NEU: #WerkstattGeschichte 93 »grenzen internalisieren«!
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@JochenLingelba1 spürt der emotionalen Wirkmacht von #Stacheldraht als realem und repräsentativem Objekt der #Grenzziehung nach und betrachtet dessen enge Verbindung mit Gefahr in kolonialen Kontexten sowie in der jüngeren #Migrationsabwehr:
➡️ https://werkstattgeschichte.de/abstracts/nr-93-jochen-lingelbach

@histodons

#histodons #Grenze #Kolonialismus #Migration #BorderStudies #Emotionsgeschichte

#israel #palästina : #krieg / #gaza / #besatzung / #grenzziehung / #völkerrecht

„Israels Generalstabschef Ejal Zamir hat die Rückzugslinie seiner Truppen im Gazastreifen zu einer neuen Grenze erklärt. Zamir sagte nach Armeeangaben während eines Truppenbesuchs im nördlichen Gazastreifen, die sogenannte «gelbe Linie» sei eine neue Grenze, eine vordere Verteidigungslinie für die israelischen Grenzgemeinden und zugleich eine Angriffslinie.“
https://www.srf.ch/news/international/nahost/die-lage-in-nahost-israels-generalstabschef-erklaert-neue-grenze-zum-gazastreifen

Die Lage in Nahost - Israels Generalstabschef erklärt neue Grenze zum Gazastreifen

Die «gelbe Linie» ragt zwischen 1.5 und 6.5 Kilometer in den Gazastreifen hinein.

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Gleichnis vom barmherzigen Samariter – 15. So im JK

Predigt: Liebe Mitchristen

Dieses vertraute Evangelium hat unsere Sprache beeinflusst. Samariter sind barmherzige Menschen. Schauen wir noch einmal genau hin. Der Ausgangspunkt ist eine Frage, die auf die Probe stellt, die einen Haken hat: Was soll ich tun, damit ich das ewige Leben bekomme? Mit einer Gegenfrage übernimmt Jesus in dieser Situation die Führung. Der Gesetzeslehrer gibt nicht auf, fragt wieder. Jesus antwortet mit einer Geschichte. So nimmt er seine Zuhörenden mit. Damals den Gesetzeslehrer + die Jünger, heute uns.

Was ist der Haken an der Ausgangsfrage? ,,Ewiges Leben bekommen", das geht ja nicht so direkt, Leben ist kein Konsumgut, ganz besonders, wenn es ,,ewig" sein soll, also etwas Bleibendes - richtiges Leben, Lebendigkeit hat andere Qualität kann Menschen ergreifen, erfüllen, prägen. Es bräuchte also einen Perspektivwechsel. Das zeigt auch die nachgelegte Frage: Wer ist denn mein Mitmensch? (Da schwingt ja mit - und wer nicht?) Es geht dem Fragenden um Grenzen. Jesus geht es um den Kern, um die Haltung, also um dass, was uns im Leben Halt gibt, woran wir uns halten können. Und für diesen Wechsel nimmt Jesus seine Zuhörer mit als begnadeter Erzähler. Lassen wir noch einmal darauf ein:

Ein Mann geht von Jerusalem nach Jericho. Sein Weg durch die Wüste von Juda ist ungefähr 27km lang. Jerusalem liegt auf der Höhe, so dass es heißt hinab. Jesus benutzt im Griechischen, der Originalsprache des Evangeliums, eine Formulierung, die deutlich macht, dass ein gewohnheitsmäßiger Weg ist. Diesen Hinweis kann man einem Kommentar entnehmen, der sprachliche Eigenheiten des griechischen Urtext erklärt. Dann passiert mit dem Überfall ein Unglück. Der Mann, bislang handelndes Subjekt, wird zum Objekt der Räuber. Diese

  • nehmen ihm alles weg

  • schlagen ihn zusammen

  • machen sich davon

  • lassen ihn liegen (halbtot)

halbtot macht es für einen Vorbeikommenden unklar, ob der Mensch lebt oder tot ist. Wie kann diesem Menschen geholfen werden.

