ES WURDE HEISSER. So beginnt #KimStanleyRobinson seinen Roman Das Ministerium für die Zukunft. Danach folgt eine Giga-Hitzewelle in Indien und daraufhin ein abenteuerlicher Exkurs in das Chaos, zunächst, aus dem dann verschiedene Maßnahmen in eine Richtung führen, die KSR Das positive Anthropozän nannte.

Der Gedanke vom #Supraorganismus ist nicht schlecht und sehr komplex im Roman entwickelt.

Den Weg dahin könnte auch eine neue #Klimakultur bahnen, wie wir sie suchen. Dieser Roman ist gewiß ein starkes Element der #ClimateCultures

Ein anderes wäre eine Medienlandschaft, die sich eine Weile lang voll und ganz dem Klima widmen würde. Denn:
ES WIRD HEISSER!

#climateCultures 2023 In Berlin ist recht viel los was die Kulturarbeit am Klimathema betrifft. Vor einigen Tagen waren wir im #silentgreen bei einem event mit dem Titel
#Klimaton - Listening to the Disappearing Landscape

Eine sehr aufwendige Liveperformance mit Lesungen, Projektionen von Schrift und Bild und elektronischem Sound, der wie die Projektionen von Zahlenkolonnen und sich auflösenden Gedichten an die Kuppel auf der algorithmischen Verarbeitung von Daten aus der Arktisforschung beruht.

Klingt sehr abstrakt, war am Anfang auch etwas spröde, als wir nur die Übersetzungen von Daten in E-Sound hörten, aber nach und nach kamen wir besser rein in dieses merkwürdige ästhetische System, das Daten verschiedener ökologischer Parameter in der Klimazone Arktis umwandelte in poetische und e-musikalische Interpretationen.

Ich muss zugeben, erst als die ersten gesprochenen Gedichte dazu kamen, war ich halbwegs beruhigt, denn allein die Technosphäre hätte mich enttäuscht. Zumal wir ja wieder einmal #KlimaKrise aus einem Blickpunkt betrachten, der andere wesentlich ausschließt, nämlich die der Menschen, die in der Arktis leben. Auch sie setzen künstlerische Prozesse in Gang, die sich dem Klimawandel entgegenstellen.

Aber hier sind wir in Berlin und in einer eigenlokalen Sphäre räumlicher Interpretationen, das heißt die Arktis im Kosmos der wissenschaftlichen Daten wird uminterpretiert und in verschiedene Erscheinungsformen verwandelt, die wir als Kunst betrachten.
Also etwa Gedichte, gesprochen in Detusch, während der Text in English auf dem Screen erscheint. Sehr interessante Gedichte, etwa aus der Perspektive der Erde, die Erde spricht.

Besonders eindrucksvoll war am Schluss die Projektion von Gedichten an die Kuppel des Raums, ein ehemaliges Freimaurer-Krematorium, nach und nach lösten sich die Sätze in Worte auf, die Worte in Buchstaben, die Buchstaben flossen über die Kuppeldecke, der Sinn aufgelöst, ja war ganz beeindruckend.
Zuvor lief dieses entropische Projekt noch mit fünfstelligen Zahlen, die ich leider nciht durchschauen konnte. Ok, die Welt ist Mathematik, aber welche Zahlen sie da hinaufprojizierten und dann via Zufallsgenerator (oder?) auseinander streben ließen, das ist mir ein Rätsel., es war aber ein beeindruckendes Moment.

Vielleicht sind offene Rätsel ein gutes Statement in Sachen Klimakunst, zumal Kunst prinziipiell deutungsoffene Dimensionen produziert, leider bilden sie damit auch nur wieder ab, was die #Klimapolitik unserer Zeit darstellt - ein großes Rätsel.

Hier könnt ihr noch mehr dazu lesen, profundes und informartives aus erster Hand:

https://www.silent-green.net/programm/detail/2023/12/10/klimaton-listening-to-the-disappearing-landscape

klimaton – Listening to the Disappearing Landscape

Es wär halt schade um die zeit, wenn sich hier keiner für literatur interessiert
Dann gehn wir zu #bluesky

