Zurück in die Vergangenheit der eigenen Familie
begibt sich in diesem Roman,
die Schriftstellerin Judith Herrmann.
Der Großvater, den sie gar nicht mehr kennengelernt
hatte, war während des Zweiten Weltkriegs bei der
SS in Radom stationiert. In dieser Stadt mit
ca. 100 000 Einwohnern, von denen ein Drittel
jüdischen Glaubens war, wurde ein großes Ghetto
errichtet. Die äußerste Brutalität der deutschen
Besatzungsmacht ließ nur wenige der Insassen das
Kriegsende überleben. Über den Großvater wird nichts
in der Familie verlautbar. Diese Abwesenheit und das
Schweigen über ihn beschäftigen jedoch die Anwesenden.
Judith Herrmann mietet kein Hotelzimmer in Radom,
sondern eine Wohnung, bleibt somit länger und geht
auf Spurensuche. Es dauert, ehe der Kontakt zu den
Einheimischen hergestellt werden wird, argwöhnisch
beobachtet man die Deutsche zunächst …
Was als Reise in die Vergangenheit beginnt, entpuppt
sich aber zusehends als eine weitere Reise in die
Gegenwart. Judith Hermann besucht ihre Schwester und
deren Familie in Süditalien. Die Schwester ist
Archäologin und an Ausgrabungsarbeiten in Pompeji
beteiligt. Aber Schwester und Schwager möchten sich
eher nur sehr nebensächlich mit der Geschichte des
Großvaters beschäftigen. Der eigene Wunsch, dieses
Thema näher mit der Verwandtschaft zu besprechen,
findet kein Gehör. So streut die Autorin in die
Gespräche mit Teenager-Nichte und Neffe Andeutungen,
Zuschreibungen und Verweise. Sie sieht es blitzen in
den Augen der nachfolgenden Generation. Verstanden
also haben sie sehr gut?
Nun abwarten und auf die Zeit hoffen, in der das
Fragen beginnen wird.
Ein kluges, ein leises Buch über die Auseinander-
setzung mit Schuld und Erinnerung der vorangegangenen
Generationen und den Wunsch, die Erinnerung für die
Nachfolgenden wachzuhalten.
#book #wortpol #leselust #unbedingtlesen #lesestoff #buch #buchkunst #coverart #roman #lesetipp #gutesbuch #lesezeichen #JudithHerrmann
begibt sich in diesem Roman,
die Schriftstellerin Judith Herrmann.
Der Großvater, den sie gar nicht mehr kennengelernt
hatte, war während des Zweiten Weltkriegs bei der
SS in Radom stationiert. In dieser Stadt mit
ca. 100 000 Einwohnern, von denen ein Drittel
jüdischen Glaubens war, wurde ein großes Ghetto
errichtet. Die äußerste Brutalität der deutschen
Besatzungsmacht ließ nur wenige der Insassen das
Kriegsende überleben. Über den Großvater wird nichts
in der Familie verlautbar. Diese Abwesenheit und das
Schweigen über ihn beschäftigen jedoch die Anwesenden.
Judith Herrmann mietet kein Hotelzimmer in Radom,
sondern eine Wohnung, bleibt somit länger und geht
auf Spurensuche. Es dauert, ehe der Kontakt zu den
Einheimischen hergestellt werden wird, argwöhnisch
beobachtet man die Deutsche zunächst …
Was als Reise in die Vergangenheit beginnt, entpuppt
sich aber zusehends als eine weitere Reise in die
Gegenwart. Judith Hermann besucht ihre Schwester und
deren Familie in Süditalien. Die Schwester ist
Archäologin und an Ausgrabungsarbeiten in Pompeji
beteiligt. Aber Schwester und Schwager möchten sich
eher nur sehr nebensächlich mit der Geschichte des
Großvaters beschäftigen. Der eigene Wunsch, dieses
Thema näher mit der Verwandtschaft zu besprechen,
findet kein Gehör. So streut die Autorin in die
Gespräche mit Teenager-Nichte und Neffe Andeutungen,
Zuschreibungen und Verweise. Sie sieht es blitzen in
den Augen der nachfolgenden Generation. Verstanden
also haben sie sehr gut?
Nun abwarten und auf die Zeit hoffen, in der das
Fragen beginnen wird.
Ein kluges, ein leises Buch über die Auseinander-
setzung mit Schuld und Erinnerung der vorangegangenen
Generationen und den Wunsch, die Erinnerung für die
Nachfolgenden wachzuhalten.
#book #wortpol #leselust #unbedingtlesen #lesestoff #buch #buchkunst #coverart #roman #lesetipp #gutesbuch #lesezeichen #JudithHerrmann