Der Priester geht auch gewohnheitsmäßig von Jerusalem, dh vom Tempeldienst, nach Jericho, wahrscheinlich sein Zuhaus. Ein Hoffungsschimmer entsteht. Ein Mann Gottes kommt nun am Unglücksort vorbei. Den damaligen Hörern war bewusst, dass die Berührung mit einem Toten sie als Juden kultisch unrein macht, aber der Mensch ist ja nur halbtot. Die Worte Sah ihn und ging vorbei enttäuschen jeden, der sich unwillkürlich etwas mit dem Halbtoten identifiziert hatte.

Es gibt eine 2 Chance. Der Levit ist in der Hierarchie etwas tiefer angesiedelt also auch ein Gottesmann. Die Begegnung gestaltet sich wie beim ersten Mal. Sah ihn und ging vorüber -- dies drängt die Hoffnung noch weiter zurück. Es sieht schlecht aus für den Halbtoten.

Aller guten Dinge sind 3, heißt es, und nach dem Priester und dem Leviten hätte Jesus als 3. Person beispielsweise einen Laien wählen können, um etwas tiefer in der Hierarchie zu sein. Mit dem Samaritaner überrascht er. Das lässt es für den Halbtoten noch schwieriger werden. Durch eine geschichtliche gewachsene Spannung zwischen Juden und Samaritern erwartet ein Jude von Samaritern nichts Gutes. Dann: Als er ihn sah... Der Hörer ist gespannt. Was wird nun ein Samariter machen? Er wird von Mitleid bewegt. Das war nicht zu erwarten. Aus seiner inneren Haltung des Mitleids entspringen Taten. Der Samariter leistet erste Hilfe, die 3-fach entfaltet ist.

  • geht zu ihm hin (dh er geht nicht vorüber, wie es als Samariter zu erwarten gewesen wäre)

  • gießt Öl und Wein auf die Wunden

  • verbindet sie

In 3facher Weise setzt der Samariter diese erste Hilfe fort - er

  • setzt den Überfallenen auf sein eigenes Lasttier

  • bringt den Verwundeten in eine Herberge

  • kümmert sich um den Menschen dort

Und es gibt noch einen weiteren Horizont. Der Samariter setzt 2 Denare ein, um für die Zukunft zu helfen, und verspricht dem Wirt, für etwaige Mehrkosten aufzukommen. Ein Denar ist der Tagessatz eines Tagelöhners. 2 Denare mögen für den Samariter eine spürbare Summe gewesen sein. Die Hilfe ist 3fach kurz-, mittel- und langfristig.

Jesus wieder mit einer Frage - Sie wissen ja, wer fragt, der führt und in der Kultur des Judentums sind Fragen zentral: Wer ist dem Mann, als Mitmensch begegnet? Damit ist der Perspektivwechsel konkret. Und es geht um den eigenen Kern - nicht mehr um Grenzen, über die man trefflich streiten kann.

Der Perspektivwechsel ist angekommen, die Haltung des Mitleids ist im Blick - und Jesus fordert auf Geh und mach es ebenso.

Und wenn wir das heute hören? Was kann heute dem eigenen Mitleid im Weg stehen? Was kann einem jeden von uns helfen, der Liebe, dem Leben, mehr Raum im eigenen Leben zu geben, so wie es uns das Gesetz nahelegt? Können wir einander dabei im Alltag bestärken?

Diese Predigtgedanken begleiten mich schon seit meinem Studium. Ich hätte nie erwartet, dass bei uns und in anderen westlichen Ländern in der Politik Abgrenzung so hoffähig werden würde, dass sich da so ein Kontrast zu dieser Geschichte ergibt - Politiker, die sich als vom Christentum beeinflusst verstehen, Mitgefühl und Nächstenliebe so wenig wichtig nehmen. Wer Barmherzigkeit begrenzen will, der fördert im Grunde das Recht des Stärkeren, der wehrt sich gegen das schlechte Gewissen, dass sich fast automatisch zeigt, wenn Barmherzigkeit offensichtlich verweigert wird.

