen kann, so immer überspitztere Sachen genannt werden und der Kopfstand auf diese Weise immer spaßiger wird.

Zurück an den Tischinseln versuchten die Kolleg*innen dann in den jeweiligen Rollen der Erwachsenen auf die zuvor entwickelten Personas zu blicken: Wie würde man sich in den unterschiedlichen Rollen zu den jeweiligen Jugendlichen verhalten? Wir blieben somit also noch weiter im Kopfstand, aber konkretisierten und verfeinerten diesen.

Den Kopfstand zurück gestalteten wir dann mit Lego, was einfach immer wieder gut funktioniert. Jede Tischinsel bekam ein paar Handvoll Lego und die Aufgabe: „Jetzt habt ihr viel diskutiert, wie die Beziehung zwischen Erwachsenen und Jugendlichen nicht aussehen sollte. Baut doch bitte mal, wie es stattdessen gut aussehen könnte!“.

Start des Lego Bauens

Das Prinzip dahinter ist: Mit den Händen denken! Durch das gemeinsame, haptische Bauen entstehen erfahrungsgemäß immer sehr gute Ideen und Einsichten. Um diese noch weiter zu vertiefen, machten wir danach zwei Ausschwärmungsrunden. Eine Person blieb am jeweils eigenen Tisch sitzen und erklärte das entstandene Bauwerk. Die anderen schwärmten an unterschiedliche Tische aus und ließen sich die jeweiligen Bauwerke erklären.

Mit mehr Zeit hätten wir anschließend noch bestimmte Ideen priorisieren und konkreter ausarbeiten können. In unserem Workshop nahmen wir uns stattdessen nur noch Zeit, um in den einzelnen Gruppen zusammenzutragen, was man jeweils als wichtigste Aspekte mitnimmt. Dazu verteilte ich die folgende Elevator Pitch Vorlage:

Elevator Pitch VorlageHerunterladen

Die Gruppen stellten ihre Ergebnisse dann direkt im Plenum unseres Workshops vor. Am Abend wurde dann noch im Plenum der gesamten Tagung aus den einzelnen, parallel stattfindenden Workshops berichtet. Das übernahmen Ha My und Kevin. (Ich finde das immer ein Zeichen für einen guten Workshop, wenn ich mich selbst am Ende überflüssig gemacht habe!)

Ha My und Kevin ganz links bei der Abschlussrunde im Gesamtplenum

Dokumentation

Die ausgefüllten Elevator Pitches konnten an mich für die Dokumentation zurückgegeben werden, was die meisten Gruppen machten.

Ausgefüllte Elevator Pitches für die Dokumentation

Ich habe die Nennungen in eine Notiz eingesprochen und mithilfe eines KI-Sprachmodells clustern lassen. Hier kommt in diesem Sinne unsere Dokumentation:

Kernbotschaften

Die Gruppen haben drei übergreifende Dimensionen herausgearbeitet:

  • Haltung: Auf Augenhöhe, mit Vertrauen und Offenheit – in einer guten Beziehung
  • Handlung: Gemeinsam lernen, ausprobieren und gestalten – mit Interesse und Reflexion
  • Struktur: Nur gemeinsam gelingt es – durch Austausch zwischen allen Beteiligten (Kinder, Eltern, Institutionen)
  • Zentrale Aspekte für gelingende Begleitung

    1. Beziehungsebene

    • Vertrauen entgegenbringen und Vertrauen aufbauen
    • Auf Augenhöhe begegnen (nicht von oben herab)
    • Safe Space sein – Raum geben für Fragen, Fehler, Ausprobieren
    • Offenheit und Akzeptanz in beide Richtungen

    2. Kommunikations- & Austauschebene

    • Echtes Interesse an der digitalen Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen zeigen
    • Nutzungsmotive verstehen wollen
    • Miteinander im Gespräch bleiben (nicht nur reden, sondern auch zuhören)
    • Verbindung schaffen, Verständnis gewinnen
    • Brücken bauen zwischen allen Beteiligten (Kinder ↔ Eltern ↔ Institutionen)
    • Aufklärungsarbeit in verschiedenen Kontexten (Familie, Kita, Schule, Vereine)

