Okay, hier geht es los. Wenn wir eine kluge, vernünftige, sich selbst reflektierende Gesellschaft/Öffentlichkeit wären, würden wir die Krise mit der Straße von Hormuz zum Anlass nehmen, um daraus etwas für die nächsten Jahrzehte zu lernen. Denn dann wird das erst alle fünf, dann alle zwei, dann jedes Jahr und dann mehrmals im Jahr auftreten.

Wir müssen besser darüber informiert sein, wie Systeme, Versorgungs- und Lieferketten funktioneren, wie Kontingenz und doppelte Kontingenz sich ergeben..

wird. Wir sollten darauf schauen, warum immer noch über 75% unserer Energie aus fossilien Rohstoffen kommt und das Öl & Gas überall, wirklich überall, in unserer Warenwelt vorkommen. Wir sollten darauf schauen, wie eine Energieressource, für die wir eine Industrie über die letzten 150 Jahre aufgebaut haben, nicht in 20 Jahren elektrifiziert werden kann. Es ist unmöglich; einfach mal akzeptieren.

Wir sollten all das in den nächsten Wochen und Monaten, möglicherweise Jahren beobachten.

Also das würden wir machen, wenn wir eine kluge, vernünftige, sich selbst reflektierende Gesellschaft/Öffentlichkeit wären, aber mein 40jähriger Aufenthalt auf Erden konnte mich davon bisher nicht überzeugen.

Zumindest kann jeder Einzelne versuche, sich das anzuschauen, sich genauer über obige Themen informieren und kritisch darüber nachdenken. Je mehr das von uns machen werden, desto mehr sind es danach, die sich diesem menschheitsgeschichtlich historischen Problem aufgeklärt stellen werden.

@wackJackle Leider sind wir keine kluge, sich selbst reflektierende, vernünftige Gesellschaft. Und die, die das Sagen haben, hängen an der fossilen Energiebranche. Dort saugen sie sich fett und sagen sich "Ist nicht mein Problem. Hauptsache ich habe genug Geld."

@hirsebirse Kein Widerspruch; das ist so. Deshalb sehe ich für unsere Vergesellschaftung keine Zukunft, aber nach dem Ende der Zukunft kommt dennoch eine Zukunft und je mehr jetzt schon anfangen, etwas darüber zu lernen, sich zu organisieren, desto mehr können wir danach erreichen.

Hier eine Anregung, die dabei helfen mag:

https://www.youtube.com/watch?v=TH8aHQ3Y6Zk

A Framework for Action | Frankly 132

YouTube

@wackJackle

ja. "wir" als eine Gesamtgesellschaft existiert nicht, oder nicht mehr. die Partikularinteressen sind zu Zeit so stark, dass sie sehenden Auges bereit sind grosse Teile der Gesellschaft zu opfern. nicht ~aktiv~ sondern rein kollateral

@kami_kadse Im Thread ist ein Video von Nate Hagens verlinkt, der das Thema anspricht, und Wege aufzeigt, was man als Individuum, mit seiner Nahfamilie aus Bekannten, Familie und Arbeitskollegen möglicherweise schon mal anders machen kann, welche Wege eingeschlagen werden können. Ich hab es mir eben angehört und fand das alles sehr sinnvoll als einen ersten Ansatz, den er weiter vertiefen möchte.

@wackJackle

hab ich mir gebookmarkt, ich stimme auf jeden Fall dem generellen Ansatz zu, dass bewusste Aufklärung "im kleinen" nicht schadet

@wackJackle Irgendwie lese ich da ein Geschmäckle: Wir können nicht ALLES innerhalb von 20 Jahren elektrifizieren.

Es wäre aber wünschenswert, so schnell wie möglich so viel wie möglich zu elektrifizieren, schon aus Gründen der Effizienz: Verbrennung von Stoffen (Gasturbinen/Mototen, Heizung) erreichen einen Wirkungsgrad von um 30%. Das ist ineffizient.

Die chemische Industrie verarbeitet Erdgas und Öl stofflich. Das ist erheblich effizienter & sehr viel aufwendiger zu sublimieren.
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@wackJackle Oft ist das nicht vermittelbar, weil der Kommunikationsrahmen keine differenzierte Darstellung erlaubt.

Es wird allzu oft mit zu viel Emotionen, unter hohem zeitlichen Druck und auf knappem Raum dargestellt/berichtet/kommuniziert. 😟

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@kassander Ich bin der allerletzte, der sich nicht für soviele Erneuerbaren, viel mehr Erdwärme (gibt in den USA eine interessante neue Technik, die das Bohren deutlich erleichtern könnte) usw. einsetzen will.