Ein Weg der Bestärkung ist eine Entscheidung für eine Weggemeinschaft im Glauben mit anderen Weggefährten und Gefährtinnen. So ein gemeinsamer Lernweg, ob inspiriert durch das gemeinsame Hören auf Gottes Wort oder durch andere geistliche Übungsformen wird die Teilnehmenden dafür öffnen, der Andere ist ja wie man selbst - ein Mensch - und so einen Zugang erschließen, zum Ausgangspunkt des heutigen Evangeliums, zum Doppelgebot der Liebe.

#Barmherzigkeit #FediKirche #Grenzziehung #Liebesgebot

Man kann sich auch auf Mast­o­don wun­der­bar in die Haa­re krie­gen. Und manch­mal ist das sogar pro­duk­tiv. Bei­spiels­wei­se ist das Ergeb­nis einer sol­chen Pos­ting-Schlacht ges­tern, dass ich seit­dem dar­über nach­den­ke, wie das mit Pro­jek­ten und der Mit­te ist, und ob der Main­stream sich umlei­ten lässt.

Ober­fläch­lich ging’s in der Debat­te um sozia­le Netz­wer­ke. Unab­hän­gig davon kann ich dazu emp­feh­len, was Dejan Miha­j­lo­vić heu­te mor­gen zu sozia­len Netz­wer­ken zwi­schen Demo­kra­tie und Dienst­leis­tung geschrie­ben hat. Das hat aller­dings nur tan­gen­ti­al mit dem zu tun, um was es mir geht. Näm­lich um die Fra­ge, wie im wei­tes­ten Sin­ne „lin­ke“ Netz­werk­pro­jek­te mit Inklu­si­on und Exklu­si­on umge­hen. Und die­se Fra­ge geht weit über sozia­le Netz­wer­ke und Open-Source-Digi­tal­pro­jek­te hinaus.

Mir scheint es hier zwei Her­an­ge­hens­wei­sen zu geben, die – zumin­dest in ihren Extre­men gedacht – nicht, zumin­dest nur schlecht mit­ein­an­der zu ver­ein­ba­ren sind. Und ich bin mir nicht sicher, ob allen immer klar ist, in wel­chem die­ser Modi sie gera­de unter­wegs sind.

Projekte

Die eine Her­an­ge­hens­wei­se ist das „Pro­jekt“. Pro­jekt meint hier eine Abkap­se­lung von der „bösen“ Welt da drau­ßen. Die Men­schen, die an einem Pro­jekt teil­neh­men, ähneln sich in bestimm­ten, zen­tra­len Kate­go­rien. Ins­be­son­de­re tei­len sie bestimm­te Wer­te, und gehen zudem oft davon aus, dass die­se Wer­te all­ge­mein­gül­tig sein soll­ten. Sie ähneln sich zudem oft sozio­de­mo­gra­fisch – haben also bei­spiels­wei­se einen ähn­li­chen Bil­dungs­hin­ter­grund, einen bestimm­ten sozia­len Sta­tus. (Para­do­xer­wei­se gilt dies ins­be­son­de­re oft auch für Pro­jek­te, die Diver­si­tät beson­ders groß schreiben …)

Nicht jedes Pro­jekt zieht die sel­be Sor­te Men­schen an, und nicht jedes zieht die sel­ben Gren­zen. Allen gemein­sam ist aber ein kla­res Bewusst­sein, dass bestimm­te Regeln zur „Iden­ti­tät“ des Pro­jek­tes dazu gehö­ren. Es gibt eine gewis­se eta­blier­te Kul­tur, und wer dabei sein will, hält sich gefäl­ligst dar­an. „Wir machen das hier so“ – und natür­lich gibt es dafür gute, ja meist sogar sehr gute Grün­de, die allen, die dabei sein wol­len, aus­führ­lich erklärt wer­den. „Wir machen das hier so“ ist ein Teil der Grenz­zie­hung. Wer es anders macht, der gehört nicht dazu – und das wird teil­wei­se impli­zit, teil­wei­se sehr expli­zit verdeutlicht.

