In meiner Nachbarschaft spielt seit Tagen jemand stundenlang gar nicht so gut Saxophon. Ich setze mir dann irgendwann die Kopfhörer auf, die leider auch nur bedingt helfen.

Und so unter meinen Kopfhörern merke ich, dass ich mich aus irgendeinem Grund nie so verhalten möchte, dass andere sich derart durch mich gestört fühlen. Sich wegen mir Kopfhörer aufsetzen, gar wegfahren, ein Buch weglegen müssen, Umwege laufen (….).

1/

Ein Teil dieser Haltung ist meiner Erziehung geschuldet. Meine Mutter sagte „also Kind! Wenn das jeder machen würde“ - um unser Verhalten zu korrigieren.

Und das wurde ein wenig zu meiner Handlungsmaxime.

Wie würde die Welt aussehen, wenn sich jeder so Verhalten würde wie ich es tue? Würde die Welt dann noch funktionieren oder im Chaos versinken? Und wenn die Welt - wenn jeder so handeln würde wie ich - dann nicht die wäre, in der ich leben möchte, verhalte ich mich eben anders.

2/

Und ja, das bedeutet, sich zurückzunehmen, sich einzuschränken. Ich spiele zB nur noch e-Piano unter Kopfhörern, habe meine Blasinstrumente weggelegt, höre leise Musik, schalte im Auto, wenn ich durch Wohngebiete fahre, die Musik runter, fahre ohnehin defensiv Auto, halte keine Haustiere, konsumiere bewusst und so weiter.

Denn wenn das jeder machen würde, würde unsere Welt in Chaos und Auseinandersetzungen, womöglich in Krieg versinken. Oder wir würden unsere Lebensgrundlagen verlieren.

3/

Es mag altbacken und unpopulär sein, was meine Mutter uns da mitgab, aber ich glaube es würde unsere Welt deutlich besser machen, würden sich das mehr Menschen zur Handlungsmaxime machen.

In vielerlei Hinsicht.

Das als mein Wort zum Samstag :-)

4/4

@Milla_Schoen Das ist sicher ein Ansatz, der wirklich nicht so verkehrt ist.