Eigentlich sollte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer seine Rollen als Minister und Unternehmer streng voneinander trennen. Nun lassen interne Mails, die der taz vorliegen, Zweifel wachsen.

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✍️ @kerstenau

Wolfram Weimer betont, seine Rollen als Unternehmer und Kulturstaatsminister klar getrennt zu haben. Zweifel daran gibt es spätestens seit der Berichterstattung über den Ludwig-Erhard-Gipfel.
Die Weimer Media Group, deren Gesellschafter Weimer und seine Frau sind, veranstaltet diesen jährlich am Tegernsee. Im November 2025 wurde bekannt, dass Tickets zur Veranstaltung für bis zu 80.000 Euro verkauft wurden. Die Weimer Media Group bewarb sie mit der Nähe zu politischen Entscheidern.
Weimer verweist darauf, dass er seit Amtsantritt nicht mehr Geschäftsführer der Weimer Media Group ist. Zudem kündigte er an, seine Anteile an einen Treuhänder zu übergeben. Es gebe „eine klare Trennung zwischen politischem Amt und früherer Tätigkeit als Verleger“.
Doch interne Mails, die der taz vorliegen, zeigen, dass Weimers Behörde und die Weimer Media Group in der Kommunikation zur Affäre enger abgestimmt waren als bisher bekannt.
So haben der Sprecher von Weimers Behörde und der Sprecher der Weimer Media Group ihre Antworten auf Presseanfragen zum umstrittenen Ludwig-Erhard-Gipfel abgestimmt.
Zudem wurde Weimer persönlich noch im November 2025 in die Kommunikation der Weimer Media Group einbezogen – obwohl er zu diesem Zeitpunkt nach eigener Darstellung keine operative Rolle mehr im Unternehmen hatte.
Die taz hatte bereits Anfang Dezember eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz an Weimers Behörde gestellt. Monatelang bekam die taz darauf keine inhaltliche Antwort.
Erst nachdem die taz Klage beim Verwaltungsgericht Berlin einreichte, erhielt sie Einsicht in einen Teil der internen Kommunikation zu der Affäre.

@tazgetroete

Glaubt denn wirklich irgendjemand, dass er sich nicht mit seiner Frau über die Firma unterhält? Dass ein Treuhänder (ein "enger Vertrauter") irgendetwas unternimmt, ohne ihn zu fragen?
Meh.

@tazgetroete Die Mitglieder der Corruptionspartei tun, was sie immer tun, überrascht das noch jemanden? Überraschend ist nur, wie selbstverständlich es mittlerweile von den Wählern hingenommen wird, wenn unsere Politiker ganz offen die Kleptokratie in den USA nachmachen.
@tazgetroete kann der nicht mal verklagt werden? Ich find's unglaublich.

@tazgetroete @kerstenau

warum sollte er das tun, er ist doch in einer C-Partei.
Da ist das doch schon fast Grundvoraussetzung für solch ein Ministeramt.

@tazgetroete @kerstenau oh nein, Korruption?

bei der CDU?

wer haette das auch nur erahnen koennen?!

(aufloesung: absolut jeder der mit diesen hamperln schon mal zu tun hatte)

@tazgetroete @kerstenau allein die Tatsache das er in der Union ist grund genug diese Frage mit einem: "Im Zweifel NEIN" zu beantworten

@tazgetroete

Ein Fragezeichen aus juristischen Gründen?

@kerstenau

@tazgetroete @kerstenau
Wenn er Mitglied der GRÜNEN, der SPD oder der Linken wäre: Oh weh! Aber bei einem Unions-Mann ist das als angemessen hinzunehmen. (Aber auch bei einer Frau, s. CSU-Niebler.)

@tazgetroete @kerstenau

Solche Diskussionen werden erst enden, wenn Politiker verpflichtet werden, ihre Arbeitszeit vollständig für die Interesse der Bürger einzusetzen.
Jede zusätzliche Nebentätigkeit, jedes zusätzliche Amt ist eine Quelle für Interessenskonflikte.

Die heute geltenden Regeln schaffen eine Art Mehrklassengesellschaft in der einige wenige über den restlichen Menschen stehen.
Demokratie erfordert Vertrauen in deren Repräsentanten.
#noKings #Klassengesellschaft #Glaubwürdigkeit

@tazgetroete @kerstenau Als Notiz: er darf keine Rolle als Unternehmer haben. Nicht als Geschäftsführer, nicht als Eigentümer mit Einflussmöglichkeiten (Kleinaktionär wäre okay). Solange er Unternehmer ist, erfüllt er nicht die Voraussetzungen Staatsminister zu sein. (Das wäre zwar nur verfassungswidrig, wenn er als Bundesminister und nicht als Staatssekretär zählen würde, ist aber immer noch durch Bundesgesetz verboten).
@tazgetroete @kerstenau eigentlich sollten Personen wie Weimer gar nicht in eine solche Position kommen