Sprecht mir nach:

Die Pendler*innenpauschale war schon immer ein sozial- und klimaungerechtes Instrument, das die Zersiedelung Deutschlands und die immer längeren Pendelstrecken sogar noch fördert.

Über 60 Prozent der Steuerpflichtigen profitieren gar nicht von der Entfernungspauschale, da sie unter dem Werbungskostenpauschbetrag bleiben.

@SheDrivesMobility
Deswegen will es die Bundesregierung so. Zum Kotzen.
@SheDrivesMobility davon komplett unabhängig hilft eine höhere Steuerrückerstattung in 2027 niemandem der jetzt im Moment aufgrund höherer Kraftstoffpreise am finanziellen Minimum kratzt.
@nofollownoindex @SheDrivesMobility wer *jetzt* am finanziellen Minimum kratzt kriegt nächstes Jahr auch keine nennenswerte Steuererstattung.
@SheDrivesMobility Falls jemand dieselbe Wissenslücke zur Quelle hat wie ich:
"Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) ist eine überparteiliche und unabhängige Denkfabrik, die zur Weiterentwicklung der sozialen zu einer ökosozialen Marktwirtschaft arbeitet." sagt Wikipedia

@SheDrivesMobility
Ich verstehe die Kritik an der Entfernungspauschale und würde diese auch nicht erhöhen.

Frage: wie fördert das Instrument die Zersiedelung, wenn über 60% der Steuerpflichtigen davon nicht profitieren.
Gibt es dazu tatsächlich Studien, in denen Menschen sagen, dass sie wegen der EP am Dorf wohnen? Liegt es nicht viel eher am fehlenden Wohnraum in der Stadt oder anderen Gründen?

@finanzdelphin Gut verdienende Menschen, die sich ihr Häuschen auf dem Land kaufen oder bauen, profitieren schon von der Pendlerpauschale. Das sind aber meiner Meinung nach nicht unbedingt die, die Unterstützung benötigen.

Sinnvoller wäre, mit dem Geld von der Pendlerpauschale die ÖPNV-Versorgung auf dem Land zu verbessern: Für die Leute, die dort jetzt schon wohnen und arbeiten.

@SheDrivesMobility

@StephanB
Was schätzt du, macht die Entfernungspauschale denn konkret finanziell aus im Jahr?
Bitte schreibe mal ein Szenario.
Entfernung zw. Wohnung und Arbeit, Tage mit Fahrten, Bruttoarbeitslöhne, Familienstand...
@SheDrivesMobility
Flipper Finanzdelphin (@[email protected])

@[email protected] Gibt es irgendwelche Daten, die diese Thesen stützen? Mir hat ja persönlich noch nie jemand gesagt, dass er/sie wegen der Pendlerpauschale nicht näher am Arbeitsplatz wohnt. Ich habe eher den Eindruck, dass es am Sozialleben liegt, dass man nicht näher an den Arbeitsplatz zieht. Wer vom Dorf mit dem Auto weg fährt, fährt durchaus auch in ein anderes Dorf. Streichung der Pendlerpauschale und alle ziehen sofort zum Arbeitsplatz - eher nicht. @[email protected] @[email protected] @[email protected]

det.social

@finanzdelphin Ich weiß nicht, was Dir ein konkretes Beispiel hilft? Die Pendlerpauschale schafft Steuererleichterungen für gut verdienende Menschen, die weite Strecken zur Arbeit zurücklegen. Positiv ist, dass sie unabhängig vom Verkehrsmittel gewährt wird.

Weder beim Klimaschutz (weite Wege vermeiden), noch beim Landschaftsverbrauch (Siedlungsstrukturen kompakt halten), noch aus sozialen Gründen (geringer Verdienenden nützt sie nichts) ist die Pauschale hilfreich.

@SheDrivesMobility

@finanzdelphin @SheDrivesMobility
@StephanB

Die PP fördert indirekt weitere Arbeitswege, allerdings dürfte der Effekt auf die Wohnortwahl und damit die Zersiedlung minimalst sein. Die Pendlerpauschale ist vielleicht die Kirsche auf der Sahnehaube der Torte aber nur weil die Kirsche (oder auch bei weiteren Maßnahmen die Sahnehaube) fehlt, wird niemand auf die Torte verzichten.

Möchte man weniger Zersiedlung muss man die Torte angehen... das ist aber deutlich schwieriger als die Kirsche PP abzuschaffen.

