Gustav Landauer Initiative

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Gustav Landauer (1870-1919) war eine herausragende Gestalt der frühen libertären Bewegung in Deutschland. Er war ein überaus produktiver und hoch angesehener Literatur- und Theaterkritiker, Kulturphilosoph, Dramaturg, Essayist, Übersetzer, Roman- und Novellenautor, Vortragsredner, freiheitlicher Sozialist, Antipolitiker und Publizist.
Wir sind der Überzeugung, dass seine Bedeutung nicht vor allem in der Vergangenheit, sondern möglicherweise vor uns in einer bislang unterlegenen Zukunft liegt.
Websitehttps://gustav-landauer.org
Kontakthttps://gustav-landauer.org/contact

Vortrag: Geschichte der FAUD Berlin, Teil 1: Die Ursprünge der FAUD in der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften bis zur Hyperinflation 1923 (Berlin)

📆 Freitag, 20. März 2026
🕢 19:30 Uhr
📍FAU-Lokal ● Grüntaler Straße 24 ● 13357 Berlin

In den Zwanziger-Jahren hatte die Freie Arbeiter-Union Deutschlands zeitweise 150.000 Mitglieder und spielte im Berliner Raum eine wichtige Rolle bei Arbeitskämpfen und im politisch-kulturellen Leben. Wir verfolgen ihre Ursprünge in der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften und zeichnen die Jahre bis 1923 nach, die von Bürgerkrieg, Kapp-Putsch und der Hyperinflation geprägt waren. In jene Zeit fielen die Verabschiedung der von Rudolf Rocker verfassten Prinzipienerklärung des Syndikalismus als Grundlage für den Aufbau einer freien Gesellschaft, die Gründung der Internationalen Arbeiter-Assoziation 1922 in Berlin und der Versuch, die revolutionäre Bewegung neu anzufachen.

Eine Veranstaltung der FAU Berlin mit Beteiligung der GLI:
https://berlin.fau.org/

FAU Berlin — Die kämpferische Gewerkschaft

FAU Berlin

📖 3. Auflage der Edition der Notizbücher von Erich Mühsam erschienen

Mit der Transkription der schwer lesbaren Notizbücher von Erich Mühsam konnte die Gustav Landauer Initiative eine wichtige Quelle über das Leben, die politischen Aktivitäten und das schriftstellerische Schaffen Mühsams zwischen 1926 und 1933 erschließen. Erstmals werden seine Reisen, Vorträge und persönlichen Kontakte dieser Jahre nachvollziehbar. Die Ausgabe soll auch zu neuen Forschungen über das Leben Erich Mühsams motivieren, um die noch bestehenden Lücken zu schließen.
Seit der Erstveröffentlichung 2023 gelang es durch Vergleiche mit anderen Quellen und dank der Hinweise von Leser:innen viele bislang nicht deutbare Eintragungen zu entziffern. Nun ist die dritte Auflage mit zahlreichen Korrekturen erschienen.

▶ Bestellungen können gegen Spende über das Kontaktformular der Gustav Landauer Initiative erfolgen:
https://gustav-landauer.org/kontakt

📽️ Film „Ohne Chefs“ & Vortrag über die Anfänge der Genossenschaftsbewegung

📆 Donnerstag, 19. März 2026
🕢 19:30 Uhr
📍Aquarium, Admiralstraße 1-2, 10999 Berlin

Die Doku „Ohne Chefs – Demokratie bei der Arbeit“ zeigt eine Alternative zum „Arbeitswahn“: Kollektivbetriebe. Vom veganen Café in Berlin-Neukölln bis zur Kaffeerösterei in Hamburg - sie alle vereint, dass sie gemeinsam Entscheidungen treffen und ihre Unternehmen nicht nach profitorientierten Vorstellungen leiten.
Nach dem Film gehen wir in die Geschichte: Eine der ersten Genossenschaften, die sich diesen Werten verbunden fühlte, entstand 1895 in der Kottbusser Straße, Berlin. Gustav Landauer schuf mit „Ein Weg zur Befreiung der Arbeiter-Klasse“ die Grundlagen.
Hieran wollen wir erinnern und über die Zukunft der Arbeit ins Gespräch kommen.
Diskussionsrunde mit:
Gustav Landauer Initiative
Mario Burbach, Regisseur „Ohne Chefs“

ℹ️ https://gustav-landauer.org/content/ohne-chefs-film-vortrag-anfaenge-der-genossenschaftsbewegung

#Genossenschaft #Anarchismus #Arbeit #Berlin #Kollektiv #Selbstverwaltung

Führung: Der Friedhof der Märzgefallenen als Vorschule der Revolution

📆 Sonnabend, 14. März 2026
🕢 13 bis 15:30 Uhr
📍Treffpunkt: Vor dem Haus der Demokratie und Menschenrechte ● Greifswalder Straße 4 ● 10405 Berlin - Prenzlauer Berg ● Haltestelle: Am Friedrichshain (M4, 200, 142)

In unmittelbarer Nachbarschaft des Treffpunkts befanden sich weitgehend unbekannte Versammlungsorte der Anarchist:innen und der FAUD, an denen u. a. an die unschuldig hingerichteten Anarchisten Sacco und Vanzetti erinnert wurde. Von dort aus spazieren wir zum Friedhof der Märzgefallenen und berichten von den kreativen Protesten gegen die repressiven Verhältnisse in der Kaiserzeit. Abgeschlossen wird der Rundgang durch Rezitationen der revolutionären Schleifensprüche, die oft der polizeilichen Zensur zum Opfer fielen.