    3. Handlungs- & Kompetenzebene

    • Vorbild sein – eigenes Nutzungsverhalten reflektieren und transparent machen
    • Gemeinsam Medien nutzen und ausprobieren (voneinander lernen!)
    • Kindern Handlungs- und Entscheidungskompetenz zusprechen
    • Freiraum geben (altersgerecht)
    • Frühzeitig und verantwortungsvoll begleiten (auch durch technischen Medienschutz)
    • Partizipation ermöglichen

    4. Verantwortungsebene

    • Verantwortung übernehmen
    • Es gelingt nur gemeinsam – keine Einzelkämpfer*innen
    • Unterstützung anbieten

    Konkrete nächste Schritte

    1. Auf Familienebene:

    • Gemeinsame Mediennutzung etablieren
    • Kontinuierlich im Gespräch bleiben
    • Gemeinsam Strategien entwickeln

    2. Auf institutioneller Ebene:

    • Ausbau von Schulsozialarbeit
    • Weiterqualifizierung von Lehrkräften
    • Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche schaffen

    3. Auf struktureller Ebene:

    • Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen gründen – als offenen Raum für ihre Erfahrungen
    • Dauerhaft Räume und Situationen schaffen, in denen eigenverantwortliche Auseinandersetzung möglich ist
    • Externe Angebote nutzen/schaffen

    Fazit

    Vielen Dank fürs Mitmachen und Teilen sowie für die Einladung zur Gestaltung dieser Design Thinking Werkstatt. Viel Freude bei der Weiternutzung!

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    #digitaleMuendigkeit #methoden

    Zum Nachmachen empfohlen: kollaboratives Mini-Barcamp mit Methoden-Erkundung

    Ich war heute in Bielefeld (ja, wirklich 😉). Anlass war die Digital Learning Konferenz an der dortigen Hochschule, die in diesem Jahr als interne Veranstaltung konzipiert war. Neben inhaltlichen Workshops am Nachmittag und einer Keynote zu KI am Vormittag, war zwischendrin ein Zeitslot mit knapp 2 Stunden, den ich mit einem ‚Austausch- und Vernetzungsformat‘ gestalten durfte. Die Konzeption und Durchführung erfolgte gemeinsam mit dem Team SELL (= Services für Lehren und Lernen).

    Aus meiner Sicht hat das Format sehr gut geklappt. Ich beschreibe es im Folgenden und teile die verwendeten Materialien, so dass du es bei Interesse sehr niederschwellig weiternutzen kannst!

    Warum ein Austausch- und Vernetzungsformat?

    Wie auch an vielen anderen Orten ist es auch an der Hochschule Bielefeld ein wichtiges Ziel, dass Selbstlernen und Austausch unter Lernenden gestärkt wird, um aktiv gestaltend, gemeinsam und mit kreativen Ideen an Herausforderungen wie z.B. aktuell den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf das Studium herangehen zu können. Mit dem heutigen Austausch- und Vernetzungsformat waren vor diesem Hintergrund mehrere Ziele verbunden:

    • Inhaltlich sammeln und reflektieren, was für Lehrende aktuell wichtige Themen sind, um diese in zukünftigen Veranstaltungen aufgreifen zu können.
    • Einen gemeinsamen Austauschraum anbieten, um direkt mit dem gemeinsamen Lernen zu starten und dieses zu erleben.
    • Gemeinsam zu lernen, wie solch ein Austausch und eine Vernetzung produktiv gestaltet werden kann.

    Unsere Idee war hierzu ein kollaboratives Mini-Barcamp mit Methoden-Erkundung in den einzelnen Sessions.

    Was ist ein kollaboratives Mini-Barcamp mit Methoden-Erkundung?

    Das zentrale Prinzip eines Barcamps als einem offenen Veranstaltungsformat ist, dass die Inhalte der Veranstaltung zu Beginn noch nicht (vollständig) feststehen, sondern von den Anwesenden gemeinsam entwickelt werden. Es gibt dann immer mehrere Angebote, so genannte Sessions, parallel. Alle können entscheiden, wo sie mit diskutieren wollen.

