@dieKadda doch mit hässlichen Frauen kann man befreundet sein. Und wenn man nur lange nett genug ist, dann hat Mann genug Gunst gesammelt, dass Frau ihre Seite dieses Vertrags aufrecht halten muss und dann eine romantische Beziehung mit Mann einzugehen.
Erstaunlicherweise sind das aber Verhaltensweisen, die die Manosphere als erstes benennt, allerdings aus niederen Beweggründen, um das spieltheorietisch zu Optimieren: wenn eine Frau einen nicht attraktiv findet, dann ist es Zeitverschwendung in die Richtung noch mehr Ressourcen zu investieren; eine Freundschaft kann aber die soziale Anerkennung steigern, wenn man nicht in Punkt 2 verfällt. Denn Punkt 2 "covert contracts" funktionieren nicht. Und dadurch erniedrigt Mann sich selbst. Das macht ihn unattraktiv...
@dieKadda aber sind diese Ron-Coms "schuld"?
Ich überleg da schon was länger dran rum. Für viele Männer geht es darum, "die Frau" zu bekommen. Dann verfallen sie in diese Verhaltensmuster.
Aber gibt es für Männer ein Rollenbild, dass den kompletten Mann abbildet? Viel was ich so kenne setzt den Mann in Relation zu Frau, oft ist es die Frau als Trophäe. Und ich denke gerade dieses Trope muss sterben; das ist für alle Seiten aus allen Richtungen gedacht eine Lose-Strategie.
Auf der anderen Seite, wenn ein Mann sich halt ganz auf sich konzentrieren, ist man wieder in der MGTOW Richtung. Hot Take: damit entzieht er sich auch der kapitalistischen Verwertungslogik und dies wird sozial wiederum versucht einzuhegen.
Wo ist das Vorbild für den abgerundeten Mann?
@bithive Habe jetzt aufgrund dieses Posts den Wikipedia-Artikel zu MGTOW gelesen und frage mich wo da die Schnittstelle zum Entzug der kapitalistischen Verwertungslogik ist?
@dieKadda
Stimmt MGTOW agiert komplett in dieser Logik. Und das "Frauen sind scheiße", deshalb mache ich mein "eigenes Ding" ist der Ausdruck eines verletzten "covert contract": ich Spiel nach der Marktlogik und deshalb habe ich Anspruch auf eine Frau. Jetzt gebe ich die Marktlogik auf und "Frauen fand ich eh immer doof".
Einen Gedanken trage ich aber auch noch mit mir herum, den ich loswerden will: Männer haben keinen Zugang zu Zuneigung außer über eine Beziehung oder Sex. Es wäre absurd, wenn du @monoxyd zu mir kommen würde und deinen Kopf in meinen Schoß legen würde (abgesehen, davon, dass wir uns nicht nahe stehen, aber auch bei meinen besten Freunden undenkbar)
@dieKadda für Männer ist das Absurd und noch schlimmer: es gibt Intimität sowieso nur gegen Leistung. Es gibt Trost nur gegen Leistung, wenn überhaupt.
Kannst du dir zwei Männer im Anzug vorstellen, die sich gegenseitig trösten, weil ihr Projekt gescheitert ist? In gewandelten Rollen schon eher.
Ja, das ist die große Katastrophe, in der wir uns befinden
Katastrophe vor allem wenn wir bedenken, wie viel und wie lange zu diesen Themen gesprochen und geschrieben wurde von Frauen- und Queerbewegungen.
Es gibt gibt in der Geschlechter- und Männlichkeitsforschug das schöne Konzept der ' Caring masculinities'. Caring als Care-Arbeit und self care. Sylka Scholz zB hat dazu einiges geschrieben. Ich bin aber immer noch unsicher wie viel transformatives Potential da drin steckt