Das in den 80er und 90er Jahren quasi eine Tatsache.
Mit allen Konsequenzen.
Wenn du (hetero Frau) mit einem (hetero) Mann befreundet sein wolltest und warst, wurde es immer irgendwann "komisch". Irgendwann dachte er, du willst mit ihm ins Bett.
🤷🏼♀️ Es mag Ausnahmen gegeben haben. Warst du verheiratet, warst du meist tabu.
Mal so pauschal gesagt.
Als der Film rauskam, gab es dazu auch Diskussionen.
@dieKadda doch mit hässlichen Frauen kann man befreundet sein. Und wenn man nur lange nett genug ist, dann hat Mann genug Gunst gesammelt, dass Frau ihre Seite dieses Vertrags aufrecht halten muss und dann eine romantische Beziehung mit Mann einzugehen.
Erstaunlicherweise sind das aber Verhaltensweisen, die die Manosphere als erstes benennt, allerdings aus niederen Beweggründen, um das spieltheorietisch zu Optimieren: wenn eine Frau einen nicht attraktiv findet, dann ist es Zeitverschwendung in die Richtung noch mehr Ressourcen zu investieren; eine Freundschaft kann aber die soziale Anerkennung steigern, wenn man nicht in Punkt 2 verfällt. Denn Punkt 2 "covert contracts" funktionieren nicht. Und dadurch erniedrigt Mann sich selbst. Das macht ihn unattraktiv...
@dieKadda aber sind diese Ron-Coms "schuld"?
Ich überleg da schon was länger dran rum. Für viele Männer geht es darum, "die Frau" zu bekommen. Dann verfallen sie in diese Verhaltensmuster.
Aber gibt es für Männer ein Rollenbild, dass den kompletten Mann abbildet? Viel was ich so kenne setzt den Mann in Relation zu Frau, oft ist es die Frau als Trophäe. Und ich denke gerade dieses Trope muss sterben; das ist für alle Seiten aus allen Richtungen gedacht eine Lose-Strategie.
Auf der anderen Seite, wenn ein Mann sich halt ganz auf sich konzentrieren, ist man wieder in der MGTOW Richtung. Hot Take: damit entzieht er sich auch der kapitalistischen Verwertungslogik und dies wird sozial wiederum versucht einzuhegen.
Wo ist das Vorbild für den abgerundeten Mann?
@bithive Habe jetzt aufgrund dieses Posts den Wikipedia-Artikel zu MGTOW gelesen und frage mich wo da die Schnittstelle zum Entzug der kapitalistischen Verwertungslogik ist?
@dieKadda
Stimmt MGTOW agiert komplett in dieser Logik. Und das "Frauen sind scheiße", deshalb mache ich mein "eigenes Ding" ist der Ausdruck eines verletzten "covert contract": ich Spiel nach der Marktlogik und deshalb habe ich Anspruch auf eine Frau. Jetzt gebe ich die Marktlogik auf und "Frauen fand ich eh immer doof".
Einen Gedanken trage ich aber auch noch mit mir herum, den ich loswerden will: Männer haben keinen Zugang zu Zuneigung außer über eine Beziehung oder Sex. Es wäre absurd, wenn du @monoxyd zu mir kommen würde und deinen Kopf in meinen Schoß legen würde (abgesehen, davon, dass wir uns nicht nahe stehen, aber auch bei meinen besten Freunden undenkbar)
@dieKadda für Männer ist das Absurd und noch schlimmer: es gibt Intimität sowieso nur gegen Leistung. Es gibt Trost nur gegen Leistung, wenn überhaupt.
Kannst du dir zwei Männer im Anzug vorstellen, die sich gegenseitig trösten, weil ihr Projekt gescheitert ist? In gewandelten Rollen schon eher.
Ja, das ist die große Katastrophe, in der wir uns befinden
Katastrophe vor allem wenn wir bedenken, wie viel und wie lange zu diesen Themen gesprochen und geschrieben wurde von Frauen- und Queerbewegungen.
