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#Bammental
Stammgäste verhindern #AfD -Veranstaltung in Pizzeria
Die Partei plante einen Bürgerdialog in Restaurant. Als die Veranstaltung bekannt wurde, folgten viele Beschwerden und Stornierungen von Kunden. Politischen Druck habe es nicht gegeben.
09.01.2026 UPDATE: 09.01.2026 04:00 Uhr 1 Minute, 23 Sekunden
Symbolfoto: dpa
Bammental. (bmi) Eine Parteiveranstaltung in einem Restaurant wird vom Gastwirt abgesagt, weil der als Reaktion auf die Ankündigung den Verlust eines Teils seiner Stammkundschaft fürchtet: Das hat sich in den vergangenen Tagen so in Bammental abgespielt.
Der AfD-Gemeindeverband Kraichgau-Neckar hatte für diesen Freitag, 9. Januar, zum Bürgerdialog eingeladen – zunächst ohne genaue Ortsangabe, wie es die Rechtspopulisten in der Region häufig machen.
Gemeindeverbandsvorsitzender Patrick Andreas Bauer und Chris Hegel aus Aalen – beide Landtagskandidaten – wollten mit Interessierten über "Innere Sicherheit" sprechen. Anfang der Woche wurde in den Sozialen Medien die Pizzeria Pavarotti in Bammentals Hauptstraße als Veranstaltungsort genannt.
Das sprach sich in der Elsenztalgemeinde schnell herum – und schmeckte offenbar vielen der Restaurant-Besucher überhaupt nicht. "Es gab darüber viele Beschwerden", berichtet Antonio Tomasulo, langjähriger Pavarotti-Inhaber, der RNZ. Tischreservierungen wurden reihenweise zurückgenommen, Stammgäste kündigten an, der Veranstaltung wegen nicht mehr ins Restaurant zu kommen und an der Theke sei bei der Pizzaabholung von einer "Schande" die Rede gewesen.
Für Tomasulo war klar: Die Veranstaltung könne nicht stattfinden, schließlich lebe das Restaurant zu 90 Prozent von seinen Stammgästen. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Menschen so reagieren." Bereits im Frühjahr hatten zwei AfD-Veranstaltungen im Restaurant stattgefunden, die Partei aber wohl nicht öffentlich mit dem Ort geworben.
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Bauer sprach im Zusammenhang mit der Veranstaltungsabsage in Sozialen Medien davon, dass Gastwirte "massenhaft Boykottanrufe bekommen, unter Druck gesetzt werden", weil sie an die AfD vermieten. Er behauptete, die Bammentaler Parteien, insbesondere die CDU, hätten große Angst vor seiner immer stärker werdenden Partei, die möglicherweise auch bei den anstehenden Bürgermeisterwahlen mit einem Kandidaten antreten werde.
Auf RNZ-Nachfrage stellten der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Reinhard Wüst und Gemeinderatsfraktionschef Albrecht Schütte klar: Kein Verantwortlicher des Orts- oder Kreisverbands habe zu der Veranstaltung mit dem Pavarotti-Gastwirt gesprochen. "Es gab keinen politischen Druck", betont dieser selbst; die Verwaltung hatte von der Veranstaltung keine Kenntnis, heißt es aus dem Rathaus.
"Als Lokalpolitiker ist mir so eine AfD-Veranstaltung egal", betont Wüst. Demokratie sei dazu da, den Austausch mit Bürgern zu ermöglichen. Als Bürger fände es Wüst schade, wenn Bammental wie Sinsheim als AfD-Hochburg gelten würde. Bauer gab indes ein Restaurant in Epfenbach als neuen Ort für die heutige Veranstaltung bekannt.
Dieser Artikel wurde geschrieben von:
Benjamin Miltner
Redakteur
Kommentare
Bluebird
10.01.2026
21:20
Ich kenne das Pavarotti in Bammental schon viele Jshre. Stammgast bin ich nicht, war aber immer mal wieder dort. Jetzt nicht mehr. Weil der Wirt vor unseren selbsternannten Super-Demokraten eingeknickt ist.
DeK
10.01.2026
23:32
(Der Kommentar wurde vom Verfasser bearbeitet.)
Ich halte es eher für eine gute Nachricht, dass man sein Essen nicht mit Antidemokraten und Landesverrätern einnehmen muss.
Meike
10.01.2026
14:10
Debatten leben davon, dass sie stattfinden und nicht von vornherein verhindert werden. Der Bürgerdialog wäre eine gute Gelegenheit gewesen echten, wirksamen Widerspruch zu leisten.
Stattdessen wird der Wirt moralisch und finanziell erpresst.
Veto
10.01.2026
08:51
Sehr seltsam: hier „ wehren“ und protestieren die Bürger, aber bei massiven kommunalpolitischen Missständen hält JEDER die Füsse still. Und das seit Jahren. Für mich nicht nachvollziehbar.
Blume
09.01.2026
14:43
Zu den Kommentaren: So sei es denn. Der Wirt kann machen, was er will, er lebt schließlich von seinen Kunden. Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung und jeder darf wählen, wen er will. Die Wahl kommt ja bald.
Mathias21
09.01.2026
10:59
Das "Demokratie"-Verständnis der (zu Recht!) ängstlichen alt-Woken ist wie immer höchst zweifelhaft. Grundrechtlich erlaubte Veranstaltungen werden mehr oder weniger zwanghaft verhindert, das ganze dann als "Anstand" getarnt. Bürgermeisterkandidaten werden von der Wahl ausgeschlossen (Ludwigshafen) - Deutschland quo vadis ?
Nachtfuchs
10.01.2026
12:41
Es ist das immergleiche Opfergetue von AfD-Verstehern. Da wird Widerspruch wieder als Verbot oder Zensur hingestellt und die Widersprechenden mit Kampfbegriffen belegt.
Wenn man mit seinen Inhalten und Verhaltensweisen auf so einen breiten Widerstand stößt, sollte man sie vielleicht hinterfragen anstatt sich in der Opferrolle zu gefallen und die Kritiker zu beschimpfen.
Känguru
09.01.2026
13:26
(Der Kommentar wurde vom Verfasser bearbeitet.)
Das "Demokratie"-Verständnis von Ihnen erscheint mir auch höchst zweifelhaft. Wer sich gegen eine rechtsextremistische Gruppierung ausspricht wird also als "alt-woke" diffamiert ? Ich finde es hervorragend, dass hier viele Bürger Haltung zeigen. AfD = Armutszeugnis für Deutschland.
Thorsten Benner
09.01.2026
12:55
Warum, die sogenannte Alternative und ihre Anhänger*innen sprechen doch immer davon, dass man auf das "VOLK" höhren muss. Hier hat das Volk gesprochen, und will diese rechtsextreme Organisation nicht in Bammental haben.
👍😊
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