Ich habe meinen einzigen ever Parteieintritt sehr bewusst vorbereitet und mir sehr dezidiert die Parteien angeschaut.

Bei der #Union hatte ich das Gefühl, ich verstehe, wie sie tickt und mir fehlen da krass viele Dinge, die mir wichtig sind und manches war für mich schlicht ein Ausschlussgrund.

Bei der SPD dachte ich damals: ich verstehe diese Partei einfach nicht; nicht wie sie tickt und nicht, was sie will.

Heute denke ich: die #SPD versteht sich selber nicht.

Wenn ich eine:n Sozialdemokrat:in frage: wofür kämpft deine Partei? Kommt oft „Soziale Gerechtigkeit“, was eine bedeutungsfreie Floskel ist.

Reflektierte Sozialdemokrat:innen sagen: ~„ein gutes Leben für die viele“, was schon konkreter ist. Auf die Frage: wer sind denn dann „die wenigen“? kommt meist nichts. Auf die ähnliche Frage: wer gehört zu diesen Vielen, kommt selten konkretes.

Und auf die Frage: und, wie lief der Kampf in den letzten 25 Jahren so? Kommen interessante Gesichtsausdrücke.

Mir tun aktuell vor allem Jusos leid. Die verstehen leider viel mehr von der Welt als ihre Altvorderen.

@AwetTesfaiesus

Oh das finde ich spannend.

Ich habe das Gefühl, dass gerade die Altvorderen ziemlich viel von der Welt verstehen.

@agileranwalt du bist CDU-Mitglied?

@AwetTesfaiesus

Ja, ich sitze für die CDU im Stadtrat von Hameln.

@agileranwalt @AwetTesfaiesus Ohne jetzt provozieren zu wollen stellt sich doch die (ernsthaft gemeinte) Frage: Wie kann man CDU-Mitglied sein angesichts dessen, was von Merz, Reiche, Weimer & Co veranstaltet wird? Also einer Gesinnungsgemeinschaft angehören, die derart rückwärtsgewandt und destruktiv agiert? Ich versteh's wirklich nicht.

@scheichsbeutel @AwetTesfaiesus

1. Die CDU hat noch eine Breite, die andere Parteien schon abgelegt haben. Dort wird nach meiner Wahrnehmung nicht um alle Stimmen gekämpft, sondern nur noch um Zielgruppen. Das halte ich für destruktiv, weil das Beste für die Summe der Zielgruppen, nicht das Beste für die Gesellschaft ist.

2. Offensichtlich bewertest Du die CDU sehr einseitig negativ. Ich bewerte Dinge vermutlich anders. Lass uns gerne über konkrete Dinge austauschen, denn rückwärtsgewandt und destruktiv sind reine Wertungen ohne Inhalt. Wo bist du denn Mitglied?

Ich fand zum Beispiel die Änderung des GEG unter Habeck extrem destruktiv und der Kompromiss hat mich endgültig auf die Palme getrieben. Ein guter Wunsch, macht noch kein gutes Gesetz. Die jetzt kommende Reform ist auch wieder untauglich. Von mir aus können wir da auch in Inhalte gehen.

3. Für mich ist wichtig, dass wir in dieser Legislaturperiode beweisen, dass Strukturreformen aus der Mitte der Gesellschaft kommen können. Ich hätte bei Schwarz-Grün deutlich mehr Gemeinsamkeiten dafür gesehen als bei Schwarz-Rot. Aber wenn die Regierung eine gute Strukturreform diese Legislatur hinbekommt, dann bin ich bereit über vieles hinwegzusehen.

@agileranwalt @scheichsbeutel die inhaltliche Breite an der Basis sehe ich; in den Kadern sehe ich sie nicht

@AwetTesfaiesus @scheichsbeutel

Was genau meinst du mit Kadern? Ab wann zählt man dazu?

Der Zustand, dass die Parteien homogener als ihre Wähler und die Mandatsträger homogener als Mitglieder sind, scheint mir auf alle Parteien zutreffend.

Das Problem scheint mir auch nicht in der maximalen Breite zu liegen, sondern in der Verteilung der Breite in der Mitte der jeweiligen Parteien.

Bei einer offenen Listenwahl oder auch einer Wahl mit Prioritäten hätten gemäßigte Kandidaten, die übergreifend akzeptiert sind, deutlich einfacher. Das gilt für interne Wahlen, wie für Mandate.