#Anarchismus #FAU

"Deserteure. Die Geschichte von Gewissen, Widerstand und Flucht"
Rolf Cantzen stellt sein Buch vor

📆 Mittwoch, 11. März 2026
🕢️ 19 Uhr
📍Antikriegsmuseum, Brüsseler Straße 21, 13353 Berlin

Mit dem aufkommenden Nationalismus im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Kriegsdienst als obligatorische "Pflicht" für die Staatsangehörigen. Cantzen zeichnet eindrucksvoll nach, wie sich die Behandlung von Deserteuren je nach den ideologischen Grundlagen der politischen Systeme über die Zeiten auswirkte. Besonders nach dem Ersten Weltkrieg, als die Dolchstoßlegende in der politischen Rechten als Entlastungsstrategie für den verlorenen Krieg diente, wurde "der Deserteur" zum Feindbild, das es blutig auszumerzen galt, wie es dann im Zweiten Weltkrieg geschah.
Eine Veranstaltung der IDK im Antikriegsmuseum.
https://www.idk-info.net/themen/

Don't miss it:
Veranstaltung zu Erich Mühsam in den Sophiensälen

📆 7. März 2026
🕢️ 17 Uhr
📍 Sophiensæle, Kantine
🫰 5 Euro

In den 1920er-Jahren spricht der jüdisch-queere Anarchist Erich Mühsam auf mehreren Veranstaltungen in den Sophiensælen. Im Gespräch mit einem Vertreter der Gustav Landauer Initiative reflektiert der Künstler Noam Brusilovsky diese Auftritte und Mühsams Bedeutung für anarchistische und sozialistische Bewegungen. Davon ausgehend widmet sich Brusilovsky in einem zweiten künstlerischen Teil des Abends der Frage, wie wir Mühsams Visionen einer freien Gesellschaft und weitere revolutionäre Gedanken heute wieder aufgreifen und welche Rolle sie in aktuellen gesellschaftlichen Diskursen spielen können.

https://sophiensaele.com/de/stueck/erich-muehsam-in-den-sophiensaelen

 

#Anarchismus #ErichMühsam #Berlin #Queer #Geschichte #Arbeiter #GustavLandauerInitiative

📖 Im März 2025 erschienen:

Sebastian Venske: Gustav Landauer als jüdischer Intellektueller? Eine Biografie. Berlin, De Gruyter Oldenbourg, 2025. 255 Seiten. 129,95 €. ISBN 978-3-11-157712-8

In seiner Doktorarbeit beschäftigt sich Sebastian Venske mit Gustav Landauer als jüdischem Intellektuellen und geht der Frage nach, „inwieweit Landauers jüdisches Erbe, also sowohl sein familiärer Hintergrund als auch all das, was Landauer als Erbe annahm, tatsächlich Einfluss auf sein Werk und sein Denken hatte.“ Dabei gelangt der Autor u.a. zu der Erkenntnis, „dass Landauer dem politischen Zionismus eher distanziert gegenüberstand, sich aber im Lauf der Zeit zunehmend für den deutschsprachigen Kulturzionismus interessierte.“ Dieses Buch fasst den bisherigen Forschungsstand zusammen und wertet neben bereits bekanntem Archivmaterial auch neue Archivfunde aus.

📑 Das Buch steht auch im Open Access zum Download zur Verfügung:
https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783111577661/html?lang=de

Gustav Landauer als jüdischer Intellektueller?

Das Buch geht der Frage nach, ob der bekannte Anarchist Gustav Landauer (1870–1919) auch als jüdischer Intellektueller gelten kann und wie er in die jüdische Geistes- und Kulturgeschichte seiner Zeit einzuordnen ist. Dabei wird ebenfalls der Einfluss seines Aufwachsens und der von ihm als jüdisch verstandenen angeeigneten Traditionen auf sein Werk untersucht. Als intellektuelle Biografie entfaltet das Buch die chronologische Entwicklung Landauers im Laufe seines Lebens und zeigt Brüche, Wendungen und Kontinuitäten auf. Dazu werden Texte und Briefe ausgewertet und analysiert sowie die Freundschaft zu Martin Buber besonders in den Blick genommen, um Landauers Entwicklung nachzuvollziehen. Seine Entwicklung wird durch die jüdische Kultur- und Geistesgeschichte des Kaiserreiches kontextualisiert. Es ist die erste umfassende Studie zu Gustav Landauer vor dem Hintergrund der jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte. Das Buch bringt es den bisherigen Forschungsstand zusammen und reflektiert diesen kritisch. Außerdem wertet die Studie bekanntes Archivmaterial aber auch neue Archivfunde aus. Damit ergibt sich ein neues Fundament für die zukünftige Landauerforschung in diesem Bereich.

