#climateCultures 2023 In Berlin ist recht viel los was die Kulturarbeit am Klimathema betrifft. Vor einigen Tagen waren wir im #silentgreen bei einem event mit dem Titel
#Klimaton - Listening to the Disappearing Landscape
Eine sehr aufwendige Liveperformance mit Lesungen, Projektionen von Schrift und Bild und elektronischem Sound, der wie die Projektionen von Zahlenkolonnen und sich auflösenden Gedichten an die Kuppel auf der algorithmischen Verarbeitung von Daten aus der Arktisforschung beruht.
Klingt sehr abstrakt, war am Anfang auch etwas spröde, als wir nur die Übersetzungen von Daten in E-Sound hörten, aber nach und nach kamen wir besser rein in dieses merkwürdige ästhetische System, das Daten verschiedener ökologischer Parameter in der Klimazone Arktis umwandelte in poetische und e-musikalische Interpretationen.
Ich muss zugeben, erst als die ersten gesprochenen Gedichte dazu kamen, war ich halbwegs beruhigt, denn allein die Technosphäre hätte mich enttäuscht. Zumal wir ja wieder einmal #KlimaKrise aus einem Blickpunkt betrachten, der andere wesentlich ausschließt, nämlich die der Menschen, die in der Arktis leben. Auch sie setzen künstlerische Prozesse in Gang, die sich dem Klimawandel entgegenstellen.
Aber hier sind wir in Berlin und in einer eigenlokalen Sphäre räumlicher Interpretationen, das heißt die Arktis im Kosmos der wissenschaftlichen Daten wird uminterpretiert und in verschiedene Erscheinungsformen verwandelt, die wir als Kunst betrachten.
Also etwa Gedichte, gesprochen in Detusch, während der Text in English auf dem Screen erscheint. Sehr interessante Gedichte, etwa aus der Perspektive der Erde, die Erde spricht.
Besonders eindrucksvoll war am Schluss die Projektion von Gedichten an die Kuppel des Raums, ein ehemaliges Freimaurer-Krematorium, nach und nach lösten sich die Sätze in Worte auf, die Worte in Buchstaben, die Buchstaben flossen über die Kuppeldecke, der Sinn aufgelöst, ja war ganz beeindruckend.
Zuvor lief dieses entropische Projekt noch mit fünfstelligen Zahlen, die ich leider nciht durchschauen konnte. Ok, die Welt ist Mathematik, aber welche Zahlen sie da hinaufprojizierten und dann via Zufallsgenerator (oder?) auseinander streben ließen, das ist mir ein Rätsel., es war aber ein beeindruckendes Moment.
Vielleicht sind offene Rätsel ein gutes Statement in Sachen Klimakunst, zumal Kunst prinziipiell deutungsoffene Dimensionen produziert, leider bilden sie damit auch nur wieder ab, was die #Klimapolitik unserer Zeit darstellt - ein großes Rätsel.
Hier könnt ihr noch mehr dazu lesen, profundes und informartives aus erster Hand:
https://www.silent-green.net/programm/detail/2023/12/10/klimaton-listening-to-the-disappearing-landscape

