Das beträfe insbesondere kranke Menschen, deren Erkrankung nicht von Jobcenter oder Rentenversicherung anerkannt wurde. Das ist gar nicht so selten zum Beispiel bei ME/CFS. Arbeiten und sich darüber versichern, können die halt trotzdem nicht.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gesundheitsreform-aus-fuer-kostenlose-mitversicherung-von-ehepartnern-wirbel-um-koalitionsidee-a-f67601e2-be01-4dcd-b9fe-da657257ff0c

Gesundheitspläne: Aus für kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern? Wirbel um Reformidee

Wer bisher kostenlos über den Partner krankenversichert war, soll künftig womöglich selbst zahlen. Die SPD dementiert eine Einigung, die Gewerkschaften kritisieren die Idee bereits als Angriff auf Familien.

DER SPIEGEL
Alleinstehende haben das Problem übrigens jetzt schon. ME/CFS aber Ärzte wollen dich nicht krankschreiben. Oder sie schreiben dich krank, aber das Jobcenter glaubt dir nicht und der Amtsarzt „kann nichts finden“. Rentenversicherung entscheidet nach Aktenlage gegen Erwerbsminderungsrente.
Kein Einkomen, Kosten laufen voll weiter, Rücklagen sind im Nullkommanix aufgebraucht. Bald kein Dach mehr über dem Kopf und keine Krankenversicherung mehr, obwohl du dringend Behandlung brauchst. Oft federn Familien das ab, u.a. über die Familienversicherung. Alleinstehende stehen vor dem Nichts.
@ennopark Ehepartner federn vieles ab, die Familienversicherung federn alle Beitragszahler gemeinsam ab und Singles fallen durchs Raster, das ist doch absurd?
@poupou Genau so ist es. Es ist halt eine Art Raster. Es gibt mehrere Haken, an denen du hängen bleiben kannst. Manche haben Glück, andere fallen durchs Raster.
@ennopark ich fände grundsätzlich richtig, wenn jeder einen eigenen Beitrag leistet, und am besten auch Selbständige und Beamte in der GKV wären, es darf dabei niemand durch das Raster fallen.

@poupou @ennopark

Ja, wer beitragen kann.

Also Beiträge auf alle Einkommen. Absicherung für alle nach Bedarf.

@poupou

Eigentlich nicht: Die Zivilehe ist ein Versprechen gegenüber der Gesellschaft, ihr Kosten vom Hals zu halten.

@ennopark

@Saupreiss @ennopark ja, das ist richtig. Eine wirklich allgemeine Krankenversicherung wäre trotzdem sinnvoll.

@poupou

Unbestritten. Aber das die Mitversicherung etwa gestaffelt nach Familieneinkommen nicht mehr gratis ist, finde ich ebenso akzeptabel.
(Nicht, dass ich DARAUF bei der aktuellen Regierung irgendwelche Hoffnungen jenseits Feigenblättern hätte.)

@ennopark

@Saupreiss @poupou Da muss gar nichts gestaffelt werden. Es würde völlig reichen, die Obergrenze abzuschaffen, ab der trotz höherem Verdienst keine zusätzlichen KV-Beiträge mehr anfallen. Aber das geht natürlich nicht, dann müssten ja Wohlhabende mehr beitragen…

@ennopark

Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil.
Wichtiger wäre mir da eine Einschleifregelung.

@poupou

@ennopark Die Mitversicherung des Ehepartners setzt im Falle vorhandener Arbeitsfähigkeit falsche Anreize und hilft Familien, die keine Hilfe brauchen und fördert wie das Ehegattensplitting ein bürgerliches Familienmodell.
@Gaius91 @ennopark Hmm ... haben beide Ehepartner ein Einkommen über der Minijobgrenze, zahlen beide auch eigene Beiträge in die KV. Was ist mit Ehepartnern, die zu Hause Carearbeit leisten?

@die_Leo Wenn Familien es sich leisten können, dass ein Elternteil in Vollzeit die Carearbeit zu Hause macht, dann sind sie in der Regel nicht arm und können entsprechend auch die Krankenkassenbeiträge zahlen.

Sind sie arm und gibt es keine Alternative zur Carearbeit in Vollzeit, gibt es Wohngeld oder Bürgergeld als Aufstockung.

@Gaius91 Hmm ... wie kommst Du darauf?
85% der Berufstätigen verdienen weniger als 3000 netto. Wenn ein Partner die Care Arbeit leistet, wie weit kommt man mit 3000 netto bei steigenden Mieten, steigenden Abgaben, steigenden Gebühren usw.?
Übrigens: 20% verdienen weniger als 2000 netto ... wie weit kommt man dann?
Nur 15% gehören zur wohlhabenden Oberschicht ...