Es gibt gibt in der Geschlechter- und Männlichkeitsforschug das schöne Konzept der ' Caring masculinities'. Caring als Care-Arbeit und self care. Sylka Scholz zB hat dazu einiges geschrieben. Ich bin aber immer noch unsicher wie viel transformatives Potential da drin steckt
@bithive Ich finde die Frage nach Schuld zumeist eine Missgeleitete, die Energie bindet, die anderwärtig besser gebraucht wird. Die Frage ist doch, wie man die Situation verbessern kann.
Rom-Coms funktionieren nur , weil sie Sachen, die es sowieso gibt, überzeichnen. Weil sie Identifikationsflächen bieten und weil sie Bedürfnisse bedienen. Damit sind sie sicher nicht die Quelle des Übels. @dieKadda
Volle zustimmung von mir.
Ich glaube, der größte Endgegner dabei ist unsere kulturelle Prägung. Popkultur, Kino und TV hämmern uns dieses Narrativ ja seit Jahrzehnten ein und hört nicht auf damit.
Oft so subtil, dass auch ich es gar nicht merke.
Ich entziehe mich dem mittlerweile durch bewussten Verzicht, filtere meine Playlists, höre stattdessen lila podcasts.
Wie nimmst du das bei Filmen oder Serien wahr, fällt dir das da auch so extrem auf?
Viel zum Nachdenken - danke sehr.
Was ich mich in diesem Kontext regelmäßig frage, ob das Thema "Torschluss-Panik" (Kinderwunsch), Wahl des Partners (gern finanziell gut ausgestattet, aber bitte mit Humor) zu bewerten sind.
@dieKadda Ich fürchte, dass wir Frauen/*/Männer einen Fehler begehen und das Problem bestärken, wenn "wir über uns" im Wechselspiel mit "den anderen" nachdenken.
Wir sollten uns in aller erster Linie als Menschen begreifen. Mein Tipp/Wunsch/Apell: Bei den Nächsten damit anfangen, jeden Tag. 😌
@dieKadda
Ich finde, Markus Theunert nähert sich der Frage, was "Mann-sein" ausmacht, gut nachvollziehbar...
https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/was-es-heute-bedeutet-ein-mann-zu-sein-gespraech-mit-markus-theunert-100.html
* er war auch im #DLF "Zur Diskussion" zu Gast...
https://www.deutschlandfunk.de/fall-fernandes-digitale-gewalt-maenner-100.html
@dieKadda Als mittelalter Mann stoße ich regelmäßig auf Unverständnis dafür, dass ich mit Frauen befreundet bin.
Manchmal fahre ich sogar mit denen weg. Und meine Ehepartnerin hat damit kein Problem!
Mit dieser Tatsache sind erstaunlich viele Menschen total überfordert.
Ich weiß, dass das Thema ein Minenfeld ist (und ich hab den Film nicht gesehen), aber das klingt so ein bißchen, als würde man(du) hier keinen Unterschied machen zwischen "Frau" und einer Frau, die man(n) sich als feste Partnerin wünscht.
Mit einer Frau befreundet sein ist (für mich) kein Thema.
Aber bei einer Frau von der ma(n) sich eigentlich was anderes (eine Beziehung) wünscht, ist das was völlig anderes. Da steht die Beziehung doch so schief, dass eine echte Freundschaft schon
durch die völlig unterschiedlichen Erwartungen ständig unter Druck steht.
Vielleicht wirkt die These auf mich so absurd, dass ich das Gefühl habe, was falsch verstanden zu haben 🤷♂️

Es gibt Dinge, die wollen einfach nicht in meinen Kopf rein. Zum Beispiel diese elende Romantisierung von freundschaftlichen Beziehungen zwischen Jungen und Mädchen. Ich nenne das „elend“, weil es früher oder später dazu benutzt wird, gegengeschlechtliche Freundschaften infrage zu stellen und Rechtfertigungen zu verlangen, die belegen, dass die Betreffenden „nur miteinander befreundet sind“. Das hat […]