    Barcamp-Prinzip: Zu Beginn ein noch leerer Sessionplan

    Während Sessions bei Barcamps meistens 45 Minuten lang dauern, haben wir nur ein Mini-Barcamp gemacht. Das bedeutet konkret: Es gab zwei Slots mit je 20 Minuten und einer 10-minütigen Wechselpause zwischendrin.

    Zweitens war unser Barcamp ein kollaboratives Barcamp. Es gab also nicht individuelle Session-Angebote, sondern zunächst haben alle Teilnehmenden eine Frage oder ein Thema aufgeschrieben, zu dem sie sich austauschen wollen. Danach gab es eine Murmel- und Wuselphase, um Themen zu clustern und zu priorisieren. Daraus entstand dann der gemeinsame Sessionplan. (Das Vorgehen mit Kartentausch oder Gruppenbildung habe ich von der edunautika in Hanau abgeschaut; ich hatte in früheren Veranstaltungen mit der 35er Methode experimentiert, was hier aber wahrscheinlich zu langwierig gewesen wäre)

    Erklärung zur Themenclusterung

    Die wichtigste Ergänzung zu einem normalen Barcamp war drittens die vorbereitete Methoden-Erkundung in den einzelnen Sessions. Da es durch die kollaborative Gestaltung des Sessionplans keine Sessiongeber*innen gab, die sich für Anleitung und Moderation in den Sessions verantwortlich fühlten und da wir zugleich erreichen wollten, dass Peer-to-Peer Lernkompetenz durch praktisches Erleben von einem gut funktionierenden Austausch entwickelt und ermöglicht wird, hatten wir methodische Anleitungen vorbereitet, die an den einzelnen Session-Orten auslagen und dort zur Strukturierung und Gestaltung des Austauschs genutzt werden konnten.

    An einem Sessionraum gab es z.B. die Anleitung für ein Pop-Up Meeting, bei dem zunächst auf Post-Its Fragen, Informationen und positive/negative Aspekte gesammelt wurden. In einer anderen Session konnte man die Future Backwards Methode ausprobieren. In einer weiteren Session die Kopfstand-Methode …

    Ein Sessionort: hier mit der Anleitung für die Kopfstand-Methode

    Nach den beiden Sessionsdurchgängen kamen wir für ein kurzes Blitzlicht im Plenum zusammen.

    Was sind Erfahrungen und Learnings aus dem Format?

    Aus meiner Sicht hat das Format perfekt funktioniert. In sehr kurzer Zeit gelang ein intensiver Austausch und viele konnten zugleich auch neue, methodische Anregungen für sich mitnehmen.

    Für das Gelingen ist es entscheidend, dass man bei der Gestaltung des Sessionplans überlegt, welche Methode sich für welches Thema besonders gut eignet. Zum Beispiel könnte eine kollegiale Beratung besser zu einem eher grundsätzlichen Thema passen, während die Kopfstand-Methode für ein Thema gut passt, wo es um Ideenentwicklung geht. Die 1-2-4-all Methode eignet sich dagegen gut für kollaborative Sammlungen.

    Wichtig scheint mir außerdem, dass die Methoden wirklich nur ganz kurz und sehr Hands-On beschrieben sind und die entsprechenden Session-Orte bereits passend zur Methode vorbereitet sind. Bei der kollegialen Beratung fanden die Teilnehmenden zu Beispiel einen Stuhlkreis vor. Bei der Future Backwards Methode hatten wir einen bespannten Tisch vorbereitet und hier schon einen Zeitstrahl eingezeichnet.

    Vorbereiteter Session-Ort für die Future Backwards Methode

    Als Mini-Barcamp blieben wir in einem großen Saal und nutzten zusätzlich das Foyer. Das war hilfreich, weil wir dann am Beamer mit einem Countdown für alle jederzeit transparent anzeigen konnten, wieviel Zeit zum Austausch in der jeweiligen Session noch besteht!

