Der amerikanische Medientheoretiker Douglas Rushkoff heute im Interview mit der #NZZ:

„Wenn ein Kind Chat-GPT benutzt, um eine Hausarbeit zu schreiben, ist das nicht die Schuld der #KI, sondern die Schuld der #Schule. Was für ein #Bildungssystem fördert die Leistungsbewertung anstelle des tatsächlichen Lernens? Wie haben wir eine Kultur geschaffen, in der ein Kind lieber schummelt, um eine gute Note zu bekommen, als ein Buch zu lesen? Bücher wurden ursprünglich als Unterhaltungsform erfunden, die Menschen lasen sie aus Freude. Wir haben die #Bildung in einen kompetitiven, ergebnisorientierten und kennzahlengetriebenen Fleischwolf verwandelt.“

https://www.nzz.ch/feuilleton/fuer-die-tech-milliardaere-ist-ein-feudaler-palast-der-ultimative-beweis-dafuer-dass-man-gewonnen-hat-waehrend-alle-anderen-leiden-ld.10010220 ($)

#FediLZ

KI zeige die Schwächen unserer Institutionen auf, sagt Douglas Rushkoff

Der amerikanische Medientheoretiker Douglas Rushkoff über den dystopischen Weltgeist des Silicon Valley und das drohende Ende der westlichen Zivilisation.

Neue Zürcher Zeitung

Handfester wird Rushkoff gleich im Anschluss:

„Das Gleiche gilt für den Arbeitsmarkt. Die Menschen haben Panik, dass #KI Arbeitsplätze stiehlt. Aber Arbeitsplätze selbst sind ein historisches Konstrukt. Sie wurden im 11. und 12. Jahrhundert von privilegierten europäischen Monopolen erfunden, und zwar genau deshalb, um die Menschen von der Ausübung unabhängiger Handwerke abzuhalten und sie zu zwingen, Stundenlöhner für ein königliches Unternehmen zu werden. […] Ich plädiere nicht für eine Rückkehr zum Feudalismus oder zur Beulenpest. Aber die strukturelle Abhängigkeit ist das Problem. Wir haben relative Selbstversorgung gegen ein System eingetauscht, in dem Unternehmen im Grunde nicht wissen, wie sie den Menschen ausserhalb seines Nutzens als Kennzahl wertschätzen sollen. Wenn mich die Leute nach dem Arbeitslosigkeitsproblem der KI fragen, nenne ich es die Arbeitslosigkeitslösung. Ich will keinen Job; ich will Einkommen, Sicherheit und Sinn.“

@gisiger wenn in der Schule das Kompetenzmodell als innovativ verkauft wurde und Schülern praktisch beigebracht wird, immer nur bis zur nächsten Lernstandskontrolle zu lernen und dann alles auszukotzen, was man bis dahin gehört hat, sollte man sich jetzt nicht darüber wundern, dass die selben Schüler das dahinter stehende Modell verinnerlicht haben. Im #fedilz wird das leider von einigen in Bezug auf KI noch weiter auf die Spitze getrieben.
@TobiWu Der von Rushkoff erwähnte „kompetitive, ergebnisorientierte und kennzahlengetriebene Fleischwolf“ ist nicht das Kompetenzmodell an sich, sondern die damit einhergehende Prüfungskultur.
@gisiger Du kannst mMn das eine nicht ohne das andere haben: Kompetenzen zu entwickeln erfordert das regelmäßige Überprüfen des Stands und daraufhin angepasste Lernformen und Inhalte. Das klingt in der Theorie ganz toll, weil man dann empirisch gestützt auf jeden individuell eingehen und ihn/sie bestmöglich fördern kann. Praktisch bedeutet das aber, alle vier Tage Überprüfungen zu machen und für die Schüler, immer nur von Test zu Test zu lernen.

@gisiger Die Aussage vom Ursprung der Bücher ist schon mal falsch. Schrift und in der Folge Bücher sind ursprünglich zur Buchhaltung und Festhaltung von Machtverhältnissen entstanden. Unterhaltung kam erst sehr(!) viel später.

Und Unterhaltung hat auch erstmal nichts mit lernen zu tun.

@eighty

Die Schrift wurde zur Buchhaltung erfunden. Bücher kamen später. Aber es geht bei der Aussage ja nicht um historische Korrektheit.

Und das Unterhaltung „erstmal nichts mit lernen zu tun“ hat bestreite ich vehement.

@gisiger Es geht um die Begründung seiner These. Wenn man sagt, Hitler wae böse, weil er Vegetarier war, ist das in der Herleitung auch quatsch.

Und egal, ab wann man "Buch" definiert, Unterhaltung war da nie der erste Gedanke. Die Zwecke waren durchweg erstmal andere.

Weiterhin: Unterhaltung ist auch GZSZ und Sommerhaus der Realitystars. Nach deinem Statement gibt es da also Lerneffekte. Hmm.