In die­ser All­ge­mein­heit kann sowohl der, sagen wir, selbst­or­ga­ni­sier­te Umsonst­la­den, das auto­no­me Kul­tur­zen­trum oder die Bau­ge­mein­schaft als Pro­jekt bezeich­net wer­den wie auch vie­le poli­ti­sche Ver­ei­ne – über Par­tei­en rede ich jetzt mal nicht – oder eben, um den Bogen zum digi­ta­len Raum zu schla­gen – auch die von einem Ver­ein betrie­be­ne Fedi­ver­se-Instanz, der Cha­os-Com­pu­ter-Club-Able­ger oder in gewis­ser Wei­se sogar das eine oder ande­re Open-Source-Projekt.

Mitte-Orientierung

Her­an­ge­hens­wei­se Num­mer zwei habe ich mal „Mit­te“ getauft (ob das eine gute Bezeich­nung ist, dar­über lässt sich natür­lich strei­ten). Was ich damit mei­ne, ist der Ver­such, Platt­for­men, Poli­ti­ken, Räu­me so aus­zu­rich­ten, dass die Hür­den, dar­an teil­zu­neh­men, für mög­lichst alle gering sind. Nie­der­schwel­lig­keit wird als Wert beschrieben.

(Und weil das schnell zu die­ser Debat­te führt, ein Exkus dazu: die Gestal­tung von User Inter­faces ist bei gro­ßen kom­mer­zi­el­len Soft­ware­pro­duk­ten etwas, in das sehr viel Zeit und Geld gesteckt wird, bis hin zu A/B‑Tests für bestimm­te Optio­nen. Das führt im Ide­al­fall dazu, dass die Nut­zung kom­plett hür­den­los mög­lich ist. Die Nut­zer­er­fah­rung bei Apple steht da sprich­wört­lich. Und ich glau­be, ein guter Teil des Rei­zes von Blues­ky – jen­seits von FOMO und begrenz­ter Ein­la­dungs­po­li­tik – besteht in der Hoff­nung, dort auf eine sozia­le Platt­form zu sto­ßen, die im dop­pel­ten Sin­ne ein­fach benutz­bar ist: ohne gro­ße Hür­den, ohne Aus­wahl von Apps, Instan­zen, Pro­to­kol­len usw. ein­fach los­zu­le­gen, und sie bedie­nen, ohne groß dar­über nach­zu­den­ken, was da passiert.

Ich mag Mast­o­don. Aber ein­fach in die­sem Sin­ne ist Mast­o­don, ist das Fedi­ver­se nicht. Da hilft es auch nichts, haar­klein zu erklä­ren, war­um das tech­nisch gese­hen alles total ein­fach ist und war­um auch anders­wo Hür­den bestehen. Letzt­lich zählt der Ein­druck, die gemach­te Erfah­rung. Und die ist bei vie­len, die Mast­o­don mal aus­pro­bie­ren, eben nicht „ein­fach los­le­gen“, son­dern kom­pli­zier­ter. Und ich wür­de behaup­ten, dass ähn­li­ches z.B. für Linux auf dem Desk­top gilt. Alles, wo ich erst mal im Hand­buch (in der Online-Doku­men­ta­ti­on, der man-Page) nach­gu­cken muss, wie etwas geht, ist nicht hür­den­los in dem Sin­ne, um den es mir hier geht …

Und als Exkurs im Exkurs: das vie­le Geld, das bei kom­mer­zi­el­len Vor­ha­ben in User Inter­faces und die User Expe­ri­ence gesteckt wird, führt nicht in allen Fäl­len zu schwel­len­lo­sen Pro­duk­ten in die­sem Sin­ne. Und im schlimms­ten, lei­der gar nicht so sel­te­nen Fall ist ein gro­ßer Teil der Opti­mie­rung der User Expe­ri­ence eine Opti­mie­rung im Sin­ne von „mög­lichst viel Wer­bung anzei­gen“ und „Nutzer*innen dazu brin­gen, auf die fal­schen Knöp­fe zu drü­cken“ (dark pat­tern). Das fin­de ich nicht gut, gehört aber zu die­sem The­ma dazu.

