Ich habe heute die wunderbare französische Graphic Novel "Adieu #Birkenau" gelesen und bin tief berührt.

Erzählt wird von der Deportationserfahrung von Ginette #Kolinka, die 1944 u. a. in Birkenau und Bergen-Belsen gefangen gehalten wurde. Viele Jahre später ist sie als Zeitzeugin an Schulen unterwegs und reist mit Schüler.innen zurück nach Birkenau, um ihnen ihre Geschichte zu erzählen. Diese beiden Stränge finden in dem Buch sehr gekonnt zusammen.

Diese #GraphicNovel schafft den unglaublichen Spagat zwischen Horror und Heiterkeit. Manchmal lachte ich laut auf, dann wagte ich kaum weiterzulesen.

Ein wertvolles Stück #Literatur!

Musiktipp dazu: "Un autre monde" von #Téléphone (der Band von Ginettes Sohn)
#BellaLiest
1/x

Nachdem ich beschlossen hatte, wieder mit dem #Lesen zu beginnen, lieh ich mir als erstes Buch eines von Walter Moers aus. Seine Bücher hatte ich immer geliebt.

Nach etwa 50 Seiten von " Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" fragte ich mich, ob es in dieser Reise durch das Gehirn der schlaflosen Prinzessin Dylia um #MECFS gehen könne. Etwa hundert Seiten später informierte ich mich im Internet und siehe da, genau das ist das Thema. Die #Illustrationen in diesem Buch stammen sogar allesamt von einer Betroffenen, Lydia Rode. Das finde ich großartig!

Wieder in #Zamonien zu sein, gefiel mir sehr. Die Aufmachung des Buches mit den farbenfrohen Illustrationen ebenfalls. Die Erzählung allerdings war mir zu langatmig und wenig fesselnd. Gut finde ich, dass das #Buch bereits 2017 auf diese ernste Erkrankung aufmerksam machte.

Ich habe das Buch nach einer Woche zurückgebracht und direkt drei neue mitgenommen. Das Lesefieber ist zurück! 🔥

#BellaLiest
2/x

Bis auf die letzten 25 Seiten las ich "#Yellowface" an einem Tag.

Rebecca F. Kuang erzählt in ihrem #Buch die Geschichte der Autorinnen June "Juniper Song" Hayward und ihrer Freundin Athena Liu. Letztere stirbt überraschend, und June nimmt sich Athenas neuestem Manuskript an (aka sie klaut es). Das daraus entstandene Buch wird ein voller Erfolg, doch niemand darf erfahren, dass es nicht von June ist.

Ich konnte das Buch kaum weglegen. Neben dem "#Krimi" des Ideendiebstahls geht es um kulturelle Aneignung, #Rassismus und die Verlagswelt. Auch die Einsamkeit von Autor.innen wird beschrieben sowie das Verhalten von #SocialMedia-Nutzenden, wenn sie einen Skandal wittern.

Ein rasanter #Roman! Immer wieder wandelte sich meine Perspektive, pendelte ich zwischen den Meinungen. Mir wurden Denkanstöße und Sichtweisen geschenkt. Am Ende hatte ich eine klare Meinung zu June, aber keine klare Meinung zum großen Ganzen.

Ach so. Mein Extra-Highlight: Das Buch ist gegendert 🙂

#BellaLiest
3/x

Mir sagte der Titel von "The Midnight Library", einem Roman von Matt Haig, direkt zu.

Es geht um Nora, um ihren letzten Tag auf Erden, an dessen Ende sie in der namensgebenden Bibliothek landet und verschiedene Leben, die sie hätte leben können, ausprobieren darf. Am Ende entscheidet (sie?) sich, ob sie ins Leben zurückkehren will.

Hm. Ich weiß nicht. So wirklich gezündet hat die Geschichte bei mir nicht. Ich wurde mit Nora nicht warm, und die psychologischen Ansätze waren mir zu seicht, unterkomplex. Vielleicht bin ich aber auch die falsche Zielperson.

Depression ist zwar schon immer Thema in meinem Leben, doch vornehmlich aus 2. Hand (Elternteil, Freund.in). Ich habe auch keine Angst, das Leben zu leben und aus unglücklich machenden Strukturen auszubrechen.

Für Menschen, die Depression nicht "kennen" und/oder sich mit Veränderungen schwer tun, könnte es evtl. interessant sein. Vielleicht gibt ihnen diese Lektüre einen Impuls, mal die Perspektive zu wechseln?

