Sozialarbeiterin und Traumapädagogin
Solidarisch mit #ichbinarmutsbetroffen
Prekarität hat bei dem, der sie erleidet, tief greifende Auswirkungen. Indem sie die Zukunft überhaupt im Ungewissen lässt, verwehrt sie den Betroffenen jede rationale Vorwegnahme der Zukunft und vor allen Dingen jenes Mindestmaß an Hoffnung & Glauben an die Zukunft...
Bourdieu
Wenn ich mit meinen Berufskolleginnen spreche, merke ich, dass wir fast nur noch damit beschäftigt sind, armutsbetroffenen Menschen irgendwie Ressourcen zu verschaffen, damit sie überleben. Eine Spende hier, eine Spende dort.
Gäbe es weniger Armut, bräuchten wir weniger Sozialarbeitende, bzw. könnten wir uns um die wirklich wichtigen Sachen (Kindesschutz zB) kümmern.
Nun macht der Staat folgendes: Er lässt die Menschen in Armut UND kürzt in der Sozialen Arbeit.
Das wird ein Desaster.
Mit meiner letzten Krankenkasse habe ich ziemlich miese Erfahrungen in Sachen freiwilliger Versicherung gemacht. Jetzt habe ich vorhin Bewertungen gelesen und festgestellt, dass sehr viele Menschen die gleichen Erfahrungen gemacht haben.
Beim Einzelfall könnte man noch sagen "okay, da hat ein Mitarbeiter mal Beiträge falsch berechnet" - aber in der Summe frage ich mich, wo systematischer Betrug anfängt. Man kann sich nicht wehren. Nur Bewertungen schreiben & versuchen zu wechseln. Heftig.
Es mag altbacken und unpopulär sein, was meine Mutter uns da mitgab, aber ich glaube es würde unsere Welt deutlich besser machen, würden sich das mehr Menschen zur Handlungsmaxime machen.
In vielerlei Hinsicht.
Das als mein Wort zum Samstag :-)
4/4
Und ja, das bedeutet, sich zurückzunehmen, sich einzuschränken. Ich spiele zB nur noch e-Piano unter Kopfhörern, habe meine Blasinstrumente weggelegt, höre leise Musik, schalte im Auto, wenn ich durch Wohngebiete fahre, die Musik runter, fahre ohnehin defensiv Auto, halte keine Haustiere, konsumiere bewusst und so weiter.
Denn wenn das jeder machen würde, würde unsere Welt in Chaos und Auseinandersetzungen, womöglich in Krieg versinken. Oder wir würden unsere Lebensgrundlagen verlieren.
3/