Wir haben jedoch weiterhin für ca. 40-50% der Probleme keine guten oder gar keine Lösungen. Wenn wir Öl für die Chemieindustrie brauchen, werden wir die Gase dabei auch verfeuern. Irgendwo muss das ja hin.

Langkettige Kohlenwasserstoffe mit elektrischer Energie herstellen? Nope.

@kassander Also ist möglich, aber das brauch wiederum richtig viel elektrische Energie; gleiches gilt für all die Prozesswärme über 600°C+ in der gesamten Industrie und sonstwo.

Die Leute schauen immer nur auf sich selbst, denken nur an Strom und meinen mit ein paar Windrädern wäre das alles am Start. Das stimmt nur einfach nicht.

Oder denk an Straßenbau. Was nehmen wir denn statt Asphalt?

@kassander Und dazu kommt noch Rohstoffknappheit. Jeder Offshore Windpark braucht ein dickes Kupferkabel, welches an Land gelegt werden muss. Diese Kabel brauchst Du dann aber weltweit überall. Es gibt zwar noch genügend Kupfer, aber bei weitem nicht genügend Kupferminen, um einen etwaigen Bedarf, wenn wir in 20-30 Jahren ALLES WELTWEIT umstellen würden.

Eine Kupfermine einzurichten dauert typischerweise 10+ Jahre..

Das WIRD nicht klappen; also darauf vorbereiten und uns mehr anpassen..

@kassander Also auch dahingehend an Lösungen arbeiten. Vom Bäume pflanzen, über Kühlräume, Bauern aufklären, Wasserspeicher bauen und was weiß ich noch alles...

@wackJackle Es ist gefährlich, sich einschränkend zu äußern und es wird bei der Kommunikation im aufkeimenden eher fossil motivierten Autoritarismus noch kritischer.

Wir haben eine Regierung an den Mikrofonen, die verkürzt alles Progressive zu torpedieren versucht. Das trifft auf eine Gesellschaft und Medien, die es nicht mehr ertragen KÖNNEN. Was Offizielle und Prominente inzwischen täglich nur andeuten, verspricht Entlastung vom Transformationsdruck. Es ist eine Lüge.

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@wackJackle Wir alle sehnen uns nach Entlastung von der kognitiven Dissonanz, die der Rechtsruck und seine Legitimierung durch Wähler*Innen erzeugt.

Es wird schwieriger, nicht ängstlich und ablehnend gegenüber Einschränkungen der notwendigen Transformation zu reagieren.

Wir müssen uns nicht um Ausnahmen von der Transformation verständigen, weil jede Regierung (auch Grüne!) im Westen alles ausnehmen wird, was nicht total skandalös fortzuführen wäre (und leider noch viel mehr, auch Grüne).
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@kassander Das muss auch jeder am Ende selbst wissen, wie er daran gehen möchte. Meine Hoffnung auf eine erfolgreiche Transformation sind in den letzten 6-7 Jahren jedoch auf Null gegangen, weil ich mich zu dem Thema sehr umfangreich informiert habe.

Ich habe dahingehend einfach keine Lust mehr auf 'Hopium', weil mir eher das auf der Seele lastet. Da bin persönlich pessimistischer Realist und versuche von der Position etwas heraus zu holen.

Dann wir man auch nicht ständig enttäuscht!

@kassander Ich verstehe jedoch Deinen Punkt und ich glaube auch, dass viele das nicht so sehen können, wie ich das sehe, weil es auch eine Belastung ist. Aber ich kann nicht vergessen, was ich dazu weiß. Die Physik dahinter, die kapitalistische Verwertung, was die Klimawissenschaft sagt und welche Probleme wir noch alles haben. Deshalb schaue ich von der anderen Seite auf das Problem!

@wackJackle Diese Traumtänzer und Schönmaler ziehen voll runter! I feel you so. 😩

Beispielsweise Fridays For Future ist eine Schüler*Innen-Bewegung und das ist auch gut so. Teens sind (noch) hoffnungsvoller. 🤩

Wir dürfen das Niveau unserer Mitmenschen nicht überschätzen: Die Menschen lassen sich von "synthetischen Kraftstoffen" oder "günstigem Atomstrom" überzeugen... 🫣

https://www.youtube.com/watch?v=yamKZ4o8PJQ

Traumtänzer und Schönmaler

YouTube

@wackJackle Es gibt so vieles zu gewinnen in den breiten Bereichen (Gebäudesektor und Verkehrssektor) und das sind große Bereiche.
Es gibt auch im Schwergewicht der Landwirtschaft ganz viele Möglichkeiten.