Was wirklich Zersiedlung fördert:

- Astronomische Wohnkosten in den Städten. Würde ich heute in die inneren Stadtbezirke umziehen und das Auto abschaffen, würde ich immer noch mehrere 100 Euro monatlich draufzahlen... bei geringerer Wohnfläche und Lebensqualität.

- Dank Onlineshopping und Onlineunterhaltung immer weniger Vorteile davon, nah an der Innenstadt zu wohnen.

- ÖPNV ist i. d. R. sehr langsam, kaum Zeitvorteile trotz drastisch geringerer Distanz zum Arbeitsplatz.

- ÖPNV oft unflexibel👇

@finanzdelphin @SheDrivesMobility @StephanB @StephanB

das heißt, wenn Du doch nur Ziele außerhalb der Stadt hast, wird es schnell sehr zeitintensiv und teuer. Mit meinem klassischen Jobticket kann ich halt nur in die Arbeit, also stadteinwärts fahren.... schon die Tante in der Gegenrichtung zu besuchen schlägt schwer ins Kontor (Einzelticket notwendig) und vom Rest der Familie der weiter weg wohnt brauchen wir garnicht erst reden.

Der Besuch von Freunden (Distanz 4 km) ist zwar "kostenlos" (Da Stadtgebiet) aber dauert halt 45 Minuten da ÖPNV Linienführung für diesen Zweck äußert ungünstig ist. Eine Verbesserung der Linienführung für diesen Zweck hat systemimmanent Verschlechterungen für andere Leute/Routen zur Folge, kann also nicht grundsätzlich behoben werden.

Will man aufgrund des wenig überzeugenden ÖPNVs ein Auto vorhalten, so hat man ein Interesse daran, dass Parken günstig und zuverlässig ist. Eine Wohnung ohne sicheren Stellplatz steht daher nicht zur Debatte und macht das Umland attraktiver.

@SheDrivesMobility es ist ungerecht, jedoch sehr lukrativ

@SheDrivesMobility

Das ist so nicht richtig. Es ist Ausdruck des objektiven Nettoprinzips bzw. des Leistungsfähigkeitsprinzips im Steuerrecht.

Und es ist auch etwas nervig, dass die Entlastung bei höheren Einkommen als ungerecht dargestellt wird. Sorry, keiner beschwert sich, dass Leute mit hohem Einkommen auch einem höheren Steuersatz unterliegen. Das ist die Kehrseite der Medaille.

@SheDrivesMobility

Und wahrscheinlich würden sich die Durchschnittsdeutschen auch über die mangelnde Berücksichtigung beschweren, wenn die Werbungskostenpauschale doppelt so hoch wäre. Ich habe jedenfalls noch nicht davon gehört, dass jemand die Abschaffung der Werbungskostenpauschale fordert, um die Entfernungspauschale anzusetzen.

Immer alles ungerecht in diesem Land.

@SheDrivesMobility
Aber eine Konzentration aller Firmen auf wenige Ballungszentren ist unsinnig, Beispiel München.
Nicht jeder kann in der Stadt wohnen und Firmen könnten sich gezielt auch in Orten mit guter Bahnanbindung niederlassen, anstatt in Gewerbegebieten am Stadtrand an Autobahnkreuzen.

@mascho_7 @SheDrivesMobility

Richtig ist, dass wir städtebaulich darauf achten müssen, dass nicht alles in die Städte drängt. So viel nachverdichten und in die Höhe bauen kannst du garnicht als das der Platz reichen würde, wenn relelvante Teile des umliegenden Landkreises auch noch in der Stadt wohnen wollen.

Gute Bahnanbindung wäre wichtig, hilft allerdings nur bedingt wenn der ÖPNV von und zum Bahnhof nicht auch sehr gut ist. Relevant ist im Zweifel die Tür zu Tür Zeit, dementsprechend gering ist die Toleranz für Wartezeiten, Umstiege und schlechte Takte.

Orte mit guter Verkehrsanbindung sind attraktiver was sich leider dann auch recht schnell spürbar in den Wohnkosten bemerkbar macht. Aufgrund der Zentralisierungs- und Bündelungsfunktion des ÖV fallen diese Steigerungen in "Bahnhofsnähe" meist größer aus, als beim IV der sich viel leichter tut, in der Fläche zu wirken.

Ein ehemaliges Dorf an der Bahnlinie zwischen zwei Großstädten ist inzischen so teuer wie die Großstadt selbst, will man es 👇

@mascho_7 @SheDrivesMobility

bezahlbarer, so muss man in einen anderen Ort ziehen und dann mit dem Auto zum Bahnhof pendeln.