@agileranwalt @AwetTesfaiesus
Ich muss vorausschicken - ich bin Österreicher. Ich wurde mehrmals in meinem Leben gebeten, einer Partei beizutreten (von allen Parteien hier außer der FPÖ), habe einmal den Gedanken erwogen, zu den Grünen zu gehen. Vielleicht ist der Grund, es schlussendlich nicht getan zu haben, beispielhaft: Einerseits der Wunsch, etwas für eine ökologische Zukunft zu machen, auch dem immer stärker werdenden Rechtsruck etwas explizit entgegenzusetzen, andererseits war dann 1/9
@agileranwalt @AwetTesfaiesus die Haltung der Partei zu esoterischen Spinnereien (es gab im Landesverband Geomantieseminare) ausschlaggebend, es nicht zu tun. Ich wollte nicht Mitglied einer Gruppe sein, die so etwas gutheißt bzw. estimiert, weil ich das nicht für eine vernachlässigbare Kleinigkeit halte, sondern diese Form von Irrationalität als einen der Gründe zu erkennen meine, warum die Welt so ist wie sie ist (so wie man jetzt jemanden in den USA, der an Teleportationen glaubt, 2/9

@agileranwalt @AwetTesfaiesus einen wichtigen Posten gegeben hat). Ich glaube, dass derlei eben das Einfallstor für praktisch jedweden Unsinn, Verschwörungserzählungen aller Art ist, also keine vernalässigbare Kleinigkeit. (Das nur zur Erklärung, warum ich in _keiner_ Partei bin.)

Offensichtlich ist also das, was du als "Breite" in einem postiv konnotierten Sinn bezeichnest für mich eher ein Hindernis: Aber ich bin da vielleicht auch empfindlicher als man zu sein pflegt. 3/9

@agileranwalt @AwetTesfaiesus Für mich wäre die Mitgliedschaft in einer Partei (die eben eine Gesinnungsgemeinschaft ist und nicht etwa ein Kegelverein, in dem man sich vielleicht auch mit wenig angenehmen Personen arrangiert) nur möglich, wenn ich grosso modo der Linie teilen könnte. Deshalb ja auch die Frage an dich: Es scheint mir kaum in Frage zu stehen, dass die Politik von Merz und Reiche zum einen offenkundig rückwärtsgewandt (diese unsäglich dummen effizienten Verbrenner, 4/9
@agileranwalt @AwetTesfaiesus das herbeiphantasierte Comeback von AKWs etc.) und auf Unterstützung der Gas- und Öllobby abzielt. Dass erneuerbare Energie nicht gefördert, sondern behindert werden, dass man (ob bewusst oder unbewusst) damit in eine Abhängigkeit von Autokratien sich begibt (was, wie die bisherige Erfahrung zeigt, ziemlich üble Konsequenzen hat). Ich vermute, dass das auch für dich Punkte sind, die du kaum wirst bestreiten können, es ist nicht nur politisch, sondern 5/9
@agileranwalt @AwetTesfaiesus auch in wirtschaftlicher Hinsicht kontraproduktiv (wie etwa das damalige Abdrehen des Solarbooms durch Altmaier - und Reiche; das könnte heute eine unglaublich erfolgreiche und prosperierende Branche sein). Dazu gesellschaftspolitische Ansichten vieler Spitzenpolitiker, die auf eine Spaltung der Gesellschaft abzielen, diese unsägliche Kampagne gegenüber Sozialhilfeempfängern (mit unzähligen Lügen gespickt das Einsparpotential betreffend) - mit (vielleicht) 6/9
@agileranwalt @AwetTesfaiesus ähnlicher Absicht: Eine Gruppe gegen eine andere (noch schwächere, aber vermeintlich parasitäre) aufzubringen. Und das sind ja alles keine Einzelmeinungen, das ist Parteilinie, das wird von fast allen relevanten Teilen deiner Partei gutgeheißen. Und ich kann doch nicht guten Gewissens einer Gemeinschaft angehören (so "breit" sie immer sein mag), in der das vertreten wird (man muss ja nicht so ein Sensibelchen sein wie ich ;-)). Deshalb diese Frage, 7/9
@agileranwalt @AwetTesfaiesus weil ich mir bei einem vernünftigen, einigermaßen redlich denkenden Menschen die Akzeptanz solcher Dinge (gesellschaftlich) bzw. so unsinniger Ansätze (wirschaftspolitisch) einfach nicht vorstellen kann. Wobei ich weiß, dass Lokalpolitik oft etwas ganz anderes ist, dort Menschen mit unglaublichen Engagement arbeiten: Aber kann man diese anderen Dinge wirklich einfach ausblenden? (Wir können auch gerne über ganz konkrete Maßnahmen sprechen, 8/9
@agileranwalt @AwetTesfaiesus ich würde aber gerne Diskussionen der Form "x hat das gemacht und war falsch, y jenes und das war auch falsch - wie bei diesem Hinweis auf das GEG der Grünen - vermeiden: Auch gut - war vielleicht falsch. Ändert aber nichts daran, dass derzeit die CDU-Politik einfach eine Katastrophe ist. 9/9