#BellaLiest
4/x

Ich habe es versucht.
Ich bin gescheitert.

"Das lügenhafte Leben der Erwachsenen" von Elena Ferrante mag eine gute Geschichte beinhalten. Im Groben geht es um die 13-jährige Giovanna, die ihre Tante kennenlernen möchte, die ihre Eltern stets nur negativ erwähnen.

Nach 80 Seiten hatte ich nichts entdeckt, was mich an der Erzählung interessierte. Pubertät interessiert mich nicht, und die Themen und Unsicherheiten, die ich als Teenie/junger Mensch mit mir und meiner Familie hatte, sind lange abgehakt/aufgearbeitet.

Ganz sicher kann ich zudem sagen, dass ich den Stil (der Schriftstellerin oder Übersetzerin?) nicht ertrug. Auf Seite 27 findet sich ein Satz mit einer Länge von 157 Wörtern, direkte Rede gibt es mal mit, mal ohne Anführungszeichen. Das mögen Stilmittel sein, mir rauben sie leider die Lesefreude.

Das Buch geht nur angelesen in die Stadtbibliothek zurück. Ich hoffe, jemand anderes leiht es sich direkt aus und hat eine bessere Zeit damit 😊

#BellaLiest
5/x

Wieder mal eine #GraphicNovel, diesmal aus dem Bereich #Cyberpunk oder wie es auf dem Cover steht: Scientific-Romance-Thriller.

In "#Grandville Mon Amour" (2. Band der Grandville-Reihe) von Bryan Talbot geht Inspector Lebrock von Scotland Yard auf Suche nach dem Killer Mastock. Putzig: In dieser Welt war Britannien bis vor kurzem 200 Jahre unter französischer Herrschaft - ein Alptraum für das britische Volk (wäre es auch in der Realität 😉). Lebrock reist mit seinem treuen Sidekick Roderick in einem stylischen 'Skyship' (Cyberpunk halt) nach Grandville, wo es zu Morden an fünf Frauen kommt - alle von Mastock begangen. Da entdeckt Lebrock, dass es um etwas sehr viel Größeres geht.

Alle Charaktere, bis auf zwei Handlanger, haben Tiergesichter. Der Zeichenstil gefällt mir. Sehr klare Linien, farbig. Auch die Texte sind gut. Es geht allerdings sehr blutig zu.

Talbot ist einer der angesehensten Zeichner Großbritanniens. Ich möchte gerne noch mehr von ihm lesen.

#BellaLiest
6/x

"Daisy Jones & The Six" von Taylor Jenkins Reid ist die #Autobiographie einer fiktiven Popband aus den 1970-er Jahren. Naja, ganz so fiktiv ist sie nicht, wer die Geschichte von Fleetwood Mac kennt, könnte Parallelen erkennen.

Das Buch ist in Interviewform geschrieben. Es geht um Billy, den charismatischen Frontman und seinen Bruder Graham, um Billys Ehefrau Camila und den Neuzugang der Band, Daisy, um die Musiker.innen Eddie, Warren und Karen. Es geht um das Leben als Rockstar, den Spagat zwischen Familienalltag und Konzertreisen, um Spannung innerhalb der Band und der Bandmitglieder.

Wem das Thema #Drogenkonsum/Sucht zu nahe geht, sollte die Finger von dem Buch lassen.

2023 erschien eine Miniserie, basierend auf dem Buch, auf Prime. Das führt dazu, dass es das Album "Aurora", das im Buch eine große Rolle spielt, von den Schauspielenden eingesungen wurde und streambar ist.

Eine kurzweilige #Lektüre, die mich mein kleines, normales Leben sehr schätzen lässt 😊
#BellaLiest
7/x

"Pigalle 62-27" ist eine #GraphicNovel Noir (falls es den Begriff gibt) von Zeichner Jacques #Loustal und Autor Jean-Claude #Götting. Sie spielt Ende der 1950-er Jahre in Paris.

Antoine kommt aus der Provinz in die große Stadt, um seinen Vater zu rächen. Dieser wurde von einem Mann namens Mondcamp in den Suizid getrieben. Doch Antoine lernt nicht nur Mondcamp kennen, er taucht auch in das Leben um den Place Pigalle ein und verliert sich ein wenig im "wilden" Leben. Wird er seine Rache ausleben?

Der Zeichenstil sagt mir zu, die Farben sind eher zart. Die Geschichte ist keine neue, dennoch gut erzählt. Das Ende empfand ich als sehr abrupt. Positiv ist, dass eine trans Frau eine nicht unwichtige Rolle spielt, ohne, dass die Verfasser in Klischees verfallen (falls ich diesbezüglich etwas übersehen habe, sagt es mir gerne).