Soweit der Exkurs. Zurück zur Mit­te­ori­en­tie­rung von Projekten.)

Sich dar­an zu ori­en­tie­ren, dass „alle“ dabei sein kön­nen, und eben nicht nur die, die aus dem sel­ben Milieu kom­men, oder die den sel­ben (tech­ni­schen) Hin­ter­grund haben – was das bedeu­tet, lässt sich plau­si­bler machen, wenn kon­kre­te Bei­spie­le gewählt werden.

Wenn ich davon spre­che, die Zivil­ge­sell­schaft zu betei­li­gen, den­ke ich an ehren­amt­lich Enga­gier­te, an die Flücht­lings­hil­fe oder die Tafel­lä­den. Ich den­ke da nicht zuerst an den Sport­ver­ein, das tech­ni­sche Hilfs­werk oder den Jagd­ver­band. Mei­ne Aus­sa­gen zur Zivil­ge­sell­schaft soll­ten aller­dings auch dann noch pas­sen, wenn ich letz­te­re einsetze.

Als Test für zum Bei­spiel sozia­le Netz­wer­ke (oder Umsonst­lä­den und Haus­pro­jek­te), wenn die Ori­en­tie­rung an Nie­der­schwel­lig­keit da ist: gehört zu „alle“ auch der*die typi­sche CDU-Wähler*in? Kon­ser­va­ti­ves Wer­te­mus­ter, eher älter, mitt­le­re Bil­dung, Ein­fa­mi­li­en­häus­chen im Grü­nen mit gepfleg­tem Rasen, zwei Autos in der Gara­ge und Affi­ni­tät zum Dialekt? 

Wie muss eine Soft­ware, ein sozia­les Enga­ge­ment, eine Poli­tik gestal­tet sein, die sich an „alle“ rich­tet, die auch für die­sen Per­so­nen­kreis nie­der­schwel­lig akzep­tier- und nutz­bar ist? Wel­che Kom­pro­mis­se kön­nen gemacht wer­den – und wo clasht eine Ori­en­tie­rung an der Mit­te, an allen mit eige­nen Wertvorstellungen?

Ein typi­sches Bei­spiel für einen sol­chen Clash könn­te bei Mast­o­don die Kul­tur sein, rela­tiv oft und weit­rei­chend „Con­tent War­nings“ zu ver­wen­den (über Pro­no­men, Gen­der-Stern­chen und ähn­li­ches will ich gar nicht reden). Oder die abfäl­li­gen Bemer­kun­gen über „Schmun­zelt­wit­ter“. Wie sieht’s mit Fleisch­kon­sum aus – und wie vehe­ment wird der bekämpft?

Um das deut­lich zu sagen: mir geht es hier nicht dar­um, zum Bei­spiel All­tags­ras­sis­men zu akzep­tie­ren. Und mir geht es auch nicht dar­um, in vor­aus­ei­len­dem Gehor­sam eine Platt­form, ein sozia­les Enga­ge­ment oder eine Poli­tik an den ima­gi­nier­ten Wer­ten und Vor­stel­lun­gen einer „Mit­te“ aus­zu­rich­ten. Vor allem des­we­gen nicht, weil die­se oft viel wei­ter ist, als „wir“ uns das vor­stel­len. Die deut­sche Nor­ma­li­tät ist nicht mehr in den 1980er Jah­ren zu finden.

(Da lie­ße sich jetzt ein zwei­ter Exkurs zum The­ma Main­stream anschlie­ßen: die Rech­ten jam­mern über die „links-grü­ne Hege­mo­nie“. Aus links­grü­ner Sicht ist es nicht weit her mit die­ser. Trotz­dem wird deut­lich, dass die media­le Her­stel­lung von Öffent­lich­keit und das als „nor­mal“ akzep­tier­te Wer­te- und Erfah­rungs­mus­ter etwas sind, das beweg­lich und flui­de ist. Über Rauch­ver­bo­te in Züge und Knei­pen wur­de erbit­tert gestrit­ten. Heu­te sind sie nor­mal. Mög­li­cher­wei­se sind auto­freie Wohn­ge­bie­te oder vege­ta­ri­sche Stan­dard­op­tio­nen – Ikea macht’s vor – bald eben­so nor­mal. Der Main­stream fließt zwar trä­ge, aber er fließt, und er lässt sich ver­schie­ben und umleiten.)

