Autor Julian Voloj, Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Friedhelm Marx und Illustratorin Magdalena Adomeit haben eine #GraphicNovel veröffentlicht, die mich zum Nachdenken bringt.

In "Thomas Mann 1949 - Rückkehr in eine fremde Heimat" begleiten wir Thomas Mann und seine Frau Katia bei ihrem ersten Besuch in Deutschland nach dem Krieg. Genau genommen geht es um knapp 2 Wochen, in denen Mann geehrt und gleichzeitig als "Knecht der Wallstreet" beschimpft wird. Er kann es niemandem Recht machen, und diese Zerrissenheit zu beobachten, tut weh. Mann möchte zurück in "sein" Land, sieht sich selbst als unabhängigen Schriftsteller und wird weder in Deutschland, noch in einem anderen Land wirklich angenommen.

Das Buch zeigt deutlich, wie filigran #Demokratie ist. Wie Regierungen bemüht waren und sind, Feinde auszumachen und Menschen (grundlos) heimatlos gemacht werden. Hier gibt es wenig Gut und/oder Böse, nur sehr viele Fragen. Das Buch lässt mich zerrissen & traurig zurück.

14/x
#BellaLiest

In dem #Roman "Wir von der anderen Seite" von Anika Decker lernen wir Rahel Wald, von Beruf Drehbuchautorin (wie die Romanautorin), kennen. Rechtzeitig zu Weihnachten war sie von einer Sepsis erwischt worden und lag die letzten Wochen im Koma. Nun ist sie wieder da, in einem Leben, in dem nichts mehr ist, wie es mal war. Was nun folgt, sind weitere Untersuchungen, weitere Klinikaufenthalte, Existenznöte, Medikamenteneinnahmen, Zukunftsängste, aber auch die wunderbare Unterstützung ihres Bruders und des Rests der Familie. Rahel lernt sich selbst nach diesem lebensverändernden Ereignis neu kennen, hinterfragt ihre Beziehung(en) und sich selbst.

Ich kann nicht sagen, dass das Buch für mich eine Offenbarung war. Dazu waren mir zu viele Erkenntnisse zu wenig neu. Es liest sich jedoch gut weg und hat keine Längen. Mehrmals habe ich geschmunzelt, am Ende war ich berührt.

Wer sich mit Krankheit und Tod auseinandersetzen mag und kann, der/dem sei das Buch empfohlen.

13/x
#BellaLiest #Bücher

Hier der Klappentext zu "Lady Elza" von Philippe Wurm (Zeichner) und Jean Dufaux (Autor):

"Warum heiratet Lady Elza Rochester, sehr blaublütig und very british, den Honorable Charles Pendrock? Das fragt sich auch Elzas erster Ehemann, der unbezähmbare Sport­reporter Jack Lord. Bräutigam Charles soll eins der größten Vermögen im Empire erben, hat aber auch einiges zu verbergen – immense Wettschulden sind noch sein kleinstes Problem. Gewaltsame Tode kommen da erst recht ungelegen..."

Aaargh! Wieso heißt ein #Comic wie eine Nebenfigur, denn nichts anderes ist Lady Elza?! Sie wird gerettet von ihrem Exmann, dem "Knight in shining armour" und anderen Männern. Jack Lord (🙄) ist, wie's sich gehört, männlich, selbstbewusst und natürlich "unbezähmbar" - wie der Klappentext bereits sagt. Die Bösen in diesem Machwerk sind ein schwules Paar bzw. ein Teil des Paares und seine rothaarige(!) Schwester. Die Klischees haben mich kotzen lassen.

Es wird wieder Zeit für einen Roman 😡

#BellaLiest
12x

Mit einer #GraphicNovel über #ThomasMann in der #Stadtbibliothek sitzen - ich bin so froh, wieder einen Büchereiausweis zu haben 😍
#BellaLiest #Bücher

Es brauchte lange, bis ich mit "Gehen, ging, gegangen" von Jenny Erpenbeck warm wurde. Ihr Schreibstil gefiel mir auf Anhieb nicht, der Hauptcharakter war für mich wenig greifbar.

Doch fangen wir von vorne an.
Richard, ein eremitierter Philologieprofessor aus Berlin, entdeckt sein Interesse an Geflüchteten in seiner Nähe. Er hat Zeit, ist verwitwet und wird neugierig auf diese ihm so fremden Menschen. Also geht er in eine Geflüchtetenunterkunft und stellt ihnen Fragen.

Dieses Buch war für mich ein Slow burner. Ich zwang mich dranzubleiben. Am Ende war ich froh, es getan zu haben.

Es geht um das Leben von Menschen auf der Flucht, aber auch um die Menschen in der DDR, die "Wende" und darum, was es mit Menschen macht, die Heimat zu verlieren. Die Autorin verknüpft den (ost-)deutschen Blick dabei ganz hervorragend mit denen der Geflüchteten.

Schwere Kost, die wieder einmal vor Augen führt, wie viel Glück wir hier Geborenen haben. Der #Roman hat mich sehr berührt.

#BellaLiest
9/x

Ich habe heute die wunderbare französische Graphic Novel "Adieu #Birkenau" gelesen und bin tief berührt.

Erzählt wird von der Deportationserfahrung von Ginette #Kolinka, die 1944 u. a. in Birkenau und Bergen-Belsen gefangen gehalten wurde. Viele Jahre später ist sie als Zeitzeugin an Schulen unterwegs und reist mit Schüler.innen zurück nach Birkenau, um ihnen ihre Geschichte zu erzählen. Diese beiden Stränge finden in dem Buch sehr gekonnt zusammen.

Diese #GraphicNovel schafft den unglaublichen Spagat zwischen Horror und Heiterkeit. Manchmal lachte ich laut auf, dann wagte ich kaum weiterzulesen.

Ein wertvolles Stück #Literatur!

Musiktipp dazu: "Un autre monde" von #Téléphone (der Band von Ginettes Sohn)
#BellaLiest
1/x