Der Weg vom Frauenstreik zur Intensivstation kann kurz sein, wie der hier geschilderte Fall zeigt.
Vor allem ist er gepflastert mit maskulinistischer Verächtlichkeit - "wie, schon wieder ein Bericht über digitale Gewalt an Frauen, schon wieder die kollektive Beschuldigung von Männern, schon wieder dieses leidige Thema der Gewalt gegen Frauen, dabei gibt es doch so viel schlimmeres in der Welt, über das nicht berichtet wird!"
Männer beschweren sich, wenn in den Medien für die üblichen zwei bis drei Wochen, die eine Erregungswelle anhält, maskuline Aggressivität, patriarchale Dominanz, Täter-Opfer-Umkehr bei Vergewaltigungen angeprangert wird. Und auch dieses Mal wird nicht an die Wurzel des Problems gegangen, an die patriarchale Genese kapitalistischer Ausbeutung und imperialistischer Kriege, an die unaufgearbeitete Geschichte heteronormativer Verfügungsgewalt über Frauen und andere Geschlechter.
Der Durchmarsch rechtsextremer Misogynie weltweit müsste gerade bei der anwachsenden Schieflage in den Geschlechterverhältnissen die Alarmglocken läuten lassen, aber das könnte ja den Frieden kleinfamiliärer Unterwerfung unter die herrschende Ordnung von Klasse, Kapital und Krieg stören .