@die_Leo Ich hätte dem Troll hier ja einfach einen toten Fisch hingeworfen.

Fang, Gaius! *hepp*

<*)))o><

@Gaius91

@Gaius91 Es hätte halt im Limbo zwischen kein Krankengeld mehr und noch keine Erwerbsminderungsrente für mich ganz konkret bedeutet, dass ich persönlich ganz konkret ohne Krankenversicherung dagestanden wäre trotz chronischer Erkrankung und ohne jegliches eigenes Verschulden.
@Gaius91 @ennopark blöde Frage aber was ist an einem bürgerlichen Familienmodell grundsätzlich falsch? Ich will eigentlich nicht n Kind rausploppen und dann mich nicht weiter drum kümmern.
@Nephele Es geht mir hier um das "fördern". Ich finde, dass kein Familienmodell ggü. einem anderen bevorzugt werden sollte. Das Recht ist aktuell sehr auf das Einverdiener-Hausfrauen-Modell ausgelegt (Ehegattensplitting, Sorgerecht, Unterhalt, Familienversicherung). Ich bin voll damit einverstanden, wenn sich Familien für ein bürgerliches Familienmodell entscheiden.
@Gaius91
Ich finde gleichberechtigte Modelle sind halt auch nur dann gleichberechtigt, wenn es nicht davon abhängig ist, wie viel der Partner, der Vollzeit arbeitet, verdient. Hausmann oder -frau als Konzept taugt aber nur für Bessergestellte, wo ein Gehalt ausreicht. Eine Förderung des Modells stellt daher nur eine Erweiterung der Wahlfreiheit zwischen den Modellen auf mehr Menschen dar.
@Gaius91 Nachtrag: ich bin nicht der Meinung, dass die aktuelle Fördersituation sinnvoll ist, es sollten vielmehr stattdessen abhängig vom gemeinsamen haushaltseinkommen generell niedrigere Einkommen entlastet werden.
@Nephele @Gaius91
Genau das (Letzteres). Was näml immer total untergeht sind die Berufe, in denen der Mann körperl hart arbeiten muss, dabei massig dreckige Berufskleidung anfällt, und er dann nicht noch die Energie hat, das selbst zu stemmen, geschweige denn im Haushalt zu helfen, verständlicherweise. Meine bereitwillige Care-Arbeit wird also nun von politischer Seite endgültig herabgewürdigt, indem ich von seinem trotz allem nicht gerade üppigen Gehalt über 200 Euro für KV blechen soll. (1/2)

@Nephele @Gaius91

(2/2) Dass ich ua aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeite, sondern "Hausfrau" bin, hab ich mir übrigens nicht ausgesucht, gerade deswegen hätte ich mir wenigstens ein Minimum an Solidarität seitens Politik gewünscht 😓

@Isabelle_Vannier @Gaius91 exakt. Krankheiten wurden ja schon beim Bürgergeld völlig ausgeblendet. Außerdem gibt es ja auch viele, die vielleicht noch n minijob machen weil es gesundheitlich noch geht, zuhause Haushalt und ehrenamtlich tätig sind (was häufig auch viel Organisation ist). Ich verstehe wirklich nicht wie sich die Politik das vorstellt, Vollzeit arbeiten, Haushalt und dann noch Ehrenamtlich Dinge zu tun, die ja meist für ganz viele Leute die Lebensqualität steigern.
@Nephele Krankheiten werden nicht ausgeblendet. Personen mit chronischen Krankheiten gehören eigentlich nicht ins Bürgergeld, sondern in die Grundsicherung bei Erwerbsminderung. Das wird nur leider nicht konsequent genug umgesetzt. Beide Seiten sollten das konsequenter einfordern.

@Nephele Vollzeit + Haushalt + Ehrenamt ist nur ein Fiebertraum von Friedrich Merz. Er hat die Empathie eines konservativen reichen Mannes Ü70.

Den linkeren Parteien ist bewusst, dass sowas nicht realistisch ist.

@Isabelle_Vannier @Nephele Ich stimme zu. Aber deine Versorgung sollte dann nicht über deinen Mann, sondern direkt an dich erfolgen. Aufgrund deiner persönlichen Situation. Der Sozialstaat sollte meiner Auffassung nach Individuen versorgen und nicht diese Familienkonstrukte fördern. Also kein Ehegattensplitting und Familienversicherung. Sondern dein Mann als Arbeitnehmer und Steuerzahler, als ob er alleinstehend wäre. Und du mit eigener Grundsicherung inkl. Krankenversicherung.
@Isabelle_Vannier Dann sollten Berufe wie der deines Mannes besser bezahlt werden.
@ennopark Alles, was ich zu CDU/CSU/SPD zu sagen habe, ist justiziabel. Es ist einfach nur noch unfassbar.