@scheichsbeutel

1. Ja, offenkundig habe ich eine deutlich größere Toleranz für abweichende Positionen. Ich finde es sogar gut, wenn abweichende Positionen vertreten werden.

2. Ich hab doch oben geschrieben, dass ich die die aktuelle Reform auch nicht gut finde.

3. Nein, es ist weder offenkundig noch selbsterklärend, dass die Politik von Friedrich Merz rückwärtsgewandt oder destruktiv ist. Es ist noch weniger selbsterklärend oder offenkundig, dass es eine andere Regierung besser machen würde. Wenn jemand sagt, dass etwas selbsterklärend ist, dann fehlen meist die Argumente. Wenn Du wirklich eine Position verstehen willst, solltest du aufhören andere herabzuwürdigen und dir dann noch Kritik an fremden Positionen zu verbitten, macht es schräger.

4. Habe ich mir gewünscht, dass Strukturreformen schneller kommen? Ja. Vielleicht kommen sie noch. Es wird ja gerade darüber gesprochen. Bin ich mir sicher, dass sie kommen? Nein. Aber es steht aktuell im Raum und ich wünsche mir, dass sie konstruktiv besprochen werden.

@agileranwalt @AwetTesfaiesus Zuerst: Ich habe hier absolut niemanden beleidigt und wenn sich hier jemand etwas verbitten könnte, dann wäre ich das. Nämlich diese Unterstellung. 3): Beleidigt ... Den Reflex kenn ich - leider - hier auch von Linken nur allzu gut. Bunkermentalität, meine Vereinsfarben, nur nicht drauf achten, _was_ der andere sagt, sondern: Kritik ist Majestätsbeleidigung.

In nuce: Stimmst du mir zu, dass die Energiepolitik der CDU-Regierung schlicht falsch ist? Du hast 1/6

@agileranwalt gegen "rückwärtsgewandt" verwehrt - mir fällt kein besser Ausdruck ein. Denn ich halte jedes Festhalten an fossilen Energie sowohl wirtschaftspolitisch auch auch ökologisch für katastrophal. Du kennst wahrscheinlich die zahlreichen Analysen von @chrisstoecker, von @rahmstorf und anderen, die ich für absolut valide halte. Die derzeitige Regierung widerspricht in ihrem Handeln genau diesen Einsichten (die zu verstehen eigentlich so schwer nicht sind). 2/6
@agileranwalt Punkt zwei: Die CDU diskreditiert Arbeitslosen-, Sozialhilfeempfänger, bezeichnet sie als Sozialschmarotzer und schafft damit (bewusst?) eine Gruppe, auf die als für den Rest der Gesellschaft "schädlich" hingewiesen werden kann. Alle anfangs dazu angeführten Zahlen waren falsch (bewusst? - wenn nicht, steht es um die Rechenkünste nicht gut). Oder es wird eine ebenso rein polemische Diskussion über Teilzeit losgetreten (und implizit diesen Menschen vorgeworfen, 3/6
@agileranwalt sie seien nicht leistungsbereit, faul), obwohl das Phänomen der Teilzeit damit rein gar nichts zu tun hat (im Gegenteil, es verweist auf den Willen vieler (vor allem der Frauen), einer Erwerbsarbeit nachzugehen, was ihnen etwa aufgrund der fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten noch erschwert wird). Ich wollte mit meiner Frage nur verstehen, warum jemand solche Dinge "seiner" Partei mitzutragen bereit ist, ob er sie gut heißt, ignoriert (für mich sind sie von Übel). 4/6
@agileranwalt Außerdem stellt sich die Frage, "ob andere es besser machen würden" überhaupt nicht: Weil andere jetzt eben nicht dran sind. (Eigenartige Bemerkung von dir, der du zuvor "über konkrete Dinge zu sprechen" vorgegeben hast). Derzeit ist die CDU hauptverantwortlich für die Regierung - und ich sehe mich außerstande, über irgendwelche anderen Regierungsvarianten (welche überhaupt) zu spekulieren. 5/6
@agileranwalt Noch mal - ich wollte eigentlich nur verstehen, warum man eine solche Politik mitträgt. Ob du sie wirklich als richtig empfindest, sie nur "erträgst", vielleicht durch Mitgliedschaft "innerhalb" der Partei etwas ändern willst etc. Und ich will auch lieber nicht über ein Abstraktum namens "Strukturreform" diskutieren: Das wird dann schwierig von wegen "konkret" (hier ein m. E. sehr guter Artikel zur Struturreform: https://www.surplusmagazin.de/strukturreformen-deutsche-kettensage-schuldenbremse-investitionen-sozialstaat/). 6/6
»Strukturreformen« sind die deutsche Kettensäge