#Climatecultures.bsky.social

Dort ein feed mit namen

#climateART&action

#neuhier Es ist nicht so gut durchschaubar, wie das hier alles läuft. Aber wir wollen in Zukunft etwas mehr zum Thema Klima und Kultur beitragen. #climatecultures Wir lieben und unterstützen Klimaaktivismus jeder Stufe, wir denken aber auch etwas längerfristig. Die ganze Klimafrage, die #Klimakrise, die Konflikte unserer Zeit, die Katastrophen und Probleme des palnetaren Chaos werden in der Literatur ihren Platz finden. Das Thema ist schon seit den Katrina-Romanen und früher ins kulturelle Gedächtnis eingedrungen, die #Tragödie lebt länger. In diesem Sinne fangen wir einmal mit einem der besten Roman über den Klimawandel an. Er stammt von #GeorgeTurner und wurde 1987 geschrieben.
@MichelJean #Rezension #ResidentalSchools #Roman

#ClimateCultures #Arktis #Kulturkontakt #KulturImperialismus #Rezension von "DerWindErzähltNochDavon" bei @wieserverlag Michel Jean gehört zu den besten S...

#climatecultures #micheljean #residentalschools #innu #inuit #indigenous #catholics #wolves #culturalgenocide

Michel Jean is one of the best writers of our time. He has something to say, he knows what he's talking about, and his topics are relevant. The new novel Der Wind spricht noch davon (The Wind Still Speaks of It, published by Wieser 2022) is about the wolves of the Catholic Church. Wolves, in this novel, are called male and female educators, monks and nuns who ambush indigenous children and youth in their resident schools to sexually abuse them. Like a pack of wolves, they prowl around the weakest during the day, and at night they often prey on them together.

The crimes could happen because the church leaders were convinced that the so-called savages finally had to be civilized, because the parents of the victims were in bondage to the religious shepherds, and because the Canadian state financed the forced enrollment of the children in far away places. The issue has shocked Canadian society in recent years, a cultural genocide has been recognized and payments have been made to the victims, but it has ruined the abused children for life.

Michel Jean describes the Catholic Wolves from the point of view of three children from the Innu people. He reconstructs facts from reports and files and tells the story of the children who so involuntarily fell under the reign of terror of the wolves, in the ludicrous system of the so-called civilization of savages. The narrative of events in the early first half of the 20th century is an emphatic approach to a time in hell, in a clear tone but brutally honest. What particularly resonates - I read the book in one go - is the story of Marie, the survivor, told in parallel.

Marie, who lost her best friend at the residental school, after a period of drinking and homelessness on the streets of Montreal, has moved to a distant village where she has done nothing but drink and talk to no one for decades. That is, until a young lawyer arrives to make sure Marie receives the tens of thousands of dollars in compensation to which she is entitled. Marie reluctantly gets involved with the stranger, but slowly comes to and begins to remember.

The conclusion of her catharsis is frightening: the worst thing is that the leader, who himself has never committed any crime against anyone, has always kept silent about everything. It was impossible that he didn't know anything, because everyone was aware of it. And this is perhaps the most important moment that this novel targets in the ethos of real life:

The shepherds of the Catholic churches are not protecting the sheep, but the wolves.

I also read this novel as a testimony to an era in the cultural contact of the Arctic peoples with us whites. It is the literary testimony of a unique climate culture.

Unfortunately, it can not have the ethos of a grand way of life in which humble people with humble means brave the harshest environmental conditions, in which a young girl in the dark of night can manage to shoot two attacking polar bears at once and save her family.
This story has the ethos of a drama in which she has no chance against the wolves.

#climatecultures #katholiken #kirche #kulturimperialismus #canada #innu #inuit #literatur #kulturkontakt #MichelJean

Michel Jean gehört zu den besten Schriftstellern unserer Zeit. Er hat etwas zu sagen, er weiß wovon er spricht und seine Themen sind relevant. Im neuen Roman Der Wind spricht noch davon (bei Wieser 2022) geht es um die Wölfe der katholischen Kirche. Wölfe werden in diesem Roman männliche und weibliche Erzieherinnen, Mönche und Nonnen genannt, die Kindern und Jugendlichen der indigenen Völker in ihren Residental Schools auflauern, um sie sexuell zu missbrauchen. Wie Wolfsrudel schleichen sie tagsüber um die Schwächsten herum, nachts vergehen sie sich oft auch gemeinsam an ihnen.

Die Verbrechen konnten geschehen, weil die Kirchenobersten davon überzeugt waren, dass die sogenannten Wilden endlich zivilisiert werden müssten, weil die Eltern der Opfer den geistlichen Hirten hörig waren und weil der kanadische Staat die Zwangseinschulung der Kinder in ferne Gegenden finanziert hat, wo sie keinerlei Kontakt zu ihren Eltern mehr hatten. Das Thema hat die kanadische Gesellschaft in den letzten Jahren schockiert, es wurde ein kultureller Genozid erkannt und Zahlungen an die Opfer geleistet, aber die missbrauchten Kinder hat es für ihr ganzes Leben ruiniert.

