Ein paar Tage lang abends die Berechnung des BIP angeschaut.

Bin ich die Einzige, die den « Fetisch BIP » für lächerlich hält?

Mir war bewusst, dass es problematisch ist, aber nicht wie schlimm es verzerrt:

Mir war zB nicht klar, dass bei Bestandsimmobilien weder das Erwerbsgeschäft noch die Darlehnsvalutierung ins BIP zählen (sondern nur die Gebühr der Bank, Makler und Notar). Ebenfalls nicht der Wertzuwachs der Immobilie.

Kita und Pflegedienst fallen rein, dass Kinder eine gute Bindung bekommen und Menschen einen Lebensabend in Selbstbestimmung führen: nicht.

@AwetTesfaiesus Hmm ... nun ja, daß der Wertzuwachs nicht berücksichtigt wird, ist durchaus sinnvoll? Wertzuwachs ist eine fiktiver, kalkulatorischer Wert. Wieviel ein Grunstück, ein Gemälde usw. tatsächlich wertvoller geworden ist, weiß man erst, wenn man es auch de facto für mehr Geld verkauft bekommt. Den Wertzuwachs also realisieren kann. Dann wird in DE u.U. auch Steuer fällig.
In anderen Ländern wird der Wertzuwachs u.U. schon vorher in die Besteuerung mit eingerechnet.

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@die_Leo aber 1. auch der Verkauf wird nicht eingerechnet und 2. in der Bilanz und bei der AfA setzt du ja auch einen aktualisierten Wert an.
@AwetTesfaiesus Beim Verkauf einer selbstgenutzen Wohnung wird der Wertzuwachs nicht versteuert, wenn der Eigentümer diese in 3 aufeinanderfolgenden Jahren selber nutzte. Bei einer vermieteten Wohnung liegt die Frist bei 10 Jahren.
Das ist halt die steuerrechliche Regelung hierzulande. Ändert nichts daran, daß der Wertzuwachs bei Realisierung dennoch auf Steuerbarkeit geprüft wird.
@die_Leo @AwetTesfaiesus der Verkauf einer Bestandsimmobilie wird auch bei Steuerbarkeit nicht ins BIP gerechnet (nur erbrachte Leistungen und neu (!) hergestellte Sachen).
@guy_bockamp @AwetTesfaiesus Weil Immobilien bei iher Herstellung ins BIP eingeflossen sind.
Weil Wertzuwachs ikeine produktive Leistung im Sinne des BIP = Bruttoinlandsproduk(ion) darstellt.

@die_Leo @AwetTesfaiesus irgendwann ist (bei derzeitiger Demographie) halt der komplette Immobilienmarkt raus aus dem BIP.

Es sei denn es findet Rückbau statt.

@guy_bockamp @AwetTesfaiesus Hmm ... der ursprüngliche Sinn des BIP war/ ist die Erfassung der gesammten wirtschaftlichen Leistung eines Jahres. Also vereinfacht die Produktivität aller, die arbeiten (ob angestellt oder selbständig). Beim BIP geht es eher weniger um den vorhandenen Wert als solches.
Das größte Manko des BIP: nicht alle Leistungen werden erfaßt, wie z.B. häusliche Carearbeit Angehöriger, ehrenamtliche Vereinsarbeit usw. obwohl diese signifikant zum Wohlstand beitragen ... 🤔