Dem Konjunkturschub durch das expansive Finanzpaket drohen empfindliche Dämpfer durch den deutschen Strukturreform-Dogmatismus.

Surplus – Das Wirtschaftsmagazin

@scheichsbeutel

Ich wusste nicht, dass Strukturreform inzwischen ein Kampfbegriff geworden ist.

Ich meine zum Beispiel das, was die Initiative für einen handlungsfähigen Staat erarbeitet hat. Aber auch die Rentenversicherung wieder demographiefest zu machen oder auch eine Reform der Kommunalfinanzen wäre eine solche Strukturreform in meinen Augen.

Ich sehe das Konzept Partei tatsächlich anders. Ich muss weder alles richtig finden, noch bin ich der Pressesprecher der Regierung. Ich sehe auch nicht, dass die CDU diese Regierung maßgeblich prägt.

Ich teile bestimmte Grundüberzeugungen und mir ist die Breite wichtig. Damit ist immanent, dass man nicht alles gut findet. Eine Partei, die mich genau abbildet, gibt es nicht. Ich glaube aber, dass sich mehr Menschen engagieren müssten.

Bei der Energiewende finde ich die meisten Maßnahmen nicht überzeugend. Überzeugend wäre für mich eine Politik, die Strom günstig macht. Dazu müsste man ein großes Angebot schaffen. Ich wäre als erstes aus der Kohle aufgestiegen, weil deren Lastfolgefähigkeit am schlechtesten ist. Darüber hinaus sollten wir Speicher ausbauen. Wir baggern weiter Tagebau aber haben keine wesentlichen neuen Pumpspeicher seit Jahrzehnten. Inzwischen sind auch Akkus so günstig, dass sie eine Option sein können. Gerne dezentral aufgestellt. Wir subventionieren Stromabnehmer und produzieren immer weniger Strom. Das erscheint mir nicht logisch.

Also letztlich überzeugt mich, was China macht, wenn ich das richtig verstanden habe, mit der Ausnahme, dass ich weniger Kohle zubauen würde.

@agileranwalt Nur nebenbei - ich kann deine Rhetorik nicht nachvollziehen - wie kommt man in diesem Zusammenhang auf "Kampfbegriff"? Strukturreform beinhaltet so viele komplexe und unterschiedliche Bereiche, dass es schlicht schwer ist, über so etwas zu diskutieren (gerade weil du ja "konkrete" Themen angemahnt hast). Zum anderen habe ich den Eindruck, dass du ständig den Verdacht hast, ich (oder auch andere) wollen dir unbedingt ans Bein pinklen. 1/x
@agileranwalt Ich für meine Person will das definitiv nicht - und meine ursprüngliche Frage, wie man Mitglied bei der CDU sein kann, war von tatsächlichem Interesse getragen. Weil es mir eben schwer fällt zu glauben, dass man deren Politik richtig finden kann bzw. ich wissen wollte, wie man (von den üblichen politischen Phrasen abgesehen) das verteidigen kann. Und ganz klar ist es mir - noch - nicht geworden. 2/x

@scheichsbeutel @agileranwalt Demokratien brauchen Bürger:innen mit viel Freizeit - wo soll denn sonst ein wohlinformierter Plebus herkommen?

P.S. voll deiner Meinung!