Ich muss sagen, mir gefallen Graphic Novels echt gut. Ich habe mir direkt aus der Stadtbibliothek die nächste ausgeliehen 😃

#BellaLiest
8/x

Es brauchte lange, bis ich mit "Gehen, ging, gegangen" von Jenny Erpenbeck warm wurde. Ihr Schreibstil gefiel mir auf Anhieb nicht, der Hauptcharakter war für mich wenig greifbar.

Doch fangen wir von vorne an.
Richard, ein eremitierter Philologieprofessor aus Berlin, entdeckt sein Interesse an Geflüchteten in seiner Nähe. Er hat Zeit, ist verwitwet und wird neugierig auf diese ihm so fremden Menschen. Also geht er in eine Geflüchtetenunterkunft und stellt ihnen Fragen.

Dieses Buch war für mich ein Slow burner. Ich zwang mich dranzubleiben. Am Ende war ich froh, es getan zu haben.

Es geht um das Leben von Menschen auf der Flucht, aber auch um die Menschen in der DDR, die "Wende" und darum, was es mit Menschen macht, die Heimat zu verlieren. Die Autorin verknüpft den (ost-)deutschen Blick dabei ganz hervorragend mit denen der Geflüchteten.

Schwere Kost, die wieder einmal vor Augen führt, wie viel Glück wir hier Geborenen haben. Der #Roman hat mich sehr berührt.

#BellaLiest
9/x

Da ich mit "Gehen, ging, gegangen" bereits im Themenbereich #Flucht unterwegs war, folgte direkt die Grapic Novel "Illegal" von Artemis Fowl-Autor Eoin Colfer, Autor Andrew Donkin und Illustrator Giovanni Rigano.

Der 12-jährige Ebo aus Ghana will seinen Bruder Kwame finden. Dieser hat das Dorf verlassen, um den Spuren der Schwester zu folgen, die vor einiger Zeit nach Europa wollte. Das Buch erzählt die Geschichte der gefährlichen Reise von Ebo und Kwame (so viel sei verraten: Sie treten die Reise gemeinsam an). Eindrücklich wird gezeigt, wie die Jungen ums Überleben kämpfen - in Städten, der Wüste, auf dem Meer.

Es ist fesselnd und herzerwärmend, den beiden Jungen zu folgen. Gleichzeitig ist es bedrückend, dass sich diese Geschichte vermutlich genau so immer und immer wieder in der Realität ereignet. Das Ende ist ein, denke ich, gutes für die junge Leser.innenschaft, die die #GraphicNovel ansprechen möchte. Ob es ein realistisches Ende ist ... entscheidet selbst.

#BellaLiest
10/x

In meiner Lieblingsbuchhandlung lernte ich 2025 die Autorin Sonja Zimmer kennen, die dort ihre #Ostfriesenkrimis signierte. Zu dem Zeitpunkt las ich nicht, aber hey, Krimis mochte ich. So nahm ich "Klaus muss wech", den ersten Band um Ostfriese Fiete und Touristin Veronika mit. Gemeinsam lösen sie einen Mordfall.

Das Buch ist voll Lokalkolorit. Wir erfahren von ostfriesischen Eigenarten, der Schönheit der Stadt #Leer, dem menschenarmen #Rheiderland. Erwähnung findet zudem die Serie "Friesenwache" (im ZDF "#Friesland"), von der Veronika großer Fan ist. Ein netter Touch.

Die Geschichte an sich ist rasant, zumindest, was die Anzahl der Verdächtigen angeht. Die Liebesbeziehung zwischen Veronika und Fiete hätte ich nicht gebraucht, doch sie gibt Veronika einen guten Grund, für Band 2 zurückzukehren 😉
Das Ende des Romans fand ich ... wild 😂

Alles in allem unterhaltsam, stellenweise etwas "drüber", doch wer lokale #Krimis mit Humor mag, könnte sich die Reihe anschauen.

#BellaLiest
11/x

Hier der Klappentext zu "Lady Elza" von Philippe Wurm (Zeichner) und Jean Dufaux (Autor):

"Warum heiratet Lady Elza Rochester, sehr blaublütig und very british, den Honorable Charles Pendrock? Das fragt sich auch Elzas erster Ehemann, der unbezähmbare Sport­reporter Jack Lord. Bräutigam Charles soll eins der größten Vermögen im Empire erben, hat aber auch einiges zu verbergen – immense Wettschulden sind noch sein kleinstes Problem. Gewaltsame Tode kommen da erst recht ungelegen..."