    Während der Sessions: eingeblendeter Countdown für alle

    Durch die Kürze der Zeit in den Sessions haben wir auf eine Dokumentation des inhaltlichen Austauschs verzichtet. Hier haben alle für sich Notizen festgehalten. Hier könnte man aber durchaus überlegen, doch auch Etherpads für kollaborative Mitschriebe anzubieten.

    Fazit: Weiternutzen!

    Ich habe das SELL-Team bei einem OERCamp kennen gelernt. Vor diesem Hintergrund waren wir uns in der Vorbereitung sofort einig, dass wir die erarbeiteten Materialien sehr gerne zum Weiternutzen als OER zur Verfügung stellen. Hier sind in diesem Sinne die genutzten 8 Methoden, die du gerne direkt weiternutzen oder auch beliebig erweitern und anpassen kannst. Die Lizenz ist CC0 1.0.

    Methodenset als pdfHerunterladen Methodenset als .odt zum BearbeitenHerunterladen

    Die Folien mit den integrierten Countdown-Timern habe ich mit RevealJS gestaltet. (Wenn die Uhrzeit am jeweiligen Tag schon vorbei ist, steht auf den Folien immer ‚Jetzt‘. Ab Mitternacht beginnt dann der Countdown. Zu der Zeit, in der solch eine Präsentation dann zum Einsatz kommen soll, ist das dann alles passend!).

    Ich kann mir eine Weiternutzung solcher Folien auch sehr gut für klassische Barcamps vorstellen bzw. immer dann, wenn es einen festen zeitlichen Rahmen gibt, in dem eine Veranstaltung stattfindet. Die genauen Uhrzeiten und Dauer lassen sich dann beliebig anpassen. Zum Weiternutzen gehst du in diesen Schritten vor:

  • Du registrierst dich bei Github.com bzw. meldest dich an und öffnest dann dieses Repository.
  • Du wählst den grünen Button ‚Use this template‘ und wählst ‚create a new repository‘ aus.
  • Du entscheidest dich für einen Namen und gibst auf Wunsch auch eine Beschreibung an.
  • Du öffnest die index.html Datei in deinem Verzeichnis und ersetzt den Inhalt durch diesen Code. Dabei passt du die Zeiten ab Zeile 175 so wie benötigt an.
  • Du aktivierst Github Pages (unter Settings, Pages, dann bei Branch ‚live‘ wählen und speichern).
  • Deine Präsentation, die du beliebig in der index.html Datei ändern kannst, findest du dann unter DeinAccountname.github.io/deinverzeichnisname (Es kann manchmal 5 Minuten dauern, bis die Seite erstellt ist oder Änderungen sichtbar werden!). Zu Beginn sehen die Folien so aus.
  • Mir hat die Konzeption und Durchführung viel Freude gemacht. Herzlichen Dank an das SELL-Team. Viel Freude bei der Weiternutzung!

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    #methoden

    Neu auf peDOCS:
    Juliana Gras und Ralf Schieferdecker bieten eine verständliche und praxisnahe Grundlage für Studierende pädagogischer Studiengänge. Der Sammelband vermittelt zentrale Methoden, Methodologien, Datenerhebung, -auswertung, Gütekriterien und Forschungsethik – ideal für Abschlussphasen und weiterführende Studien.

    Zur Publikation ⬇️:
    https://www.pedocs.de/frontdoor.php?source_opus=33841&pk_campaign=SocMed&pk_kwd=mastodon

    #QualitativeSozialforschung #Methoden #Bildungswissenschaften

    Future Backwards + Gruppenpuzzle = hilfreiche Methodik für Barcamp-Sessions

    Bei der heutigen Edunautika ‚Süd‘ in Hanau habe ich – gemeinsam mit Gratian Riter – eine Session zu kollektiver Wirksamkeit und Agency angeboten. Wir haben uns spontan entschieden, unsere Sessions zusammen zu legen, weil es uns im Kern um ähnliche Aspekte ging. Gratian war in Bezug auf Agency vor allem der Aspekt der Selbstbestimmung der Lernenden wichtig. Meine Frage in Bezug auf kollektive Wirksamkeit war: Wie erreichen wir eine Bildung, in der Lernende bereits im Lernprozess erleben, dass sie weiterkommen, wenn sie sich mit anderen zusammen tun und gemeinsam agieren und auf diese Weise zugleich auch zu kollektiver Wirksamkeit befähigt werden?

