Meine Aussagen sind meistens wertfrei + rein informell.

Wenn ich z. B. sage „ich bin nicht xy“, heißt das nicht „ich denke, dass aber du xy bist“. Ich sage nur, dass ich es nicht bin. Ich liefere eine Information über mich.

Eine Aussage über mich ist keine Aussage über dich, schon gar kein Vorwurf. Seltenst/nie sind solche Aussagen abwertend gegenüber anderen oder gar von oben herab gemeint.

Dass meine Aussagen zuweilen arrogant verstanden werden, ist ein Übersetzungproblem.
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#autypisch

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Als ich noch ständig maskierte, begann ich, durch Abgucken ebenfalls zu interpretieren, was andere sagten, also Subtexte mitzudenken. Bestimmt sehr oft falsch.

Ich weiß, dass ich davon noch nicht frei bin, bin mir aber inzwischen bewusst, dass ich es zuweilen tue.

Neu übe ich, im Sinne des Demaskieren-Lernens, nur noch zu hören/verstehen, was wirklich gesagt wird.

Dabei verpasse ich zuweilen, dass andere tatsächlich Subtext mitmeinen.

Kommunikation ist eine schwierige Angelegenheit.

@sofasophia klingt sehr nach meinem Mann (der bald zur Autismusdiagnostik geht)
@SarahEx
Oha. Ich hoffe, es klappt gut mit der Kommunikation. (Bei uns braucht es zuweilen wieder eine kleine Erinnerung daran, dass.)
@sofasophia gut würde ich nicht sagen, es braucht viel Deutung meinerseits, um zu ahnen was er interpretiert hat
@SarahEx
Ich hoffe, er verlernt das (oft eben verkehrte) Interpretieren wieder.
Das wäre für dich bestimmt auch einfacher? ;-)
@sofasophia ich glaube nicht , dass er das rauskriegt, aber nach der Diagnose, wer weiß
@sofasophia „Das weiß man doch“ oder „das kann man sich doch denken“ hab ich aufgegeben zu erlernen. Stattdessen sage ich: Ich sage, was ich denke, und ich meine, was ich sage, und wenn Kommunikation zwischen uns funktionieren soll, dann mach's genauso und erwarte nicht, daß ich etwas höre, was Du nicht sagst.
@atarifrosch
Das übe ich auch wieder gerade sehr intensiv.
Will einfach nicht mehr immer für andere übersetzen müssen.
@sofasophia Ja! Genau das! Es ist so anstrengend. Mir ist früher ständig etwas unterstellt worden, was ich weder gesagt noch gemeint habe. Umgekehrt hab ich den Subtext anderer so gut wie nie verstanden. Seit ich weiß, dass die meisten Menschen mit Subtext kommunizieren, denke ich ständig darüber nach, wie ich mich so präzise und unmissverständlich wie möglich ausdrücken kann und gehe Gespräche im Nachhinein durch, um sie zu analysieren. Ich will das nicht mehr, aber es ist schwierig.

@Sci_Fi_FanGirl

Genau. Dieses ständige Analysieren ist genauso anstrengend wie Maskieren, oder wohl auch irgendwie Teil des Maskingprogramms …

Ich werde das Thema wohl im nächsten Podcast ansprechen. Es ist bei mir gerade sehr aktuell.

@sofasophia Gutes Podcastthema! Bin gespannt darauf 😀

Würde es schon als Teil des Maskierens sehen. Es ist eben auch ein Bereich, in dem mir irgendwann bewusst wurde, was ich bis dahin "falsch" gemacht hatte und warum ich immer wieder Kommunikationsprobleme mit anderen hatte, warum mich andere für mindestens extrem merkwürdig oder eben für arrogant und engstirnig hielten. Also Analysieren, Muster erkennen, Anpassen, Reflektieren... um weniger gehasst zu werden.

@Sci_Fi_FanGirl
Es ist eine Art Teufelskreis, so dass wir eigentlich nur verlieren können, weil wir entweder nicht verstanden werden, was unbefriedigend ist, oder aber uns ständig verbiegen, was aber eben auch unbefriedigend ist – und dazu krankmachend.
@sofasophia Ja, das trifft es ganz gut.
@sofasophia da sagste was. Ich kann ganz schlecht oder gar nicht mit Subtext umgehen. Das macht mich kirre. Wie oft bin ich angeeckt, weil ich Dinge oder Situationen einfach benannt habe, wie sie sind. Das darf man offensichtlich nicht. Wird aber immer sanktioniert von Leuten, die angeblich grossen Wert auf Ehrlichkeit legen. Am Arsch die Ella. Sorry. Aber ich hab da einfach auch keine Lust mehr drauf, mir überlegen zu müssen, wie jemand jetzt irgendwas gemeint haben könnte. Kommt da keine klare Information unterlasse ich jedwede Interpretation. Und gehe schulterzuckend und verbuche das unter Umweltrauschen.

@Dodo_sipping

Mir tuts immer noch viel zu leid, wenn solche Missverständnisse vor allem mit den Lieblingsmenschen passieren.

Bei allen anderen denk ich ‚Scheiß drauf‘.

Ich kann nicht alles mittragen.
Muss ich auch nicht.

@sofasophia mich haben Subtexte von inzwischen ehemaligen Lieblingsmenschen fast kaputt gemacht. Es gibt Menschen die das zur Manipulation perfektionieren, dieses offen lassen, nicht benennen. Und ich hab es erst viel zu spät bemerkt.
@Dodo_sipping
Das auch, ja. (Darauf bin ich auch sehr anfällig.)
@sofasophia uh. Das passiert mir so oft. -.-
Leute fühlen sich angegriffen, dabei analysiere ich MEIN Verhalten. 😵‍💫
@Geisseltierchen
Manche sehen Subtexte, wo keine gedacht sind.
Danke für die Rückmeldung. Immer gut zu wissen, dass es andern ähnlich geht.
@sofasophia Total, und was ich auch immer nervig finde ist wenn Menschen in meine Aussagen etwas reininterpretieren was ich gar nicht gesagt habe. Nein, ich habe mir gut überlegt wie ich das sage und meine genau das was da drinstand 😭
@luce
Bei Schriftlichem ist es zum Glück dann schwarz auf weiß, bei Mündlichem ist es oft noch schwieriger, weil da noch der Ton der Stimme dazukommt.
Ja, es ist nervig und anstrengend und aufwühlend.
@sofasophia Ich verstehe nicht, warum Menschen das aus einer Ich-Aussage heraus hören. Wenn sich jemand angegriffen fühlt von etwas, das ich über mich sage, hat das mit dieser Person zu tun, aber nicht mit mir.
Ich kann nicht von jedem Gegenüber wissen, wie sie tickt, was sie für eine Vergangenheit hat, wie die Tagesform ist etc. und darauf Rücksicht nehmen. Ich kann nur für mich sprechen und darauf achten, möglichst unmissverständlich zu formulieren. Ich weiß aber, dass andere das irritiert.

@fantasiafragile

Ja, Das ist genau das Problem. Viele Menschen reflektieren das Zuhören nicht, andere haben Trigger, die ich unabsichtlich anstoße, wieder andere übersetzen schlicht anders als ich. Das macht Kommunikation sehr herausfordernd.