@agileranwalt @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus Abgesehen davon, dass Habecks GEG-Reform von Teilen der Presse verrissen wurde, war es wohl schlecht kommuniziert. Aber - die Richtung stimmte. Aus der schlechten Kommunikation von damals nun aber ein Gesetz vorzulegen, bei dem die Richtung um 180 Grad gedreht wird. ist fatal.

@agrinova @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus

Also für rund 70% der Gebäude ist die Wärmepumpe die überlegene Heizung. Das sind die mit einer möglichst niedrigen Vorlauftemperatur ohne großen Umbau.

Bei Neubauten heißt es entweder WP oder Infrarotheizung, weil ich dann nicht einmal ein wasserführendes System habe. Spielt aber kaum eine Rolle, weil Neubauten nicht viel Leistung brauchen. Gas in Neubauten ist ein Beratungsfehler.

Die 30% muss man anders lösen. Optimal wär Prozesswärme oder Großwärmepumpen mit Nahwärmenetzen. Aber auch Gas tut da seinen Trick, vll auch Brennstoffzelle oder BHKW.

Ich verstehe nicht, warum die Gesetze da nicht differenzieren können. Der Kompromiss hat nun die Geltung 4 Jahre in die Zukunft verschoben, aber nach 4 Jahren wechselt keines der Häuser die Gruppe. Nun wurden aber noch viele Gasheizungen aus Unsicherheit in die 70% eingebaut, weil der Kompromiss so war wie er war. Nun legt man Grüngasbeimischungen fest, die es heute noch nicht gibt. Ein 70% Haus sollte erst Recht keine Kapazitäten an grünem Gas verbrauchen.

Sinnvoll wäre zu sagen, man schaut sich das Haus an und die 70% machen WP und die anderen machen was anderes.

Auch hier: Wird der Strom günstiger, verschieben sich die Prozente. Wenn also Strom bei 10 Cent wäre, dann wäre die Verteilung vermutlich 95-5 statt 70-30. Dann kann die WP nämlich auch ne JAZ von 2 haben und es lohnt sich.

@agileranwalt @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus Vielleicht passend dazu: Kürzlich (am 18.03.) stellte Harald Lesch im WDR 3 "Mosaik" sein neues Buch vor: "Die Natur ist kein Parteimitglied". Hier zum Nachhören:
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-mosaik/audio-sachbuch-die-natur-ist-kein-parteimitg-100.html
Sachbuch: "Die Natur ist kein Parteimitglied"

Klimawandel folgt Naturgesetzen und die sind nicht verhandelbar. Die Politik müsse wissenschaftliche Erkenntnisse in Handeln übersetzen, fordert Harald Lesch in seinem neuen Buch.

Mediathek
@agileranwalt @agrinova @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus ...und da sind wir doch wieder bei deiner korrekten Grundannahme, dass wir Himmel und Hölle in Bewegung setzen sollten das Angebot an Erneuerbaren schneller wachsen zu lassen als die Nachfrage.

@thilosch @agrinova @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus

Ich bin nicht sicher, was alles von Himmel und Hölle umfasst ist. Aber absolut, das Angebot muss steigen und zwar das produktive Angebot. Ich suche auch immernoch eine Grafik , die den preisgewichteten Anteil der EE anzeigt, denn dann wissen wir tatsächlich wie weit wir sind.

Wenn ich aber lese, dass viele Speicher nicht ans Netz kommen, weil es angeblich Einwände gibt, dann sorgt das bei mir völliges Unverständnis. Ich hab auch noch keine Erklärung finden können, warum es sinnvoll sein könnte, gebaute Speicher nicht anzuschließen.

Warum wir weiter Braunkohletagebau betreiben, aber nicht darüber reden, ob wir Täler haben, die wir als Pumpspeicher nutzen können, das macht mich skeptisch, dass da mit der gleichen Energie dran gearbeitet wird.

Aber letztendlich lese ich nur über diese Themen und ich bin nur informierter Laie. Ich erlebe dennoch wenig Felder wo ich so viel Desinformation von beiden Seiten der Debatte lese, wie bei der Energiewende.

Ich finde vieles logisch, was Philipp Schröder von 1komma5 dazu schreibt. Insbesondere was an der Regulierung geändert werden müsste, aber auch das kann natürlich Eigeninteresse sein. Ist ja auch nicht schlimm, wenn das Eigeninteresse sich mit dem Interesse der Gesellschaft wirklich deckt.