    Ich stehe mit dem Begriff der kollektiven Wirksamkeit noch relativ am Anfang. Deshalb hatte ich gar keinen Input vorbereitet, sondern brachte lediglich einen methodischen Rahmen mit, den ich mit Gratian abstimmte und den wir dann gemeinsam durchführten.

    In diesem Blogbeitrag geht es somit um ein doppeltes Ziel: Ich erläutere erstens diesen methodischen Rahmen, weil dieser sich aus meiner Sicht gut eignet, wenn man in Barcamp-Sessions ein Thema reflektieren und erste konkrete Ideen entwickeln will. Zweitens dokumentiere ich die gemeinsam erarbeiteten Ideen zum Thema kollektive Wirksamkeit.

    Unsere Methode: Future Backwards + Gruppenpuzzle

    Die methodische Idee war ein Mix aus Future Backwards mit Gruppenpuzzle.

    Während es bei der Future Backwards Methode, so wie ich sie kenne, darum geht, nacheinander mehrere zeitliche Schritte zu einem Thema durchzuführen, veränderten wir das dahingehend, dass wir diese Schritte auf einzelne Gruppen aufteilten und dann im letzten Schritt ein Gruppenpuzzle mit allen zuvor erarbeiteten Perspektiven zur Entwicklung von Ideen machten.

    Hier kommt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  • Bei der Future Backwards Methode starte ich normalerweise in der Gegenwart. Die Frage lautet also: Wo stehe ich aktuell bei diesem Thema? Diese Frage griffen wir auch in unserer Session auf, aber nutzten sie für einen ersten Murmelrundenaustausch mit den Nebensitzenden. Die konkretisierte Frage bei uns war dazu: Was verbinden wir mit den Begriffen kollektive Wirksamkeit und Agency und wo stehen wir aktuell in unserer pädagogischen Praxis bei diesem Thema?
  • Während dieser Murmelphase verteilten wir rote, blaue und grüne Karten. Die Teilgebenden fanden sich dann in Kleingruppen mit der gleichen Farbe zusammen und erhielten jeweils einen zeitlichen Schritt bzw. eine Perspektive der Future Backwards Methode: Das blaue Team war das ‚Spuren‘-Team und ergründete: Wie sind wir dorthin gelangt, wo wir heute stehen? Das grüne Team suchte nach dem Nordstern: Was wäre bei dem Thema eine ideale und perfekte Zukunft? Und das rote Team ging schließlich in den Kopfstand und überlegte sich: Wohin wollen wir auf keinen Fall?
  • Anschließend folgte dann das Gruppenpuzzle. Es fanden sich Gruppen zusammen, in denen jedes vorherige Team mindestens einmal vertreten war und alle berichteten sich blitzlichtartig, was sie zuvor reflektiert hatten.
  • Gemeinsam entwickelten diese ‚Synthese-Gruppen‘ darauf aufbauend dann bis zu drei konkrete erste Schritte, die man angehen könnte, um mehr kollektive Wirksamkeit zu erreichen.
  • Zum Abschluss stellte jede Gruppe ihre entwickelte Lieblings-Idee im Plenum vor.
  • Wenn du die Methode weiternutzen möchtest, teile ich hier die verwendeten Anleitungen, die ich während der Team-Phasen und der Synthese-Phase direkt an die Gruppen verteilt habe. Solch eine Mini-Anleitung ist aus meiner Sicht sehr hilfreich, um Orientierung zu bieten und allen eine gute Beteiligung zu ermöglichen.

    (Die Lizenz dieser Dateien ist CC0 1.0, du musst bei Weiternutzung keinen Lizenzhinweis dazu schreiben.)