Aaargh! Wieso heißt ein #Comic wie eine Nebenfigur, denn nichts anderes ist Lady Elza?! Sie wird gerettet von ihrem Exmann, dem "Knight in shining armour" und anderen Männern. Jack Lord (🙄) ist, wie's sich gehört, männlich, selbstbewusst und natürlich "unbezähmbar" - wie der Klappentext bereits sagt. Die Bösen in diesem Machwerk sind ein schwules Paar bzw. ein Teil des Paares und seine rothaarige(!) Schwester. Die Klischees haben mich kotzen lassen.

Es wird wieder Zeit für einen Roman 😡

#BellaLiest
12x

In dem #Roman "Wir von der anderen Seite" von Anika Decker lernen wir Rahel Wald, von Beruf Drehbuchautorin (wie die Romanautorin), kennen. Rechtzeitig zu Weihnachten war sie von einer Sepsis erwischt worden und lag die letzten Wochen im Koma. Nun ist sie wieder da, in einem Leben, in dem nichts mehr ist, wie es mal war. Was nun folgt, sind weitere Untersuchungen, weitere Klinikaufenthalte, Existenznöte, Medikamenteneinnahmen, Zukunftsängste, aber auch die wunderbare Unterstützung ihres Bruders und des Rests der Familie. Rahel lernt sich selbst nach diesem lebensverändernden Ereignis neu kennen, hinterfragt ihre Beziehung(en) und sich selbst.

Ich kann nicht sagen, dass das Buch für mich eine Offenbarung war. Dazu waren mir zu viele Erkenntnisse zu wenig neu. Es liest sich jedoch gut weg und hat keine Längen. Mehrmals habe ich geschmunzelt, am Ende war ich berührt.

Wer sich mit Krankheit und Tod auseinandersetzen mag und kann, der/dem sei das Buch empfohlen.

13/x
#BellaLiest #Bücher

Autor Julian Voloj, Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Friedhelm Marx und Illustratorin Magdalena Adomeit haben eine #GraphicNovel veröffentlicht, die mich zum Nachdenken bringt.

In "Thomas Mann 1949 - Rückkehr in eine fremde Heimat" begleiten wir Thomas Mann und seine Frau Katia bei ihrem ersten Besuch in Deutschland nach dem Krieg. Genau genommen geht es um knapp 2 Wochen, in denen Mann geehrt und gleichzeitig als "Knecht der Wallstreet" beschimpft wird. Er kann es niemandem Recht machen, und diese Zerrissenheit zu beobachten, tut weh. Mann möchte zurück in "sein" Land, sieht sich selbst als unabhängigen Schriftsteller und wird weder in Deutschland, noch in einem anderen Land wirklich angenommen.

Das Buch zeigt deutlich, wie filigran #Demokratie ist. Wie Regierungen bemüht waren und sind, Feinde auszumachen und Menschen (grundlos) heimatlos gemacht werden. Hier gibt es wenig Gut und/oder Böse, nur sehr viele Fragen. Das Buch lässt mich zerrissen & traurig zurück.

14/x
#BellaLiest

Sabine Peters kann wunderbar mit Worten umgehen. In ihrem Roman "Alles Verwandte" finden sich Perlen wie "durchsonnte dicke Schafswolken", "in aller Ruhe überdreht" oder "sein Lesen ist Sammeln von Früchten".

Zum Inhalt: Marie besucht ihre alte Freundin Lino in deren portugiesischer Heimat. Theo, ein gemeinsamer Freund, kommt dazu. Sie sprechen über die Vergangenheit, über Politik, über Unterschiede und verschweigen manches.

Beim Lesen spüre ich Portugal. Dabei sind die meisten Sätze kurz, wirken oft nicht ausgefeilt. Das will die Autorin so. Stellenweise fast schon im Stakkato-Stil erzählt sie ihre Geschichte. Dabei lese ich Wörter wie "kreißen", das ich erst einmal im Duden nachschlagen muss.

Was ich für ein Buch von 2017 bedenklich finde, ist die Nutzung des Z-Wortes. Ich dachte, das hätten wir auch da schon hinter uns gelassen ...

Der literarische Schreibstil ist kein easy-read und es passiert auch nicht wirklich etwas. Dennoch hat mich das Buch fasziniert.

15/x
#BellaLiest