@ennopark

Die Union müsste das Gegenteil von dem tun was sie aktuell tut. So steuern wir nur auf eine neue Katastrophe zu, für die die Union dann natürlich wieder neue katastrophale Lösungen hat.

Ich hab da so ein Gefühl wessen Playbook die Union da abspielt...

#depol

Es ist einfach nur noch skandalös, was diese Regierung treibt. Es wird gnadenlos nach unten getreten. Wer nicht in irgendeiner Form der Mehrheitsgesellschaft angehört (oder eine Erkrankung/Behinderung in einer der Mehrheitsgesellschaft "genehmen" Form hat), ist zunehmend vogelfrei.
@ennopark Keiner der "Menschen" in dieser Regierung, egal aus welcher der Drecksparteien, hat auch nur einen Hauch von "Menschlichkeit" in sich.
@ennopark Die Familienversicherung abzuschaffen ist richtig. Warum sollen nicht verheiratete gesetzlich Krankenversicherte die Versicherung von Ehepartnern, die nicht oder nur wenig arbeiten, bezahlen, während Reiche und Spitzenverdiener, die privat versichert sind keinen Cent dazu beitragen?
Die Krankheiten, bei denen arbeiten nicht möglich ist, müssen natürlich von Jobcenter und Rentenversicherung anerkannt werden.
@ennopark Hmm ... die Abschaffung der Mitversicherung in der GKV ist im Grunde nur eine weitere Anpassung an die PKV! Ist die Anpassung abgeschlossen, folgt als logischer letzter Schritt die Privatisierung der GKV. Der Staat kann sich so aus dem Sozialstaat verabschieden! Und die vielen Singles, auch hier auf  , werden dann merken, daß privatisierte KV-Tarife mit dem Alter der Versicherten zunehmend nach oben steigen. Singles lassen sich nur Sand in die Augen streuen. Viel Spass damit.
@ennopark Hmm ... und Minijobber (überwiegend Frauen), die über ihren Partner familienversichert sind? Der Arbeitgeber zahlt für Minijobber zwar 13% in die KV ... dennoch muß der Minijobber sich entweder selber kranken-versichern oder, wenn verheiratet, kann er mitversichert sein.
Was passiert mit der angedachten Reform? Minijobber müßten dann 225 € zahlen, obwohl der Arbeitgeber bereits 13% einzahlt?! 🤔
Menschen, an die Singles nicht denken??? 🤔

@die_Leo

Die Mindestsätze sind womöglich eher ein Problem.

@ennopark

@Saupreiss @die_Leo @ennopark Das wär' doch was: Ein System in das alle (auch die, die jetzt noch privatversichert sind) einzahlen, ohne Mindestbeitrag, ohne Beitragsbemessungsgrenze, und ohne Sonderregeln für bestimmte Berufs- und Statusgruppen. Wer kein Einkommen hat, wird solidarisch mitgetragen von denen, die besonders viel verdienen. Das ließe sich sogar komplett über die Einkommensteuer abbilden, also gäbe es dann auch keine Beitragsbürokratie mehr.
@lu_leipzig @Saupreiss @die_Leo Genau sowas schwebt mir ungefähr vor. Ob das wirklich über Steuern laufen sollte statt über Beiträge an öffentlich-rechtliche Organisationen, weiß ich nicht. Ich stell mir halt vor, wie das BSW an die Macht kommt und sagt „Long Covid gibt‘s gar nicht, daher werden ab sofort die Behandlungen nicht mehr aus der Staatskasse bezahlt.“ Das ÖR-System ist weit von perfekt, aber hat bei sowas mehr Sicherungen. Aber egal.
@lu_leipzig @Saupreiss @ennopark Hmm ... wohl kaum. Ein System in das alle einzahlen? Das käme der Idee einer Bürgerversicherung nahe. Hat die CDU bisher immer abgelehnt!
Wie ich bereits andeutete: die Abschaffung der Mitversicherung ist eine Anpassung an die PKV & eröffnet damit einer Privatisierung Tür & Tor. Das wird dann die Aktionäre der Versicherungsunternehmen freuen. Soweit zu "niedrigere Beiträge" & wer dann nicht zahlen kann, hat Pech.
@die_Leo @Saupreiss @ennopark Ja dass die CDU da keine guten Absichten hat ist klar. Und auf die SPD in ihrem jetzigen Zustand darf auch niemand mehr hoffen.
@lu_leipzig @Saupreiss @die_Leo @ennopark Also im Prinzip die französische sécurité sociale?

@CASSCFenjoyer

Wir haben einige Nachbarländer, die weder Beitragsbemessungsgrenze kennen noch Privatversicherung, wo Mitversicherungen von Partnern zwar sehr günstig, aber eben nicht gratis ist.