    Anleitungen für die TeamsHerunterladen Anleitung für die SyntheseHerunterladen

    Diese Kombination aus Future Backwards und Gruppenpuzzle haben wir heute zum ersten Mal erkundet. Ich fand daran positiv, dass es aus meiner Sicht klappte, dass die Kolleg*innen sehr intensiv zu einem komplexen Thema miteinander in Austausch kamen und ich freue mich über die entwickelten Ideen.

    Hilfreich finde ich daran auch, dass die Methode sehr einfach skalierbar ist. (= Es sollten mindestens 9 Menschen sein, damit das Gruppenpuzzle funktioniert. Wir waren deutlich mehr, was aber ganz genauso auch funktionierte.) So eine Skalierungsmöglichkeit ist gerade bei Barcamp-Sessions hilfreich, bei denen man ja vorher nie weiß, wie viele Teilgebende dazu kommen werden. Außerdem bin ich immer auf der Suche nach einem methodischen Rahmen, mit dem man auch in der kurzen Zeit einer 45-minütigen Session viel ermöglichen kann und der trotzdem einfach in der Vorbereitung und Durchführung ist. Das scheint mir hierbei der Fall zu sein!

    Verbesserungswürdig erscheint mir der Einstieg: Es ist wahrscheinlich gerade bei sehr diffusen Begriffen wie kollektive Wirksamkeit und Agency wichtig, dass zunächst geklärt wird, mit welcher Definition des Begriffs man gemeinsam arbeiten will. Bei uns war es hier sehr hilfreich, dass ein Teilgeber solch eine Definition zu Beginn von uns erfragte, was dann hoffentlich zur besseren Orientierung beitrug.

    Die entwickelten Inhalte

    Das wirklich wichtige Ergebnis solch einer Session ist für mich, gemeinsam ein verändertes Lernen und Austauschen erlebt zu haben. Außerdem hoffe ich, dass alle Beteiligten aus den verschiedenen Austauschrunden ihre ganz persönlichen Aha-Momente mitnehmen. Als für alle sichtbare Ergebnisse teile ich hier die verschriftlichten Ideen in den Kleingruppen in Schritt 4, die wir zum Abschluss einsammelten. (Ich habe sie eingesprochen, transkribiert und von einem KI-Sprachmodell clustern lassen)

  • Bildungscampus: Einbindung von Politik, Wirtschaft und außerschulischen Lernorten – und mit dem Bildungscampus wiederum nach außen wirken.
  • Auflösung der Klassenstruktur: Kleine, jahrgangsübergreifende Lerngruppen
  • Bewertungssystem ändern: Wertschätzende, individuelle Bewertung statt Klassifizierung; formatives Feedback; Prozess- statt Ergebnisorientierung; individuelle Dokumentation des Lernprozesses
  • Gut ausgestattete Lernräume und Sitzordnung anpassen: So gestalten, dass sich alle sehen können und als Gruppe begreifen
  • Fächerverbindendes, projektartiges Lernen: Ateliertag/Freiraum für Projektarbeit an einem fixen Tag in der Woche
  • Generationenübergreifendes Lernen: Kinder und Erwachsene lernen voneinander und miteinander
  • Teilhabe stärken: Schüler*innen fragen, wo sie Teamgefühl empfinden
  • Risiko eingehen: Loslassen von festen Lehrplänen; echte Probleme lösen
  • Kompetenzorientierung statt reiner Wissensvermittlung
  • Rollenveränderung: Lehrerinnen werden zu Lernbegleiterinnen/Coaches
  • Veränderung durch neues Mindset: Traumgruppe gründen, Schule der Träume entwickeln, Grenzen denken und greifbare Lösungsansätze entwickeln
  • Soziale Segregation verringern: Klassismus zurückdrängen
  • Fazit

    Herzlichen Dank an alle, die sich auf das Experiment dieser Session eingelassen haben und natürlich an das edunautika-Team, dass es beim heutigen Barcamp den Rahmen dafür gab. Außerdem Danke an Gratian für das spontane Zusammenlegen und die gemeinsame Gestaltung!