Michel Jean beschreibt in seinem Roman die katholischen Wölfe aus der Sicht von drei Kindern aus dem Volk der Innu. Er rekonstruiert Sachverhalte aus Berichten und Akten und erzählt die Geschichte der Kinder, die so unwillkürlich unter die Schreckensherrschaft der Wölfe gerieten, in das aberwitzige System der sogenannten Zivilisierung der Wilden. Die Erzählung der Ereignisse in der frühen ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist eine emphatische Annäherung an eine Zeit in der Hölle, sprachlich unaufgeregt, aber brutal ehrlich.

Was besonders nachwirkt - ich habe das Buch in einem Zug gelesen, das ist die parallel erzählte Geschichte der überlebenden Marie.

Marie, die ihre beste Freundin im Internat verlor, hat sich nach einer Zeit des Trinkens und der Obdachlosigkeit auf den Straßen Montreals in ein fernes Dorf im Norden verzogen, wo sie seit Jahrzehnten nur noch trinkt und mit niemandem spricht. Bis eine junge Anwältin ankommt, die dafür sorgen will, dass Marie die ihr zustehende Entschädigung von einigen zehntausend Dollar erhält. Marie lässt sich nur widerwillig auf die Fremde ein, kommt aber langsam zu sich und beginnt sich zu erinnern.

Das Fazit ihrer Katharsis ist erschreckend: Das Schlimmste sei, dass der Leiter, der sich selbst nie an jemandem vergangen hat, immer zu allem geschwiegen hat. Es sei unmöglich gewesen, dass er nichts gewusst hat, denn alle haben es mitbekommen. Und das ist vielleicht der wichtigste Moment, den dieser Roman im Ethos des realen Lebens anvisiert:

Die Hirten der katholischen Kirchen schützen nicht die Schafe, sondern die Wölfe.

Ich lese diesen Roman auch als Zeugnis einer Epoche im Kulturkontakt der arktischen Völker mit uns Weißen. Er ist das literarische Zeugnis einer einzigartigen Klimakultur. Leider kann sie hier nicht das Ethos einer großartigen Lebensweise vorführen, in der bescheidene Menschen mit bescheidenen Mitteln den härtesten Bedingungen der Umwelt trotzen, in der es einem jungen Mädchen im Dunkel der Nacht gelingen kann, gleich zwei angreifende Eisbären zu erschießen und ihre Familie zu retten.

Sie hat das Ethos eines Dramas, in dem sie gegen die Wölfe keine Chance hat.

#ClimateCultures #ClimateCrisis #ClimateChange #Soundart #Ecoacustic #ecosound

Yesterday we were at a symposium in Potsdam, hosted by Film University Babelsberg and Climate Media Factory, Dr. Frank Hezel and Tobias Gralke invited. We already know Tobias, he moderated several panels at our Climate Cultures festivals "Planet Writes Back!" in November 2021

https://www.planet-festival.de/en.home.html

and "gegen!blicke!" in August 2022,

https://www.climate-cultures-festival.de/en.home.html

but we came across the symposium in Potsdam through one person who gave a talk there, Eleni-Ira Panourgia. Eleni-Ira asked CCnetwork berlin if we wanted to do something together in the direction of climate and sound, of course we would like to and so we met for the first time by the way in Potsdam.

The photo of Eleni-Ira with her text in the background can already tell you in which field she moves. Eleni-Ira sees her work at the moment more in the context of art. She takes sounds from nature and transforms them through digital interventions. In this way, one can possibly imagine how the recorded landscape or biotope might sound in ten years. Acoustic transpositions into the future, who can do something with that? Ecosoundscape composers and new music for sure, and we as festival organizers at the intersection of climate, crisis and culture already a bit.

A few years ago we produced a radio feature about the ecoacoustician and musician Bernie Krause. We were very intrigued by him and his credo: "I am a listener now." Tragically, his estate in Sonoma, California burned down shortly after our visit. There is more on Ecosoundscape and Climate Change here if you are interested:

https://www.climate-cultures-network.com/magazin.html

The symposium was very interesting. Day 2 today we can't join because of a meeting with a publishing man who wants to organize a publication on our Berlin approach to Climate Cultures. We are exploring and see what could happen. So the need is there. The publishing house is one of the most important scientific publishers and has just recently published the wonderful handbook Political Ecology.

