Wir sollten mehr über das Schreiben sprechen, über die Kraft, die darin liegen kann. Finde ich“, schreibt Kathrin Bach auf Facebook. Und holt mich damit ab, an dem Punkt an dem ich so ungut seit Tagen klebe. Dieser Punkt den ich gerade so umgehe, dass er nicht zu einem Loch wird, mich nicht noch tiefer sinken lässt, dessen Anziehungskraft andererseits so groß ist, dass ich scheinbar unfähig bin, einen Schritt weiter zu gehen, in Bewegung zu bleiben. Dabei ist es so wichtig in Bewegung zu bleiben, auch wenn ab und an ein Schritt mehr zurück als nach vorn führt, weil wir nur so unsere eigene Mitte wahren können, nur indem wir in Bewegung bleiben, alles immer wieder neu austarieren, wie ich mit einer Freundin kürzlich noch einmal im Gespräch manifestieren konnte. Es sind ja nicht die großen Neuigkeiten, die einer helfen, wenn sie feststeckt, sondern häufig einfach nur die Erinnerung an das, was man eigentlich weiß, aber leider immer wieder vergisst.

Ich lese immer noch „Die Projektoren“ und das ist nicht immer ein Vergnügen, nicht weil Meyer nicht schreiben kann, oder irgendetwas nicht gut macht, sondern vielmehr weil er vieles so bedrückend gut macht. Das Kapitel mit den Neonazis, die später auch im Balkan mitkämpfen, ist mitunter nicht leicht auszuhalten, weil Meyer es sich gerade nicht leicht macht, er zeichnet keine Figuren, die nur verblendet und schlecht sind, er bedient sich einiger Klischees, aber nie ohne sie aufzubrechen, die Jungs, die da auf „fremden Pfaden“ unterwegs sind, sind grausam und kindlich zugleich, verloren und verblendet. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viel schreckliche Dinge man gelesen und recherchiert haben muss, bevor man darüber schreiben kann. Ich stelle mir dieses Schreiben als eins vor, dass eher Kraft kostet als Kraft schenkt.

Bei Gedichten, denke ich gerade, ist es anders. Selbst die wirklich sehr bedrückenden Gedichte von Mary Jo Bang (Elegie) oder David Grossmann (Aus der Zeit fallen) anlässlich des Todes ihrer Kinder haben etwas, das mich tröstet, das mich spüren lässt welche Kraft in der Sprache liegt, in der Form. Während ich bei Meyer nur ehrfurchtsvoll staune, wie komplex und eindringlich er Zusammenhänge schildert, wie er Bilder findet und Fäden treu bleibt, obwohl er ständig abschweift.

https://muetzenfalterin.blogda.ch/2024/10/25/wir-sollten-mehr-ueber-das-schreiben-sprechen/

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Kathrin Bach

   

Kathrin Bach
“Marigold,” by Mary Jo Bang

Poetry by Mary Jo Bang: “I have the sun’s eye one minute— / the next, I’m going to bed with it.”

The New Yorker

Poem of the week, Mary Jo Bang, 'The Dead of Winter'

'Tell me, how
often do you feel the way you feel?'

#MaryJoBang #Poetry #Poems #Winter

https://poems.com/poem/the-dead-of-winter/

"The Dead of Winter" by Mary Jo Bang

from Virginia Quarterly Review

Poetry Daily

“That is not what I meant blah, blah, blah”

A Film in Which I Play Everyone
Mary Jo Bang

#Poetry #MaryJoBang #TheNewYorker

https://www.newyorker.com/magazine/2023/08/21/a-film-in-which-i-play-everyone-mary-jo-bang-poem

“A Film in Which I Play Everyone,” by Mary Jo Bang

Poetry by Mary Jo Bang: “In scene two, silence is a sleeve, I’m an arm in it.”

The New Yorker
Good poets take influence from many things. Take Mary Jo Bang, who, in this exclusive interview about her new poetry collection "A Film In Which I Play Everyone," not only cites other poets, but David Bowie, surrealist painter Dorothea Tanning, and "Back To The Future Part III" as well.
https://paulsemel.com/exclusive-interview-a-film-in-which-i-play-everyone-author-mary-jo-bang/
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