Ich habe meinen einzigen ever Parteieintritt sehr bewusst vorbereitet und mir sehr dezidiert die Parteien angeschaut.

Bei der #Union hatte ich das Gefühl, ich verstehe, wie sie tickt und mir fehlen da krass viele Dinge, die mir wichtig sind und manches war für mich schlicht ein Ausschlussgrund.

Bei der SPD dachte ich damals: ich verstehe diese Partei einfach nicht; nicht wie sie tickt und nicht, was sie will.

Heute denke ich: die #SPD versteht sich selber nicht.

Wenn ich eine:n Sozialdemokrat:in frage: wofür kämpft deine Partei? Kommt oft „Soziale Gerechtigkeit“, was eine bedeutungsfreie Floskel ist.

Reflektierte Sozialdemokrat:innen sagen: ~„ein gutes Leben für die viele“, was schon konkreter ist. Auf die Frage: wer sind denn dann „die wenigen“? kommt meist nichts. Auf die ähnliche Frage: wer gehört zu diesen Vielen, kommt selten konkretes.

Und auf die Frage: und, wie lief der Kampf in den letzten 25 Jahren so? Kommen interessante Gesichtsausdrücke.

Mir tun aktuell vor allem Jusos leid. Die verstehen leider viel mehr von der Welt als ihre Altvorderen.

@AwetTesfaiesus

Oh das finde ich spannend.

Ich habe das Gefühl, dass gerade die Altvorderen ziemlich viel von der Welt verstehen.

@agileranwalt du bist CDU-Mitglied?

@AwetTesfaiesus

Ja, ich sitze für die CDU im Stadtrat von Hameln.

@agileranwalt @AwetTesfaiesus Ohne jetzt provozieren zu wollen stellt sich doch die (ernsthaft gemeinte) Frage: Wie kann man CDU-Mitglied sein angesichts dessen, was von Merz, Reiche, Weimer & Co veranstaltet wird? Also einer Gesinnungsgemeinschaft angehören, die derart rückwärtsgewandt und destruktiv agiert? Ich versteh's wirklich nicht.

@scheichsbeutel @AwetTesfaiesus

1. Die CDU hat noch eine Breite, die andere Parteien schon abgelegt haben. Dort wird nach meiner Wahrnehmung nicht um alle Stimmen gekämpft, sondern nur noch um Zielgruppen. Das halte ich für destruktiv, weil das Beste für die Summe der Zielgruppen, nicht das Beste für die Gesellschaft ist.

2. Offensichtlich bewertest Du die CDU sehr einseitig negativ. Ich bewerte Dinge vermutlich anders. Lass uns gerne über konkrete Dinge austauschen, denn rückwärtsgewandt und destruktiv sind reine Wertungen ohne Inhalt. Wo bist du denn Mitglied?

Ich fand zum Beispiel die Änderung des GEG unter Habeck extrem destruktiv und der Kompromiss hat mich endgültig auf die Palme getrieben. Ein guter Wunsch, macht noch kein gutes Gesetz. Die jetzt kommende Reform ist auch wieder untauglich. Von mir aus können wir da auch in Inhalte gehen.

3. Für mich ist wichtig, dass wir in dieser Legislaturperiode beweisen, dass Strukturreformen aus der Mitte der Gesellschaft kommen können. Ich hätte bei Schwarz-Grün deutlich mehr Gemeinsamkeiten dafür gesehen als bei Schwarz-Rot. Aber wenn die Regierung eine gute Strukturreform diese Legislatur hinbekommt, dann bin ich bereit über vieles hinwegzusehen.

@agileranwalt @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus Abgesehen davon, dass Habecks GEG-Reform von Teilen der Presse verrissen wurde, war es wohl schlecht kommuniziert. Aber - die Richtung stimmte. Aus der schlechten Kommunikation von damals nun aber ein Gesetz vorzulegen, bei dem die Richtung um 180 Grad gedreht wird. ist fatal.

@agrinova @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus

Also für rund 70% der Gebäude ist die Wärmepumpe die überlegene Heizung. Das sind die mit einer möglichst niedrigen Vorlauftemperatur ohne großen Umbau.

Bei Neubauten heißt es entweder WP oder Infrarotheizung, weil ich dann nicht einmal ein wasserführendes System habe. Spielt aber kaum eine Rolle, weil Neubauten nicht viel Leistung brauchen. Gas in Neubauten ist ein Beratungsfehler.

Die 30% muss man anders lösen. Optimal wär Prozesswärme oder Großwärmepumpen mit Nahwärmenetzen. Aber auch Gas tut da seinen Trick, vll auch Brennstoffzelle oder BHKW.

Ich verstehe nicht, warum die Gesetze da nicht differenzieren können. Der Kompromiss hat nun die Geltung 4 Jahre in die Zukunft verschoben, aber nach 4 Jahren wechselt keines der Häuser die Gruppe. Nun wurden aber noch viele Gasheizungen aus Unsicherheit in die 70% eingebaut, weil der Kompromiss so war wie er war. Nun legt man Grüngasbeimischungen fest, die es heute noch nicht gibt. Ein 70% Haus sollte erst Recht keine Kapazitäten an grünem Gas verbrauchen.

Sinnvoll wäre zu sagen, man schaut sich das Haus an und die 70% machen WP und die anderen machen was anderes.

Auch hier: Wird der Strom günstiger, verschieben sich die Prozente. Wenn also Strom bei 10 Cent wäre, dann wäre die Verteilung vermutlich 95-5 statt 70-30. Dann kann die WP nämlich auch ne JAZ von 2 haben und es lohnt sich.

@agileranwalt @agrinova @scheichsbeutel @AwetTesfaiesus ...und da sind wir doch wieder bei deiner korrekten Grundannahme, dass wir Himmel und Hölle in Bewegung setzen sollten das Angebot an Erneuerbaren schneller wachsen zu lassen als die Nachfrage.
@thilosch @agileranwalt @agrinova @scheichsbeutel da ist mir zu viel Transzendentalität im thread 🧵