Nur müssen dafür Dogmen in unseren Köpfen und vor allem in den Köpfen Unwilliger aufgebrochen werden. 🥴

Es geht kommunikativ alles total in die falsche Richtung. Erschwerend kommt hinzu, dass frustrierte Progressive sich radikalisieren und so noch abstoßender auf "Skeptiker" wirken.

@kassander Ajo, wie gesagt; mich musst Du da nicht überzeugen. Ich schaue jedoch auch nicht nur auf Deutschland, sondern versuche das aus einer globalen Perspektive zu sehen.

Letztendlich: Wir brauchen auch Vorbereitungen und Anpassungen für das, was uns droht.

Ich werde jedenfalls nicht mehr ewig in die selben Meinungskämpfe einsteigen, wie das andere Leute seit 20 Jahren machen. Die sollen das weitermachen; aber ich bin da raus..

@wackJackle "Wir können nicht ALLES innerhalb von 20 Jahren elektrifizieren."

Um nicht missverstanden auf einen Satz reduziert zu werden: Ich finde ganz wichtig, dass wir alle nicht in der Lage sind heute zu erkennen, was morgen möglich erscheint, oder unmöglich.

Beispiele: Ein Harald Lesch war extrem feindlich gegenüber BEV eAutos eingestellt und es hat sich gezeigt, dass es doch sehr gut geht.
Die vielen Hoffnungen auf Wasserstoff an vielen Stellen haben sich als falsch erwiesen.

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@wackJackle Als Konsequenz daraus sollten wir voran gehen und mit Nachdruck Lösungen entwickeln. Es gibt sehr vieles und auch Seitenerkenntnisse aus den Projekten.

Auch wirtschaftlich sind wir von diesen Innovationen sehr abhängig.

Es ändert sich ganz viel: Wer hätte vor 10 Jahren an das geglaubt, was heute alles greifbar und sinnvoll erscheint an regenerativer Energieversorgung!?

Erkenntnis kommt auch vom Machen und in vielen Bereichen wird viel zu wenig gemacht.

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@kassander Ja, wäre sofort dafür eine Firme öffentlichen Rechts aufzumachen, die von der KfW super günstige Kredite bekommt und deren einziges Ziel nicht ein riesiger Gewinn, sondern soviel Batterie Parks wie nur möglich aufzustellen.

Diese Anschubfinazierung brächte hoffentlich moderne Batterieproduktion nach Deutschland, wo sich privates Kapital austoben dürfte. Arbeitsmöglichkeiten für den Bau der Standorte, Leitungen, später Batteriep. und Instandhaltung. Günstigerer Strom für alle.

@wackJackle Wie sollen aber DIE, die nur von Legislatur zu Legislatur denken, etwas NACHHALTIGES mit Zukunft reißen???
@wackJackle wird spannend 🍿 wo ich vorher tätig war (Halbleiterindustrie) wurde manchmal zweimal täglich beliefert, das wird sich sehr schnell auf die Automobilindustrie auswirken

@rationalgarde Ohja, diese ganzen gegenseitigen Abhängigkeiten und wenn dann in einem Netz von 20-30 Firmen plötzlich nur zwei ausfallen, aber alle andere damit dann auch, dann wird es erst richtig scheppern. Wie immer kommt es auf die Länge der Schließung an und wie die Straße von Hormuz danach fungiert, was bis dahin noch alles zerstört wird, klar.

Ein Beispiel: Australien hat jetzt schon Sorge um Diesel, weil kaum noch wer ihnen etwas liefert. Dann kann Australien als Minengigant aber bald

@rationalgarde selbst nicht mehr Südostasien mit Rohstoffen, Steinkohle und co. beliefern.

Warte erst ab, wenn wir überall auf der Welt Exportverbote bekommen, usw., jede Nation nur auf sich schaut.

Ich denke öfters als Hobby über so etwas nach, aber da reißen dann bei mir auch die Synapsen, weil es eine unvorhersagbare Katastrophe³ werden könnte, wenn das lange andauert, der Nahe Osten komplett umgekrempelt und halb zerstört ist von der Anlagen her..

@wackJackle

irgendwie auch lustig, jetzt nochmal über Wasserstoffheizungen und derlei Zeugs nachzudenken 😂

@rationalgarde Ohja, Wasserstoffheizungen. Wirklich das allerdümmste, was wir je von der Politik gehört haben... puuh, ne, ich steigere mich gar nicht rein.

@wackJackle

Also dass VW den nächsten wegen Prozessgas-Shortage mittelbar zwischen die Hörner kriegt/kriegen kann, hatte ich definitiv nicht auf der Karte, die sind ja auch gerade erst dabei diesen Beef zwischen China und den Niederlanden (Nexperia) klarzukriegen.

Gas-Triage, what a time to be alive