    Abschluss-Selfie mit Gratian nach der Session.

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    #methoden

    Neue und aktualisierte Methodenbeschreibungen

    Ich habe ein paar Methodenbeschreibungen neu erarbeitet, aktualisiert bzw. neu verlinkt unter katharina-debus.de/material/pa…

    Unter anderem:
    • Methode zur Arbeit mit Spannungsfeldern oder -verhältnissen (für die Bildungsarbeit in Gruppen und für verschiedene Beratungssettings inkl. Beziehungsberatung)
    • Kopfhörer-Methode zur individuellen Grenzregulation in der Arbeit zu potenziell belastenden Themen oder Themen, in denen Schamgrenzen berührt werden
    • Stop & Go zur Abfrage von Bedürfnissen und Grenzen sowie ggf. Vorerfahrungen zur Vorbereitung der Arbeit zu potenziell belastenden Themen oder von Themen, bei denen Schamgrenzen berührt werden

    #GeschlechterreflektiertePädagogik #Methoden #queerebildung #Sexualpädagogik #sexuelleBildung #Antidiskriminierungspädagogik #Pädagogik #Bildung #FediLZ #Entpolarisierung

    Pädagogische Materialien – Katharina Debus

    Ich befülle diese Seite nach und nach. Neben den unten aufgeführten Materialien finden Sie diverse Methodenbeschreibungen, an denen ich mitgewirkt habe, an den folgenden Orten: Pädagogische Materialien für verschiedene Zielgruppen Audio & Video Laumann, Vivien/Debus, Katharina/Klemm, Sarah (2017):Erklärfilm Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt.Produziert von Pudelskern im Rahmen des Projekts Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt von Dissens – weiterlesen

    Katharina Debus

    Neues in unserer #Methoden -Rubrik: Forschende an der University of Minnesota haben eine „One-Pot“-Methode entwickelt, die es ermöglicht #Klonierung und #Proteinexpression in einem Reaktionsgefäß durchzuführen!
    Klingt vielversprechend? Finden wir auch! Mehr zu lesen im Artikel von Andrea Pitzschke:
    👉 laborjournal.de/editorials/3368.php

    #Biotechnologie #Laborjournal

    Zeit für eine Pause!

    Das Spiel „Super Mega High Five“ kann man mit Kolleg*innen, Kindern, Partner*innen, Freunden und Eltern spielen.

    Ich verspreche euch, ihr werdet lachen.
    #gemeinschaft #spiele #methoden #FediLZ #meeting

    https://www.workshop-spiele.de/schnelles-kennenlernspiel-mit-spass/

    @nfdi4objects meets @mardi
    2 Tage #DiHMaLab #Objekte und #Methoden an der @fdm_FUBerlin mit dem Thema, wie #Daten konsortienübergreifend vernetzt werden können. #nfdirocks #NFDI #FDM
    Gibt es schon eine #Terminologie für eine #Cappuccinografik ? 😇
    Ping @dhinamug☕🍵
    @m_drabe @BioSchweiz Denken können - und nicht nur das, auch #Charakterbildung - geht über die "Verwendung" im Berufsleben hinaus. Man muss nicht alles wissen. Aber man darf auch nicht alles nicht wissen, weil man ja #Methoden kann.
    Verstehen ist mehr als Auswendiglernen, aber ich kann auch nicht verstehen, wenn ich nichts weiß, keine Fakten kenne, keine Vokabeln, keine Formeln, keine Epochen der Vergangenheit.

    ▶️ Rund um das Thema „#Objekte und #Methoden“ wird der interdisziplinäre Workshop verschiedene Perspektiven aus der #Mathematik und objektbasierten #Geisteswissenschaften zusammenführen. Ziel ist es, #Ansätze, #Werkzeuge und Fragestellungen beider Disziplinen in den Dialog zu bringen, #Schnittstellen sichtbar zu machen und gemeinsame methodische Herausforderungen zu diskutieren.

    #NFDI #NFDIrocks #FDM 2/2