In Potsdam, we felt once again how the interfaces of science, culture and media are just beginning to form and generate fruitful approaches that are perceived with much interest. One word by Ilan Chabay may stand for many, he said, collaborations of science and art are above all there to provoke questions. That sounds good, we also see it that way, in matters of Climate Cultures we still prefer many right questions than the many wrong answers we currently hear on the topic of climate.

https://www.climate-cultures-network.com/magazin.html

Planet Writes Back! Festival 2021

Planet Writes Back! a multi day Berlin festival at the intersection of climate, crisis and culture.

Gestern waren wir auf einem Symposium in Potsdam, veranstaltet von der Film University Babelsberg und der Climate Media Factory, Dr. Frank Hezel und Tobias Gralke haben eingeladen. Tobias kennen wir bereits, er moderierte verschiedene Panels auf unseren Climate Cultures Festivals "Planet Schreibt zurück!" im November 2021 und "gegen!blicke!" im August 2022.
Auf das Symposium in Potsdam sind wir aber durch eine Person gestoßen, die dort einen Vortrag hielt, Eleni-Ira Panourgia. Eleni-Ira hat beim CCnetwork berlin angefragt, ob wir etwas in Richtung Klima und Sound zusammen machen wollen, wir wollen natürlich gerne und so trafen wir uns also erstmals in Potsdam.
Das Foto von Eleni-Ira mit ihrem Text im Hintergrund kann schon einmal aussagen, in welchem Feld sie sich bewegt. Eleni-Ira sieht ihre Arbeit im Augenblick im Kontext Kunst. Sie nimmt Sounds der Natur auf und verwandelt sie durch digitale Interventionen. So kann man sich möglicherweise vorstellen, wie die naturalistisch aufgenommene Landschaft oder das gefährdete Biotop in zehn Jahren klingen mögen.

Akustische Transpositionen in die Zukunft, wer kann damit etwas anfangen?

Ecosoundscape Komponist:innen und die Neue Musik mit Sicherheit, und wir als Festivalmacher:innen am Schnittpunkt von Klima, Krise und Kultur auch schon ein bisschen.

Wir haben selbst vor einigen Jahren ein Radiofeature über den Ökoakustiker und Musiker Bernie Krause fabriziert. Wir waren sehr fasziniert von ihm und seinem Credo: "I'm a listener now." Tragischerweise ist sein Anwesen in Sonoma/Kalifornien kurz nach unserem Besuch abgebrannt. Mehr zu Ecosoundscape und Climate Change gibt es bei Interesse hier:

https://www.climate-cultures-network.com/magazin.html

Das Symposium war sehr interessant. Tag 2 heute können wir nicht mitmachen wegen einem Treffen mit einem Verlagsmenschen, der eine Publikation zu unserem Berliner Ansatz Climate Cultures veranstalten will. Wir sondieren und schaun mal was da werden könnte in der Richtung Klimatisches Subjekt. Der Bedarf ist da.

Der Verlag gehört zu den wichtigsten Wissenschaftsverlagen und hat erst kürzlich das wunderbare Handbuch Politische Ökologie herausgegeben.

In Potsdam spürten wir einmal mehr, wie sich die Schnittstellen von Wissenschaft, Kultur und Medien gerade erst bilden und fruchtbare Ansätze erzeugen, die mit viel Interesse wahrgenommen werden. Ein Wort von #IlanChabay mag für viele stehen, er sagte sinngemäß - Kollaborationen von Wissenschaft und Kunst sind vor allem dazu da, Fragen zu provozieren. Das klingt gut, das sehen wir auch so: Im großen Lebensraum und Forschungsfeld #ClimateCultures sind uns viele richtige Fragen immer noch lieber als die vielen falschen Antworten, die wir derzeit zum Thema Klima hören.

https://www.climate-cultures-network.com/magazin.html

CLIMATE X blog | CCnetwork berlin

In diesem multimedialen Klimablog publiziert das CCnetwork über Klimakulturen und Planeten-Denken, Earth Emotions und Kollapsologie, Öl-Moderne und CO2-Kultur. Science-, Climate-, Petro-Fiction - Klima, Kunst, Kultur, Debatte und Aktivismus!

Superhero Competition (deadline 15th April 2023)

Deadline 15th April 2023 Aim of Prize ‘Saving the world’ is the basic job description of most superheroes, but who on Earth is going to help ‘save the planet’? Maybe that’s where you come in! As pa…

Green Stories Project