@lu_leipzig @die_Leo @ennopark

@Saupreiss @CASSCFenjoyer @lu_leipzig @ennopark Hmm ... 1 Single mit 2700 brutto zahlt in 2026 an KV + PV etwa 301,05 €. Macht 11,15% vom Brutto weg.
Wenn Minijobber aus der Familienversicherung rausfallen, zahlen die von max. 603 € dann 225 € weg, es bleiben 378 €, also 37,31% weg!!!!
Obendrein zahlt der Arbeitgeber 13% KV (max. 78,39 €) für den Minijob an die Knappschaft?! Wow ...
Die Singles hier auf  und in DE sollten mal den Ball flach halten? Und erst mal nachrechnen?
@Saupreiss @CASSCFenjoyer @lu_leipzig @ennopark Ändert man das Rechenbeispiel & macht aus dem Single einen verheirateten Alleinverdiener mit 2700 brutto ändert sich an den SV-Beiträgen nix! Die Frau, die zu Hause kostenlos Carearbeitet leistet, lebt aber auch von diesem einen Gehalt! Durch die kostenlose Carearbeit zu Hause werden die Pflegekassen extrem entlastet. Würden diese Frauen arbeiten gehen, statt Care zu Hause, würden die PV Beiträge steigen müssen. Vor allem für Kinderlose ...
Unionspolitiker fordern Abschaffung von Minijobs

Eine Gruppe von Unionspolitikern macht sich für die Abschaffung der sogenannten Minijobs stark. Was einst gut gedacht gewesen sei, verdränge reguläre Arbeit und sei unsozial. Das sieht auch die Gewerkschaft ver.di so.

tagesschau.de
@Larvitz @ennopark Hmm ... das Minijobs SV-frei sind, stimmt nicht wirklich. Auch so eine Trickserei der Politik! Der Arbeitgeber zahlt für jeden Minijobber sehr wohl 13% KV + 13% RV Beiträge ... nur eben an die Minijobzentrale bei der Knappschaft.
Für die Lohnabrechnung wäre es kein Mehraufwand, diese 2 x 13% Beiträge an eine GKV und an die RV abzuführen. Schon wären Minijobs SV-pflichtig, der Minijobber kranken- & rentenversichert. War politisch nie gewollt!

@ennopark Das kann man easy mit der Mütterrente wieder ausgleichen. 🤡

Verkommenes Pack, anders kann man diese Personen nicht mehr nennen.

@ennopark Spoiler: das betrifft jetzt (und seit 2007) bereits viele Menschen! Nun aber zusätzlich diejenigen (meist Frauen), die sich in einer Ehe befinden.

Edit: okay, das schreibst du selbst auch im Folgetröt. Es gibt aber noch viele weitere Gründe, warum "Bürgergeld" oder Sozialhilfe nicht gewährt werden und Menschen am Limit dann auch noch ~220 Euro monatlich Krankenkasse aufgedrückt wird, die sie natürlich nicht zahlen können.

@hannes99 Ja absolut. Und dann wundern sich Leute, dass es immer noch so viele ohne Krankenversicherung gibt. Statt die Lücken zu schließen werden sie weiter aufgerissen.
@ennopark ohne Krankenversicherung mit Wohnsitz in Deutschland? Oder meinst du jetzt in anderen Ländern? Denn hier wird man ja seit der letzten Gesetzesänderung vor nun etwa 20 Jahren mit einem Wohnsitz in Deutschland automatisch versicherungspflichtig, was Teil des Problems ist. Egal wie wenig man hat oder verdient, die Krankenkassen-Schulden summieren sich und so lange offene Rückstände bestehen, ist man auch nur "eingeschränkt" krankenversichert (nur Notfälle).
@ennopark Genau das würde uns betreffen. Ich erzähle es meiner Partnerin besser nicht 😕
@funqr Mich hätte es zwischen "kein Krankengeld mehr" und "noch keine Erwerbsminderungsrente" ein paar Monate lang betroffen und es würde mich wieder betreffen, wenn die RV bei den Überprüfungen alle paar Jahre befindet, dass ich doch nicht so krank sei... Bei ME/CFS leider eine Zitterpartei.
@ennopark Ja. Wenn man dann nicht mal die Gelegenheit hatte, einige Rentenpunkte zu sammeln, schaut aber auch das nicht so rosig aus 😕🤷
@funqr Yep, das System ist ein Sieb.
@ennopark Danke für die so wichtigen Hinweise. Das dürfte kaum jemand, außer selbst Betroffenen, bewusst sein.
Mir war jedenfalls auch nicht wirklich klar, wie hart es jetzt schon Alleinstehende trifft, die mit nicht "diagnostizierten" chronischen Erkrankungen kämpfen. Da ist das Netz je extrem löchrig😳