Projekte und Mitte-Orientierung doch zusammendenken?

Ich bin damit ein­ge­stie­gen, dass ich „Pro­jekt“ und eine Ori­en­tie­rung an der „Mit­te“ als zwei gegen­sätz­li­che Pole dar­ge­stellt habe. Das stimmt, und es stimmt nicht so ganz. Viel­leicht ist es klü­ger, sich das als ein Kon­ti­nu­um vor­zu­stel­len. Auf der einen Sei­te ste­hen sehr indi­vi­dua­lis­ti­sche Pro­jek­te, die aus weni­gen Per­so­nen bestehen. Viel­leicht sogar sowas wie eine Bezie­hung, eine Fami­lie. Hier ist sehr klar, wer dazu­ge­hört und wer nicht, und es gibt über­haupt kei­nen Anspruch, offen für alle zu sein. 

Auf der ande­ren Sei­te ste­hen Orga­ni­sa­tio­nen und Sys­te­me, die z.B. qua Grund­ge­setz für alle nutz­bar sein müs­sen, und denen dem­entspre­chend dar­an gele­gen sein muss, so gestal­tet zu sein, dass alle mit­ma­chen kön­nen, egal, wel­ches Milieu und wel­che Wer­te gelebt wer­den. Groß gedacht gehö­ren Ver­wal­tun­gen ganz klar auf die­sen Pol, und auch Poli­zei und Feu­er­wehr (wobei die­se bei­den mög­li­cher­wei­se in Wirk­lich­keit eher in der Mit­te des Kon­ti­nu­ums ste­hen …). Und kom­mer­zi­el­le Sys­te­me, die den Wunsch haben, ihre Nutzer*innen-Zahl zu maxi­mie­ren, lan­den eben­falls auf die­ser Sei­te des Kontinuums.

Alles ande­re liegt irgend­wo dazwi­schen. Und soll­te sich halt klar dar­über sein, wo. Zu wel­chem Grad eine Offen­heit für „alle“ da ist, und wo dann doch Gren­zen gezo­gen wer­den. Wel­che kul­tu­rel­len, tech­ni­schen, prak­ti­schen Hür­den und Grenz­zie­hun­gen exis­tie­ren, und wel­che davon zu Iden­ti­täts­bil­dung ver­wen­det werden. 

Klar ist aller­dings auch: je mehr sich etwas auf der Sei­te „Mit­te-Ori­en­tie­rung“ (oder „nie­der­schwel­li­ge Nutz­bar­keit für alle“) ver­or­tet, des­to wich­ti­ger wird die Fra­ge, wie Kon­flik­te gelöst wer­den, wer auf was für einer Grund­la­ge Ent­schei­dun­gen trifft – und dass zum Selbst­ver­ständ­nis eben auch gehö­ren muss, auf­ein­an­der­pral­len­de unter­schied­li­che Wel­ten aus­zu­hal­ten und dis­kur­siv damit umzugehen. 

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https://blog.till-westermayer.de/index.php/2023/08/27/projekte-und-die-mitte/

No. Five is alive II

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"#Dänemark und #Kanada beenden Zwist: Geteilter „Hans“, doppelter „Hans“
Der Streit um einen Felsen blockierte jahrzehntelang eine #Grenzziehung in der #Arktis. Nun haben sich Kopenhagen und Ottawa geeinigt."
https://taz.de/Daenemark-und-Kanada-beenden-Zwist/!5858136/
#Politik #imho Ein sehr gutes Beispiel, das Konflikte um Land friedlich ausgetragen werden können
Dänemark und Kanada beenden Zwist: Geteilter „Hans“, doppelter „Hans“

Der Streit um einen Felsen blockierte jahrzehntelang eine Grenzziehung in der Arktis. Nun haben sich Kopenhagen und Ottawa geeinigt.

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