@agileranwalt Die Fragen sind berechtigt. Ich verstehe z.B. nicht, warum man nicht erwägt, aus den Löchern im rheinischen Braunkohlenrevier ein gewaltiges Pumpspeicher-Areal zu schaffen. Mit Hilfe umschließender Staumauern, aber auch mit Rohrsystemen zwischen den Ex-Tagebauen ließe sich einiges machen. Es entstünde ein großer Puffer für sonnen- und windarme Zeiten. Und man bräuchte nur einen Teil des Wassers als für die Komplettfüllung künftiger Seen. @thilosch @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus
@agrinova @agileranwalt @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus Soweit ich glaube das zu erinnern, ist Deutschland nicht wirklich geeignet um mittels Pumpspeichern investionstechnisch kompetetiv zu sein, und ehemalige Braunkohlebergwerke, sind leider kein stabiles Hartgesteintal, drum ist das risikoreich oder teuer. Soll heißen, wir haben auch jetzt schon die Technologie das mit Batterien zu machen, nur nicht so günstig wie zB die Schweizer oder Norweger, mit ihrer Topologie und Pumpspeichern. 1/2

@agrinova @agileranwalt @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus

Wie Martin Lücke schon sagte, scheint es da Interessengruppen zu geben, die da aktiv gegenwirken; Anders ist das alles ziemlich schwer zu verstehen.

Ich verstehe auch nicht, warum so ein Theater gemacht wird, dass wir die Module aus China einkaufen müssten und nicht lokal produzieren - ist jetzt halt so. Machen und dran arbeiten, dass es, wenn ausgetauscht werden muss, nicht mehr aus China bezogen werden muss.

@thilosch @agileranwalt @agrinova @scheichsbeutel da ist mir zu viel Transzendentalität im thread 🧵

@agileranwalt @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus

Mich nervt zB vorrangig wenn physikalische Fakten einfach in das Meinungsspektrum verschoben werden. Denk Biodiesel vs. BEV, und wieviel "Ackerland" sich dann jeweils in gefahrene Kilometer übersetzt, oder selbe Rechnung mit Wärmepumpe vs. (irgendwann mal) grüner Wasserstoff in der Gasheizung.

Ich finde Technologieoffenheit gehört in die Forschungsförderung nicht in die Wirtschaftsförderung - aktuell fördern wir nicht mehr Konkurrenzfähige

@agileranwalt @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus Wir sollten vielleicht auch mal zu der Erkenntnis kommen, das jedes Gesetz immer nur eine Momentaufnahme ist, und Gesetze niemals fertig sind - was wir aber gerade machen riecht nach US-amerikanischer Executive Order Pendelpolitik

@thilosch @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus

Kann ich zu 2/3 zustimmen. Mich nervt es auch total, wenn im Sachverhalt rumgedeutet wird.

Ich sehe allerdings schon, dass Technologieoffenheit auch bei Gesetzen berücksichtigt werden kann. Das war aber gar nicht das Problem von der Regelung im Änderungsgesetz am GEG. Das Problem war, dass die Lage für die 30% direkt existentiell war. Und das sind Leute, die vielleicht 30 Jahre das Haus abgezahlt haben oder Selbstständige mit ein paar Häusern als Altersvorsorge. Das sollte dann mit Geld zugeschüttet werden. Die privaten Kleinvermieter hat die Förderung aber kaum erfasst.

Dazu wissen viele Leute nicht zu welcher Gruppe sie gehören und das führt dann zu einem sehr großen Widerstand.

Wenn man nun wie die aktuelle Regierung eine Regelung einführt, die auf a) Forschung (Hoffnung) oder b) PV in sonnenreichen Ländern und Transport basiert, dann sollte man gleichzeitig die Forschung etwa mit Purpurbakterien oder Projekte, die Solaranlagen und Umwandlungen in anderen Ländern aufbauen.

Das sehe ich nicht und deswegen erlebe ich die nun aktuelle Reform des GEG als Schiebeverfügung in die Zukunft.

Ich möchte aber noch sagen, dass gerade bei Emissionsverringerung von Autos wir lange eine ähnliche Strategie gefahren haben und technisch zu dem Zeitpunkt unmögliche Dinge verlangt haben und die Autoindustrie hat lange mit entsprechender Forschung geliefert, aber eben auch mit Tricks und später Betrug.