De Gruyter Brill

📚 Lektüre zum Jahresende:
Unser nächster Newsletter erscheint in Kürze

Darin: Bericht zu Veranstaltungen und einer Ausstellung über die Anarchafeministin Milly Witkop-Rocker, deren Todestag sich im November zum 70. Mal jährte, Hinweise zur neuen Ausgabe der Espero sowie ein Ausblick auf kommende Veranstaltungen im März wie ein Rundgang zum Friedhof der Märzgefallenen und Vorträge zur Geschichte der FAUD Berlin.
 
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🆕 Neuerscheinung!
Gustav Landauer: Abschaffung des Kriegs durch Selbstbestimmung. Ausgewählte Texte 1895-1919. Bearbeitet von Peter Bürger und Jan Rolletschek. (= edition pace 41 ǀ Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien, Bd. 14). 376 Seiten.

"Die Texte, die Gustav Landauer vor über 100 Jahren gegen den Krieg geschrieben hat, sind leider bedrückend aktuell. Vor lauter schlechte Alternativen gestellt, bewahrheitet sich heute empirisch, was objektiv denkende Menschen auch zuvor klar genug wussten: Dass der rechte Kampf gegen den Krieg nur als ein Kampf gegen das Prinzip der Staatlichkeit zuletzt geführt werden kann. Ein zentraler Text in dieser Hinsicht trägt daher den programmatischen Titel: Die Abschaffung des Kriegs durch die Selbstbestimmung des Volks. Unsere Anthologie lehnt sich an diese Intention an." (Jan Rolletschek, Hrsg.)

📖 Der Band ist als preisgünstiges illustriertes Taschenbuch erschienen (BoD): https://buchshop.bod.de/abschaffung-des-kriegs-durch-selbstbestimmung-gustav-landauer-9783819242823

📑Gratis-Download (ohne Abb.): https://schalom-bibliothek.org/digitalbibliothek/

Abschaffung des Kriegs durch Selbstbestimmung

"Abschaffung des Kriegs durch Selbstbestimmung" von Gustav Landauer • BoD Buchshop • Besondere Autoren. Besonderes Sortiment.

Zwischen Syndikalistischem Frauenbund und humanitärer Hilfe:
Milly Witkop-Rocker in Berlin 1919-1933

📆 Dienstag, 25. November 2025
🕢 19:30 Uhr
📍Galerie Zeitzone ● Adalbertstraße 79 ● Berlin-Kreuzberg

Im Berlin der 1920er Jahre liefen bei Milly Witkop und Rudolf Rocker viele Fäden der internationalen und deutschen anarcho-syndikalistischen Bewegung zusammen. Eng verbunden waren sie mit Emma Goldman sowie Zenzl und Erich Mühsam. Milly engagierte sich sehr für den syndikalistischen Frauenbund, dessen Berliner Gruppe sie zeitweise leitete. Ab 1926 war sie Sekretärin der Berliner Gruppe des „Hilfskomitees der Internationalen Arbeiter-Assoziation für inhaftierte Anarchisten und Anarcho-Syndikalisten in Russland“. Wir zeichnen in diesem Vortrag ihr Engagement nach und lassen sie selbst mit Artikeln und Aufrufen zu Wort kommen.

Ein Vortrag mit Lesung des Arbeitskreises Geschichte und Zukunft der @FAU_Berlin

ℹ️ https://gustav-landauer.org/content/vortrag-mit-lesung-zwischen-syndikalistischem-frauenbund-und-humanitaerer-hilfe-milly-witkop

#Anarchismus #Anarchafeminismus #FAU #MillyWitkop

Vortrag mit Lesung: Zwischen Syndikalistischem Frauenbund und humanitärer Hilfe: Milly Witkop-Rocker in Berlin 1919-1933 (Berlin) | Gustav Landauer

Galerie Zeitzone ● Adalbertstraße 79 ● 10997 Berlin - Kreuzberg ● 19:30 Uhr Im Berlin der zwanziger Jahre liefen bei Milly Witkop und Rudolf Rocker viele Fäden der internationalen und deutschen anarcho-syndikalistischen Bewegung zusammen. Eng verbunden waren sie mit Emma Goldman sowie Zenzl und Erich Mühsam. Milly engagierte sich sehr für den syndikalistischen Frauenbund,